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Freitag, 26. Mai 2017

Mai Tai a la casaBARcardi

Hi Rum- und Mai Tai Folks,

heute teste ich die Rum-Kombination eines Forenmitglieds im Rum Club für den Mai Tai - genauer gesagt: ich teste Captain's Choice! ;) Heute dran ist nämlich das "All Day Mai Tai Recipe" von casaBARcardi, der den Rum Club maßgeblich im November 2016 mit ins Leben rief. 

Casas Rezept weicht vom ursprünglichen Mai Tai Rezept ein wenig ab und gestaltet sich sehr viel süßer als mein eigenes:

Casas aktuelles 'All-Day-Mai Tai-Recipe' in Anlehnung an das von Trader Vic:

2 cl Smith & Cross Traditional Jamaica Rum 57%

2 cl Robinson Jamaica Rum 55%
2 cl Habitation Velier Hampden HLCF 2010 Jamaica Rum 68,5%
2 cl frischer Limettensaft
1,5 cl Pierre Ferrand Triple Sec Dry Curacao 40%
1,5 cl Meneau Sirop de Canne - Orgeat
0,5 cl Saint James Sirop de Canne Roux (optional)


Alle Zutaten werden mit Eiswürfeln im Shaker geschüttelt und in ein 
Glas mit Eis (Würfel oder Crushed Ice, je nach Vorliebe) gegeben.


Hier kommt also zum Tragen, was ich euch eingangs diesen Monats nochmal eindringlich ans Herz gelegt habe: Süße und Säure müssen (!) individuell ausgerichtet werden. Es würde für mich keinen Sinn ergeben, dieses Rezept genau so nachzumixen, da es mir nicht schmecken würde. 3,5 cl Süße zu 2 cl Säure wäre mir viel zu süß. Möchte ich also wissen, inwieweit mich die Rum-Kombination überzeugen kann, muss ich das Rezept auf meine Vorliebe anpassen: das heißt, ich verwende 3 statt 2 cl Limettensaft und nur 1 cl Meneau Orgeat. Süße und Säure stehen bei mir im Verhältnis 3:3. Diese 6 cl Sweet&Sour stehen wiederum 6 cl Rum gegenüber. Das passt für mich.



Verkostung des Mai Tais a la Casa:

Farblich steht der Drink leicht auf der dunkleren Seite, bedingt durch Smith & Cross und HLCF. Nur der Robinson ist etwas heller. 

Geschmacklich ist das dann vor allem erstmal ein klassischer Heavy Jamaican Mai Tai. Und der ist mal wirklich viel besser als ich ihn erwartet hatte! Robinson 55 und Smith & Cross sind tolle Standards, die ich hier auch schon gelobt und empfohlen habe, aber sie reichen eben nicht an High End Jamaicaner heran - was sie zu diesen Preisen natürlich auch nicht müssen. Da ich, wenn ich mir einen Mai Tai mixe, tatsächlich aber eher dazu neige, dann auch auf High End zu gehen, wuchsen sich Robinson und Smith & Cross schon vor langer Zeit aus meinem Regal heraus. Vom Robinson war noch ein Rest da, Smith & Cross erhielt ich, extra zum Mixen dieses Drinks, vom netten Rum Club Mitglied Rumlounge als Sample. 4 cl Standard, um da den Bogen zu spannen, stehen also 2 cl Single Cask Hampden gegenüber. 
Was folgte, war der Einschlag. Alle drei Rums kommen individuell durch und leisten ihren Beitrag zum Gelingen dieses Drinks. Die übrigen Zutaten begleiten das ganze präsent, aber nicht dominant, also genau in der Weise, wie ich es im Mai Tai mag. Durch die Potenz des Drinks ist er natürlich nicht von Beginn an süffig zu trinken, da ist erstmal schon sehr viel Bums. Aber mit den ersten Minuten kommt dann auch die Süffigkeit und der Drink geht gut weg. 

Fazit: ich erwartete mir von dieser Kombination einen leicht aufgepeppten Standard Mai Tai und erhielt statt dessen einen Mai Tai, der kaum Konkurrenz scheuen muss! Klar, an die ganz großen Kaliber reicht das nicht heran, aber aktuell ist kaum etwas besseres verfügbar und das Preis-Leistungsverhältnis ist hier, wie schon bei der Rum Fire + HLCF Kombination, kaum zu schlagen, sensationell gut! Den kann man eben einfach mal machen. Einsatzzweck voll erfüllt, klare Empfehlung!

Morgen wird es hier dann an's Eingemachte gehen, dann kommt wirklich mal High End. Seid gespannt! :)

Bis dahin,
Flo

Freitag, 31. Mai 2013

MAI Tai - La Grande Finale

Liebe Rum Gemeinde!

Geschafft!

Der Mai verabschiedet sich in diesen Stunden mit einem herrlichen Frühsommer-Tag und hier auf Barrel Aged Thoughts heißt es heute: La Grande Finale!

Ich möchte den Tag dazu nutzen, ein kleines Fazit des MAI Tai Monats zu ziehen. Welche Mai Tais haben mich besonders überzeugt? 25 MAI Tais liegen hinter mir, neun davon habe ich mit den aktuell für mich besten Zutaten neu gemixt.
Wer schon auf Mai tai roa ae regelmäßig mitgelesen hat, der wird bemerkt haben, dass ich die Drinks, anders als früher, nicht in Punkten bewertet hatte; bis jetzt ;) Denn das wird heute nachgeholt. Showdown! Wie gewohnt werden Punkte von 1 (mies) bis 10 ("Mai tai roa ae!") vergeben, wobei es auch halbe Punkte gibt. Let's go!

10 Punkte Mai Tais:

- Duncan Taylor Hampden Jamaica Rum 22 YO ('90 - 12) (nicht diesen Monat getestet)



9,5 Punkte Mai Tais:




9 Punkte Mai Tais:




8,5 Punkte:




8 Punkte Mai Tais:




7,5 Punkte Mai Tais:




7 Punkte Mai Tais:




Außer Bewertung:

- Cadenhead's Cask Strength St. Lucian Rum SLJD from St. Lucia Distillers 9 YO ('99 - '08) (da keine Vergleichbarkeit)

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Fazit: es gibt viele Sieger und kaum Verlierer. Klar, die Vorauswahl war getroffen, aber wie man beim LPS Long Pond Rum 1st Release gesehen hat, wurde nicht jeder Mai Tai durch die neuen Zutaten, Pierre Ferrand Orange Curacao und Meneau Orgeat, auch besser. War mir der Rum beim ersten Tasting damals zu dominant, so ging er nun mit den aktuellen Zutaten fast unter. Schade!
Davon abgesehen, haben mich aber fast alle Mai Tais begeistert, auch wenn einige wenige (genannt sei in diesem Fall explizit der Appleton 21) das Geld, trotz dessen, dass die Qualität und das Ergebnis stimmen, nicht wert sind.
Meine Preis-Leistungssieger heißen Robinson Cask Smooth 55 und LPS Long Pond 2nd Release. Leider ist letzterer nicht mehr verfügbar, weswegen ich hier den Robinson besonders herausstellen möchte. Dieser macht einen 8-Punkte-Mai Tai für unter 20 Euro, das ist in meinen Augen nicht zu toppen, grandios! Schade, dass er nicht die Bekanntheit und das Image innehat, welches er verdient!
Hab ich etwas vergessen? Ja: wenn Geld keine Rolle spielt, dann macht man mit Duncan Taylor Jamaica Rum 22 YO ('90 - '12) nicht viel verkehrt. Herausragender Rum für viel Geld. Allerdings stimmt hier das Preis-Leistungsverhältnis, im Gegensatz zum Appleton Estate 21. Der ist sein Geld wirklich wert.

Was bleibt mir zu sagen?

Ich freue mich, dass das Interesse an den alten und neuen Mai Tais so groß war! Viele haben die Entwicklung des MAI Tai Monats täglich verfolgt und ich kann an dieser Stelle versprechen, dass weitere Mai Tais folgen werden, wenn neue Rums herauskommen, die sich dazu eignen den Drink zu mixen.

Im Juni geht es nun wieder mit den Rum Reviews weiter und wir hoffen, dass ihr dabei bleibt :)

Bis demnächst und einen schönen Juni,
Flo & das Barrel Aged Thoughts-Team

Freitag, 17. Mai 2013

Robinson Cask Smooth 55 & LPS Long Pond Single Rum 1993 1st Release

Liebe Rum Gemeinde!

Da ich von letzter Woche noch einen Mai Tai schuldig bin, kommen heute derer gleich zwei. Passenderweise erschienen diese vor ca. zwei Jahren ebenfalls in einem gemeinsamen Artikel als Doppel-Tasting, so dass der heutige Artikel natürlich auch darauf fußt. Erstmals allerdings, werde ich zum Shaker greifen und die beiden Mai Tais erneut mixen, da beide damals noch mit Monin Mandelsirup und Marie Brizard Orange Curacao gemixt wurden. Die Rums werden Robinson Cask Smooth 55 und LPS Long Pond Single Rum 1993 1st Release sein.

Zunächst zum Robinson: über den Rum selbst ist kaum etwas bekannt. Sein Geschmacksbild weist auf Hampden hin, kommt dieser Estate sicherlich am nächsten, allerdings gibt es den Rum schon eine ganze Weile und es gab ihn auch schon, als Hampden noch zu war (seit 2009 wieder aktiv). Die Destille aus der er stammt, dürfte aber definitiv eine Pot Still gewesen sein. Für ca. 20 Euro ist dieser Rum zu beziehen, so günstig ist kein anderer Rum, den ich für den Mai Tai in Betracht ziehen würde. Doch was kann er im Mai Tai, lohnt es sich, auch mal am Rum zu sparen, oder liefert er den Beweis dafür, dass man für den optimalen Drink eben doch etwas tiefer in die Tasche greifen muss?

Mai Tai mit Robinson Cask Smooth 55:

Robinson Cask Smooth Mai Tai
Zunächst einmal fällt auf, dass er eine wesentlich schwächere Färbung hat, als die beiden Mai Tais im Test vor ihm, was natürlich daran liegt, dass der verwendete Rum schon fast ins Farblose geht. Blass strohig würde wohl am besten passen, wenn man die Farbe des Robinson 55 beschreiben sollte. Das macht den gesamten Drink matter und heller, der Braunton, der sonst viel kräftiger erscheint, kommt nur noch minimal durch. Eine Anmerkung: das Bild ist natülich noch das damalige, die Farbe des Drinks ist aber nahezu gleich geblieben. Da ich keine ganze Flasche Robinson mehr hatte, sondern nur noch einige Samplefläschen, um der Oxidierung vorzubeugen, hab ich das Bild nicht aktualisiert, um die Flasche zeigen zu können.

Nun der erste Geschmackstest: und jawohl, der Rum hat Kraft, die 55% vol. machen sich bemerkbar. Auf den ersten Schluck wird klar, dass dieser Rum sein kleines Geld wert ist, es ist keine Enttäuschung, die in meinen Augen steht. Auch seine jamaikanische Herkunft kann der Rum von Anfang an nicht verheimlichen, Noten von Banane erfüllen den Mai Tai, ein Pot Still Destillat, unverkennbar. Orange Curacao, Limettensaft und Sirupe passen in ihrer üblichen Dosis (1,4/3/0,9/0,6) genau zum Drink, der Mai Tai ist auf den Punkt stimmig, eine Einheit. Bei mehrmaligem probieren fallen aber doch auch kleinere Kritikpunkte auf. Zum Beispiel kommt dieser Rum fast ein bisschen zu glatt daher, es fehlt etwas das markante, die Ecken und Kanten. Auch die geringe Lagerzeit schmeckt man dann doch heraus. Das ist quasi ein ungeschliffener Rohdiamant an rauen jamaikanischen Rums, ein Grundprodukt, an dem man nun feilen könnte.
Im Gegensatz zum ersten Tasting strainte ich den Drink nach dem Shaken auf frisches, ganzes Eis, und gab nicht mehr den gesamten Shakerinhalt in einen Tumbler. Das macht sich positiv bemerkbar, der Drink verwässert natürlich weniger. Da er von Beginn an angenehm zu trinken ist, tut man sich hier also einen großen Gefallen.

Fazit: der Robinson 55 Cask Smooth ist bisher mit Abstand Preis-Leistungssieger. Es ist wirklich beachtlich, was man hier für 17-18 Euro geboten bekommt. Das Gesamtpaket, nicht den höchsten Anspruch zu haben und preislich spitze zu sein, macht den Rum optimal, um ihn im Mai Tai einem Genießer zu präsentieren, der sich gerade an diesen Drink heranarbeitet und mal Lust auf mehr hat, als die typische Appleton-Martinique-Konstellation. Dieser Rum öffnet die Tür zu einer sehr interessanten Gattung Rums und Drinks, die mit ihnen gemixt werden, kann als Wegbereiter gesehen werden, für Rums in Fassstärke oder andere, die hier bald ebenfalls schon getestet wurden. Hier kann man schauen, ob man in preislich höhere Produkte investieren möchte, ob einem die Grundrichtung gefällt. Der Robinson bringt aber durchaus auch einem schon etwas fortgeschritteneren Spaß, ich hatte keinen schlechten Drink im Glas. Auf längere Sicht würde ich aber definitiv die Ecken und Kanten vermissen, worüber man sich aber bei erneutem Blick auf den Preis auch nicht beschweren darf.


Daher: kein Top-Mai Tai, aber der wahrscheinlich beste, den man für dieses Geld bekommen kann!


Mai Tai mit Long Pond Single Rum 1993 1st Release:

LPS 1st Release Mai Tai - neu gemixt
Der LPS 1st Release war für ca. 22 Euro sehr günstig zu beziehen, ist inzw. aber leider überall ausverkauft, bzw. wurde durch länger gereifte Nachfolger ersetzt. Nachdem der Robinson 55 gezeigt hat, dass es nicht immer viel Geld sein muss, um einen guten Drink zu erhalten, ist die Erwartungshaltung beim LPS 1st Release groß. Kann er im Preisleistungsverhältnis mithalten, gleichziehen oder sogar vorbeiziehen? Oder bleibt am Ende gar eine Enttäuschung?

Der Long Pond Single Rum Destillery Trelawny 1993 zwischen 11 und 15 Jahre lang (es gibt wohl mindestens drei versch. Fässer unterschiedlichen Alters, die als 1st Release verkauft wurden) in Holzfässern gelagert, 2005 oder später von Rum Albrecht erworben, in Deutschland abgefüllt und weißt einen Alkoholgehalt von 53% vol. auf. Da es eine Einzelfassabfüllung ist, war der Vorrat dieses Rums begrenzt. Hergestellt wurde der Rum im Pot Still Verfahren und das schmeckt man auch im Mai Tai sofort! Ein Rum mit ordentlich Kraft, der im Mai Tai aber dennoch recht smooth schmeckt. Der Drink kommt sofort angenehm! Es fehlt ihm zwar ein wenig an Charakter, vor allem verglichen mit seinem Nachfolger, dem 2nd Release, aber für einen Rum, der mal unter 25 Euro gekostet hat, ist das sehr Ordentlich.
Und während ich beim ersten Mal als ich den Drink mixte fand, dass nach einer Weile die anderen Zutaten nicht in dem Maße gegen den Rum ankamen, wie sie es eigentlich sollten, korrigiert sich dieser Eindruck mit Meneau Orgeat und Pierre Ferrand Orange Curacao völlig. Hier machen sich die besseren Zutaten im Vergleich wirklich stark bemerkbar. Während der Drink vor 2 Jahren eine One-Rum-Show war, habe ich heute eine stimmige Einheit im Glas, gegen die der Rum sich richtig gehend behaupten muss. Toll!

Fazit: auch hier habe ich es mit einem Rum mit Klasse zu tun, der allerdings nicht ganz perfekt in den Mai Tai passt, das zeigte sich beim ersten Versuch mit schwächeren Partnern und nun beim zweiten Mixen mit starken Partnern. Der Rum dominiert den Drink entweder, oder er droht schon fast ein wenig unter zu gehen. Trotz allem aber war es ein guter Drink, den ich auch nochmal mixen würde, wenn der Rum nicht langsam knapp werden würde. Zum damaligen Preis ist der Rum sicher auch weiterhin eine Empfehlung, aber man muss ihn inzwischen gut suchen.
Insgesamt heißt mein Sieger heute Robinson Cask Smooth 55, der einfach ein gigantisches PLV hat und unbegrenzt verfügbar ist. Ein Mai Tai gehobener Mittelklasse!

Bis Morgen und mit besten Grüßen,
Flo