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Freitag, 6. September 2019

German Rum Festival 2019 - Tag 1

Liebe Rum Gemeinde,

am vergangenen Wochenende fand vom 31. August bis zum 1. September 2019 das 9. German Rum Festival in Berlin statt. Ich war in diesem Jahr auch am Start und hatte gestern ja bereits über das Warm Up am Tag zuvor berichtet. Heute berichte ich euch dementsprechend vom Samstag, dem ersten richtigen Messe-Tag. 


Samstag, der 31. August 2019:

Freunde - was war das denn noch für ein Abend gestern?! 😄😅 Mit einem trockenen Mund voller Kirsch-Caroni-Geschmack wachte ich zu fortgeschrittener Uhrzeit am Samstagmorgen (immerhin: es war noch morgen!) auf und der erste Gedanke war: "So, ich wäre dann mit der Messe jetzt eigentlich auch schon durch." Hammerhart, das war wohl gestern doch etwas mehr als ich dachte.😉 Nach einem kurzen Frühstück im Garten (ich kam für die Tage dankenswerter Weise bei einem befreundeten Rum Geek unter - vielen lieben Dank dir an dieser Stelle noch einmal!) machten wir uns zu zweit auf den Weg zur Messe, so dass wir pünktlich zum Start um 12.00 Uhr da waren. Unterwegs trafen wir dann auch noch Marius (SCR) und Maik (RUMBOOM), sowie kurz darauf auch den Rest unserer Truppe. Schnell zeigte sich, dass der gestrige Abend uns allen noch ganz gut in den Knochen steckte und so ließen wir es erst einmal langsam angehen. Als erstes schaute ich bei Rene van Hoven am großartigen Raritätenstand vorbei und sicherte mir dabei auch ein paar ganz feine Tropfen aus Guadeloupe (Gardel) und Jamaica (Wray & Nephew). Vielen lieben Dank dir, Rene, an der Stelle noch einmal! Es ist für mich immer wieder außergewöhnlich zu sehen, was für Schätze aus längst vergangenen Tagen du geschafft hast zusammen zu tragen. Wow! 




Als nächstes blieb ich für längere Zeit am Stand von Kirsch Whisky hängen. Ob das an den hervorragenden Caroni-Abfüllungen, u.a. hatten sie alle vier Employees dabei, dem sympathischen Team, dem dort angebotenen frisch (und selbst) gepressten Zuckerrohrsaft mit J.M. Blanc oder daran lag, dass ich auch einen alten Freund dort wiedergetroffen und lange mit ihm geschnackt habe... ich tippe mal auf alles zusammen. 😊 Aber ganz im Ernst: J.M. mit Cane Juice... ich bin wirklich kein großer Fan von Agricole, aber DAS könnt ich den ganzen Tag trinken! Unfassbar süffig und lecker! Für mich ein heimliches Highlight der Messe! Das ganze kippte dann so ein wenig, als der Steffen, momentaner Autor eines Buches über Caroni, dazu kam, und seine Flasche Caroni Stallion Puncheon Rum, eine ungelagerte Originalabfüllung der Destillerie (zu aktiven Zeiten für den heimischen Markt bestimmt) mit 75% vol. den Jungs von Kirsch zum Vermixen zur Verfügung stellte. Ich dacht, ich werd blind! Unfassbar scharf und alkoholisch, aber es war super, sowas mal im Glas zu haben und es ist ja auch nicht unwahrscheinlich, dass der auch auf Trinidad mal in dieser Kombination über die Theken ging. Aber nach dem Drink und in der Kombination mit der Hitze in der Halle und auch draußen hatte ich gefühlt meinen Pegel vom Abend davor mit einem Schlag zurück! 😂 Es war wirklich unfassbar heiß an diesem Tag! Dass mir die Caroni Employees ansonsten natürlich zusagten, wird vermutlich niemanden hier ernsthaft überraschen. Vom neuen 1998er war ich zwar etwas enttäuscht, aber insbesondere die beiden 1996er sind einfach eine Macht! Viel besser geht es nicht. 

Die Zuckerrohr-Presse: Cane-Juice gegen Muskelkraft - ein fairer Deal!

Velier Caroni Employees 1. & 2. Serie; daneben der Vale Royal 2006

Caroni Stallion Puncheon Rum mit 75% vol. in einem Bett aus Zuckerrohr


Im weiteren Verlauf machte ich selbstverständlich auch Halt bei Joshua und Gregers am Stand von 1423 World Class Spirits. Von den aktuellen Releases hatte mich zwar nichts so richtig angesprochen und auch den DOK 2.0 brauchte ich nicht noch einmal, zumal ich ihn für einen fast ungelagerten Rum doch ziemlich ambitioniert im Preis empfinde, aber es gab dort zwei Rums aus Ghana, die meine Aufmerksamkeit erregten. Seeeehr spannender Stoff, hat mir sehr gut gefallen! Ich hoffe, dass da noch was nachkommen wird. Darüber hinaus hatte Gregers dann aber auch noch einen alten Lemon Hart Rum aus den 1970s am Start, der wirklich lecker und eine super Erfahrung war! Vielen Dank dir dafür! 

Hier sehen Sie das wichtigste Bottling des Samstags.
Rechts daneben im Vordergrund: die hervorragenden zwei Ghanaer ;-)
Source: C.S. Thx :-)

Mange tak, Gregers! 

Fündig auf meiner Suche nach gutem Stoff wurde ich natürlich auch am Stand von RA. Schon gestern auf der Bootstour gab es das eine oder andere ins Glas, aber heute wurde nochmal probiert. Mein Augenmerk fiel dabei erneut auf den "Unshared Cask" Savanna exklusiv für RA, der schon sehr untypisch daher kommt und der als Traditionel von den Grand Aromes natürlich ein ganzes Stück weit weggeht. Gespannt war ich außerdem darauf, den Trelawny Double Cask noch einmal zu probieren. Hampden C<>H 1998, sowie Long Pond 2000 geblendet und das für unter 50,- Euro? Das erregt natürlich Aufmerksamkeit und Neugierde gleichermaßen. Als Ester-Fetischist hätte ich mir den C<>H natürlich als Single Cask gewünscht, aber man kann eben nicht immer alles haben. 😉 Davon abgesehen weiß der Rum für seinen Preis aber absolut zu überzeugen und die unterschiedlichen Einflüsse der beiden Fässer kommen klar heraus. Dominiert in der Nase noch der Hampden, so ist es am Gaumen dann der Long Pond und im Finish wieder Hampden. Gerade im Drink könnte das mal wieder ein echter PLV-Kracher sein, denn der Preis machts möglich. Ich bin gespannt und werde das die nächsten Wochen über mal ausprobieren. Ich stell' schon mal das Tonic kalt. 😎 Nunja, und dann war da ja noch der 12 jährige Inner Circle Rum aus Australien. Ich hatte aus Down Under bisher noch nicht viel, aber der Inner Circle Green Dot vor einigen Jahren war gut und dieser hier ist ebenfalls einen Blick wert, auch, oder gerade weil das schon sehr krasser Stoff ist! In der Nase merkt man ihm sein junges Alter noch sehr an, aber am Gaumen macht er dann richtig was los und gefällt mir dort super! Birnen-Bombe! Was kostet der? Unter 40,- Euro? Klare Kaufempfehlung! 
Als Highlight konnten wir dann auch noch den RA Hampden HGML aus 1983 mit der neuen Abfüllung von Valinch & Mallet aus gleichem Jahrgang direkt miteinander vergleichen. Da schlägt das Nerd-Herz natürlich höher. Für mich war der RA der bessere Rum, zwei andere Nerds, die noch mit verkosteten, sahen das genauso. Am Ende sind das natürlich nur Nuancen, aber bei den Summen, die da im Raum stehen, entscheiden diese dann oft und hier würde ich mich eben für den RA entscheiden. 





















Ansonsten verbrachte ich an diesem Tag auf der Messe ganz viel Zeit damit, mich mit netten Menschen, Gleichgesinnten und alten Weggefährten lange zu unterhalten und mich auszutauschen und gleichzeitig neue Kontakte zu knüpfen. Ich war darüber hinaus aber doch auch positiv überrascht davon, wie stark die Messe, auch aus dem Ausland, angelaufen wird, was dem ganzen ein wahnsinnig tolles Flair gibt. Insbesondere wie viele meiner Nachbarn aus Dänemark auch dort waren hat mich sehr gefreut. Mein Dank und meine Gratulation gehen dazu dementsprechend an Dirk Becker und sein Team, die das nun in vielen Jahren aufgebaut und zu dem gemacht haben. Super Klasse!

Caroni for Danish Caroni Fanclub


1,5 Std. Warten haben sich doch noch gelohnt!
Stärkung am Mittag - Vielen Dank nach HH! :-) 
Catch of the Day!

Am Abend nach der Messe ging es dann weiter und abermals in den Lebensstern. Zuvor allerdings aßen wir eine Etage tiefer im Garten vom Einstein in einer super entspannten und ausgelassenen Runde alle noch ein riesiges, leckeres Wiener Schnitzel! Anschließend ging es dann weiter, noch ein paar Cocktails trinken - und hoffen, dass es endlich abkühlen würde. Für heute allerdings sollte dieser Wunsch, als wohl so ziemlich einziger an diesem Tage, offen bleiben. Was für ein geiler Tag! Vielen Dank an alle von euch da draußen, die ihn dazu gemacht haben! Es war mir eine Ehre!

To be continued... 

Flo

Donnerstag, 5. September 2019

German Rum Festival 2019 - Prolog

Liebe Rum Gemeinde,

am vergangenen Wochenende fand vom 31. August bis zum 1. September 2019 das 9. German Rum Festival in Berlin statt. Ich war dieses Jahr auch am Start und kann so viel vorweg nehmen: es war ein absolut berauschendes und geiles Rum Festival, das auch abseits des offiziellen Rahmens ein echtes Fest war!



Freitag, der 30. August 2019:

Doch bevor das eigentliche Rum Fest am Samstag startete, gab es am Freitag noch das Warm Up - und was für eines! Für mich begann der Tag damit, dass ich von mir daheim erst einmal nach Flensburg fuhr, um dort, an der dänischen Grenze, zwei Rum Geeks abzuholen und diese mit nach Berlin zu nehmen. Nach insgesamt acht Stunden Autobahn erreichten wir gegen Abend dann voller Euphorie und Vorfreude endlich Berlin. Erster Sammelpunkt war für viele von uns das Peter Pane Restaurant, wo es Spitzen-Burger zur Stärkung gab - ganz offensichtlich war ich nicht der einzige, der über den Tag nicht viel gegessen hatte.😁 Von dort aus ging es dann weiter zum ersten echten Programmpunkt des Abends. 
Dominik Marwede von Rum Artesanal hatte eigens einen Berliner Ausflugsdampfer gechartert und einige Rum Geeks zu einer abendlichen Fahrt auf der Spree mit der "Golda" eingeladen. In (rum-)familiärer Atmosphäre, denn die meisten von uns, neben mir z.B. auch Marius von SCR, Maik von RUMBOOM, Caroni-Buch-Autor Steffen (aka Stefano Caroni), Christian Nagel von Our Rum & Spirits oder auch die Jungs von der Rum Tasting Notes App kannten sich untereinander, schipperten wir ca. drei Stunden durch Berlin und durften dabei einige neue Abfüllungen schon einmal vorab probieren. Zu Verkosten gab es u.a. den neue Double Cask Trelawny Jamaica Rum und den Core Range Caribbean Island Blend. Ersterer ist die Vermählung eines Hampden C<>H 1998 und eines Long Pond 2000 Fasses und zweiterer ein, in meinen Augen, wunderbar unkomplizierter Standard-Blend für Einsteiger oder unkomplizierte Abende, bei denen der Rum nicht im Mittelpunkt stehen muss. Das Highlight für viele war dabei aber wohl der 14 Jahre alte neue Savanna Traditionel "Unshared Cask", der als Single Cask und in Fassstärke exklusiv für Rum Artesanal abgefüllt wurde! Ihr Lieben, ich hatte zum Zeitpunkt des Probierens schon einige Rums auf der Zunge, und nicht zuletzt gab es auch noch leckeres Finger Food dazu, aber der erste Eindruck war wirklich hervorragend! Großes Kompliment - allerdings nicht nur für die Fass-Auswahl, sondern vor allem auch für die Organisation der Bootstour insgesamt! Es war ein tolles Event, das ganz viel Spaß gemacht, viele von uns vorab schon mal zusammen gebracht und uns alle perfekt für die kommenden Tage eingestimmt hat! Vielen, vielen Dank dir, aber auch deinem tollen und sympathischen Team, lieber Dominik! 

Savanna Rhum & Finger Food - passt! :-) 


Nach der Bootstour war der Abend aber natürlich noch nicht gelaufen. 😉 Und so beschlossen wir alle gemeinsam, weiterzuziehen in die Bar Lebensstern, wo die Jungs von Kirsch Whisky ebenfalls das German Rum Festival einläuteten und auch weitere nationale und internationale Größen der Szenen, wie die Jungs von RUMCASK, Joshua und Gregers von 1423, Lance von The Lone Caner, John Gibbons oder Johnny Drejer nach und nach dazu stießen. Es war großartig, euch alle auch mal persönlich zu treffen und eine ganz besondere Freude war es mir dabei, vielen von euch auch ein Sample vom J. Wray & Nephew 17 YO zum Sniffen geben zu können, die letzten Tropfen, die ich noch habe. Da der Rum schon so stark oxidiert ist, dass er geschmacklich nichts mehr hergibt, fand ich es sinnvoller, auf diese Weise möglichst vielen von euch noch eine Idee dieses Rums geben zu können, statt das Sample einfach zu trinken. Doch natürlich wurde dann auch noch was getrunken! 😊 So kamen unter anderem das Caroni Single Cask für Kirsch Whisky, einige Cadenheads in Fasstärke, ein Berry Bros. Versailles 1985, zwei Rums von Gardel und ein Velier Diamond 1996 ins Glas. Legendäre Rums und, ja, das kann man doch so sagen, ein legendärer Abend! Wer jetzt noch nicht in Stimmung für das Rum Festival war, der war gar nicht in Berlin. 😉 








To be continued...