Samstag, 18. März 2017

The Rum Cask Jamaica Rum 26 YO Hampden 1990

Werte Rum-Gemeinde,


die Gerüchte lagen ja schon seit einiger Zeit in der Luft, heute kann und darf ich den Rum nun also auch hier endlich präsentieren: Ja, es ist wahr! Nach so vielen Jahren des langen Wartens hat es endlich ein Unabhängiger Rum-Abfüller getan. The Rum Cask haben einen 1990er Hampden in Fassstärke abgefüllt!


Bildquelle: http://www.thewhiskycask.de


Doch der Reihe nach:

Sonntag, 12. März 2017

Habitation Velier Hampden 2010 HLCF Jamaica Rum

Werte Rum-Gemeinde,

heute gibt es hier auf Barrel Aged Thoughts das erste neue Review seit meiner Abstinenz. Statt Forgotten Thoughts nun endlich auch wieder Latest Thoughts. Herzlich Willkommen!

Fast genau zwei Jahre ist das letzte Review hier her. Zwei Jahre, in denen sich vieles verändert hat in der Rumwelt, aber auch einiges genau so geblieben ist, wie es war. Gut so. Veränderung als Konstante. 
Die Reise geht heute genau dort weiter, wo sie damals auch aufgehört hat: in Hampden auf Jamaica. Diese Destillerie, die wohl wie keine zweite in der Welt meinen Geschmack trifft, ist dafür bekannt Rums mit hohem Estergehalt zu liefern. Das trifft auch auf den heute verkosteten Rum zu: den Habitation Velier Hampden 2010 Jamaica Pure Single Rum HLCF in Fassstärke (68,5% vol.). 

Habitation Velier Hampden 2010 Jamaica Pure Single Rum HLCF 6 YO

Die Abfüllung stammt vom unabhängigen Abfüller Velier, der unter dem Label Habitation Velier eine neue Rum Serie kreiert hat. Abgefüllt wurden auch junge Rums aus Guyana, von Barbados oder von Marie Galante. Der Blick richtet sich heute aber gen Jamaica. 
Der Habitation Velier entstammt dem Jahrgang 2010 und gehört damit wohl zu den allerersten Rums, die nach der Wiedereröffnung von Hampden durch die Familie Hussey dort produziert wurden. Das Mark HLCF beschreibt einen Estergehalt des Rums zwischen 500 und 700 gr/laa, wobei auf dem Label sogar explizit 550 gr/laa angegeben sind. Darüber hinaus erfährt man auch, dass der Angel's Share bei über 40% lag und dem Rum kein Zucker zugesetzt wurde. Die Informations-Politik auf dem Label an dieser Stelle also sehr positiv. Man erfährt über den Rum fast alles. 





Verkostung des Habitation Velier Hampden 2010 HLCF Jamaica Rum:

Preis: 0,7 Liter HLCF Hampden werden für zwischen 75 bis 95 Euro ca. angeboten.

Alter: der Rum ist 6 Jahre alt. 2010 wurde er destilliert und lag dann bis 2016 im Fass.

Lagerung: die volle Reifezeit verbrachte der Rum in den Tropen.

Alkoholstärke: einen Alkoholgehalt von 68,5% vol. kann der Rum aufweisen. Fassstärke.

Destillationsverfahren: der Rum wurde bei Hampden in einer Double Retort Pot Still destilliert.

Mark: HLCF.

Farbe: sehr tiefes Gold.

Viskosität: enge, unregelmäßige, dünne Schlieren laufen langsam und träge am Glas herunter.

Nase: Puh! Beim ersten Riechen nach ca. 30 Minuten im Glas ist der Rum noch immer so voller Power, dass ich zunächst kurz zurückziehen muss. Alkoholische Schärfe ist klar da! Dahinter tummeln sich dann auch bereits die Ester mit ihren typischen beißenden Klebstoffnoten. Brachial! Das junge Alter des Rums tritt hier deutlich hervor. Erst als die Nase das weggesteckt und sich an den Rum gewöhnt hat, öffnet er auch seine Aromen, die hinter all der Power liegen. Da sind vergorene Bananen und Ananas, aber auch etwas Milchschokolade und Haselnuss. Ganz hinten liegen Humus und Zitronennoten. Insgesamt schon typisch Hampden, aber nach hinten heraus doch auch etwas kürzer, als ich es bei vielen anderen Hampden Rums vor ihm schon gesehen habe.

Gaumen: Holy Sh**! Feuerwasser! Der muss, selbst bei kleinen Schlücken, lange gezügelt werden! Dass Hampden kein "easy sipping" ist, das merke ich ja obligatorisch vermutlich in jedem Review dieser Rums an, aber auf diesen Kandidaten hier trifft das noch einmal im ganz besonderen zu. Auch für mich als Freak und Fan der Destillerie ist das ein epischer Fight auf der Zunge! Spätestens hier verrät der Rum sein Alter. Da ist noch nichts rundpoliert, an dem Rum sitzt noch fast jede Kante. Den muss man sich erstmal gefügig beißen. Ist der Rum dann gebändigt, so treten in einer schön cremigen Textur und leichter, natürlicher Süße Banenenkompott, gegrillte Ananas, Trockenfrüchte und hinten heraus Jamaica-Anis auf, letztere allerdings kommt erst mit Beginn des Abgangs wirklich durch.

Abgang: lang, mit etwas deutlicherem Jamaica-Anis, leicht erdig und trockener werdend.

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Fazit: Der Rum lässt mich mit etwas gemischten Gefühlen zurück. Auf der einen Seite habe ich einen Rum vor mir, der für sein Alter schon wirklich sehr gut ist und der kontinental gelagerten Rums in ähnlichem Alter auch klar überlegen ist. In dieser Liga schlägt er seine vergleichbaren Konkurrenten. Auf der anderen Seite habe ich aber auch einen Rum vor mir, für den ca. 80 Euro aufgerufen werden. Und in dieser Liga, der Preisliga, rutscht er dann im Vergleich zu Mitbewerbern der letzten Zeit auf ein Niveau von gehobenem Durchschnitt ab. Da boten andere, wie z.B. TRC mit dem Hampden 1998 für vergleichbares Geld meiner Meinung nach mehr! Klar, da werden nun einige sagen das sei unfair, hier einen 6 YO mit einem 16 YO bzw. 17 YO zu vergleichen, aber da sage ich dann: für mich als Käufer sind zwei Kriterien entscheidend: der Preis und das was ich an Qualität dafür bekomme. Würde der Rum auch preislich mit anderen Rums seines Alters konkurrieren, so sähe mein Fazit deutlich besser aus. Durch seinen Preis aber konkurriert er auch mit deutlich älteren Rums und den Vergleich verliert er dann nun einmal. Heißt also: der Rum ist keineswegs schlecht, ganz im Gegenteil, er ist meiner Meinung nach nur etwas zu teuer. Nun wiederum werden einige sagen: ja, die Mitbewerber sind aber auch nicht tropisch gereift! Zunächst: Stimmt! Diesen Umstand hat der Habitation Velier momentan noch exklusiv. Gut, dass hier in diese Richtung gearbeitet wird. Aber ich muss an dieser Stelle dann ebenfalls bekennen: das ändert für mich im konkreten Fall nichts am reinen qualitativen Endergebnis. Meines Erachtens ist Tropical Aging zwar ein oft qualitätsfördernder Umstand, aber kein Allheilmittel, das jede fehlende Reife wettmachen kann. Wäre dem so und der Rum hätte mit seinen sechs Jahren die gleiche Qualität wie ein Rum der zehn Jahre älter ist, dann würde mich auch der Preis kalt lassen, so aber sehe ich das Preis-Leistungs-Verhältnis skeptisch.
Was von diesem Rum bleibt ist vor allem die Erkenntnis, dass aus Hampden seit der Wiedereröffnung wieder anständiger Rum kommt und dass hier in den nächsten Jahren sicherlich mit weiteren und dann länger gelagerten Rums zu rechnen sein wird, die dann qualitativ auch sehr weit oben mitspielen dürften. Da bin ich mir sehr sicher. Was die dann kosten werden, wenn für ein 6 YO die Nadel schon nahe an den dreistelligen Bereich schiebt, das steht dann wieder auf einem anderen Blatt. Der heutige Rums jedenfalls war mir persönlich noch etwas zu jung und zu ungestüm und damit eher geeignet für einen Mai Tai als zum puren Genuss. Und dafür eben etwas zu kostspielig. Dennoch: der Mai Tai mit dem Habitation Velier wird im Rahmen eines zweiten MAI Tai Monats Mai in ca. zwei Monaten hier auf Barrel Aged Thoughts vorgestellt werden.

Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 26. Februar 2017

Forgotten Thoughts: LPS Long Pond 1993 - 3rd Release

Liebe Rum Gemeinde,

in den letzten Jahren bin ich immer wieder auf einen Rum angesprochen worden, der so ein wenig im Schatten seines zweitjüngsten Bruders stand: den Rum Albrecht LPS Long Pond Special Single Rum 1993 18 YO 3rd Release. 
Im Schatten stehend deshalb, weil das Anfang 2012 erschienene und schon nur wenige Wochen später ausverkaufte 2nd Release in Puncto Preis-/Leistungsverhältnis mit ca. 35 Euro für einen 17 YO High Proof Spitzenjamaicaner  wohl bis heute unerreicht ist. Er wurde darüber hinaus vor allem in der Cocktailszene gekauft und dürfte daher heute nahezu versiegt sein. Dadurch konnten ihn nur wenige Rum Connaisseure pur genießen, was dem kleinen Mythos um diese Abfüllung aber nur zuträglich war. 
Im Schatten dieser Story veröffentlichte der Importeur Rum Albrecht aber im Juni des selben Jahres noch das 3rd Release. Dieses erfreute sich in der Rumwelt ebenfalls großer Beliebtheit, konnte an den Ausverkauf des 2nd Release aber nicht anknüpfen: der Rum war viele Jahre lang verfügbar. 
Ich schrieb damals auch ein Review zum 3rd Release, hatte es auf BAT allerdings nicht veröffentlicht. Warum? Frei heraus: weil ich den Rum dem 2nd Release unterlegen sah. Warum ich ihn nun, so viele Jahre danach, doch noch veröffentliche? Weil, warum auch immer, das Interesse an diesem Rum immer noch groß ist und ich, wie eingangs erwähnt, seit Juni 2012 immer wieder auf diesen Rum angesprochen werde. Das war vor meiner Abstinenz so, das war auch während dessen noch so und das war sogar jetzt danach noch so, zuletzt vor einigen Tagen. Immer wieder die eine Frage: "Flo, du lobtest damals das 2nd Release so sehr, wie ist eig. deine Meinung zum 3rd Release? Den gibts ja noch zu kaufen [inzwischen nicht mehr!] und da wollte ich mal fragen...". Außerdem wären damit alle drei bisher veröffentlichten Releases hier besprochen worden und das Set damit komplett. ;) Ihr habt mich also endlich soweit. ;) Hier das Review, geschrieben im Juni oder Juli 2012. Eine Verkostung, sowohl pur, gegen seinen Vorgänger, als auch im Mai Tai:

"Wie das 2nd und auch schon das 1st Release wurde der Rum 1993 in einer Pot Still der Brennerei Long Pond auf Jamaica gebrannt. Dieses ist insofern ungewöhnlich, als dass von Long Pond überwiegend Rums aus einer ihrer anderen Pot Still erscheinen und selten auch mal aus einer Column Still. Dieser Rum stellt eine von nur drei mir bekannten Ausnahmen dar. Mit seinen Vorgängern hat er ebenfalls gemein, dass er die volle Reifezeit über, bei diesem sind es 18 Jahre, auf Jamaica im Fass gelegen hat. Die Reifung war also deutlich intensiver als bei einem ähnlich lange gelagerten Rum aus Schottland. Der Importeuer ist auch hier wieder Rum Albrecht, der den Rum lediglich sehr leicht verdünnt und ansonsten authentisch abgefüllt hat, d.h. er wurde weder filtriert noch wurden dem Rum Farbstoffe zugegeben. Der Alkoholgehalt beträgt, die Parallelen setzen sich fort, 53% vol., auch das war bei beiden Vorgängern schon so. Und letztlich: die Flasche, sowie der unsägliche Wachsverschluss sind ebenfalls gleich geblieben. Allerdings hat man sich inzwischen dazu entschlossen, auf der Rückseite einen kleinen, gelben Aufkleber anzubringen, auf dem "18 Years old 3rd Release" steht; Verwechselungen sollen so vorgebeugt werden, was auch dringend nötig ist, denn farblich ist die neue Abfüllung nicht von der ersten (!) zu unterscheiden, sie ist sehr hell, strohig golden. Und das überrascht zunächst einmal, denn die erste Abfüllung war gerade einmal 11 Jahre alt. Die 17 jährige Abfüllung hingegen, die ja nicht mal 12 Monate jünger ist als die aktuelle 18 jährige, ist sehr dunkel. Hier sieht man ganz wunderbar, wie einflussreich das Fass bei einem Rum ist.
Der Preis des Rums liegt, wie schon das 2nd Release, bei ca. 40 €, für 38,95 € bekommt man ihn bei Casa Vino. Er sollte noch eine ganze Zeit lang erhältlich sein, vor allem, weil der Bedarf durch den Boom des 2nd Release momentan noch gedeckt sein dürfte.

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LPS Long Pond Single Rum 1993 2nd & 3rd Release - ein Vergleich:





Farbe: beim 2nd Release sehr dunkel, dunkler Bernstein. Das 3rd Release ist deutlich heller, strohiger und ist hier vom 1st Release nicht zu unterscheiden.

Nase: viel, viel Jamaica beim 17 YO. Vanille und Trockenfrüchte, dunkle Schokolade und ein ordentlicher Holzeinfluss. Eine Pot Still Bombe, schon hier. Sehr intensiv! Der 18 YO ist ein wenig "zurückhaltender" (verglichen mit anderen Rumstilen wäre diese Aussage glatt gelogen ;) ). Die Verwandtschaft ist nicht zu übersehen, auch hier ist viel Trockenfrucht Vanille präsent, allerdings verbirgt sie sich etwas hinter einer ziemlichen holzigen Note zu Beginn, die beim 17 YO so nicht da ist. Dort kommt einem vor allem die Frucht ungebremst entgegen, das ist hier nicht so. Ein etwas beißender Geruch von Nagellackentferner ist noch da, aber beim 17 YO verflog diese, nachdem die Flasche einige Zeit geöffnet war. 

Gaumen: wirklich Mundfüllend! Beide! Der 17 YO gewohnt wie eine Bombe, wie ein Hurricane. Fruchtige Noten in Form von Banane und Aprikose und Vanille schießen ungebremst in jede Ecke des Mundraums und füllen diesen Restlos aus. Holz kommt ebenfalls dazu, ist deutlich vorhanden, aber (mir) noch nicht zu präsent. Beim 18 YO ergibt sich ein wirklich sehr ähnliches Bild, wenngleich mir der Rum etwas milder erscheint, er ist nicht ganz so intensiv. Die Holznote kommt hier nicht so sehr zum Tragen, wie ich es in der Nase erwartet hatte, kommt hinten heraus aber doch durch und stört dann sogar leicht. Insgesamt ist der 18 YO im Mund nicht so brachial wie der 17 YO.

Abgang: bei beiden lang und länger. Der Gesamteindruck der Rums bleibt lange Zeit über sehr präsent im Mundraum und erfreut einen auf diese Weise auch noch wenn das Glas schon längst leer ist. Beim 18 YO kommt im Abgang aber leider eine doch präsente Bitterkeit mit, die mich leicht stört. Diese dürfte vom Holz stammen, so dass der Einfluss hier dann doch offen zu Tage tritt, auch wenn die Farbe darauf keinen Hinweis gab.

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Fazit Purverkostung:

Insgesamt sind sich die beiden Rums schon sehr ähnlich. In der Nase ist der 18 YO nicht so voll wie der 17 YO, im Abgang hat der 18 YO imho mehr Bitterkeit. Der 17 YO gefällt mir daher leicht besser. Er ist der konsequentere der beiden, geht die volle Distanz, ist einfach etwas genialer. Nichts desto Trotz ist der 18 YO nicht misslungen und kann durchaus gekauft werden, zumal zu dem Preis. Nicht-Jamaica-Nerds dürfte dieser sogar etwas leichter zugänglich sein, er ist einfacher zu trinken. Mal sehen, was dies für den Mai Tai bedeutet. Hier könnte es ihm zum Nachteil gereichen, etwas milder zu sein.

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Mai Tai mit LPS Long Pond Single Rum 1993 18 YO:

Ein sehr heller Mai Tai, der Farbe des Rums entsprechend, so wie man einen Mai Tai mit hellem Rum erwartet. Auch der Mai Tai mit LPS 2nd Release daneben ist deutlich dunkler.

Auch geschmacklich besteht zwischen beiden Mai Tais ein großer Unterschied. Hier zeigt sich tatsächlich sofort, worüber ich oben schon spekuliert habe: der 18 YO LPS ist deutlich schwächer! Ich mixte beide Mai Tais mit 5 cl Rum, da ich wusste, dass das dem 2nd Release auch schon vollends reicht um durchzukommen. Und so sah ich sofort, dass der 3rd Release sich das nicht erlauben kann. Da fehlte was. Nachdem ich 1 cl Rum draufgegeben habe, kam der Rum dann durch, lieferte aber ein nicht annähernd so schönes Ergebnis wie der 17 YO. Der Klassenunterschied ist deutlich größer, als in der Purverkostung! Es fehlt an Vanille, es fehlt an Power, es fehlt an Ausdruck. Der Rum hängt regelrecht wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Da waren einige andere Mai Tais deutlich besser.


Fazit Mai Tai:

Ich bin enttäuscht! Ich hatte nach der Purverkostung zwar erwartet, dass der Rum niemals an den 17 YO herankommen wird, denn das war einfach nur ein Über-Rum für den Mai Tai, aber ein derartiges Abrutschen hatte ich nicht erwartet. Schade! Denn das wertet den Rum schon um einiges ab. Für den Mai Tai braucht man den Rum nicht zu kaufen. Ein pures Vergnügen bleibt natürlich, aber es ist ja doch immer schöner, wenn ein Rum auch noch anderweitig einsetzbar ist. Mehr als 7 Punkte sind hier aber leider nicht drin."


Nachbetrachtung:

Über die letzten Jahre habe ich auf Nachfrage in der Regel kurz diese meine Einschätzung zum 3rd Release gegeben, wobei die Tendenz immer eher dahin ging, den Rum lieber nicht zu kaufen. Zu sehr fiel er neben seinem Bruder aus meiner Sicht ab. Der Rum wurde dann aber meist trotzdem gekauft und fast immer war die Resonanz im Anschluss daran positiver, als ich es erwartet hatte. Das traf für die Connaisseure die den 2nd Release nicht kennen noch einmal im Besonderen zu.
Und ich muss heute, mit einigem Abstand sagen: zurecht! Auch dieser Rum war, für sich selbst gesehen, zu diesem Preis eine klare Empfehlung. Hätte es das 2nd Release nicht gegeben, so hätte ich diesen Rum wohl auch damals schon sehr viel besser beurteilt und wahrgenommen. Inzwischen ist dieser Rum ja auch ausverkauft und hätte es damals schon den Hype um Tropical Aging gegeben, dann wäre der Rum wohl auch viel schneller weg gewesen. Was damals nüchtern als Info um die Lagerung des Rums gesehen wurde, ist gilt heute bei einigen per se als Gütesiegel. Ich sehe das etwas nüchterner, aber dazu an anderer Stelle evtl. einmal mehr,
Was bleibt ist die Erkenntnis, dass wir einen Rum in dieser Qualität wohl nie wieder zu einem Preis wie dem damaligen bekommen werden. 18 YO Long Pond in High Proof und tropisch gelagert: das ginge heute leider nur noch dreistellig. Was ich weiß ist, dass der Rum, wie alle Releases dieser Serie, auch gerne an einige regionale Händler abgegeben wurden. Mit viel Glück, ist dieser Rum also evtl. noch offline zu finden. Einfach mal die Augen offen halten. :)
Ich sagte ja, mit diesem Artikel auch das Set der drei LPS-Abfüllungen zu vervollständigen. Daher möchte ich euch auch ein abschließendes Ranking der drei nicht vorenthalten, wobei die Unterschiede der beiden letzteren Releases zum 1st Release am größten sind, wie auch der qualitative Abstand der beiden zum ersten Rum:


  1. 2nd Release
  2. 3rd Release
  3. 1st Release

Und wo ich es gerade von offenen Augen hatte: das gilt natürlich auch für Barrel Aged Thoughts im Allgemeinen. In Kürze kommen hier endlich wieder aktuelle Abfüllungen zur Verkostung, die noch problemlos zu beziehen sind. Abfüllungen, nicht nur aus Jamaica, die mich zum Teil sehr überzeugt haben und zeigen, dass Rum 2017 unglaublich viel Spaß macht. Auch ein Rum, auf den ich viele Jahre warten musste wird dabei sein. Ich freue mich drauf! 

Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 19. Februar 2017

Forgotten Thoughts: Hampden Estate - unausgeschöpftes Potenzial

Liebe Rum-Gemeinde,

heute kommen von mir erneut ein paar Zeilen, die ich schon vor sehr langer Zeit zu Papier gebracht habe. Es geht heute um einen Hampden-Artikel, den ich Anfang 2012 geschrieben und, so weit ich mich erinnere, auch auf meinem früheren Blog "Mai Tai roa ae" für kurze Zeit online gestellt hatte, bis ich wenige Monate später den gesamten Blog zu Gunsten von Barrel Aged Thoughts offline nahm.

Warum ich den Artikel heute erneut online stelle, nach dieser langen Zeit und, so viel sei vorweg genommen, nachdem er glücklicherweise inzwischen jegliche Aktualität verloren hat? Gute Frage! Und ich denke, ich werde sie mir für das Ende aufheben. Hier nun die Zeilen von einst, lediglich an einigen Stellen auf den neuesten Stand gebracht (an anderen Stellen aber auch bewusst nicht, um den Wandel der Zeit anschaulich zu halten):

Donnerstag, 9. Februar 2017

Forgotten Thoughts: Barbados, Blackrock Distillery: Cadenhead's BBR 11 YO vs. Cadenhead's BRS 16 YO

Werte Rum-Gemeinde,

lange war es ruhig hier auf Barrel Aged Thoughts, aber nun wacht der Blog aus seinem langen Winterschlaf wieder auf. Ja, ich habe mich rar gemacht in der Rum-Welt. Der Spaß an der Freunde war lange verschwunden, und so widmete ich mich anderen schönen und wichtigen Dingen des Lebens. Diese wiederum machten es möglich, mir den Spaß auch an diesem schönen Hobby wiederzufinden, und so geht es hier also weiter. 
Leider schied Marco schon vor längerer Zeit aus diesem tollen Blog aus und zog es vor, den Weg alleine weiterzugehen. Das Ergebnis ist mit Barrel Aged Mind ein neuer erstklassiger Blog in der Rum Welt. Alles Gute auch an dieser Stelle noch einmal!
Mit Marco verschwanden hier auch die Reviews des Landes Barbados, weswegen ich heute mit einem Bajan Review beginne, welches ich schon vor langer Zeit verfasst habe. Da Marco damals für Barbados und Guyana und ich für Jamaica zuständig war, wurde es allerdings nie veröffentlicht. Deshalb: Forgotten Thoughts
Nachdem bei mir bisher ausschließlich Rums aus Jamaica dran waren, gibt es also heute erstmals zwei Rums aus Barbados pur zu verkosten, die aus der Blackrock Distillery auf Barbados stammen!

Cadenhead BRS Rockley 16 YO und Cadenhead BBR Blackrock 11 YO


Freitag, 3. Februar 2017

Es tut sich was...

Liebe Leser,

hier wird wohl demnächst wieder was passieren. Ich habe mich für den weiteren Weg jedoch für ein etwas aufgefrischtes Design entschieden. Die Angleichung aller Artikel und Seiten kann und wird allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen. Habt bitte Geduld. Sie wird belohnt. :)

Mit besten Grüßen und bis demnächst
Flo