Posts mit dem Label Premium Rum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Premium Rum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 30. Mai 2017

Hampden Sextuple

Liebe Rum- und Mai Tai Fans,

auf geht's zum letzten Mai Tai in diesem Monat. Und dafür habe ich mir etwas ganz besonderes für euch ausgedacht: einen Mai Tai mit einem Hampden Sextuple! Was das bedeutet? Nicht weniger als genau das, was der Name schon andeutet: ich habe von den sechs gängigsten Hampden-Jahrgängen (1990, 1992, 1993, 1998, 2000 und 2010) die jeweils meines Erachtens beste Abfüllung des Jahrgangs ausgewählt und je 1 cl davon in den Mai Tai gegeben.


Welche Rums wurden ausgewählt?

1990: The Rum Cask Jamaica Rum 26 YO Hampden 1990 - 61,9% vol.

Ein Rum, zu dem ich hier auf dem Blog wohl bereits alles gesagt habe, was es zu sagen gibt. Diese Abfüllung ist einfach Weltklasse und der meines Erachtens beste Rum aus Hampden bisher! Ihn habe ich auch schon ohne weitere Partner im Mai Tai gehabt, der ebenso Weltklasse war. Die Abfüllung ist schon jetzt eine Legende! Das Mark dieses Rums ist JMC. Es dürfte sich daher um den Stil C<>H handeln, der dann einen Estergehalt von 1300 bis 1400 gr/laa bedeuten würde.


1992: Rum Nation Jamaica Rum 24 YO Hampden 1992 - 61,6% vol.

Dieser Kandidat genießt so ein wenig ein Schattendasein in der Welt der großen Rums aus Hampden - zu Unrecht, wie ich finde! Ich habe den Rum hier auf dem Blog zwar noch nicht vorgestellt (wird aber noch passieren!), hatte ihn aber schon im Glas. Und auch wenn man auch sonst nicht so wirklich viel hört und liest zu ihm, aber er ist der meines Erachtens beste Hampden aus 1992 - vor dem 13 YO Cadenhead oder dem 24 YO Comagnie des Indes, beide in Fassstärke! Das Mark dieses Rums ist HLCF und bedeutet somit einen Estergehalt von 500 bis 700 gr/laa. 

1993: Samaroli Jamaica Rum 21 YO Hampden 1993 Full Proof - 65,6% vol.

Noch eine Legende! Auch dieser Rum erhebt den Anspruch, als der bisher beste Hampden überhaupt zu gelten. Es gibt einige, die ihm diesen Status sogar zugestehen, aber ich sehe ihn leicht hinter dem TRC 1990. Nichts desto trotz ist dieser Rum natürlich einer der besten, die Hampden je hervorgebracht hat und auch der zweifellos beste aus 1993. Das Mark dieses Batches ist JMH, was wohl bedeutet, dass der Rum ein <>H ist, mit 900 bis 1000 gr/laa Ester. Geschmacklich käme das auf jeden Fall hin. Auch dieser Rum wird hier auf Barrel Aged Thoughts noch besprochen werden!

1998: The Rum Cask Jamaica Rum 16 YO Hampden 1998 - 64,3% vol. 

Dieser Rum stand leider -und auch zu Unrecht- immer etwas hinter den Giganten aus 1990, 1992 und 1993 zurück und galt in der Rum Szene vor allem als Preisleistungsknaller. Das Batch aus 1998 wurde erst vergleichsweise spät entdeckt, als 2015 die ersten Abfüllungen auftauchten. The Rum Cask entdeckten das Batch damals mit und ich war, als ich erste Proben bekam, sofort vollauf begeistert. Das 1998er Batch steht für mich übrigens sogar leicht über dem aus 1992! Der Estergehalt, auch wenn das bisher leider auch nirgends angegeben wurde, dürfte bei diesem Batch, wie 1992, im Bereich HLCF liegen. 


2000: Premium Rum Jamaica Rum 16 YO Hampden 2000 - 59,5% vol.

Hampden 2000 gilt so ein wenig als die Light Version der Destillerie und unter vielen Rum Freaks als eher uninteressant. Was mich und meinen ganz eigenen und persönlichen Geschmack betrifft, so stimme ich da weitestgehend mit ein, aber ich bin ebenso der Meinung, dass dieses Batch eine Daseinsberechtigung hat, alleine schon durch die vielen Fans, die es hat. Man muss sich nur einmal ansehen, wie schnell oft auch die 2000er am Markt vergriffen sind. Das Mark dieses Batches ist LROK, was bedeutet, dass die Rums einen Estergehalt von 200 bis 400 gr/laa aufweisen. Diese Abfüllung von Andreas Schwarz ist eine der wenigen aus 2000, die ich sogar leicht überdurchschnittlich fand. 


2010: Habitation Velier Jamaica Rum 6 YO Hampden 2010 HLCF - 68,5% vol.

Hampden 2.0! Das erste Batch seit der Wiedereröffnung von Hampden! Aus diesem Batch tauchten erst drei Abfüllungen auf, ein LROK, ein Blend aus HLCF & LROK und der heute verwendete und schon mehrfach besprochene HLCF, von denen mir letzterer am besten gefällt. Er hat auch den höchsten Estergehalt, nämlich 550 gr/laa (HLCF). Insgesamt werde ich zwar mit den 2010er Hampden noch nicht ganz warm, sehe sie noch nicht auf dem Niveau der alten Hampdens, aber das liegt wohl vielfach auch noch am jungen Alter. Was da noch geht, werden wir also in den nächsten Jahren beobachten können! 



Das Rezept lautet demnach...

Hampden Sextuple:

  • 1,0 cl The Rum Cask Jamaica Rum 26 YO Hampden 1990
  • 1,0 cl Rum Nation Jamaica Rum 24 YO Hampden 1992
  • 1,0 cl Samaroli Jamaica Rum 21 YO Hampden 1993 Full Proof
  • 1,0 cl The Rum Cask Jamaica Rum 16 YO Hampden 1998
  • 1,0 cl Premium Rum Jamaica Rum 16 YO Hampden 2000
  • 1,0 cl Habitation Velier Jamaica Rum 6 YO Hampden 2010 HLCF
  • 3,0 cl Limettensaft
  • 1,5 cl Pierre Ferrand Orange Curacao
  • 1,0 cl Meneau Orgeat
  • 0,5 cl Monin Zuckersirup

Wir werden sehen, wie sich diese außergewöhnliche Zusammensetzung macht. 




Verkostung des Mai Tais mit Hampden Sextuple:

Sehr helle Farbe, die meisten Rums sind aber natürlich auch sehr hell. Nur der Premium Rum und der Habitation Velier sind etwas dunkler als die anderen. 

Wow! Ein Mai Tai wie ein Gedicht! Hier kommt tatsächlich das beste aus Hampden zusammen und arrangiert einen einzigartigen, besonderen Drink. Ein vorgezogener runder Geburtstag! Von allen Rums kommt der 1990er natürlich am meisten durch, aber er geht mit seinen Partnern eine schöne Liaison ein, so dass der Mai Tai lange nicht so krass ist, wie das bei einem reinen 1990er Mai Tai der Fall ist. Immer wieder kommen ganz neue Dimensionen dieses Blends durch, man hat so unendlich viel zu entdecken. Nach dem 1990 ist es tatsächlich schwer, die anderen Teile des Blends punktgenau auszumachen, aber sie leisten genauso ihren Teil zum gelingen wie jeder andere Part des Drinks. 
Ein "Lob" geht hier auch an den "low"- und non-alkoholischen Part des Drinks: Orgeat, Curacao, Zucker und Limette machen einen grandiosen Job und unterstützen die Cuvee wo es nur geht. Ich bin einfach nur geflasht! Notiz am Rande: die Rums haben im Schnitt übrigens einen Alkoholgehalt von 63,55% vol., der ganze Drink einen von 36,78% vol. Das ist schon ziemlich potent!

Fazit: ein Mai Tai der Superlative! Nicht, dass er nun unbedingt noch sehr viel besser schmecken würde als andere Mai Tais der Spitzenklasse, aber er ordnet sich eben genau dort ein und das Wissen darum was man da gerade im Glas hat macht natürlich schon noch einmal viel aus. Der Kopf trinkt mit und das soll er manchmal auch. In jedem Fall ist dieser Drink der absolut würdige Abschluss dieses feucht fröhlichen Monats und etwas, was ich schon seit langer Zeit mal vor hatte auszuprobieren. Das ist nun geschehen und ich kann es euch auch nur empfehlen. Am besten natürlich zu einem besonderen Anlass, denn dazu sind einige der verwendeten Rums sonst einfach zu kostbar. Achso, und wenn ihr andere Favoriten bei den jeweiligen Jahrgängen habt, dann tauscht ihr diese im Blend natürlich gegen die von mir verwendeten ein. Es soll ja euch schmecken, und nicht meinem Geschmack möglichst nahe kommen. 

Morgen wird es hier dann noch einen kleinen Ausklang geben, in dem ich ein Fazit ziehen und noch einmal auf den Monat als ganzes zurückblicken werde. 

Bis dahin,
Flo


Donnerstag, 25. Mai 2017

Mai Tai mit Velier Caroni Rum 17 YO und Premium Rum Hampden 16 YO

Liebe Rum- und Mai Tai Freunde,

spontan habe ich meinen Plan verworfen, heute nochmal ein Review aus der Konserve zu bringen und mich statt dessen für einen Mai Tai mit einem Blend aus den hier auf BAT schon besprochenen Velier Caroni Rum 17 YO 1998 und Premium Rum Hampden 16 YO 2000 entschieden. 
Ich bin von einem Leser der ersten Stunde dieses Blogs darum gebeten worden, von Rum Club Member "Mixael", den ich noch aus dem alten Cocktails & Dreams Forum kenne. Mixael, das verrät der Name, ist vor allem am Shaker zu finden, trinkt aber auch mal gerne einen guten Tropfen pur. Wer diesen Blog akribisch genau verfolgt hat, der kann diesen Namen sogar kennen. Denn ich habe huer schon einmal eine hervorragende Idee von ihm umgesetzt: den Basil on Fire
Heute also der Caroni/Hampden Mai Tai: ich wählte dafür den Velier Caroni, da ich momentan keinen anderen offen habe, der sich besser eignen würde. Vom Ancient Mariner blieb leider nichts übrig. Um dem Caroni eine Chance zu lassen war klar, dass es auf der anderen Seite ein 2000er Hampden werden würde. Das Mischungsverhältnis bestimmte ich auf 3,5 cl Caroni zu 2,5 cl Hampden. Mal sehen, was dabei herum kommt. 



Verkostung des Mai Tais mit Velier Caroni Rum 17 YO & Premium Rum Hampden 16 YO:

Dunklere Farbe als so häufig diesen Monat. Klassische Mai Tai Farbe! Milchig, trüb, leicht dunkler als das Orgeat. 

Geschmacklich kommt das dabei heraus, was man sich gemeinhin auch vorstellen konnte: ein Dirty Mai Tai, ein Hampden Mai Tai mit Dreck! Was für den Außenstehenden verstörend klingen muss, lässt in einem Fan von Hampden und Caroni die Neugierde ins Unermessliche steigern. Und das absolut zurecht! Beide Rums kommen abwechselnd immer wieder durch und scheinen ein total geniales Tennismatch im Glas zu spielen. Die beiden spielen sich den Ball immer wieder hin und her und keiner der beiden ist bereit seinem Gegenüber den Punkt zu überlassen. Hampden - Caroni - Hampden - Caroni - Hampden - ... Und immer so weiter. 
Dazu geben die anderen Zutaten aus Curacao, Orgeat und Limette eine würdige Bühne, auf der die anderen beiden sich entfalten können. Toll! Und vor allem: überhaupt nicht anstregend! Dieser Drink macht einfach nur Spaß! 


Fazit: Grazie, Micha! Der hat mir wirklich überaus gut gefallen! Ein weiteres Mal beweist der Mai Tai hier seinen Facettenreichtum und kann mit dieser ganz speziellen Kombination glänzen. Es stimmte einfach alles bei diesem Drink. Diese Version gefiel mir glaube ich noch ein wenig besser als die reine Caroni-Variante. Wirklich außergewöhnlich! 


Morgen geht es hier dann weiter mit der Rezeptur eines weiteren Rum Club Mitglieds. Genauer gesagt, der des Captains!

Bis dahin,
Flo


Montag, 15. Mai 2017

Mai Tai mit Premium Rum Jamaica Hampden 2000

Liebe Rum- und Mai Tai Nerds,

gestern hatte ich das Vergnügen euch die puren Vorzüge des Premium Rum Hampden 2000 von Andreas Schwarz näher zu bringen und im Review wird am Ende sehr deutlich, warum ich mir den Rum auch im Mai Tai vorstellen kann. In meinen Augen ist das einfach eine unglaublich gelungene Abfüllung und Hampden 2000 in Fassstärke funktioniert im Mai Tai oft noch besser als pur. Weil ich eben gestern erst sehr viel zu dem Rum gesagt habe, machte ich heute auch direkt mit dem Mai Tai weiter und verzichte auf weitere einleitende Worte. ;)

Zur Erinnerung: hier nochmal eine Kurzfassung mit den Randdaten zur Abfüllung:

Abfüller:                Premium Rum by Andreas Schwarz
Land/Region:       Jamaica
Destillerie:            Hampden Estate
Alter:                        16 YO (2000 - 2017)
Alkoholgehalt:   59,5% vol.



Verkostung des Mai Tais mit Premium Rum Jamaica Rum Hampden 2000:

Farblich fast ein typischer Mai Tai, nur minimal heller. Der Rum ist eine Ecke dunkler als andere Hampden und das überträgt sich letztlich auch in geringem Maße auf den Drink.

Geschmacklich geht es dann aber sehr zur Sache! Der Rum kommt besser durch als z.B. der TRC Hampden 2000 16 YO, lässt aber seinen Mitspielern jeden Raum sich optimal zu entfalten. Eine sehr harmonische Kombination, nichts was verschreckt und nichts was spaltet. Genug Bums, um Hampden- und Mai Tai Fans zu überzeugen und zu wenig Aggressivität, um Gelegenheitsgenießer, so benenne ich das nun einfach mal, im Glauben daran, dass jeder weiß was gemeint ist, zu verschrecken. Gefällt mir ausgesprochen gut! Sehr entspannt! Auch Gedanken um die richtige Kühlung sind zu vernachlässigen. Der Mai Tai schmeckt sowohl zu Beginn schon richtig gut, als auch nach einiger Standzeit. Tendenziell würde ich aber zu größerem, festerem und trockenem Eis raten. Wie gesagt, der Drink kann Verwässerung ab, aber ich fand ihn zu Beginn nochmal einen Ticken besser als zuletzt. Ein Stück weit ist das aber tatsächlich auch normal. 

Fazit: was will ich eigentlich sagen? Letztlich vor allem, dass der Premium Rum im Mai Tai einfach auf hohem Niveau unglaublich Spaß macht! Nichts ist zu lasch und nichts ist zu krass. Natürlich stößt er nicht in die absolute Spitze vor, aber einen solchen Mai Tai brauche ich ja auch nicht jedes Mal. Im Gegenteil. Hochklassige Rums für den Mai Tai gibt es, mehr oder weniger kostspielig, immer. Rums, die einen sehr zurückhaltenden Mai Tai machen findet man auch leicht. Aber etwas dazwischen, einen Rum wie den, den ich hier heute im Mai Tai probiert habe, findet man seltener. Er funktioniert ähnlich wie damals der mit Cadenhead Hampden JMLR 8 YO in Cask Strength, ist nur wesentlich, um nicht zu sagen um ein Vielfaches, besser als dieser.

Morgen wird es hier ein kleines Experiment geben. Seid gespannt!

Bis dahin
Flo

Sonntag, 14. Mai 2017

Premium Rum Jamaica Rum 16 YO Hampden 2000

Liebe Rum Gemeinde,

heute möchte ich euch das erste Mal seit sehr, sehr langer Zeit wieder einen Hampden Rum aus dem 2000er LROK-Batch vorstellen. Dass es so lange gedauert hat liegt vor allem daran, dass mir dieser Stil Hampdens, von allen mir bekannten, am wenigsten gefällt und es nicht ganz so einfach ist, mich von Hampden 2000 zu überzeugen.
Woran das liegt? Vor allem am Estergehalt dieses Batches. Dieser ist sehr viel geringer als er das in anderen Batches ist und wird von Hampden mit dem Mark LROK bezeichnet. Das bedeutet, dass der Rum einen Estergehalt von zwischen 200 und 400 gr/laa hat. Zum Vergleich: das Batch aus 1998 z.B. trägt das Mark HLCF und hat einen Estergehalt von zwischen 500 und 700 gr/laa.

Anfang des Jahres besuchte ich wieder einmal den Rumhändler und Autor Andreas Schwarz in seinem Ladengeschäft in Preetz bei Kiel und erfuhr von ihm, dass er unter dem Label "Premium Rum" (angelehnt an den Titel seines Rumbuches) in Kürze einen Hampden Rum selbst abzufüllen gedenkt. Als ich hörte, dass der Hampden aus dem Jahr 2000 sein wird, war ich zunächst einmal skeptisch, aber doch auch interessiert, da Herr Schwarz sehr von dem Rum schwärmte und der Mann nun einmal einen sehr guten Geschmack hat.
Anfang April war ich dann erneut in Preetz zugegen und dieses Mal hatte Herr Schwarz den Rum dann auch schon fertig abgefüllt bei sich im Laden stehen. Probieren konnte ich natürlich auch direkt und was ich im Glas hatte überzeugt mich doch auf Anhieb. Aber, wie das eben immer so ist, solche Tastings unterwegs sind auch immer sehr über das Knie gebrochen und sollen im Grunde nur eine Hilfe zur Kaufentscheidung darstellen. Viel mehr als schmeckt mir oder schmeckt mir nicht bleibt da oft nicht hängen und das reicht zu diesem Zwecke auch völlig aus. Weil ich euch aber noch ein wenig mehr über den Rum erzählen möchte, kommt nun das ausführliche Tasting des Rums hier auf dem Blog für euch.

-------------------------------------------------------------------------------------------------




Verkostung des Premium Rum Jamaica Rum 16 YO Hampden 2000:

Preis: Der Rum kann bei Andreas Schwarz in Preetz für ca. 50 Euro/0,5 Liter im Ladengeschäft erworben werden.

Alter: von Oktober 2000 bis Januar 2017 reifte der Rum im Fass. Eine offizielle Altersangabe besitzt der Rum nicht. Er hat aber volle 16 Jahre Reife hinter sich.

Lagerung: keine Angaben. Aber mir sind bisher keine definitiv tropisch gelagerten Hampden Rums aus der Pre-Hussey-Ära bekannt. Hier wird das nicht anders sein.

Fassnummer: #39

Angel's Share: unbekannt.

Alkoholstärke: 59,5% vol.

Destillationsverfahren: eine Double Retort Pot Still Brennblase hat diesen Rum destilliert.

Mark: keine Angabe. Die Rums des Jahrgangs 2000 trugen bisher allerdings durchgängig das Mark LROK, bzw. JMLR, was aber auch LROK bedeutet. Der Estergehalt des Rums liegt also zwischen 200 und 400 gr/laa Ester.

Farbe: sattes, dunkles Stroh. 

Viskosität: satte, fette Schlieren weiten sich an der Glaswand aus und laufen träge am Glas herunter. 

Nase: zunächst finde ich eine eher stechende und deutlich alkoholische Nase vor. Wild und ungezügelt. Die Aromen sind ineinander verwoben und lassen sich kaum entschlüsseln. Nach weit über zwei Stunden im Glas, ja, der Rum dankt einem diese Zeit, habe ich dann ein sehr volles, intensives und rundes, Hampden typisches Bouquet. Der Alkohol sticht nicht mehr in der Nase und die einzelnen Aromen bieten sich bereitwillig an entschlüsselt zu werden. 
Zu Beginn habe ich jetzt leichte Klebstoff-Noten der Ester, dahinter kommen sehr präsente Vanille und gebrannte Mandeln. Etwas dahinter habe ich auch klare Assoziationen zu gegrillter Ananas, gebackener Banane, Rauch, verkokeltem Holz und dunkler Erde. 
Klar, das ist ein 2000er und daher per se keine Esterbombe, aber in der Nase ist das wirklich ein wunderbar runder Rum, der eigentlich alles bietet, was Hampden stark macht, nur eben in kleinem Maßstab. Eben mit nicht so viel Bums und auch nicht ganz so komplex wie andere Jahrgänge. Aber dieser Hampden ist perfekt, um einem, was diese Destille betrifft, unbeschriebenen Blatt näher zu bringen, worum es bei Hampden geht. 

Gaumen: Der Rum ist am Gaumen vor allem wunderbar weich und muss trotz seiner fast 60% vol. kaum gebändigt werden. Sehr, sehr angenehm, sehr gefällig! Unglaublich cremige Textur, der Rum breitet sich wie ein Ölteppich schnell im gesamten Mundraum aus und macht es sich dort bequem. Man mag ihn herrlich lange im Mund behalten und bekommt, was sich schon in der Nase andeutete: einen überaus vollen und runden Rum!
Da sind erneut gegrillte Ananas und gebackene Bananen, dazu feine Röstaromen und etwas fast fleischiges. Hinten heraus kommt dann ganz leichtes Anis.
Wie beim Bouquet, so gilt auch hier: andere Hampden Jahrgänge können mehr, aber für einen 2000er wird einem bei diesem Rum hier schon eine Menge geboten. Großer Hampden in kleinem Maßstab. 

Abgang: esterig, gebrannte Mandeln, Anis, trocken. Ein Hampden-Abgang, wie man ihn erwartet. Heißt vor allem auch: lang anhaltend!

-------------------------------------------------------------------------------------------------

Fazit: das ist LROK Hampden 2000 auf maximalem Niveau! Das bedeutet zunächst erst einmal, dass natürlich auch dieser 2000er aus Hampden meine Präferenz für andere Jahrgänge dieser wunderbaren Destillerie nicht im Stande ist zu gefährden, das wird kein 2000er schaffen. Aber das bedeutet tatsächlich auch, dass ich diese Abfüllung von Andreas Schwarz deutlich besser finde als alle anderen bisherigen Hampden-Abfüllungen des Marks LROK aus diesem Batch. Reife, Frische, Komplexität und Alkoholgehalt (Fassstärke) geben ein sehr stimmiges Gesamtbild ab, welches ich in dieser Kombination bisher so noch nicht im Glas hatte.
Besonders hervorzuheben ist der sehr faire Preis. Für 50 Euro auf 0,5 Liter kann man da relativ wenig falsch machen.

Da der Rum mit seinen 59,5% vol. auch ordentlich Bums hat und sich Hampden 2000 ganz allgemein immer sehr ordentlich im Mai Tai präsentiert, werde ich natürlich auch diesen Rum morgen im Mai Tai probieren und das Ergebnis hier präsentieren.

Bis dahin
Flo