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Donnerstag, 3. September 2020

RA Burke's Single Blended Jamaica & Reunion Rum

Liebe Rum Gemeinde,

dürfte oder müsste ich einen, bzw. DEN unabhängigen Abfüller des bisherigen Jahres bestimmen, so wäre es wohl zweifellos RA! Was Dominik und die Heinz Eggert GmbH in 2020 auf die Beine gestellt haben ist immer wieder aufs neue unglaublich und es ist mir eine große Freunde euch mitteilen zu können: das geht so weiter!



Und weiter geht es heute tatsächlich zunächst einmal mit einem Rum, dessen Name nicht neu ist, im Gegenteil: mit dem Burke's Rum hat Dominik nicht weniger als einen Klassiker des Unternehmens neu aufgelegt und diesem frisches Leben eingehaucht. Das gilt sowohl inhaltlich, als auch für das Flaschendesign, das statt an Rum aus den 1950's zu erinnern nun schon fast als szenig durchgehen kann. Oder um es kurz zu sagen: Relaunch gelungen!




















Wer von euch den alten Burke's einmal im Glas hatte der weiß, dass das historische Produkt ein reiner Jamaica Rum war. Aus welchen Rums genau er bestand ist heute nicht mehr ganz klar, allerdings deutete vieles auf Hampden oder Long Pond hin. Das passt auch geschmacklich. Ein ungelagerter Rum mit richtig Power und erbarmungslosen 75% vol. Alkoholgehalt! Ein Brett! Das ist jetzt schon ein paar Jahre her, allerdings haben es Reste dieser damaligen Produktion teilweise bis in die Neuzeit geschafft, weswegen um das Produkt eine Art Mini-Hype ausbrach, abseits der großen Bühne. Ein Hype im Kleinen, unter Nerds. Grund genug für Dominik Marwede, bereits seit Jahren am Puls der Zeit fühlend, hier tätig zu werden. Der Burke's 2020 hatte das Ziel, weiter der Tradition der alten Burke's verpflichtet zu bleiben, aber gleichzeitig als zeitgemäßer Rum mit entsprechender Mixability daher zu kommen. Das, so viel sei verraten, ist absolut gelungen! Zum einen, weil der Rum mit 61% vol. nun sehr viel zugänglicher und wohlwollender ist. Den Unterschied merkt man deutlich, auch in den Drinks. Zum anderen aber kommt mit dem La Reunion Part noch eine gewisse Beerigkeit mit hinein, die der reine Jamaica-Burke's vorher nicht hatte. Darüber hinaus ist diese Kombination auch eine kleine Premiere, denn einen Jamaica und La Reunion Blend gab es in dieser Form noch nicht. Apropos, ich habe mit Dominik natürlich auch intensiver über den Burke's gesprochen und dieser Punkt der Eigenständigkeit war ihm sehr wichtig. Der neue Burke's sollte unter keinen Umständen als Pendant zu etwas bereits am Markt erhältlichen sein. Und so ist der nächste Verwandte, trotz aller Veränderungen und Umstellungen, also noch immer der direkte, gleichnamige Vorgänger. So pflegt man Tradition, ohne auf der Stelle zu verweilen. Well done! Lobend erwähnen möchte ich darüber hinaus die sehr detaillierten Angaben zum Blend auf dem Backlabel! So stelle ich mir eine Standard-Rum-Abfüllung (auch, wenn er das mit nur 2.000 produzierten Flaschen streng genommen nicht ist) im Jahr 2020 vor! Da auf dem Backlabel darüber hinaus auch direkt ein paar Rezept-Ideen präsentiert wurden, probiere ich davon doch glatt mal was aus!

Bedanken möchte ich mich allerdings zuvor noch für die zu Foto- und Verkostungszwecken erhaltene Flasche, dies sei auch zum Zwecke der Transparenz an dieser Stelle gerne erwähnt. Auf meine sensorische Wahrnehmung hat dieser Prozess selbstverständlich wie immer keinerlei Auswirkungen.

Burke's - alt & neu
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Daiquiri:

  • 6,0 cl RA Burke's Single Blended Jamaica & Reunion Rum
  • 3,1 cl Limettensaft (frisch gepresst!)
  • 1,5 cl J.M. Zuckersirup

  • Im Shaker geschüttelt, in eine vorgefrostete Coupette doppelt abseihen.


Der Daiquiri ist wohl zweifellos und vollkommen unumstritten DER Klassiker für einen weißen, bzw. klaren/ungelagerten Rum! Er ist das, was der Mai Tai für einen gereiften Jamaica Rum ist. Der Signature Drink! Will ich wissen was ein klarer Rum taugt, probiere ich ihn im Daiquiri aus! Und das sage ich, obwohl der Daiquiri grundsätzlich nicht unbedingt zu meinen Lieblingsdrinks zählt.

Mit dem Burkes's bekomme ich erwartungsgemäß einen sehr kräftigen, potenten und durchaus auch anstrengenden Daiquiri, der den Rum natürlich perfekt in Szene setzt und die komplette Burke's-DNA aufweist! Hier ist nichts überflüssiges, ablenkendes, spielendes und nichts wird kaschiert. Einfach nur Rum mit etwas Limette und Zucker. Klassisch-puristisch, mit all der Hemingway Folklore und in großartiger Qualität! Aber, ich erwähnte es, darauf muss man durchaus auch Bock haben. Ich habe es bei Drinks mit ungelagerten Spirituosen tatsächlich immer lieber etwas süffiger, weswegen ich zu Long Drinks mit Fillern tendiere, aber um einen Rum wie den Burke's zu bewerten kommt man um den Daiquiri eben nicht herum!



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Mojito:

  • 5,5 cl RA Burke's Single Blended Jamaica & Reunion Rum
  • 3,0 cl Limettensaft (frisch gepresst!)
  • 1,5 cl J.M. Zuckersirup

  • Im Shaker mit ca. 8-10 Blättern Minze (vorher anklatschen!) geschüttelt, ins vorgefrostete Longdrink Glas geben und mit etwas Soda Wasser auffüllen. Anschließend mit frischen, angeklatschten Minzeblättern garnieren. 


Direkt der nächste absolute Klassiker mit ungelagertem Rum, der dem Daiquiri in puncto Kultstatus in nichts nachsteht! Und ich sagte es ja bereits, die Longdrinks sind für mich viel eher das was ich mir mit weißem Rum auch zwischendurch mal selbst zuhause zubereite und weswegen auf diesem hier und auch den beiden weiteren die noch folgen natürlich mein besonderes Augenmerk liegt! 

Im Glas erscheint der Mojito mit Burke's nahezu klar, lediglich durch Limette und Minze kommt ein leichter Grünstich hinein, den das Soda Wasser aber auch schnell wieder kaschiert. Geschmacklich merkt man dem Mojito dessen Potenz direkt an. Man sollte jungen, kantigen und geschmacksintensiven Rum schon mögen, wenn es diese Mojito Variante sein soll. Dass er ursprünglich und für gewöhnlich eher mit leichteren und auch alkoholärmeren Rums zubereitet wird hat mich allerdings nicht davon abgehalten es trotzdem zu tun und ich fühle mich darin gerade durchaus bestätigt. Das hier ist etwas vollkommen anderes als die Geschichte mit leichten, ungelagerten Rums des spanischen Stils und mir persönlich gefällt der Mojito mit einem so deutlichen Mehr an Charakter sehr viel besser! Der Alkohol haut anfangs zwar ganz schön rein, allerdings korrigieren Schmelz- und Sodawasser dann auch ziemlich schnell einiges, so dass das ganze ziemlich bald auch recht süffig wird. Wenn man nicht aufpasst, tatsächlich auch zu süffig, so dass man mit der Menge Rum am Anfang vielleicht ein wenig spielen muss. Für mich waren am Ende 5,5 bis 6 cl ideal, so hat der Mojito dann auch noch etwas Zeit sich zu entwickeln. Mit 5 cl schmeckte er vom Start weg ideal, verwässerte allerdings etwas zu schnell für meinen Geschmack. Also Obacht! Dann aber, erhält man einen wunderbar sommerlichen, herbalen, dabei aber frischen potenten "Durstlöscher"!😉 Cheers!



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Mango Mojito:

  • 5,0 cl RA Burke's Single Blended Jamaica & Reunion Rum
  • 3,0 cl Limettensaft (frisch gepresst!)
  • 1,5 cl J.M. Zuckersirup

  • Im Shaker mit ca. 8-10 Blättern Minze (vorher anklatschen!) geschüttelt, ins vorgefrostete Longdrink Glas geben und mit etwas Thomas Henry Mystic Mango auffüllen. Anschließend mit frischen, angeklatschten Minzeblättern garnieren. 

Eine Variante des Mojito die in dieser Form sicherlich nicht original von mir zum allerersten Mal gemixt wird, zu der ich aber spontan die Idee hatte, als mir im Getränkeladen das Mystic Mango von Thomas Henry ins Auge fiel, nur einen Tag, nachdem das Paket mit dem Burke's bei mir eintraf. 

Im Glas wunderbar gelb-orange leuchtend und leicht mit einer Limo zu verwechseln, bringt dieser Drink von allen vieren den Sommer wohl optisch am stärksten auf den Punkt. Und während es beim klassischen Mojito noch klüger war die Menge an Rum nicht zu reduzieren, so zeigte sich dieser Schritt bei der Variante mit dem Thomas Henry Mystic Mango als der genau richtige. Ich habe den Drink auch mit 6 cl probiert und musste feststellen, dass der Rum an der Stelle dann zu dominant auftrat. Mit 5 cl allerdings kommen Minze und Mango gleichermaßen noch gut zum Zuge, ergänzen sich mit dem Rum absolut spitze und machen aus dem Mojito nochmal etwas ganz anderes und wie ich finde ziemlich geiles! Nämlich einen richtig tollen frischen, herbalen, dabei aber auch fruchtig und leichten Sommerdrink! Durch den potenten Burke's ist aber aber auch nicht zu schwach auf der Brust und bringt sich auf diese Weise also auch geschmacklich nicht in den Verdacht, mit einer Limo verwechselt werden zu können. Mein Favorit!



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Basil Burke's:

  • 5,5 cl RA Burke's Single Blended Jamaica & Reunion Rum
  • 3,1 cl Limettensaft (frisch gepresst!)
  • 1,5 cl J.M. Zuckersirup

  • Im Shaker mit ca. 8-10 Blättern Basilikum (vorher anklatschen!) geschüttelt, ins vorgefrostete Longdrink Glas geben und mit etwas Soda Wasser auffüllen. 

Eine Longdrink-Variante des Neo-Klassikers Gin Basil Smash, nur eben mit Rum anstatt mit Gin, die ich so auch häufiger und schon seit Jahren immer wieder gerne mixe!

Optisch wartet dieser Drink mit einer kleinen Besonderheit auf, denn wenn ihr das Soda Wasser ganz vorsichtig ins Glas gebt, dann bekommt ihr eine Schichtung wie auf dem Bild rechts hin. Das sieht gut aus, allerdings solltet ihr vor dem Genuss dann na klar noch einmal umrühren.
Ein Super Drink! Sollte ich diesen Drink geschmacklich maximal kurz beschreiben, würde ich ihn wohl als die etwas frischere Variante zum Mojito bezeichnen. Das Basilikum nimmt ihm ein wenig das herbe im Vergleich zum Mojito mit Minze und bringt dafür um einiges mehr Frische mit hinein. Das Teil passt wie angegossen in den Sommer und... zum Burke's! Da dieser Drink zum Beispiel auch mit dem Hampden Rum Fire so richtig gut funktioniert hat, habe ich gleich an ihn gedacht, nachdem ich mir den Burke's etwas näher angesehen und ihn probiert habe. Und ich kann sagen, dass der Gedanke der richtige war. Auch dieser Drink hat ein wenig was von einer Limo, vielleicht sogar von allen dreien geschmacklich am meisten, aber man merkt auch ihn ab dem ersten Glas.😉 Also aufgepasst!

PS: selbstverständlich funktioniert dieser Drink auch ohne Soda Wasser, dann als direktes Pendant zum Gin Basil Smash. Das macht ihn noch einmal deutlich intensiver, holt ihn komplett weg vom Limo-Charakter und ist sicher für viele wahrscheinlich sogar der bessere Drink, aber ich fühle mich eben bei den Longdrinks am wohlsten, weshalb ich mich für diese Variante entschieden habe.



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Fazit: 

Normalerweise holt mich ungelagerter Rum nicht wirklich ab, aber diesen hier kann man tatsächlich gut daheim im Backboard stehen haben! Mit einem Preis von ca. 30,- Euro ist der Rum natürlich schon ein ganzes Stück weg vom Durchschnitt dessen, was viele wohl für einen Rum in diesem Segment ausgeben, allerdings muss man hier wirklich betonen, dass man im Umkehrschluss auch eine ganze Menge mehr dafür bekommt! Die Drinks haben durch die Bank richtig gut funktioniert und sie profitierten alle von der enormen Kraft und dem vollen, intensiven und durchdringenden Geschmack dieses Rums! Ein Vergleich zu einem dieser vielen 0815 White Rums ist da nicht möglich, bzw. er wäre unangebracht. Dominik hat hier einen Blend kreiert, aus dem wahnsinnig viel fachliche, sensorische Kompetenz spricht, mit dem wir wohl alle noch viel Freude haben dürften - und der zugleich zeigt, dass er und RA mehr sind, als reine unabhängige Abfüller! Ganz ehrlich, es macht wahnsinnig viel Spaß und Freude, deinen und euren Weg mitzuverfolgen und ein kleiner Teil dessen zu sein! ...und diese Zeilen hatte ich bereits geschrieben, bevor da gestern rund um den aktuellen TDL wieder alles eskaliert ist! :D

Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 1. September 2019

Rum Collins mit Habitation Velier Savanna HERR White

Liebe Rum Gemeinde,

der letzte der vier White Rums aus der aktuellen White High Ester Kollektion von Habitation Velier findet heute endlich seinen Weg auf BAT und in den Rum Collins: der Savanna HERR mit 62,5% vol.! 

So wie sich der Sommer seinem Ende entgegen neigt, so setzt auch diese kleine Serie an ungelagerten Rums zum Schlussspurt an. Und so wie der Sommer, so gibt auch der heutige Rum noch einmal richtig Vollgas! Seit Mai habe ich euch in jedem der Sommer-Monate einen Habitation Velier White vorgestellt und für August war ich euch dementsprechend noch einen Rum schuldig. ;-)
Anders als der <>H for Whisky Live Paris 2018, den ich als bisher letzten der High Esters hier vorgestellt hatte, ist der Savanna HERR weit weniger limitiert und so auch noch immer verfügbar. Wer sich heute am Ende meines Reviews also angefixt fühlt, der muss nicht in die Röhre gucken - ein leider viel zu selten werdender Luxus! Genau wie die anderen Whites stammt das Sample zu diesem Rum aus einer Flaschenteilung vom Freddy, der mir zum Zwecke besserer Bilder auch das Altglas überlassen hat. Wie immer gilt dir mein besonderer und herzlicher Dank!




















Der Savanna HERR ist ein Monster! Anders lässt sich das kaum beschreiben, was da passiert, wenn verschimmelte Erdbeeren, Kaugummi und Flüssigklebstoff aufeinander treffen.  Man kann das auch pur trinken, aber empfehlen würde ich das persönlich nicht. Dazu muss ich allerdings auch einwerfen, dass ich ganz grundsätzlich kein Freund des Purgenusses ungelagerter Spirituosen bin. Da fehlt mir einfach was und es ist mir auch zu unentspannt. Daher gehe ich ohne größere Umwege zum Drink über. 


Das Rezept:
  • 5 cl Habitation Velier Savanna HERR White
  • 2 cl Limettensaft
  • 1 cl Zuckersirup
  • Mit Sodawasser auffüllen. 


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Rum Collins mit Habitation Velier Savanna HERR White:

Farblich... was soll ich sagen? ;-) Es ist ein ungelagerter, farbloser Rum, gemischt mit etwas Limette und Zucker. Da gibt es farblich nahezu keine Differenzen oder gar Überraschungen zu den bisherigen Collinses.

Dafür geht der HERR geschmacklich dann vollkommen steil und na klar in eine vollkommen andere Richtung als die bisherigen High Ester Vertreter der Reihe! Eine wahnsinns Kaugummi-Note, kombiniert mit gärenden Erdbeeren, drückt dem Drink vollkommen humorlos seinen Stempel auf. Bubblegum Collins wäre hier die treffende Bezeichnung! Das ist geil, aber auch schon fast pervers! Mir fallen da, außer zu anderen Savanna Grand Aromes, auch keine Vergleiche in der Welt des R(h)ums ein, die da auch nur in die Nähe dieses Profils kämen. Vollkommen unique! Wer glaubt, Rums aus Hampden oder Caroni seien Spalter der sollte sich unbedingt mal den HERR anschauen. Diesen Stil wird man lieben oder hassen! Im Drink funktioniert der HERR auch einfach wunderbar. Der Rhum hat Kraft, ohne dabei zu alkoholisch zu sein, er ist omnipräsent, aber er lässt es zu, dass man ihn unterstützt. Und so ergänzen Limette und Süße das Profil des Rhums ganz ausgezeichnet und machen den Collins so zum perfekten Begleiter für diesen heißen Spätsommer-Nachmittag. 

Fazit: der Savanna HERR nimmt, für mich, von allen vier ungelagerten High Ester Habitation Velier mit Abstand die Spitzenposition ein! Vor allem bei den beiden Hampden kam immer wieder das Gefühl auf, dass mir das in gelagerter Form und als Mai Tai noch besser gefiele, aber hier ist das nicht der Fall. Im Gegenteil: als ich den 10 YO Savanna HERR vor einigen Jahren mal im Mai Tai versuchte musste ich feststellen, dass er seine Stärken aus dem Pur-Genuss nicht ausreichend mit in den Drink nehmen konnte. Anders der HERR White. Er bringt seine Stärken meines Erachtens erst im Collins so richtig hervor, weswegen ich hier definitiv Lust hätte, an weiteren Drinks herumzutüfteln.
Müssen wir über den Preis reden? Jein! Wie für seine drei Brüder, so gilt auch hier: meines Erachtens sind die Rums, dafür, dass sie ungelagert sind, zu teuer. Allerdings muss beim HERR berücksichtigt werden, dass der New Make wohl aus 2006 stammt und ein einmaliges Experiment seitens Savanna war. Dementsprechend ist HERR sehr rar und vor diesem Hintergrund ist der höhere Preis vielleicht nachzuvollziehen. Savanna selbst bietet ebenfalls ungelagerten HERR zu leicht günstigeren Konditionen und etwas geringerem Alkoholgehalt an, aber da ist der Preisunterschied letztlich marginal. Sollte man Savanna HERR White, als High Ester Geek, in seinem Leben mindestens einmal probiert haben? Auf jeden Fall! 

Bis demnächst,
Flo

Montag, 29. Mai 2017

Mai Tai mit Savanna HERR 10 ans Grand Arôme Millésime 2006

Liebe Rum- und Mai Tai Liebhaber,

nachdem mich das Monster Savanna HERR 10 ans Grand Arôme Millésime 2006 gestern bereits kräftig durchgeschüttelt hat, kommt heute der zweite, in diesem Monat Mai natürlich unvermeidliche, Teil: der Test im Mai Tai! 

Der Savanna HERR egalisierte doch so einiges, was ich bisher glaubte über Rum und Rhum zu wissen. High Ester Rum, krasser als auf Jamaica, auf einer kleiner französischen Insel vor Afrika? Aber ja doch! Der Geschmack von Kaugummi und verschimmelter Erdbeere in einem hochklassigen Rum? Auch das! 
Aber funktioniert all das auch genauso gut im Mai Tai? Bei Jamaicanern aus Hampden gilt ja mehr oder weniger die Faustregel: je mehr Ester der Rum hat, desto besser funktioniert er im Mai Tai. LROK: funktioniert gut. HLCF: funktioniert fantastisch! 1990, welches Mark dieses Batch auch immer trägt: funktioniert herausragend! Nach dieser Rechnung müsste der HERR also den besten Mai Tai machen, den ich bisher hatte. Aber ein Drink ist bekanntlich mehr als reine Mathematik...

Eine Kurzfassung mit den Randdaten zur Abfüllung:

Abfüller:                Rhums Savanna 
Land/Region:       La Réunion
Destillerie:            Savanna Distillery
Alter:                        10 YO (2006 - 2016)
Alkoholgehalt:   63,8% vol.



Verkostung des Mai Tais mit Savanna HERR 10 ans Grand Arôme Millésime 2006:

Milchig, gelblich, an irgendwelche Fitness-Shakes zweifelhaften Inhalts erinnernd steht dieser Mai Tai vor mir und wartet darauf getrunken zu werden.

Der erste Schluck überrascht dann aber: klar, da ist unverkennbar der HERR drin, aber der Drink zähmt ihn doch ganz ordentlich! Und zwar viel mehr, als ich das erwartet hätte. Vom HERR bleibt weniger dieses krasse, weniger Kaugummi, als man es im Vorfeld vermuten würde. Dafür kommt vor allem diese Note durch, die ich gestern im Review nicht bestimmen konnte und die ich im Verdacht habe, die Savanna Grand Arôme-typische Note zu sein. Diese Note ist es auch, die den Nachgeschmack im Mund dominiert. Ansonsten macht sich der Alkohol im Drink tatsächlich beinahe noch etwas stärker bemerkbar als er das in der puren Verkostung getan hat.
Was bisher kaum durchschien: auch dieser Drink ist imho kein wirklicher Mai Tai. Von einem solchen führt der HERR den Drink meines Erachtens dann doch etwas zu weit weg. Die übrigen Zutaten kommen zwar durch, werden vom HERR aber schon ziemlich an den Rand gedrängt. Wirklich entfalten können sie sich nicht.

Fazit: hätte ja klappen können! ;) Der Drink ist zwar gut, aber nicht nur kein Mai Tai, sondern auch nicht wirklich so herausragend, dass ich in ihm einen echten Mehrwert sehen würde. Da war mir der Rum pur um einiges lieber! Es kommt weder das wirklich extreme schön im Drink heraus, noch passt sich der Rum wirklich an. Übrig bleibt vor allem die mutmaßliche Savanna Grand Arôme Note.
Allerdings bereue ich das Experiment auch nicht, da man etwas ja ausprobieren muss, um herauszufinden, dass da nicht viel zu holen ist. Wenn Ester im Mai Tai, dann lieber aus Hampden. Die können im Drink um einiges mehr als dieser High Ester Rum aus La Réunion.

Morgen kommt hier dann der letzte Mai Tai für diesen Monat. Es wird noch einmal nach Hampden gehen.

Bis dahin,
Flo

Sonntag, 28. Mai 2017

Savanna HERR 10 ans Grand Arôme Millésime 2006

Liebe Rum Gemeinde,

nach dem 18 YO Guadeloupe von The Rum Cask findet heute ein weiterer Rum aus den französischen Überseegebieten den Weg auf Barrel Aged Thoughts: der Savanna HERR 10 ans Grand Arôme Millésime 2006 von der Insel La Réunion im Indischen Ozean. HERR? Das steht für High Ester Rum Reunion! 

Bild: Sani28 by Rum Club
Die Insel La Réunion liegt auf der Südhalbkugel im Indischen Ozean ca. 700 km östlich von Madagaskar und ca. 200 km südwestlich von Mauritius. Damit liegt die Insel von den anderen typischen R(h)um Herkunftsorten und -ländern in der Karibik so weit weg wie kaum eine andere.
La Réunion ist, wie auch Martinique und Guadeloupe, französisches Übersee-Departement und der Rhum von dort ist also auch aus der EU. Der Hauptort der Insel ist das im Norden gelegene Saint-Denis. La Réunion ist mit 2512 km² Fläche ca. so groß wie das Saarland, hat mit 835.000 Einwohnern allerdings deutlich weniger als dieses (995.000 ca.). Dennoch ist die Insel wiederum deutlich größer als Martinique und Guadeloupe. Somit wird deutlich, über welch kleine Regionen wir hier teilweise sprechen, die in der Rumproduktion aber ganz groß sind. In ihrer Geschichte änderte sich der Name der Insel mehrfach. Bis 1794 hieße die Insel Île Bourbon, dann, in Napoleonischer Zeit, Île Bonaparte, danach bis 1848 nochmals Île Bourbon und schließlich La Réunion. Klimatisch ist La Réunion als tropisch und sommerfeucht zu bezeichnen, was sich auf die Lagerung der Rums auswirkt. Weltrekorde stellt die kleine Insel in seinen Niederschlägen auf. Während der durchschnittliche Jahresniederschlag auf La Réunion 1632 mm pro m² beträgt (nirgends ist die Rate höher!), fallen in Deutschland gerade einmal 700 mm pro Jahr und m² vom Himmel.
Bild: Sani28
Die Destillerie Savanna liegt, wie der Hauptort Saint-Denis, im Norden der Insel in Saint-André. Sie wurde lt. ihres Eintrags bei Wikipedia in den Jahren 1948 bis 1950 in St. Paul von Émile Hugot konzipiert und zog im Jahr 1992 nach Saint-André um. Produziert werden unter anderem Rhums aus Melasse, sowie Zuckerrohrsaft in verschiedenen Reifegraden und Stilen. Laut dieses lesenswerten Artikels beginnt die Geschichte Savannas allerdings schon um 1870. Wer einmal das Vergnügen haben sollte die Insel zu Besuchen, der kann sich auch die Destillerie ansehen. Führungen werden angeboten.
Die heute besprochene Abfüllung, der Savanna HERR Grand Arôme, wurde am 11. Mai 2006 in der Destillerie Savanna destilliert und lagerte danach 10 Jahre dort auf La Réunion im Cognacfass #502, bis er im Mai 2016 als Originalabfüllung in Fassstärke abgefüllt wurde, rechtzeitig zum 60. Geburtstag von La Maison du Whisky, einem französischen Spirituosen-Fachgeschäft. Sein Alkoholgehalt beträgt 63,8% vol.. Dieser Grand Arôme Rhum wurde aus Melasse destilliert, nicht aus frischem Zuckerrohrsaft, wie die "einfachen" Savanna, sowie die Créol. Verkauft wird der Rhum exklusiv bei LMDW in 50 cl Flaschen. Sein Preis dort beträgt 118 Euro. Es wurden insgesamt 686 Flaschen abgefüllt. Somit müsste Savanna 343 Liter aus nur einem einzigen Fass geholt haben. Bedenkt man dann noch den Angel's Share bei tropischer Lagerung, so ist das mit herkömmlichen Fässern eigentlich kaum zu bewerkstelligen, aber das sind hier zumindest die offiziellen Angaben.

Nun muss ich gleich vor Beginn des Tastings allerdings zunächst einmal gestehen: ich hatte in meinem Leben bisher noch nie einen Rum aus der Savanna Destillerie im Glas und auch nur wenige Male überhaupt Rhum aus La Réunion, hier sämtlichst von Reviere du Mat. Ich kann über den heute verkosteten Rhum daher weder wirklich sagen ob er typisch für La Réunion ist, noch kann ich ihn in irgendeiner Weise in die Ahnenreihe von Savanna einordnen. Das muss ganz klar beim Lesen des Reviews beachtet werden und gerade Fans von Rhum Agricole könnten daher häufig mit dem Kopf schütteln. Warum ich den Rhum dann, trotz offensichtlicher Ahnungslosigkeit, hier bespreche? Ich verkoste den Tropfen nicht als Fan von Savanna oder Rhum Agricole, sondern interessiere mich für den Rhum als Liebhaber von stark esterhaltigen Jamaica Rums und eben auch nur deshalb, weil der HERR nun einmal sehr esterreich ist. Inwieweit diese Rums dann wiederum überhaupt miteinander verglichen werden können wird sich natürlich noch herausstellen, aber letzten Endes werdet ihr als Leser einzig wissen, wie ich den Rum in mein persönliches bisheriges Portfolio einordne, nicht, wie der Rhum sich im Vergleich zu seinen eigentlichen Brüdern, nämlich den anderen Rhums von Savanna, darstellt. Ab diesem Moment kann also zumindest niemand mehr behaupten, er hätte nicht gewusst, worauf der sich beim Lesen dieses Artikels eingelassen hat ;)



Verkostung Savanna HERR 10 YO La Réunion Grand Arôme 2006:


Preis: für 118 Euro kann man 0,5 Liter dieses Rums bei LMDW kaufen. 

Alter: der Rhum ist 10 Jahre alt und reifte zwischen 2006 und 2016.

Lagerung: gelagert wurde der Rhum in einem Ex-Cognacfass auf La Réunion.

Fassnummer: #502.

Angel's Share: unbekannt.

Alkoholstärke: 63,8% vol.

Destillationsverfahren: unbekannt, vermutlich Pot Still Verfahren.

Mark: HERR.

Farbe: satt goldener Bernstein. 

Viskosität: der Rhum bildet satte, fette und eher enge Schlieren, die recht zügig die Glaswand herunterlaufen. 

Nase: Wuuuuuhuuuhuuhuuuu... DAS (!) sind mal echt fette Ester! Wahnsinn! So etwas habe ich, auch wenn ich mir nie vorstellen konnte, dass das möglich ist, selbst auf Jamaica noch nie gesehen! Wie auch bei Hampden üblich war schon beim Einschenken richtig Alarm und jetzt, nach einer Stunde im abgedeckten Glas, brennt der Rum ein echtes Feuerwerk ab! Diese Nase ist zunächst einmal vollkommen unzugänglich. Ein Konglomerat aus krassen Estern, fiesen Klebstoffnoten, Arzneimitteln, vergorener Erdbeere und alkoholischen Dämpfen scheint deutlich sagen zu wollen: Unbefugten ist der Zutritt bei Androhung des Todes nicht gestattet! Anders als bei Hampden ist der Säuregehalt hier nicht so hoch. Das fällt direkt auf. Mannomann! Das ist so ziemlich das heftigste Bouquet, das ich je in einem Glas vorgefunden habe! Ein Rhum, der Urinstinkte aktiviert. Und dieser sagt gerade: "Weglaufen, nicht trinken, is' giftig!".

Nach ca. 1,5 Stunden bricht der Rhum langsam auf und man kann seine Nase auch mal ein wenig näher ans Glas führen. Jetzt steht Kaugummi im Vordergrund in der Geschmacksrichtung "Vergorene Erdbeere". Dazu kommen weiter Uhu-Klebstoff, Hustensaft und die Einflüsse des Ex-Cognac Fasses. Das ist so eine typische Note die man kennt, wenn man schon viele Plantation Rums im Glas gehabt hat. Doch während sie bei Plantation sehr ausgeprägt und durch die Zugabe von Zucker oft sehr überzeichnet ist, findet man sie hier sehr viel dezenter bzw. natürlicher und sehr schön eingebunden wieder. Sie verleiht dem Rum eine schöne Süße, die herrlich zum Kaugummi passt. Ganz hinten habe ich dann Noten, die an Jamaica erinnern. 

Gaumen: auch hier erstmal: voll in die Fre**e rein!! Das erste was ich wahrnehme ist eine sehr auffällige Süße gleich zu Beginn, die habe ich schon im Mund, da habe ich das Glas kaum angesetzt. Danach brennt der Alkohol kurz, aber nicht wirklich lange oder allzu unangenehm. Der Rhum ist für seinen Alkoholgehalt erstaunlich dünn in seiner Konsistenz, dabei aber zu 110% mundfüllend! Es kommt einem aus der Nase und aus den Ohren wieder raus. Die Zunge wird komplett überrannt. Für einen Moment denke ich, dass ich mich mal besser auf meine Urinstinkte verlassen hätte, die sich bereits in der Nase gemeldet haben, aber dafür ist es nun schon zu spät. 
Jetzt kommt die Hubba Hubba Kaugumminote noch viel, viel krasser durch als in der Nase schon. Der HERR ist ein Rhum, der ewig lange am Gaumen verbleiben möchte. Hier rennt er einen wahren Marathon ab. Es kommen immer wieder neue Facetten durch, der Rhum endet nicht. Zwischendrin habe ich hinten heraus immer mal wieder Eisbonbons. Ihr wisst schon, diese mit dem Eisbären drauf. Wer diesen HERRn zu früh herunterschluckt, der verpasst einiges! Denn wenn sich das erste Feuerwerk nach einigen Minuten gelegt hat, kommen erstmals auch herbere Noten durch. Das ist das Startsignal für die Einflüsse des Cognacfasses und der zehnjährigen Reifung. Der Rhum hat am Gaumen inzwischen eine cremige Konsistenz angenommen und verliert mehr und mehr an Kaugummi. Jetzt kommt eine Note durch, die ich nicht wirklich einordnen kann. Bei einem Jamaicaner ist das häufig die Brennerei-typische Note, weswegen das hier natürlich auch gut der typische Charakter von Grande Arome Savanna sein könnte, aber überprüfen kann ich das an dieser Stelle leider nicht. 

Abgang: Im Abgang kommen die Kaugummi-Noten nochmal wieder und vermischen sich mit Fasseinflüssen und Holznoten von frisch abgeschnittenen Ästen. Ewig lange verweilt der HERR noch im Mund und meldet sich immer mal wieder mit frisch abgeschnittenen Ästen zurück. Auch noch nach Stunden ist er präsent.

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Fazit: außergewöhnlich! In jeder Hinsicht außergewöhnlich! Das trifft es wohl am ehesten, wenn man die Eindrücke wertend aber maximal objektiv zusammenfassen möchte, die da in den letzten Stunden auf mich eingeprasselt sind. Wahnsinn! Dieser Rhum lässt sich mit nichts vergleichen, was ich bis dato je im Glas hatte. Ein Rhum, der sicherlich spaltet! Der Kundenkreis, der auf solche extremen Aromen abfährt dürfte sehr eingeschränkt sein und selbst die Esterbomben aus Jamaica sind dagegen fast massentauglich. Tja... Vergleiche. Man ist ja irgendwie immer geneigt, bewusst oder unbewusst, solche zu suchen, da unser Gehirn nun einmal in Vergleichen arbeitet, aber da ist einfach nichts. Daher ist es auch nur logisch, dass ich vielfach von Menschen gehört habe, dass sie mit diesem Rhum, bevor sie ihn genial fanden, überfordert waren. Selbst der 26 jährige The Rum Cask Hampden 1990 hat nicht diese Dichte an Estern, ist nicht wirklich ein Vergleich. Vielleicht könnte man den DOK von Hampden heranziehen, wenn gleich hier bisher noch keinerlei verkäufliche Abfüllungen existieren. Bei meinen Recherchen zu dieser Abfüllung hatte ich da aber einige vergleichende Zeilen gelesen.
Ja, da hat mich die Savanna Destillerie ganz schön überrascht. Rhum Agricole ist ja, gleich ob aus Melasse oder Zuckerrohrsaft, eigentlich so gar nicht meins, aber dieser hier hat mich total geflasht! Erkenntnis für mich: High Ester Rum? Das geht nicht nur auf britisch geprägten Inseln, bzw. in Regionen oder Ländern wie Jamaica, Fiji und Barbados, sondern auch in einem französischen Übersee-Departement. Das kommt zwar, wie schon mehrfach erwähnt, überraschend für mich, ist aber ebenso erfreulich!
Ein paar Worte in Richtung des Preises: der ist zwar mit seinen 236 Euro/Liter happig, für einen zehn jährigen Rum insbesondere, aber ob der Besonderheit der Abfüllung gerade so noch zu vertreten. Ich fand den Rhum wirklich extrem, aber sensationell gut!

Ein riesengroßes Dankeschön geht heute an Sani28 aus dem Rum Club! Er ließ mir sowohl ein Sample, als auch Bilder der Flasche dieses tollen und außergewöhnlichen Rums zukommen. Vielen Dank dafür!

Bis morgen,
Flo

Montag, 1. Mai 2017

"Mai tai roa ae!" - MAI Tai 2.0

Sehr verehrte Rum- und Mai Tai Freunde,

genau vier Jahre ist es nun her, da startete ich hier auf Barrel Aged Thoughts den ersten MAI Tai Monat Mai. Ich erklärte den gesamten Mai 2013 zum Monat des berühmten Tiki Drinks und habe hier auf BAT vor allem die vielen Artikel meines ersten Blogs, "Mai tai roa ae! - Mythos und Moderne" hochgeladen, die seinerzeit noch immer ausstanden. Damals waren dementsprechend nur wenige neue Mai Tai Reviews dabei. Einen Moment. Vor vier Jahren? Ja, ich habe auch extra nochmal alle Jahreszahlen mit dem aktuellen Kalender abgeglichen. Und es kam heraus, ja, das ist wirklich alles schon so lange her. Wahnsinn!

Dieses Jahr, das hatte ich am 12. März bereits angekündigt, rufe ich den Mai 2017 auf Barrel Aged Thoughts erneut zum Mai Tai-Monat Mai aus! 


Wie wird das dieses Jahr laufen? 

Der MAI Tai 2.0 wird so ein wenig spiegelverkehrt zum Mai 2013 verlaufen. Das heißt: sehr viele neue Reviews, die ich für euch vorbereitet habe und nur ganz vereinzelt ein paar unveröffentlichte von früher. Es werden natürlich auch einige längst vergriffene Rums dabei sein, aber auch eine Menge, die (bis dahin hoffentlich) noch verfügbar sind. Das ganze soll ja im Wesentlichen durchaus auch praktische Vorzüge für euch Leser haben.


Wie wirst du die Mai Tais mixen?

Bis auf die ganz alten Reviews oder Ausnahmen, bei denen ich dann aber individuell im Review auf die veränderte Rezeptur eingehen werde, werden alle Mai Tais mit Pierre Ferrand Orange Curacao, Meneau Orgeat, sowie simplem Zuckersirup von Monin zubereitet werden unter folgender Grundrezeptur, angelehnt an das Original von Trader Vic:


  • 6,0 cl Rum
  • 1,5 cl Pierre Ferrand Orange Curacao
  • 1,0 cl Meneau Orgeat
  • 0,5 cl Zuckersirup
  • 3,0 cl Limettensaft


Allerdings bitte ich zu beachten, dass dieses Rezept lediglich eine grobe Orientierung darstellt, mit der ich persönlich sehr gut fahre. Es ist aber jede Limette z.B. anders und auch die eigene Tagesform kann sich auf das Balance-Empfinden von Süße zu Säure auswirken. Daher kann es natürlich Abweichungen geben, die ich dann im Vorfeld selbstverständlich auch korrigiere. Die Rezeptur ist weder für mich ein Dogma, noch sollte sie das für irgendjemanden sonst sein. Wenn ihr den Mai Tai süßer oder saurer mögt, stärker oder weniger stark, dann wandelt ihr das Rezept natürlich dahingehend ab. Es geht nicht darum, sich stur an ein Rezept zu klammern, sondern darum, dass euch die Drinks schmecken.
An jedem Sonntag wird euch darüber hinaus, wie beim letzten Mal vor vier Jahren auch, eine Pur-Verkostung erwarten, jeweils mit einem tollen Rum, der dann einen Tag später auch im Mai Tai verkostet wird.


Auf was dürfen wir als Leser besonders gespannt sein?

Als besonderen, vielleicht auch leicht zweifelhaften, Leckerbissen werde ich gleich morgen zu Beginn mein allererstes Mai Tai Review überhaupt hier hochladen, welches ich im Juli 2011 verfasst habe. Nostalgie pur und so ein wenig Belustigung zur Einstimmung in diesen feucht-fröhlichen Monat. Was das für einer war? Verrate ich noch nicht ;) Aber: alle Zutaten dazu, inklusive der Rums, sind auch heute noch verfügbar!
Darüber hinaus werden aber auch ein paar echte Kracher-Rums kommen, die in den letzten Monaten viel Aufmerksamkeit für sich verbuchen konnten. Der The Rum Cask Hampden 26 YO Jamaica Rum 1990 sei hier nur beispielhaft als einer davon genannt. Das wird sehr groß werden!


Flo! Das klingt alles super, aber ca. 25 Mai Tais in einem Monat... man kann es auch übertreiben!

Völlig richtig! Deshalb habe ich diesen Monat auch von langer Hand geplant und viele der neuen Reviews sind nach und nach entstanden und damit bereits fertig. Davon abgesehen darf ich mich nicht zuletzt auch darüber freuen, im Laufe des Monats hier noch zwei Gäste auf meinem Blog begrüßen zu dürfen, die auch jeweils einen Mai Tai für euch besprechen werden. Wer hier in den letzten Tagen und Wochen aufmerksam gelesen hat, der hat vermutlich auch schon eine Vorstellung, um wen es sich dabei handeln wird.
Dieser Monat, um darauf noch einmal kurz zurückzukommen, ist für mich also gesundheitlich vollkommen unbedenklich. Alkohol soll und muss in Maßen getrunken werden, das möchte ich euch Lesern vermitteln und dieser Monat steht dazu nicht im Widerspruch. Das ist mir, für mich und für euch, auch sehr wichtig!

Mit diesen Worten wünsche ich euch nun noch einen schönen 1. Mai!

Bis morgen zum ersten Drink
Flo