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Sonntag, 19. August 2018

Demerara & CoffeeTonic

Liebe Rum Gemeinde,

heute möchte ich euch einen Drink vorstellen, der meines Erachtens perfekt zu einem richtig heißen und drückenden Sommer passt, wie wir ihn in diesem Jahr erleben dürfen: den Demerara & Coffee Tonic!

Ja, klingt auf jeden Fall erstmal ungewöhnlich und das ist der Drink auch! Angefangen hat eigentlich alles damit, dass ich -meine Frau wird bereits mit den Augen rollen, wenn sie das hier liest- die Angewohnheit pflege, beim Einkaufen immer auch einen Blick in die Getränkeabteilung meines örtlichen und gut sortierten Supermarktes zu werfen und zu schauen, was dieser eventuell neu im Sortiment führt. Dabei fiel mir schon vor einigen Monaten ein neues Coffee Tonic Water von Thomas Henry ins Auge. Und ja, das war natürlich ein böses Foul an mir, denn je ungewöhnlicher und merkwürdiger etwas klingt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ich nicht widerstehen kann und die Flasche erst einmal einpacke um dann später zu schauen, was ich damit vielleicht einmal anfangen kann (hier steht übrigens auch noch eine Limonade auf Algenbasis, die auf einen Verwendungszweck wartet) - so geschehen auch beim Coffee Tonic. Dann passierte erst einmal eine ganze Weile gar nichts, bis mein ehemaliger Blogpartner Leo (seine Artikel findet ihr noch immer hier auf diesem Blog!) plötzlich postete, dass er sich einen Longdrink zubereitet habe, welcher aus Demerara Rum und eben diesem Coffee Tonic bestehee und dass ihn das Ergebnis durchaus überzeuge. Mir fiel natürlich blitzartig mein eigenes Fläschchen im Kühlschrank wieder ein und so machte ich mich daran, auf der Grundlage von Leos Idee einen Drink zu bauen. Auch ich verwendete eben jenen Demerara Rum, einen Duncan Taylor Demerara Rum 10 YO Diamond 2003 mit 56,7% vol., da ich ihn mir ebenfalls gut dazu vorstellen konnte. Um noch ein wenig mehr Komplexität in den Drink zu bekommen, beschloss ich, der Rezeptur auch noch etwas Orgeat und Limettensaft beizugeben, da mir das im Allgemeinen immer noch ein wenig mehr zusagt, als reine Basis + Filler Drinks. Das Ergebnis? Lest selbst! :-)


Das Rezept*:

  • 5,50 cl Duncan Taylor Demerara Rum 10 YO Diamond 2003
  • 1,50 cl Limettensaft
  • 0,75 cl Meneau Orgeat
  • 12,0 cl Thomas Henry Coffee Tonic

Gebaut im Longdrink-Glas. 









Im Glas wirkt der Drink zunächst einmal wie ein Eistee, oder aber, wenn man einen klassischen Drink als Vergleich heranziehen möchte, wie z.B. ein Mint Julep. Hellbraun, vielleicht sogar noch ins Orange gehend und wunderbar leuchtend.

Geschmacklich ist der Demerara & Coffee Tonic dann hingegen zunächst schwer zu beschreiben. Ich finde ihn, für die doch vergleichsweise eher simple Zusammenstellung der Rezeptur, erstaunlich vielschichtig und komplex. Die Hinzunahme von Orgeat und Limettensaft zahlt sich meines Erachtens spürbar aus! Der Rum als Basis passt hier charakterlich überaus gut, da hat Leo eine hervorragende Wahl getroffen. Er kommt durch, prägt den Drink in seinem Basis-Charakter, drängt sich dabei aber nicht auf und harmoniert wunderbar mit den Kaffeearomen des Tonic. Letztere sind im Drink sehr präsent, versprühen dabei aber trotzdem immer noch etwas eher subtiles. Die Gesamtkonzeption ist daher einfach stimmig und der Drink passt perfekt an warmen Tagen im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon. 

Fazit: das ist Sommer! Vielen Dank, Leo, für die super Anregung zu diesem unkonventionellen aber dafür umso herrlicheren Drink, ohne die das Fläschchen vielleicht noch sehr viel länger in meinem Kühlschrank gelegen hätte. Nun muss ich nur noch etwas finden, was zur Alge passt ;-)
Vom Coffee Tonic werde ich mir nun noch ein paar Fläschchen besorgen und das ganze auch mal noch mit anderen Rums probieren. Monymusk z.B. könnte ebenfalls gut passen, aber das wird sich zeigen. Zunächst einmal empfehle ich euch allen, es in einer solchen oder einer ähnlichen Konstellation zu probieren, zumindest wenn ihr Kaffeearomen nicht im Grundsatz schon abgeneigt seid. Dann könnte der Drink nämlich auch euch begeistern! 

In diesem Sinne: Cheers, und ein schönes Wochenende!

*die Balance aus Süße und Säure ist selbstverständlich individuell anzupassen und meine Maßeinheiten sind daher in erster Linie als grober Richtwert zu verstehen


Montag, 1. Mai 2017

"Mai tai roa ae!" - MAI Tai 2.0

Sehr verehrte Rum- und Mai Tai Freunde,

genau vier Jahre ist es nun her, da startete ich hier auf Barrel Aged Thoughts den ersten MAI Tai Monat Mai. Ich erklärte den gesamten Mai 2013 zum Monat des berühmten Tiki Drinks und habe hier auf BAT vor allem die vielen Artikel meines ersten Blogs, "Mai tai roa ae! - Mythos und Moderne" hochgeladen, die seinerzeit noch immer ausstanden. Damals waren dementsprechend nur wenige neue Mai Tai Reviews dabei. Einen Moment. Vor vier Jahren? Ja, ich habe auch extra nochmal alle Jahreszahlen mit dem aktuellen Kalender abgeglichen. Und es kam heraus, ja, das ist wirklich alles schon so lange her. Wahnsinn!

Dieses Jahr, das hatte ich am 12. März bereits angekündigt, rufe ich den Mai 2017 auf Barrel Aged Thoughts erneut zum Mai Tai-Monat Mai aus! 


Wie wird das dieses Jahr laufen? 

Der MAI Tai 2.0 wird so ein wenig spiegelverkehrt zum Mai 2013 verlaufen. Das heißt: sehr viele neue Reviews, die ich für euch vorbereitet habe und nur ganz vereinzelt ein paar unveröffentlichte von früher. Es werden natürlich auch einige längst vergriffene Rums dabei sein, aber auch eine Menge, die (bis dahin hoffentlich) noch verfügbar sind. Das ganze soll ja im Wesentlichen durchaus auch praktische Vorzüge für euch Leser haben.


Wie wirst du die Mai Tais mixen?

Bis auf die ganz alten Reviews oder Ausnahmen, bei denen ich dann aber individuell im Review auf die veränderte Rezeptur eingehen werde, werden alle Mai Tais mit Pierre Ferrand Orange Curacao, Meneau Orgeat, sowie simplem Zuckersirup von Monin zubereitet werden unter folgender Grundrezeptur, angelehnt an das Original von Trader Vic:


  • 6,0 cl Rum
  • 1,5 cl Pierre Ferrand Orange Curacao
  • 1,0 cl Meneau Orgeat
  • 0,5 cl Zuckersirup
  • 3,0 cl Limettensaft


Allerdings bitte ich zu beachten, dass dieses Rezept lediglich eine grobe Orientierung darstellt, mit der ich persönlich sehr gut fahre. Es ist aber jede Limette z.B. anders und auch die eigene Tagesform kann sich auf das Balance-Empfinden von Süße zu Säure auswirken. Daher kann es natürlich Abweichungen geben, die ich dann im Vorfeld selbstverständlich auch korrigiere. Die Rezeptur ist weder für mich ein Dogma, noch sollte sie das für irgendjemanden sonst sein. Wenn ihr den Mai Tai süßer oder saurer mögt, stärker oder weniger stark, dann wandelt ihr das Rezept natürlich dahingehend ab. Es geht nicht darum, sich stur an ein Rezept zu klammern, sondern darum, dass euch die Drinks schmecken.
An jedem Sonntag wird euch darüber hinaus, wie beim letzten Mal vor vier Jahren auch, eine Pur-Verkostung erwarten, jeweils mit einem tollen Rum, der dann einen Tag später auch im Mai Tai verkostet wird.


Auf was dürfen wir als Leser besonders gespannt sein?

Als besonderen, vielleicht auch leicht zweifelhaften, Leckerbissen werde ich gleich morgen zu Beginn mein allererstes Mai Tai Review überhaupt hier hochladen, welches ich im Juli 2011 verfasst habe. Nostalgie pur und so ein wenig Belustigung zur Einstimmung in diesen feucht-fröhlichen Monat. Was das für einer war? Verrate ich noch nicht ;) Aber: alle Zutaten dazu, inklusive der Rums, sind auch heute noch verfügbar!
Darüber hinaus werden aber auch ein paar echte Kracher-Rums kommen, die in den letzten Monaten viel Aufmerksamkeit für sich verbuchen konnten. Der The Rum Cask Hampden 26 YO Jamaica Rum 1990 sei hier nur beispielhaft als einer davon genannt. Das wird sehr groß werden!


Flo! Das klingt alles super, aber ca. 25 Mai Tais in einem Monat... man kann es auch übertreiben!

Völlig richtig! Deshalb habe ich diesen Monat auch von langer Hand geplant und viele der neuen Reviews sind nach und nach entstanden und damit bereits fertig. Davon abgesehen darf ich mich nicht zuletzt auch darüber freuen, im Laufe des Monats hier noch zwei Gäste auf meinem Blog begrüßen zu dürfen, die auch jeweils einen Mai Tai für euch besprechen werden. Wer hier in den letzten Tagen und Wochen aufmerksam gelesen hat, der hat vermutlich auch schon eine Vorstellung, um wen es sich dabei handeln wird.
Dieser Monat, um darauf noch einmal kurz zurückzukommen, ist für mich also gesundheitlich vollkommen unbedenklich. Alkohol soll und muss in Maßen getrunken werden, das möchte ich euch Lesern vermitteln und dieser Monat steht dazu nicht im Widerspruch. Das ist mir, für mich und für euch, auch sehr wichtig!

Mit diesen Worten wünsche ich euch nun noch einen schönen 1. Mai!

Bis morgen zum ersten Drink
Flo



Freitag, 31. Mai 2013

MAI Tai - La Grande Finale

Liebe Rum Gemeinde!

Geschafft!

Der Mai verabschiedet sich in diesen Stunden mit einem herrlichen Frühsommer-Tag und hier auf Barrel Aged Thoughts heißt es heute: La Grande Finale!

Ich möchte den Tag dazu nutzen, ein kleines Fazit des MAI Tai Monats zu ziehen. Welche Mai Tais haben mich besonders überzeugt? 25 MAI Tais liegen hinter mir, neun davon habe ich mit den aktuell für mich besten Zutaten neu gemixt.
Wer schon auf Mai tai roa ae regelmäßig mitgelesen hat, der wird bemerkt haben, dass ich die Drinks, anders als früher, nicht in Punkten bewertet hatte; bis jetzt ;) Denn das wird heute nachgeholt. Showdown! Wie gewohnt werden Punkte von 1 (mies) bis 10 ("Mai tai roa ae!") vergeben, wobei es auch halbe Punkte gibt. Let's go!

10 Punkte Mai Tais:

- Duncan Taylor Hampden Jamaica Rum 22 YO ('90 - 12) (nicht diesen Monat getestet)



9,5 Punkte Mai Tais:




9 Punkte Mai Tais:




8,5 Punkte:




8 Punkte Mai Tais:




7,5 Punkte Mai Tais:




7 Punkte Mai Tais:




Außer Bewertung:

- Cadenhead's Cask Strength St. Lucian Rum SLJD from St. Lucia Distillers 9 YO ('99 - '08) (da keine Vergleichbarkeit)

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Fazit: es gibt viele Sieger und kaum Verlierer. Klar, die Vorauswahl war getroffen, aber wie man beim LPS Long Pond Rum 1st Release gesehen hat, wurde nicht jeder Mai Tai durch die neuen Zutaten, Pierre Ferrand Orange Curacao und Meneau Orgeat, auch besser. War mir der Rum beim ersten Tasting damals zu dominant, so ging er nun mit den aktuellen Zutaten fast unter. Schade!
Davon abgesehen, haben mich aber fast alle Mai Tais begeistert, auch wenn einige wenige (genannt sei in diesem Fall explizit der Appleton 21) das Geld, trotz dessen, dass die Qualität und das Ergebnis stimmen, nicht wert sind.
Meine Preis-Leistungssieger heißen Robinson Cask Smooth 55 und LPS Long Pond 2nd Release. Leider ist letzterer nicht mehr verfügbar, weswegen ich hier den Robinson besonders herausstellen möchte. Dieser macht einen 8-Punkte-Mai Tai für unter 20 Euro, das ist in meinen Augen nicht zu toppen, grandios! Schade, dass er nicht die Bekanntheit und das Image innehat, welches er verdient!
Hab ich etwas vergessen? Ja: wenn Geld keine Rolle spielt, dann macht man mit Duncan Taylor Jamaica Rum 22 YO ('90 - '12) nicht viel verkehrt. Herausragender Rum für viel Geld. Allerdings stimmt hier das Preis-Leistungsverhältnis, im Gegensatz zum Appleton Estate 21. Der ist sein Geld wirklich wert.

Was bleibt mir zu sagen?

Ich freue mich, dass das Interesse an den alten und neuen Mai Tais so groß war! Viele haben die Entwicklung des MAI Tai Monats täglich verfolgt und ich kann an dieser Stelle versprechen, dass weitere Mai Tais folgen werden, wenn neue Rums herauskommen, die sich dazu eignen den Drink zu mixen.

Im Juni geht es nun wieder mit den Rum Reviews weiter und wir hoffen, dass ihr dabei bleibt :)

Bis demnächst und einen schönen Juni,
Flo & das Barrel Aged Thoughts-Team

Freitag, 24. Mai 2013

Cadenhead's Jamaica Hampden JMLR 8 YO (2000 - 2008)

Liebe Rum Gemeinde,

heute gibt es einen Mai Tai, von dem ich im September 2011 schon begeistert war, und das, obwohl ich ihn damals noch mit Giffard Orgeat und Marie Brizard Curacao gemacht habe. Während letzteres nicht so sehr ins Gewicht fällt, ist das Orgeat aber definitiv eine klare Schwächung. Heute gibt's den Drink daher mit den Zutaten von 2013: Pierre Ferrand Orange Curacao und Meneau Orgeat! Ich bin gespannt...

Kurz zum Rum: der Cadenhead JMLR 8 YO wurde im Jahr 2000 destilliert und 2008 mit einem Alkoholgehalt von 63,2% vol. in Schottland abgefüllt, in jenem Land also, in dem er die Jahre zuvor auch lagerte. Es handelt sich dabei um eine Einzelfassabfüllung mit beschränkter Verfügbarkeit. War der Rum bis vor einem halben Jahr noch gut verfügbar, so muss man ihn inzwischen doch suchen. Er wurde in der Cadenhead Range von seinem 12 Jahre alten Bruder abgelöst, der hier ebenfalls schon besprochen wurde.


Mai Tai mit Cadenhead's Cask Strength Jamaica JMLR Hampden Distillery 8 YO:

Zum Drink selbst: wie z.B. beim Robinson Cask Smooth 55 oder beim Berry Bros. & Rudd. Hampden 1990 fällt seine sehr helle Färbung sofort auf, der Drink ist ein wenig heller als das verwendete Meneau Orgeat, der Rum selbst hat eine strohige Farbe, aber noch leicht intensiver als die des Robinson oder des BBR, aber die nehmen sich nicht viel.


Mai Tai mit Cadenhead Jamaica Hampden JMLR 8 YO
Es folgt der erste Schluck. Und hier bin ich zunächst einmal überrascht! Da hatte ich, vor allem damals bei der Erstverkostung, deutlich mehr Feuer und alkoholische Schärfe erwartet, der Rum kommt mit stolzen 63,2% vol. um die Ecke, ist aber total smooth und trotzdem sehr präsent. Der Drink ist sofort angenehm trinkbar, schmeckt ausgezeichnet. Hampden Flavour in Pot Still Manier kommt herrlich durch und die übrigen Zutaten des Drink harmonieren super mit dem Hampden 8 YO und rücken ihn so in ein ausgesprochen schönes Licht, umgarnen ihn regelrecht. Eine sehr fruchtig, erdige Mai Tai Variante. Diese Kombination funktioniert fantastisch, der Mai Tai ist absolut ausballanciert und dem Smith & Cross Mai Tai z.B. absolut überlegen.

Fazit: hier habe ich es wirklich mit einem grandiosen Mai Tai zu tun! Ist dieser Rum das wert? Nicht um ihn als Standard Mai Tai festzusetzen, da können zu viele günstigere zu viel, wohl aber, um sich ab und zu etwas besonderes zu gönnen. Sehr schön sieht man hier, dass es eben nicht 50 Euro sein müssen, es aber sein können. Man bekommt viel geboten und wird nicht enttäuscht, ich war jedenfalls sehr zufrieden! Wäre der Preis nicht, dann würde ich hier eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, so aber sollte man sich zwei mal überlegen hier zu investieren, denn es wird zwar mehr, aber nicht ganze Welten mehr geboten, als für 20 bis 25 Euro, das zumindest finde ich.

Bis Morgen,
Flo

Donnerstag, 2. Mai 2013

Meneau Orgeat

Werte Rum Gemeinde,

heute geht's los, heute findet das erste Mai Tai Tasting zurück auf den Blog. Es geht dabei um das Orgeat von Meneau, mit welchem ich seit ca. 1,5 Jahren standardmäßig meine Mai Tais mixe. 
Die allerersten Mai Tais habe ich mit Monin Mandelsirup gemacht, bevor ich dann doch recht schnell auf Giffard umgestiegen bin und damit bisher auch, mit kleineren Einschränkungen, wie das erschwerte Finden der Ballance, zufrieden war. Mit Leo zusammen testete ich im Rahmen seines Besuchs das Orgeat von Meneau.

Meneau Orgeat
Meneau Orgeat ist in Deutschland leider sehr schwer zu bekommen. Die derzeit einzige deutsche Quelle dafür ist gourmemaison.de.
Der Kostenpunkt für dieses Orgeat beträgt knapp 16 Euro/Liter, verkauft wird es in 0,5 Liter Flaschen. Das ist viel Geld für einen Sirup und wir werden sehen, ob es sich lohnt, hier zu investieren.

Zunächst haben Leo und ich tatsächlich ein paar Tropfen pur gegeneinander probiert. Hier zeigte sich, dass das Meneau deutlich feiner, schöner und sehr floraler, einfach stimmiger schmeckte, das Giffard war dagegen ein einziger Block Marzipan. Dieser Punkt geht ganz klar an Meneau!

Als nächstes sollte sich das Orgeat von Meneau, wie sollte es anders sein, im Mai Tai beweisen. Hierzu wählten wir den damals bis dahin am besten bewerteten und gleichzeitig gut erhältlichen Rum im Testfeld, den Cadenhead's Cask Strength JMLR from Hampden Distillery 8 YO.

Vorweg fiel uns auf, als wir das Süß-Sauer-Verhältnis abstimmten, dass man vom Orgeat, je nach Rum, gut 0,75 bis 1,0 cl nehmen konnte, wobei der Zucker dann etwas reduziert wird. Im Falle des Mai Tais mit JMLR war 1 cl genau richtig, mit Appleton Estate Extra z.B. würde ich nicht mehr als 0,75 cl nehmen.

Der Drink steht nun vor uns. Schon beim ersten probieren fällt der Unterschied deutlich auf. Während beim Giffard die Mandelnote im Vergleich entweder fast zu sehr oder zu wenig da war (die Ballance ist beim Giffard extrem schwer zu finden, das Ergebnis nur bei Gelingen gut), bindet sie sich in diesem Mai Tai mit Meneau deutlich leichter, schöner und eleganter in den Drink ein, auch wenn man ein wenig mehr nimmt. Die Ballance stellt einen vor deutlich weniger Herausforderungen. Das macht vieles einfacher und weiß zu gefallen!

Fazit: die Preisdifferenz ist beträchtlich, der Mehrwert ist es aber auch! Schade, dass man dieses Orgeat so verdammt schlecht in Deutschland bekommt. Die Verfügbarkeit drängt den einen oder anderen so leider zum Giffard oder zum selbstherstellen. Leos und meine Empfehlung geht klar zum Meneau, es ist sein Geld absolut wert! Es lässt Giffard und Monin weit hinter sich.

Ich hoffe, wir konnten mit diesem Test neue Anregungen geben oder schon vorhandene Erkenntnisse untermauern;) 

Viel Spaß beim nachmixen und bis Morgen,
Flo