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Sonntag, 22. November 2020

Flensburg Rum Company Jamaica Rum 21 YO Monymusk 1999

Liebe Rum Gemeinde,

das in jeder Hinsicht unfassbare Jahr 2020 neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen, aber die unabhängigen Rum-Abfüller liefern einfach weiter! Und so bringen uns Old Man Spirits zum Jahresabschluss und mit ihrer siebten regulären Abfüllung unter dem Label "Flensburg Rum Company" nochmal einen 21 Jahre alten Monymusk aus dem Jahr 1999! 



Kontinental gereifter Monymusk, ein Estergehalt von 164 gr/hlpa... Die reinen Randdaten allein, so könnte ich mir gut vorstellen, wirken auf den einen oder anderen schon etwas fortgeschritteneren Connaisseur zunächst einmal eher abschreckend, zumindest auf den ersten Blick. Und in der Tat, unter diesen Vorzeichen und bei näherer Betrachtung gab es in der Vergangenheit tatsächlich nicht so sonderlich viele Rums aus Monymusk, die die Rum Gemeinde wirklich verzückt hätten. Klar, es gibt ein paar ganz, ganz wenige eingefleischte Fans der Destillerie und es gab auch vor ca. 20 Jahren mal die alten Rums von Bristol Spirits (die heute aber kaum noch einer kennt, weil sie sehr selten geworden sind), aber der große Wurf war eher selten dabei. Selbst die meines Erachtens sehr gute Supreme Lord VIII Abfüllung von Rum Nation läuft bei den meisten unter dem Radar und ist auch nach vier Jahren auf dem Markt noch immer problemlos erhältlich. 

Was also hat dieser Monymusk, dass ich ihm meine Aufmerksamkeit widme? Nun, ähnlich wie beim FRC 29 YO KFM 1991 beginnt diese Geschichte im Februar 2020, also vor ziemlich genau einem dreiviertel Jahr. Als Falk damals, die Main Samples im Gepäck, bei mir zum Tasten war und wir die Rums alle durchprobierten um zu schauen, welche davon sich zur Abfüllung eigneten, flog der Monymusk bei mir noch unter dem Radar - aus allen eben genannten Gründen. Der einzige Grund aus dem ich damals überhaupt nur vorgeschlagen hatte dieses Sample bei Main zur Ansicht mit zu bestellen war das reine Alter des Rums von damals 20,5 Jahren. In diesem Alter gab es in der jüngeren Vergangenheit nämlich nicht viel von Monymusk auf dem Markt, fast alle Rums waren mindestens aus 2003 oder jünger. Und wenn es eine Brennerei gibt, bei denen die lange kontinental gereiften Vertreter den eher jungen Rums meines Erachtens grundsätzlich und meilenweit überlegen sind, dann ist es eben jene. Also schlug ich vor, dass wir uns auch diesen Tropfen mal genauer ansehen sollten, wenn gleich mein Hauptaugenmerk doch sehr klar und eindeutig dem KFM galt. Nun, als die Samples dann da waren und Falk bei mir einkehrte, hatte er natürlich auch den Monymusk dabei. Anders als erwartet gefiel er mir auf Anhieb auch richtig gut und mich faszinierte vor allem, wie komplett der einfach daher kam. Weich und rund aber nicht weichgespült, nicht anstrengend aber doch komplex und gar nicht anspruchslos. Richtig leckerer Stoff einfach, mit Erinnerungen an die alten Bristols aus den 1970er Jahren, aber durch den höheren Alkoholgehalt deutlich besser meines Erachtens! Und tatsächlich war der Jahrgang 1999 von Monymusk jetzt noch eher selten vertreten, so dass der Rum schon so etwas wie ein kleiner Geheimtipp sein dürfte. Kurz: ich gab den Jungs deutlich zu verstehen, dass ich mich persönlich wahnsinnig freuen würde, wenn nicht nur der KFM, sondern auch dieses Fass mit auf dem Einkaufszettel landen würde und das tat er dann letztlich auch. So, und vielmehr möchte ich da vor der Verkostung nun daher auch gar nicht mehr verraten sondern einfach loslegen! 

Aus Gründen der Transparenz sei an dieser Stelle aber noch erwähnt, dass ich ein Sample zur Verkostung sowie eine Flasche dieses Rums gratis erhielt. Auf meinen Geschmack und die Bewertung hat dies selbstverständlich aber keinen Einfluss. 



Verkostung des Flensburg Rum Company Jamaica Rum 21 YO Monymusk 1999:

Preis: die unverbindliche Preisempfehlung für den Monymusk wird bei 144,90€ liegen und der Rum voraussichtlich gegen Ende der 48. Kalenderwoche zu beziehen sein. 

Alter: von September 1999 bis Oktober 2020 lag der Rum insgesamt 21 Jahre im Fass. 

Lagerung: der Rum lagerte während der gesamten Zeit seiner Reifung in Europa. 

Fassnummer: Fass #3 ergab 257 durchnummerierte Flaschen a 0,7 Liter.

Angel's Share: unbekannt, ich vermute aber einen Anteil von ca.  15-25%.

Alkoholstärke: der Rum kommt in Fassstärke daher und weist einen Alkoholgehalt von 56,2% vol. auf. 

Destillationsverfahren: Pot Still.

Mark: unbekannt, ich vermute geschmacklich allerdings, dass es sich um das Mark EMB handelt.

Farbe: kräftiges, goldenes Stroh

Viskosität: der Rum bildet fette, eher weite und parallel verlaufende Schlieren an der Glaswand und fließt zügig hinab, zurück ins Glas. 

Nase:
 aah, eine einerseits kräftige, dabei aber dennoch auch filigrane und auf jeden Fall aber ausdrucksstarke Nase, die schon ziemlich deutlich nach Jamaica geht, zumindest wenn man diese Art von Jamaica Rum auch kennt; denn der Rum ist definitiv keine Ester-Bombe und es kommt auch kein Rum-Topf Feeling auf. Dafür habe ich aber sehr klare Erinnerungen an den Appleton 1999 von neulich, mit dem Unterschied jedoch, dass mir dieser Style hier wesentlich besser gefällt, und auch an alte Long Ponds aus den 1980s! Alkoholische Schärfe ist fast gar nicht vorhanden und der Rum macht für sein Alter auch sehr schnell auf, wie ich finde, so dass sein Bouquet nicht lange gesucht werden muss. Dort habe ich dann etwas sehr nussiges, wie ich es eben ganz charakteristisch von den alten Long Ponds in diesem Alter noch kenne, dazu viele vegetale, grasige Einflüsse, eine Spur Bourbon Vanille, zarte Rauchnoten, ganz hinten und eher dezent auch gegrillte Ananas und Anis. Dazu kommt eine schöne Note vom Holz, welches der Rum definitiv nicht leugnen kann, und das gefällt mir besonders gut, denn gerade daran scheitern einige der kontinental gereiften Vertreter in diesem Alter auch gerne mal und dann finde ich es doch schade, wenn 20 YO+ Rums den Eindruck vermitteln, sie könnten auch erst halb so alt sein. Diesem Verdacht sieht sich der FRC Monymusk 1999 ganz ausdrücklich nicht ausgesetzt!

Gaumen: Lecker! Bereits mit dem ersten Schluck fällt direkt auf, dass die 56,2% vol. hier genau passen! Der Rum hat einen tollen, voluminösen Körper und kommt dabei richtig weich und smooth daher - optimum strength! Der Alkohol ist perfekt eingebunden! Der Rum liegt schön ölig auf der Zunge, ist angenehm mundfüllend und wird im Verlauf dann immer cremiger. Ich habe starke, präsente Aromen von Nuss am Gaumen, dazu vegetale Noten, viel, viiiiel Anis und auch leichte gegrillte Ananas und dazu Birne, sowie ganz dezent Orange. Dazu gesellen sich Vanille und in geradezu perfekter Dosierung die Tannine und Einflüsse vom Holz! Erneut kommen Erinnerungen an frühere Bristol Monymusk aus den 1970s, Long Ponds aus 1986 und Veliers/Appletons 1999er Abfüllung auf (aber wiederum positiv). Das ist einfach ein richtig leckerer, intensiver Rum voller Tiefe und Komplexität! Eine feine Süße, die zu Beginn noch da ist, schlägt mit zunehmender Verweildauer am Gaumen in Trockenheit um und signalisiert, dass es Zeit für ihn ist zu gehen. 

Abgang: kein ewig langes Finish, aber er bleibt eine Weile. Ich habe noch Anis, frisch geschnittenes Geäst, leichte Macadamia, das ganze trockener und leicht (angenehm) bitter werdend. Sehr schön!

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Fazit:
 ich hatte es ja oben schon mehr oder weniger angeteasert, aber das ist für mich tatsächlich ein nahezu kompletter Rum, der mich noch dazu sehr an eines der schönsten Kapitel meiner Rum-Zeit überhaupt erinnert, nämlich an die alten Stile Jamaicas aus den 1970s und 1980s! Damals, um das Jahr 2011, waren diese für mich das absolute non plus ultra, meine uneingeschränkten Favoriten. Nun, die Zeiten haben sich ein wenig gewandelt und mit ihnen mein Geschmack und so sehe ich heute durchaus doch so einige Styles über diesen Rums, aber dennoch rangieren sie bei mir natürlich noch immer sehr weit oben. Und genau dort, also sehr weit oben, würde ich auch diesen Rum ansiedeln. Nicht in der absoluten Spitze und den letzten 5%, das wäre doch zu hoch gegriffen, aber eben knapp darunter. Und angesichts diesen Tropfens muss ich sogar sagen, dass es in mir einmal mehr die große Frage aufwirft, wie gut all die alten Rums von Bristol u.a. hätten sein können, wenn sie nicht so extrem verdünnt worden wären. Man weiß es nicht und wir werden es nie erfahren, aber ich könnte mir vorstellen, dass es arg in die Richtung meines heutigen Rums im Glas gegangen wäre. Und viel mehr Lob geht dann auch schon kaum noch. Im Hinblick auf den Preis würde ich sagen, dass dieser für einen 21 Jahre alten Jamaica Rum und vor allem die hier gebotene Qualität mehr als angemessen, für viele Connaisseure aber vielleicht auch schon hart an der Grenze dessen ist, was sie für diesen Typ Rum bereit sind auszugeben. Denn auch wenn ich diesen Monymusk schon sehr viel besser finde als alles was sonst an kontinental gereiften Monymusk so rumläuft, so bleibt es eben ein Monymusk und diese haben es am Markt traditionell schwerer als Hampden oder Long Pond. Wer aber z.B. mit den Bristols oder den alten Long Ponds damals durchaus etwas anfangen konnte, der wird die deutlich gesteigerte Intensität durch den höheren Alkoholgehalt lieben, kann hier nicht viel falsch machen und auch eigentlich bedenkenlos zuschlagen - allerdings auch nur dann. Denn wer eigentlich eher auf die Dampfwalzen abfährt und trotz gegenteiliger Darstellung in meiner Review noch immer die Rest-Hoffnung hegt bei diesem Rum eine solche zu bekommen, der sollte auf jeden Fall erstmal zu einem Sample greifen. 

-91/100-


Bis demnächst
Flo

Sonntag, 4. Oktober 2020

Flensburg Rum Company KFM Demerara Rum 29 YO Enmore/Versailles 1991

Liebe Rum Gemeinde!

auf den heutigen Tag und den Rum, den ich euch vorstellen möchte habe ich mich schon lange gefreut, schon seit Februar diesen Jahres um genau zu sein, als ich ihn bei einer Fassverkostung erstmals im Glas hatte. Die Rede ist von KFM Demerara Rum aus dem legendären 1991er Batch!


Das Jahr 2020, ich glaube das kann man schon jetzt mehr als festhalten, ist für Fans von High End Rum ein historisches Jahr, das im Rückblick einmal als eines gelten wird, in welchem wahnsinnig viele legendäre Rum Batches zurückgekehrt sind auf die große Bühne, nachdem man sie bereits für immer verschwunden geglaubt hatte: das von RA zurückgebrachte Demerara Mark REV aus 1994 ist so ein Beispiel, aber natürlich auch das 1989er PM-Batch aus Uitvlugt oder das 1986er Rockley Batch der West Indies Rum Distillery (WIRD) von Barbados, beide herausgebracht von Silver Seal, sind hier bisher zu nennen.




In diese starke Serie reiht sich der heutige Rum ein, denn auch das KFM-Demerara Batch aus 1991 wähnten viele seit bereits fast 15 Jahren als ausgestorben! Damals brachte Cadenhead nochmal einen solchen Rum im Alter von 16 Jahren in die Flasche (und Samaroli etwa zur selben Zeit eine Version davon mit 45% vol.), nachdem sie zuvor auch schon einen 12 YO abgefüllt hatten, aber danach kam eben nichts mehr. So musste man annehmen, dass die Stocks einfach sehr gering und dementsprechend die Reserven schnell erschöpft waren, allerdings hat die Main Rum Company uns nun hier ebenso eines Besseren belehrt, wie schon bei den oben genannten Beispielen und Fässer dieses Batches. In diesem Fall ging ein Fass KFM an Old Man Spirits, die es unter dem Label Flensburg Rum Company nun auf die Flasche gebracht haben. Doch wie genau kam es dazu? Nun, so einfach wie das in der Theorie klingt, war es tatsächlich nicht. Seinen Anfang nimmt diese Geschichte im Februar 2020, als ich mit Falk Redlich gemeinsam bei mir zuhause ein paar Main Samples für Old Man Spirits probierte um mögliche neue Abfüllungen herauszufinden. Dabei stach mir ein Sample natürlich besonders ins Auge, das so eigentlich erstmal ganz unscheinbar wirkte. Denn wie bei Main üblich stand da natürlich nicht einfach KFM drauf, sondern der Rum besaß das Mark "MEK". Da allerdings angegeben war, dass er aus Enmore kommt und eben aus dem Jahr 1991 sein soll, lag der Fall ziemlich klar: MEK stand für Main Enmore KFM. Das anschließende Tasting bestätigte meine Vermutung in Sekundenbruchteilen! Um also bestimmte Rums bei Main finden zu können, muss man sich also einerseits mit deren internen Marks, als auch mit den Original Marks der Rums und mit den auf dem Markt befindlichen Rum Batches extrem gut auskennen. Auch deshalb ist Independent Bottling eben nicht so einfach, wie sich das viele oft vorstellen.

KFM-Fass #65


Aber was genau hat es mit dem Mark "KFM" auf sich? 

Rum Fans die schon lange dabei sind und die die Zeit noch mitgemacht haben als man alte Batches noch problemlos Jahre später kaufen konnte, haben nun freilich eine ungefähre Vorstellung davon was sie erwartet. Doch ich könnte mir vorstellen, dass großen Teilen da draußen die erst in den letzten Jahren dazu gekommen sind überhaupt nicht klar ist, was das Mark KFM eigentlich bedeutet. Nun, zunächst einmal steht KFM ganz simpel und wie bei den Rum Marks so häufig, für die Initialen eines Mannes, im konkreten Fall ist das Kenneth Francis McKenzie (1749 – 1831). Jener K.F. McKenzie war laut Marco Freyer, dessen Demerara Artikel die wesentlichen Informationen dieses Abschnitts entnommen sind, ein früher Besitzer der Lusignan Plantage und das Mark steht dementsprechend und ihm zu Ehren für den alten Rum Stil von Lusignan. Mitte des 20. Jahrhunderts verschmolz Lusignan mit Enmore, das zu diesem Zeitpunkt wiederum Teil der Bookers Gruppe war, und dessen kulturelles Erbe, sprich, der Rum mit dem Mark KFM, fand also bei Enmore seine Fortsetzung. Dies geschah mittels der Single Wooden Pot Still von Versailles, die nach der Schließung Versailles' ebenfalls nach Enmore kam und die anscheinend in der Lage war und ist, diesen Stil nachzuahmen. Ein ursprünglicher Brennapparat aus Lusignan jedenfalls kam dazu nicht mehr zum Einsatz. Seit alle Demerara Stile nur noch zentral bei DDL produziert werden, wird das Mark KFM dementsprechend heute in Diamond gebrannt, denn auch die Versailles Single Wooden Pot Still hat es bis dorthin geschafft. Geschmacklich allerdings gibt es krasse Unterschiede zwischen dem Batch aus 1991 und dem aus beispielsweise 2002. So wurde mindestens letzteres Batch z.B. auch nicht mehr gefärbt.

Blick ins noch gefüllte KFM-Fass - Was für ein geiler Duft! 

Fassreste aus dem entleerten KFM-Cask


Bier-Feature:

Wie schon der FRC 2007 Jamaica Rum aus Hampden wird auch der KFM 1991 mit zwei Bieren ausgeliefert! Man hat das, wie ich fand sehr erfolgreiche, Experiment mit der Südtondern Brauerei fortgesetzt und deren "Kiek An" Brown Ale für kurze Zeit im KFM-Fass reifen lassen. Allerdings, so sagte man mir, war diese Zeit kürzer als beim Vorgänger-Bier, was man geschmacklich leider auch deutlich merkt. In der Nase kommt KFM zwar sehr deutlich raus vor jedem Schluck, aber geschmacklich hat es der Rum da leider nahezu gar nicht hinein geschafft. Hier gefällt mir das Kiek An in seiner Urfassung vermutlich sogar einen Ticken besser. Nichts desto weniger gefällt mir der experimentelle Gedanke an sich, weswegen ich persönlich mich sehr freuen würde, wenn dieses Experiment nicht das letzte in diese Richtung gewesen ist. Denn das hat durchaus Potenzial, wie ich finde.



Aus Gründen der Transparenz sei an dieser Stelle erwähnt, dass ich sowohl eine Probe als auch eine Flasche des KFMs, sowie die beiden gezeigten Biere unentgeltlich zu Verkostungs- und Fotozwecken erhalten habe. Auf den Inhalt meiner Review hatte diese Geste allerdings selbstverständlich keinen Einfluss. 



Verkostung des Flensburg Rum Company KFM Demerara Rum 29 YO Enmore/Versailles 1991:

Preis: der Ausgabepreis wird, inklusive der beiden Biere, bei stolzen 289,90 Euro liegen. Das ist schon nicht wenig, gar keine Frage, allerdings sprechen wir hier eben auch über eine absolute Legende aus Guyana, die nächstes Jahr die Marke von 30 Jahren knackt. Der Vertrieb durch Kirsch erfolgt ab dem 8. Oktober 2020. 

Alter: von Juni 1991 bis Juli 2020 lag der Rum insgesamt 29 Jahre im Fass. 

Lagerung: der Rum reifte mutmaßlich während der gesamten Zeit über in kontinentalem Klima. 

Fassnummer: Fass #65 ergab noch insgesamt 131 Flaschen a 0,7 Liter.

Angel's Share: >50% gingen an die Engel. 

Alkoholstärke: der Rum kommt mit 45,4% vol. daher, was aber trotz des eher ungewöhnlich geringen Werts der vollen Fassstärke entspricht. 

Destillationsverfahren: bei diesem Rum kam Versailles' Single Wooden Pot Still zum Einsatz. 

Mark: KFM (Kenneth Francis McKenzie), das alte Mark der Lusignan Plantage.

Farbe: tiefes, dunkles, rötlich schimmerndes Mahagoni. 

Viskosität: ein fetter, satter Film, der schon beinahe wie Sirup anmutet, legt sich über die gesamte Glaswand und hinterlässt recht eng, parallel und zügig verlaufende Schlieren.

Nase: ich habe bereits direkt nach dem Einschenken eine unglaublich schöne, volle und vor allem intensive Nase! Fast schon wie Parfum mutet dieser KFM an, der, obgleich sofort als solcher erkennbar, sich in seinem Charakter doch auch sehr grundlegend von anderen KFM des gleichen Jahrgangs unterscheidet. Der Alkohol, auch das fällt sofort auf, ist sehr, sehr gut eingebunden, was in diesem Fall auch wenig überraschend ist. Da sind gerade ältere KFM wie der 16 YO von Cadenhead, der noch mit über 60% vol. daher kam, natürlich sehr viel rauer und ungehobelter gewesen, während dieser hier von der FRC sehr reif, gediegen und gesetzt erscheint. Ja, klar, er hat nur 45,4% vol., und auf den ersten Blick mag das den einen oder anderen der es gerne mit den Fassstärken hält vielleicht sogar abschrecken, aber obwohl ich mich dazu ebenfalls zählen würde bleibt für mich und für meinen Geschmack hier gerade kein Wunsch offen! In diesem blumig-pafümiert anmutenden Bouquet finde ich viel Anis, Rosinen, Melasse, Leder oder auch gebrannte Mandeln. Wuuuhuuu, also selbst nach einer knappen Stunde im Glas bin ich immer wieder auf's neue geflasht von dieser Nase! Die ist wirklich unfassbar gut! Es zeigen sich Schwefelstoffe und mit der Zeit wird der Rum dann auch tatsächlich dreckiger und geht in eine KFM-typischere Richtung, allerdings bleibt er im Vergleich zu anderen KFM schon auch noch immer außergewöhnlich. 

Gaumen: am Gaumen machen sich zunächst einmal die 45,4% bemerkbar, nämlich dahingehend, dass der Rum keinerlei alkoholische Schärfe aufweist, aber auch dahingehend, dass der Rum schon auch leicht dünn ist, wenn auch keinesfalls zu dünn. Denn da der geringe Alkoholgehalt der natürlichen Fassstärke entspricht und nicht aus einer nachträglichen Dreingabe von Wasser resultiert, spreche ich nämlich nicht von Wässrigkeit, da besteht ein Unterschied. Man muss sich das eher vorstellen wie beim Velier Albion 1983, der mit 46,7% vol. eine ähnliche Stärke aufweist. Wer den schon mal im Glas hatte weiß: das kann sehr viel Spaß machen! Im Zweiten Schluck fällt dieser Effekt dann auch schon deutlich geringer aus. Nach einigen Sekunden im Mund bricht der Rum dann komplett auf und flutet den gesamten Mundraum mit geilstem KFM-Geschmack! Ein wirklich heftiger Körper, der Demerera ist total mundfüllend und kommt mit einer schöne Süße von Pflaume und Dörrobst um die Ecke. Dahinter dann ganz viel Anis, deutliche Melasse, viel Holz, auch wenn ich das als extrem gut eingebunden empfinde, etwas nussiges und für mich nicht spezifischer benennbare Gewürze. Peripher habe ich noch Jod und Latex. Vor allem aber findet man mit jedem Schluck immer auch noch neue Aspekte und Eindrücke! Man kann sich wahnsinnig lange mit dem KFM beschäftigen, ohne dass es einem irgendwie langweilig wird. Das ist einfach wahnsinnig voller, intensiver Geschmack mit einem schon fast ewig anmutenden Tiefgang. 

Abgang: reichlich Anis, Tannine und Eichenholz begleiten den Rum auf seinem Weg nach unten. Ich habe fruchtige Nachklänge, die dann trockener, aber nicht bitter werden. Ein sehr langer Abgang für einen Demerara Rum! Auch sehr viel später am Tag habe ich ihn noch präsent!

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Fazit: unfassbar gut! Es ist ja so, dass wenn Legenden wie der KFM plötzlich und nach all den Jahren wie aus dem Nebel wieder auftauchen, dass die Erwartungen immens hoch sind, da gerade diese Legenden-Bildung immer auch dazu neigt, zweifelsohne sehr gute Rums von einst sogar nochmal zu überhöhen. Dass es dann gerade erst in diesem Jahr etliche Bottlings geschafft haben dem zu entsprechen, wirkt sich darauf dann auch noch eher potenzierend aus. Diesen dann schon fast ungerechten (wenn auch nicht ungerechtfertigten) Erwartungen ist ein solches Bottling dann -ob es will oder nicht- ausgesetzt und das ist schon auch eine enorme Bürde. Der heute verkostete KFM hat sich dieser allerdings angenommen und davon vollkommen unbeeindruckt als schon viertes Vintage Batch in 2020 ein grandioses Comeback gefeiert! An diesem dann auch noch ein Stück beteiligt gewesen zu sein, macht es für mich ganz persönlich dann natürlich auch nochmal besonders speziell! Insofern bedanke ich mich gerne an dieser Stelle auch noch einmal bei Old Man Spirits dafür, dass man mich bei der Verkostung der Main Proben dazu geholt hat und mir das so die Möglichkeit gab, dieses besondere Batch wiederzuentdecken.
Das war nun alles sehr positiv gesprochen und für alle, die sich da vielleicht noch ein wenig mehr Ausgewogenheit im Fazit wünschen, denen sei verraten: ja, der Rum könnte für meinen Geschmack wohl tatsächlich noch ein paar Volumen-Prozente mehr aufweisen und dadurch ein ganz klein wenig körniger sein, dann wäre er wahrlich perfekt, aber er ist auch so schon meines Erachtens verdammt nah dran!

-94/100-

Bis demnächst
Flo


Sonntag, 6. September 2020

Flensburg Rum Company Jamaica 12 YO Hampden 2007

Liebe Rum Gemeinde!

allgemein in diesem Jahr und speziell jetzt zur Zeit geht es auf dem Rum Markt zu wie im Taubenschlag und so möchte ich euch heute einen weiteren Rum vorstellen, der aktuell in den Fachhandel gefunden hat! Es geht um den Flensburg Rum Company (FRC) Jamaica Rum 12 YO Hampden 2007, hinter dem das Team um Thomas Altmann von Old Man Spirits steht!



Und bei Old Man Spirits dürfte es bei vielen von euch sogar klingeln, denn die Jungs und Mädels sind in der Szene schon eine ganze Weile unterwegs und füllen schon länger auch selbst ab. Allerdings, und da findet dann auch schon die Überleitung zur Flensburg Rum Company statt, waren das bisher eher die süßen Vertreter, die unter Nerds wie mir keinen Anklang finden können. Das wird wohl auch in Zukunft so sein, und um sich da innerlich und äußerlich klar abzugrenzen, hat man mit der FRC eben gleich eine komplett neue Marke unter dem gemeinsamen Dach geschaffen. Diesen Schritt begrüße ich persönlich sehr, denn er ist konsequent und folgerichtig. Dazu hat man sich mit Kirsch Import einen Vertrieb mit ins Boot geholt, der gerade im Rum Bereich als Partner des Branchen-Primus Velier in den letzten Jahren sehr viel positives Reden von sich machen konnte! Well done!

Das erste Meeting bei Old Man Spirits in Schuby (2019)

In Kontakt kam ich mit Thomas Altmann und Klaus Heuer das erste mal vor schon fast einem Jahr, als ich die Jungs in deren Firmensitz in Schuby besuchte. Damals erläuterten mir die beiden sehr anschaulich was sie sich für die Zukunft vorgenommen haben und wohin es mit der FRC noch gehen soll. Der Großteil dessen ist natürlich noch unter Verschluss, aber da wird noch einiges und auch großes kommen, da könnt ihr gespannt sein! Besonderes Augenmerk liegt bei mir persönlich natürlich auf der Single Cask Serie, dessen viertes Release dieser Hampden nun schon ist. Zuvor wurden auch schon ein 1992er Versailles, ein 2007er Monymusk und ein 2005er aus Barbados abgefüllt, deren Qualität durchgehend super war, jedoch nicht gänzlich meinem Geschmack entsprach!



Zum heute vorgestellten Hampden hingegen muss man eigentlich nicht mehr viel sagen! Das Mark C<>H spricht im Grunde schon seit den legendären 1990er Abfüllungen für sich, spätestens aber nach dem Habitation Velier Release in diesem Jahr. Was die grundsätzliche Verwirrung und die besonderen Umstände rund um den Hampden-Jahrgang 2007 betrifft, so habe ich im Review zum Kill Devil bereits so weit es mir möglich war Klarheit geschafft. Mit jenem Rum werde ich den FRC heute natürlich auch direkt vergleichen, auch um zu sehen, wie sich das Batch in den letztes zwei Jahren so entwickelt hat. Was direkt im Vorfeld schon auffällt ist, dass der FRC nochmal um einiges mehr an Bumms hat, ganze 66,8% vol. weist er auf, während sich einige der Kill Devil 2007 bereits schon der 60% vol.-Marke näherten. Das ist ungewöhnlich, aber kommt ab und zu vor. Ich denke da auch an das "Beast" damals von The Rum Cask, der ja sogar fast bei 70% vol. war.

Eher selten kommt hingegen vor, was nach der Abfüllung des Rums geschehen ist. Dass geleerte Fässer anschließend wiederverwendet werden ist das normalste der Welt, auch, dass sie zum Finishen dienen kommt immer wieder vor, allerdings bezieht sich das in der Regel eher auf Spirituosen. Anders bei diesem Fass! Denn der Abfüller hat sich mit der Südtondern Brauerei aus Niebüll zusammengetan und sie dafür gewinnen können, eines ihrer Biere im Hampden Fass zu veredeln. Zugegeben, auch das kommt nicht zum ersten Mal vor, aber es ist zumindest das erste Mal, dass mir das Ergebnis tatsächlich auch gefällt. Und was noch erstaunlicher ist: mir gefällt sogar der Grundstoff, das "Nr. Een Pale Ale" mit 4,9% vol.. Erstaunlich ist das deshalb, weil ich alles andere als ein Biertrinker bin. Mir schmecken die meisten Biere in aller Regel nicht, aber mit diesem hier werde ich tatsächlich warm. Noch besser aber gefällt mir die gefinishte Variante aus dem Hampden Fass, denn anders als z.B. beim Hampden Bier von Hubert Corman kommt der Hampden hier tatsächlich auch raus. Vier Wochen lang ließ man das Bier im frisch (und auch komplett!) entleerten Hampden Fass nachreifen und das merkt man auch! Zum einen, weil das Bier nun plötzlich einen deutlich erhöhten Alkoholgehalt von 8,1% vol. aufweist, aber vor allem deshalb, weil plötzlich Assoziationen zu Bananen-Weizen entstehen! Ich schmecke den Rum unterschwellig immer wieder deutlich raus, ohne, dass das Finsih das ganze Bier aber überlagert hätte. Das ganze bekommt eine subtile, leicht bananige-Jamaica Note, die sich vor jedem Schluck auch in der Nase schon andeutet. Das passt richtig gut und von mir gibt es dafür einen riesig großen Daumen nach oben! 👍 "Nochmal geiler geworden!" steht auf dem Etikett, und dem kann ich mich nur anschließen!

Doch nun zum heutigen Hauptdarsteller: schauen wir, was der Rum kann!

Bedanken möchte ich mich allerdings zuvor noch kurz für die zu Foto- und Verkostungszwecken erhaltene Flasche Rum, sowie die dazugehörigen Biere, dies sei auch zum Zwecke der Transparenz an dieser Stelle gerne erwähnt. Auf meine sensorische Wahrnehmung hat dieser Prozess selbstverständlich wie immer keinerlei Auswirkungen.


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Verkostung des Flensburg Rum Company Jamaica Rum 12 YO Hampden 2007:


Preis: die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 119,90€. Darin enthalten sind auch die zwei Flaschen Bier. Bei Kirsch Import ist der Rum aber bereits vergriffen, so dass nur noch das an Flaschen da ist, was nun bei Händlern noch auftaucht. 

Alter: von November 2007 bis Sommer 2020 lag der Rum insgesamt 12 volle Jahre im Fass. 

Lagerung: der Rum kam als New Make nach Schottland und lag dort sieben Jahre lang im Hogshead Cask. Anschließend wurde er nach Liverpool verfrachtet und lag dort noch weitere fünf Jahre lang, bevor er im Jahr 2020 von Old Man Spirits nach Deutschland importiert und dort abgefüllt wurde.

Fassnummern: unbekannt. Das Fass ergab allerdings noch 252 durchnummerierte Flaschen a 0,7 Liter.

Angel's Share: unbekannt, ich vermute allerdings zwischen 10-15%. 

Alkoholstärke: der Rum hat eine Fassstärke von 66,8% vol. und wurde vor dem Abfüllen nicht verdünnt. 

Destillationsverfahren: Double Retort Pot Still.

Mark: C<>H (Continental <Diamond> Hampden)

Farbe: ein für 12 Jahre kontinentale Reifung typisches helles, blasses Stroh. 

Viskosität: enge, regelmäßige und parallele Schlieren fließen zügig an der Glaswand hinab und ins Glas zurück.

Nase: nachdem der Rum im Glas mit Sicherheit eine gute Stunde lang atmen durfte, empfangen mich in der Nase direkt zu Beginn schon die absoluten Highest Ester Töne! Hampden, I'm coming home! Absolut konzentriert, kommt einem dieser Rum zunächst noch wie eine Art Hampden Essenz vor, was er historisch gesehen ja auch war, bzw. noch immer ist. Doch während man es sich früher nicht vorstellen konnte, dass Menschen dafür zu begeistern wären diese Rums pur zu genießen, gibt es dazu heute eine echte Fan-Gemeinde und mit mir einen Fan der frühen Stunde! Im Vergleich zum Kill Devil fallen die zwei Jahre längere Reifezeit tatsächlich deutlich auf, und das absolut positiv! Der FRC kommt im Vergleich schon deutlich voller, ausgewogener, reifer und zugänglicher daher und ist für mich bis hier her auch der auf jeden Fall bessere Rum. Der Alkohol ist, trotz der fast 3% vol. mehr beim FRC merklich besser eingebunden und sticht kaum, was ich bei einem Alter von nur 12 kontinentalen Jahren und fast 67% vol. schon beachtlich finde. Ich finde außerdem natürlich auch jede Menge Lösungsmittel und Klebstoffe der Ester. Sie bestimmen die Marschrichtung, überlagern aber nicht das gesamte Bouquet. Dieses hält auch den für C<>H so typischen Schlagabtausch zwischen Süße und Fruchtigkeit auf der einen Seite und einem krassen Säure-Einschlag auf der anderen Seite bereit. So treffen hier gegrillte Ananas, überreife Bananen, Toffee und Marzipan auf Zitronen, Antipasti und Humus. Das ganze wird wunderbar von einer schönen Vanille und etwas Holz vom Fass umspielt, welche ganz klar dafür sorgen, dass dieser Rum schon sehr in die Richtung des alten Berry Bros. & Rudd Hampden 1990 geht, nur eben in Fassstärke. Ganz stark! Nach ca. eineinhalb Stunden im Glas ist der Unterschied zum Kill Devil auch noch größer geworden. Der hält hier definitiv nicht mit!

Gaumen: der volle Einschlag! Am Gaumen kommt der Rum zunächst einmal sehr kräftig (aber nicht scharf!) und adstringierend daher! Die für C<>H typische Säure lässt die Schleimhäute ordentlich  zusammenziehen. Der Alkohol ist exzellent eingebunden, schon selten gut, wenn ich auf die gerade einmal 12 jährige Reifung auf der einen, und den Alkoholgehalt von 66,8% auf der anderen Seite blicke. Das finde ich in der Form nicht alle Tage bei einem Rum mit diesen Eckdaten vor, weswegen ich es hier auch explizit betone. Der Rum ist richtiggehend weich, für einen Hampden. Das bedeutet natürlich, dass auch größere Schlücke möglich sind, allerdings wird es dann aber auch schon sehr krass und der Hampden beißt ein wenig. Jedoch ob größere oder kleinere Schlücke, ich habe Hampden Flavour so weit das Auge reicht! Schneller und immer mehr wird der gesamte Mundraum mit dieser unfassbar rummigen Ester Note geflutet. Total geil! Ich habe ein Potpourri an gegrillter Ananas, leicht grasigen Noten, Zitronen, Humus, aber auch Chorizzo und Antipasti! Zugegeben, die Standard-Palette an Hampden Assoziationen, aber die Intensität ist immer wieder beeindruckend! Das ganze wird mit zunehmender Verweildauer im Mund immer cremiger, bis er schließlich seinen Weg die Kehle hinab findet. Der Kill Devil im Vergleich hat auch einen sehr gut eingebundenen Alkohol, allerdings schmeckt er in seinem ganzen Charakter noch sehr viel jünger und eindimensionaler, so dass er all in all meines Erachtens kein Vergleich zum FRC darstellt. Letzterer schmeckt deutlich und merklich besser und reifer.

Abgang: ein langer, warmer, erdiger Abgang, typisch für Hampden! Trockener und sogar leicht bitter werdend. Im Hintergrund die Esterpower. Sehr geil! 

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Fazit: ein überraschend guter Rum, ein richtig geiler Hampden und definitiv eine klare Empfehlung meinerseits an alle, die auf Highest Ester Hampden abfahren! Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, einzig der gleichsam außergewöhnlichen wie ungewohnten Dichte an Highlights in der Spitze in diesem Jahr (und darunter eben viele lange gereifte Demeraras oder Caronis) ist es geschuldet, dass dieser Hampden am Ende des Jahres die Top 10 möglicherweise sogar verpassen könnte. Das ist schon krass, wenn ich überlege, dass ich mir jetzt gerade in jedem anderen, normalen Jahr mit gewöhnlicher Dichte an Bottlings sicher gewesen wäre, dass er es dort locker und spielend hinein geschafft hätte! Denn den Kill Devil, der mir damals ja auch schon sehr gut gefiel, lässt er z.B. klar hinter sich und mit dem Berry's 1990 schlägt er für meinen Geschmack sogar eine echte Legende! Vielfach wurde ich in den letzten Tagen auch gefragt, wie er sich im Vergleich zum C<>H von Habitation Velier schlagen würde, der ebenfalls zu den Highlights in diesem Jahr zählt. Hier habe ich mich mit einer Antwort stets schwer getan, weil ich sie nicht miteinander vergleichbar finde, zu stark wirken sich die Unterschiede zwischen kontinentaler und tropischer Reife bei vergleichbarer Reifedauer auf den Rum aus. Ich hatte die beiden in einer Verkostungs-Session ebenfalls parallel und fand sie beide auf ihre Weise super. Klar wurde mir darüber hinaus allerdings einmal mehr, dass mag ich auch andere Stile aus anderen Ländern inzwischen deutlich häufiger im Glas haben, so ist und bleibt Hampden für mich aber immer etwas besonderes und meine erste Rum-Liebe! Dieses "Coming Home"-Gefühl habe ich bei keiner anderen Destille so stark und bei dieser Abfüllung war dieses Gefühl definitiv und in besonderem Maße ausgeprägt! 'nough said! 

-89/100-


Bis demnächst
Flo