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Sonntag, 29. November 2020

Velier Caroni Ceremony 2019 - Vintage 1998

Liebe Rum Gemeinde,

zum ersten Advent und zum Ausklang dieses Monats möchte ich euch noch einmal mitnehmen zur Caroni Ceremony 2019. Leider konnte ich, wie die meisten von euch, damals nicht dabei sein und so bleibt mir nur, dank der Hilfe der wenigen Glücklichen denen es besser erging, mir im Nachgang zumindest einen kleinen Überblick darüber zu verschaffen, was es dort seinerzeit zu verkosten gab. Den Anfang machte Ende Oktober der Jahrgang 2000 nun nun geht es hier, knapp einen Monat später, mit drei Vertretern aus 1998 weiter!




Dazu möchte ich eingangs natürlich auch heute erst einmal wieder den lieben Menschen danken, die es mir überhaupt erst möglich gemacht haben dieses spannende und exklusive Tasting durchzuführen! Das ist einfach ganz, ganz großes Kino und mir bedeutet das sehr viel! Vielen lieben Dank dafür! 

Ansonsten habe ich das meiste zum Rahmen der Ceremony am 12. April 2019 und auch zum status quo der verbliebenen Caroni Casks (die inzwischen Glas Ballons gewichen sind und nicht mehr weiter reifen), sowie zu den weiteren Plänen Veliers und Luca Garganos bereits im ersten Teil meiner Ceremony Tastings hier behandelt. Die Stichworte waren hier die Employee Serie, The Last & Tasting Gang, Single Cask Bottlings und der VSGB (Velier Small Great Bottles) Club mit seinen 10 cl Abfüllungen. Wer das gerne nochmal etwas detaillierter haben möchte, der möge gerne hierauf zurückgreifen. Was ich noch verraten kann ist, dass nach meinem heutigen Tasting der 1998er Caronis auch noch Sessions zu den 1996er Trinidad Stock, den 1996er Guyana Stock und den 1994er Guyana Stock Caroni Casks folgen werden. Wann ich dazu komme, muss ich aber schauen. Solange aber die unabhängigen Abfüller weiter so großartige Releases in der Schlagzahl wie in diesem Jahr veröffentlichen könnte sich das aber hinziehen... Glaubt einem ja kein Mensch, was sich da gerade diese Woche schon wieder angekündigt hat... 🙈 Doch bleiben wir für den Moment im hier und jetzt und widmen uns den drei 1998er Fassproben!



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Caroni 1998 HTR 21 YO (1998 - 2019), ??% vol. (#3909)

Nase: schöne volle, reichhaltige und intensive Caroni-Nase! Anders als bei vielen der 2000er Casks vom letzten Mal schreit einem Caroni hier schon fast ins Gesicht. Das Bouquet ist sehr ausbalanciert, hier überlagert nichts und hier fehlt auch nichts. Da ist Dreck, da ist Fruchtigkeit, da sind Tannine und dazu kommt noch eine ungewohnte aber sehr gut zum Potpourri passende Note aus Zitrusfrüchten und etwas medizinischem. Der Alkohol ist dazu sehr gut eingebunden und sticht nach etwas Atmen im Glas auch kein bisschen mehr. Für einen 1998er beeindruckt mich die Nase wirklich sehr und ich fühle mich da an den Buju oder auch den Yunkoo Employee erinnert.

Gaumen: am Gaumen erscheint mir der Rum zunächst etwas banal und weit weniger Caroni-typisch als es die Nase noch vermuten ließ. Der Alkohol ist schon sehr präsent und der Einschlag von Menthol, Medizin, Jod und Tanninen ist sehr krass! Da fehlt mir leider so ein wenig die Süße und die Fruchtigkeit, die gehen dem #3909 zu meinem Bedauern komplett ab. Sehr schade! Dieses könnte gefühlt auch einfach einer dieser 1997er oder 1998er Caronis der vielen anderen UA sein. 

Abgang: dreckiger Abgang mit viel Jod, aber wenig begeisternd. Das ganze schlägt schnell um auf eine sehr trocken werdende Seite. Auch hier gefällt mir das Fass #3909 leider nicht so. 


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Caroni 1998 HTR 21 YO (1998 - 2019), ??% vol. (#3911)

Nase: die Nase vom #3911 geht in eine ähnliche Richtung und gefällt mir ebenfalls, da besteht kein Qualitätsverlust im Vergleich zum #3909. Im Gegenteil, sie gefällt mir sogar eher noch besser. Die Balance und Einbindung des Alkohols stimmen hier, der Rum erscheint komplex, die Intensität ist ausgeprägt. Der Side-Kick aus Zitrusfrucht und Medizin fehlt hier, bzw. ist nicht vorhanden, wodurch der Caroni noch etwas typischer daher kommt als die #3909. Auch der gefällt mir sehr gut! Bis hier her sogar mein Favorit! 

Gaumen: ein ordentlicher erster Eindruck, der mir schon sehr viel mehr zusagt als es der #3909 am Gaumen vermochte. Caroni 1998 kommt hier sehr gut raus, allerdings hatten z.B. der Buju und der Yunkoo noch immer mehr Süße und Fruchtigkeit, als es auch dieses Fass hier aufweist. Der Rum ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Mir fällt hier das Beispiel mit dem ungeschmückten Weihnachtsbaum wieder ein (s. Caroni #4053) und fühle mich darüber hinaus einmal mehr darin bestätigt, dass 1998 einfach nicht mein Batch ist bei Caroni. Schade, insbesondere nach der tollen Nase!

Abgang: typischer 1998-Abgang mit ordentlich Dreck und einigem an Tanninen. Dann trockener und angenehm bitter werdend. Das Finish weiß zu gefallen! 


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Caroni 1998 HTR 21 YO (1998 - 2019), ??% vol. (#3912)

Nase: dem #3912 merkt man am ehesten an, dass es sich bei ihm um einen 1998er Caroni handelt denn erinnert mich sehr an den Dennis "X" Gopaul Employee. Diese Nase braucht lange Zeit zum Atmen, ist dann aber sehr stark! Der Alkohol ist gut eingebunden, die Intensität hoch, einzig bei der Balance hat der Rum leicht Schlagseite, denn er tendiert schon sehr klar ins dreckige, weit stärker als die beiden anderen vor ihm. Das ist nicht ganz so meins, aber qualitativ ist spielt auch der #3912 auf ganz hohem Niveau! Der krasse Anis-Einschlag der mit der Zeit kommt, gefällt mir!

Gaumen: am Gaumen erinnert mich der Rum ebenfalls sehr an den Dennis "X" Gopaul. Von allen dreien hat er wohl die ausgeprägteste Süße (auch dieser Kontrast von Nase zu Gaumen war ja beim Dennis schon zu beobachten) und die am meisten ausgeprägte Balance am Gaumen. Der Alkohol ist zwar nicht ganz optimal eingebunden, aber der Rum in der Tendenz lecker und von den heutigen dreien wohl überraschend der beste am Gaumen. Doch selbst hier wieder: 1998 ist einfach nicht meine Präferenz No. 1! 

Abgang: trocken und bitter werdender Abgang, etwas Spekulatius bilde ich mir ein (?!), darüber hinaus aber unspektakulär. Der schwächste Part des Rums. 


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Gesamtfazit:

Mein Fazit fällt heute erstaunlich ähnlich aus wie beim letzten Mal, als ich die 2000er Fassproben der Ceremony im Glas hatte. Und das heißt zunächst einmal: keines der Fässer hätte ich am Ende des Tages für ein Single Cask ausgewählt! Das Fass #3912 ist sicher kein schlechtes, gerade wenn man auf diesen Stil steht, und kommt der Qualität für ein Single Cask ganz sicher am nächsten, aber kaufen würde ich ihn nicht. Fairerweise muss man aber auch dazu sagen, dass ich aus 1998 mit drei verkosteten Fässern eindeutig die wenigsten Fässer aller Jahrgänge probieren konnte, was sicher auch daran liegt, dass die Jungs von denen ich die Samples habe alles andere als große Fans von 1998 sind und da dementsprechend wenig mitgenommen haben. Ich kann es ihnen nachfühlen und das ist dann gleichsam auch der große Unterschied zu den verkosteten 2000er Fassproben: meine Erwartungen waren heute deutlich geringer, einfach, weil ich kein 1998er Fan bin. Die große Parallele wiederum zu den Fassproben des Jahrgangs 2000 ist aber vor allem, dass es mich fasziniert wie wenig mich die einzelnen Fässer für sich gesehen überzeugen, welch gute Blends es Luca aber schafft daraus zu kreieren! Immer wieder gelingt es ihm an der Stelle, Schwächen im Blend untergehen zu lassen und die jeweiligen Stärken herauszustellen. Das kann man gar nicht oft genug positiv bemerken! Gerade im Hinblick auf Buju oder Yunkoo bin ich da wirklich beeindruckt (über den Brigade mag ich an der Stelle gerade lieber den Mantel des Schweigens legen😉), bei denen ist der Blend eindeutig besser als es die Summe seiner Einzelteile gewesen sein dürfte. Das ringt mir den allergrößten Respekt ab! Andererseits wirft das aber natürlich auch die Frage auf, inwieweit 1998 nicht generell eher zum blenden taugt denn als Single Cask, auch ob der Tatsache, dass aus 1998 meines Wissens nach bisher noch nie ein einzelnes Fass von Velier abgefüllt wurde. Eventuell hat das ja gute Gründe... 

Ich wünsche euch nun noch einen schönen ersten Advent und eine besinnliche Vorweihnachtszeit! 

Bis demnächst,
Flo

Donnerstag, 19. November 2020

Velier feat. Appleton Estate 💙 Hearts Collection

Liebe Rum Gemeinde,

vor etwa einem Jahr schon wurden sie uns von Luca Gargano angekündigt, nun endlich stehen sie in Form der Hearts Collection kurz vor dem Release: drei 100% Pure Pot Still Rums aus drei verschiedenen Jahrgängen in Fassstärke von Appleton Estate in Kooperation mit Velier!


Was liegt heute an? 

Was wurde nicht alles schon geschrieben, gesprochen und gemutmaßt, bevor sich sämtliche Gerüchte im Laufe dieses Jahres dann peu a peu erst konkretisierten und dann schließlich in einer definitiven Ankündigung mündeten. Sie kommen nun also definitiv, die Appletons! Seit jeher lag der Fokus dieser Mutmaßungen dabei vor allem auf zwei Komponenten, die die Rums deutlich von jenen Standard-Bottlings unterscheiden sollten, die wir auch hierzulande und beinahe auf der ganzen Welt in fast jedem gut sortierten Fachhandel beziehen können: darauf, dass sie zu 100% aus Pot Still Destillaten bestehen und auf einem Alkoholgehalt von deutlich mehr als den viel zu dünn geratenen immer gleichen 45% vol., die uns normalerweise offeriert werden. Seit Freitag nun werden die Rums in diversen Online-Live Tastings mit Joy Spence, Ian Burrell und Luca Gargano selbst der Welt vorgestellt und am vergangenen Montag hatte ich dabei sogar selbst das Glück, bei einem dieser Tastings dabei sein zu dürfen. 

Aus Gründen der Transparenz: zu diesem Zweck erhielt ich von La Maison du Whisky und Velier 3 x 20 cl Samples zur Verkostung gratis (was aber natürlich wie immer mit keinerlei Pflichten meinerseits einher geht). Das sei an dieser Stelle aus Gründen der Transparenz selbstverständlich erwähnt, ebenso wie natürlich ein riesiges Dankeschön an alle Beteiligten! Grazie Mille, Merci Beaucoup & Thank you very much!

A gift to the rum lovers

Meine persönliche Beziehung zu Appleton war daher seit jeher ambivalent. Auf der einen Seite habe ich damit meine Rumlaufbahn begonnen und auch zwischendurch immer mal wieder registriert, dass mir der Stil grundsätzlich eigentlich auch sehr zusagt, weshalb die Rums für mich schon auch eine wichtige Rolle spielen. Auf der anderen Seite fühlte ich mich als Nerd bisher von Appleton aber auch stets ein Stück weit ignoriert, was noch die positivste aller Interpretationen dieser Beharrlichkeit ist, mit der Appleton seit Jahren die Wünsche aus Sicht der High End Connaisseure unerfüllt ließ. Mir ist dabei vollkommen klar, dass wir in unserer kleinen Blase nicht der Nabel der Welt sind und das Geld mit eben jenen Standards verdient wird, denen wir längst entwachsen sind. Auch, dass man darüber jetzt die Produktion komplett umstellt habe ich daher natürlich nie erwartet. Dass man es aber niemals hinbekommen hat die Core Range zumindest einfach mal um z.B. einen 12 YO mit 50-60% vol. zu ergänzen, das habe ich tatsächlich nie verstehen können, denn das bekommen andere große Produzenten auch super hin. Das ist weder wahnsinnig anspruchsvoll noch wäre das aus meiner Sicht zu viel erwartet gewesen - dafür aber zeitgemäß! Und da bin ich dann durchaus bei einem meiner Hauptkritikpunkte überhaupt an die Produzenten in der Karibik: sie sind aus meiner Sicht nicht immer zeitgemäß aufgestellt. Spirituosen mit erhöhter Trinkstärke sind längst kein Geheimtipp mehr und eine relevante Nachfrage besteht durchaus. Nicht umsonst sehen es karibische Produzenten seit einigen Jahren oft plötzlich problematisch, dass europäische unabhängige Abfüller deren Stoff unter Nennung des Namens der Brennerei in Fassstärke verkaufen. Das hat aber aus meiner Sicht nichts mit "Colonialism" zu tun, sondern schlicht damit, dass die Produzenten fast sämtlich das Potenzial ihrer eigenen Produkte nicht hinreichend erkannt haben und zum Teil immer noch nicht erkennen, oder überhaupt keinen Plan davon haben, wie sie dieses wirklich ausschöpfen können. Somit wird das Problem aus meiner Sicht ganz simpel durch die Gesetze der Wirtschaft erfasst und ist nicht Kolonisierung oder ähnliches zurückzuführen. 

Zoom-Talk am Montag Abend mit Luca Gargano, Joy Spence, Ian Burrell 
und Rum-Lovern aus der ganzen Welt


Wo Appleton selbst also entweder geschlafen oder es aus anderen Gründen versäumt hat sein Produkt weiter zu denken, musste also erst wieder der große Zampano aus Italien kommen und das scheinbar unmögliche möglich machen. Luca, das ist bekannt, hegte schon lange den Wunsch einmal gemeinsam mit Appleton einen Rum nach seiner Vorstellung zu releasen. In der Live-Konferenz am Montag nannte er die Jamaicanische Destille seinen persönlichen Mount Everest, den er Reinhold Messner gleich nun bestiegen habe. Und das ist durchaus nachvollziehbar. Er hat Hampden gebracht, er hat Long Pond gebracht, hatte Worthy Park im Portfolio und hat mit den EMBs aus 1995 und 2010 auch Monymusk nochmal auf ein neues Level gehoben. Ignoriert man New Yarmouth, bzw. sieht sie als Teil von Wray & Nephew, hat Luca mit den Appletons nun also seinen ganz persönlichen jamaicanischen Zirkelschluss erreicht, alle Destillen durch und feilt damit selbstverständlich weiter an seinem Legendenstatus, der ihm aber auch schon nach den tropisch gereiften Demeraras und Caronis schon nicht mehr zu nehmen gewesen wäre. Und obwohl ich Lucas Ansichten nicht immer zu 100% teile und auch in einigen Punkten sogar energisch widerspreche, so komme ich angesichts dieser, seiner, Leistungen und Verdienste um die Rumwelt nicht umhin, mich an dieser Stelle wirklich einmal zu verneigen! Denn Guyana, Caroni und Jamaica gehören für mich wirklich zu dem allerbesten was die Rumwelt je gesehen hat, nur weniges von außerhalb dieser drei Größen reicht für mich daran heran, und Luca hat hier in vielen Bereichen (und in sämtlichen Belangen was Tropical Aging angeht!) die absoluten Benchmarks gesetzt! Was für eine Lebensleistung! Chapeau! 

So, und auch wenn das alles sicher schon Grund genug ist dem ganzen seine Aufmerksamkeit zu schenken, so hat man hier doch seitens der Verantwortlichen sogar noch ein Stück weiter in die Trickkiste gegriffen und jetzt nicht einfach irgendwelche Jahrgänge von Appleton abgefüllt, nur um ein Häkchen auf der Bucketlist machen zu können, sondern man hat sich auch für richtig alte und lange gereifte Vertreter mit sehr hohem Congeners-Gehalt entschieden. So kamen am Ende ein 26 YO Rum aus 1994 mit 1184 gr/hlpa, ein 25 YO aus 1995 mit 1440 gr/hlpa und ein 21 YO aus 1999 mit einem Congeners-Gehalt von 855 gr/hlpa in die Flasche. Geblendet wurden dafür jeweils 12 Fässer gleichen Marques miteinander. Welche Marques jeweils verwendet wurden (bei zwei Jahrgängen war es das gleiche Marque) wollte Joy Spence allerdings zu meinem Bedauern unter keinen Umständen verraten. Wir haben es am Montag mehr als einmal versucht ihr zu entlocken ;-) Der Alkoholgehalt schließlich liegt beim 1994er bei 60% vol., bzw. bei jeweils 63% vol. beim 1995er und 1999er. Und nun schauen wir uns die drei mal aus der Nähe an!


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Velier Jamaica Rum 26 YO Appleton Estate 1994: 

In der Nase habe ich direkt nach dem Einschenken ein schönes, dunkles und durchaus an Appleton erinnerndes Profil mit reichlich Tiefgang, Komplexität und Intensität, dafür aber nahezu ohne alkoholische Schärfe. Der Rum ist richtig Smooth! Joy Spence sprach hier im Live-Tasting von Orangen und Ingwer und ich würde ihr hier durchaus zustimmen. Ich habe außerdem einiges an Klebstoff und Lösungsmitteln, in denen sich definitiv der recht hohe Congeners-Gehalt widerspiegelt, sowie starke Bourbon Vanille und weitere Gewürze. Darüber hinaus ist aber natürlich auch der Einfluss des Fasses nach 26 Jahren tropischer Reifung enorm, so dass auch Eichenholz und Tannine nicht zu übersehen sind und diesem Rum durchaus ihren Stempel aufgedrückt haben. Einigen könnte das sogar schon zu viel sein, mir allerdings gefällt's! Mit zunehmener Zeit im Glas wird die Nase dann noch deutlich besser, noch komplexer und erreicht definitiv eine Qualität, wie wir sie nicht jeden Tag zu sehen bekommen! 
Am Gaumen kann ich zunächst nur sagen: Wow! Das ist mal richtig, richtig guter Stoff! Erinnerungen an andere Jamaicaner, wie den Monymusk 1995 von Velier kommen sofort auf, aber auch Assoziationen zu Worthy Parks sind bei mir vorhanden, bzw. so stelle ich mir einen WPM 2006 nach 26 Jahren tropischer Reifung in Zukunft vor! Der Rum ist stark, im Sinne von Potent, aber nicht übertrieben alkoholisch und dazu überaus vollmundig. Mit zunehmender Zeit am Gaumen wird er dann auch cremiger und zeigt sich mit Noten von Bananenchips, Orangen, vor allem aber Anis en masse (!!) und Tanninen sehr typisch für einen lange und intensiv gereiften Jamaicaner. Wenn man den Rum allerdings zu lange im Mund behält, gewinnen diese die Übermacht und der Rum gerät für mich ein wenig zu bitter, daher würde ich zu kleineren Schlücken tendieren, die man schneller heruntergebracht hat. Dann aber belohnt einen der Rum nach allen Regeln der Kunst!
Im Abgang zeigt sich der Rum dann nochmal warm und trocken und mit der Zeit bitterer werdend. Dann ein charakteristischer, medizinischer Touch. Geschnittenes Geäst. Nelke. Cola. Leicht an Gardel erinnernd. Sehr komplex, richtig gut und vor allem wirklich sehr langanhaltend! 

-92/100-

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Velier Jamaica Rum 25 YO Appleton Estate 1995:

Die Nase vom 1995er gefällt mir vom Start weg besser als die des 1994ers! Hier finde ich durchaus auch einige für Appleton vollkommen untypischen Esternoten, die hier aber leider nicht gesondert auf dem Label angegeben werden, sondern lediglich in der Gesamtmasse der Congeners mit erfasst sind, die hier von allen drei Rums der Collection am stärksten ausgeprägt ist. Das wiederum geht ein wenig zu Lasten der Komplexität und der Tiefe, die ich beim 1994er stärker sehe, allerdings macht die Nase das für mein persönliches Gefallen durch eine starke Intensität wett, die mir sehr gefällt. Auch beim 1995er ist der Alkohol gut in die Nase eingebunden. Im Bouquet finde ich weniger das Appleton-typische, da die Congeners vieles durch Lösungsmittel  und Flüssigklebstoff überlagern, aber etwas Bitterorangen und natürlich auch Eichenholz und Tannine habe ich hier auch. Nach hinten heraus und mit zunehmender Zeit im Glas gewinnt der Rum allerdings nicht in dieser Weise noch dazu, wie ich das beim 1994er sehe. Ich habe nun auch Sahne-Toffee, allerdings nimmt die Intensität und damit die große Stärke dieser Nase deutlich ab. Seine beste Zeit im Glas hat der Rum für mich in den ersten 30 Minuten. 
Der Wow-Gedanke schleicht sich auch hier beim 1995er Appleton am Gaumen ein! Hatte ich beim 1994er schon deutliche Assoziationen zum 1995er Monymusk, so werden diese hier nochmals klar gesteigert! Die Parallelen sind überdeutlich! Die Erinnerungen an Worthy Parks WPM fallen bei diesem Vertreter allerdings komplett weg, das geht dann schon in eine andere Richtung. Die 3% vol. mehr im Vergleich zum 1994er fallen nicht so sehr auf, dafür aber der höhere Anteil an Congeners. Das ist schon deutlich mehr Jamaican Funk als beim 1994er mit aber ebenfalls sehr viel Anis, roten Früchten, Orangen, medizinischen Tönen und unfassbarer Intensität! Richtig, richtig lecker! Die Tannine spielen dabei natürlich auch immer noch mit, aber es gilt im Grunde das gleiche wie beim 1994er: lieber etwas kleinere Schlücke, da der Rum mit zunehmender Zeit am Gaumen ins bittere tendiert. 
Im Abgang habe ich frisch geschnittenes Geäst, einen leichten medizinischen Touch (nicht ganz so arg wie beim 1994er), aber insgesamt bei weitem nicht die Komplexität, die der 1994er hier noch aufwies. Zwar zieht sich auch der 1995er noch lange nach dem letzten Schluck hin, aber insgesamt ist das zu 1994 kein Vergleich! 

-90/100-

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Velier Jamaica Rum 21 YO Appleton Estate 1999:

Der 1999er hingegen mag mir schon direkt in der Nase hingegen so gar nicht zusagen! Dieser hat irgendetwas Gin-artiges an sich, was mir so gar nicht gefällt und meinen Geschmack leider sehr verfehlt. Da andere Tasting Teilnehmer, deren Expertise ich sehr schätze vom 1999er allerdings sehr begeistert waren, muss das wirklich eine sehr persönliche Sache sein und ist keine Frage der Qualität! Der ganze Rum wird aus meiner Sicht durch eine frisch und süß-säuerlich anmutende und an Gin, Zitrusfrüchte oder Ananas erinnernde Note überlagert, die mir nicht gefällt. Normalerweise sind das zum Teil zumindest eher Assoziationen, die mir gut gefallen, daher mag das paradox klingen, aber hier kommt das anders daher und für mich irgendwie unpassend. Hinter dieser Note habe ich dann aber warme und wiederum an Orangen und Appleton erinnernde Töne, die das ganze für mich aber erstmal nicht mehr rausreißt. Mit längerer Verweildauer im Glas allerdings verändert der Rum sein Bouquet bemerkenswert deutlich, so dass diese mir unangenehme Note weniger wird, auch wenn sie nie ganz verschwindet und immer noch sehr präsent ist, wenn man das Glas längere Zeit nicht an der Nase hatte und dieses dann wieder dort hinführt. 
Leider habe ich genau diese Note mit der Erinnerung an Gin aus der Nase auch am Gaumen und sie ist dort noch stärker ausgeprägt. Nein, der 1999er möchte mir einfach nicht gefallen, da kann ich zu meinem Bedauern machen was ich möchte, das wird nicht besser. Dementsprechend schwer fällt mir daher aber auch die weitere Beschreibung des Rums, da ich mich hier wirklich dazu nötigen muss, den 1999er im Mund zu behalten. Erinnerungen zu einigen weniger tollen Long Ponds kann ich ihm noch abringen, etwas Anis und durchaus schon bemerkenswert ausgeprägte Tannine, dafür, dass der Rum ja immerhin ganze fünf, bzw. vier Jahre jünger ist als seine beiden Partner der Hearts Collection. Aber es bleibt am Ende immer der Muff. Für mich leider ein Reinfall, auch wenn die Parameter ansonsten stimmig erscheinen. Der Rum ist immerhin vollmundig, intensiiv und der Alkohol zeigt sich gut eingebunden. Leider nutzt mir das nur herzlich wenig. Sehr schade!
Im Abgang dann wieder etwas leicht muffiges mit geschnittenem Geäst. Dazu lang anhaltend, bzw. in diesem Fall sogar länger als mir lieb ist. Machen wir besser einen Haken darunter. 

-79/100-

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Gesamt-Fazit: 

Meine Eindrücke zu den neuen Appletons waren tatsächlich sehr gemischt. Während ich nach der ersten Verkostung am Freitagabend ziemlich begeistert war, so war ich am Montag, während der Live-Verkostung mit Luca, Joy und Ian Burrell, im Verhältnis schon fast ernüchtert und empfand die Rums zwar natürlich als deutliche Steigerungen zu den normalen Appleton Blends, aber eben nicht als absolut herausragend. Heute allerdings, in meiner dritten Session und nachdem ich die Rums jetzt das erste mal wirklich in Ruhe und für mich alleine verkostet habe (so wie sonst auch, wenn ich Reviews verfasse) muss und möchte ich doch sehr deutlich festhalten, dass man hier meines Erachtens seitens Velier und Appleton schon ziemlich abgeliefert hat - zumindest, was die beiden Rums aus 1994 und 1995 betrifft! Über den 1999er möchte ich an dieser Stelle eher nicht weiter sprechen, da er mir einfach nicht gefiel. Dass er hier dennoch mit vorgestellt wurde lag schlicht daran, dass er eben auch Teil der Hearts Collection ist und einzig eine Vorstellung dieser Serie im Gesamten wirklich einen Sinn ergeben hat. 
1994 und 1995 aber sind zwei wirklich hervorragende Jamaica Rums, die man als Rum Liebhaber definitiv mal im Glas gehabt haben sollte, allein schon um zu realisieren was Appleton am Ende des Tages wirklich alles kann. Und das ist doch schon eine Menge, wie ich finde! Klar, es wird jetzt immer noch ein paar Leute geben die jetzt, angesichts einer doch sehr hohen Erwartungshaltung die da im Vorfeld entstanden ist, die absoluten Überrums erwartet haben und nun enttäuscht sind. Allerdings ist mir in dem Fall nicht klar, wohin genau die Erwartungen gingen. Hätte man sich mehr Appleton DNA gewünscht? Das war, im Hinblick darauf, dass 100% Pot Still Rums angekündigt waren, tatsächlich in der Tendenz nicht zu erwarten. Wer danach sucht, der wird verblüffender Weise eher bei den 1994er New Yarmouth Abfüllungen fündig, z.B. von Rum Artesanal, obgleich ich insbesondere heute in meiner Verkostung schon auch sehr viel Appletons in den Rums wiedergefunden habe. Hat man sich High Esters ausgerechnet? Auch hier hat Joy Spence schon mehrfach betont, dass dies nicht der Weg von Appleton ist. Was ich aber wirklich hoffe ist, dass sich ein Angebot einer Abfüllung mit über 50% vol. seitens Appleton in naher Zukunft wirklich mal etablieren könnte. 
Was ich in Bezug auf den 1994er und den 1995er auffällig fand: habe ich die Nasen in meinen beiden Erstverkostungen am Freitag und am Montag noch relativ ähnlich zueinander wahrgenommen, so gehen sie nun in meiner dritten Session schon klar auseinander und der höhere Anteil an Congeners beim 1995 macht sich doch sehr klar bemerkbar. Von Joy Spence gab es ja die Info, dass zwei der drei Rums das gleiche Mark haben und das können dementsprechend eigentlich nur diese beiden sein, aber wie gesagt, in meiner Wahrnehmung gehen auch diese nun schon ziemlich auseinander, so dass wir es all in all schon mit drei sehr unterschiedliche Rums zu tun haben, die, soweit mir das bislang aufgefallen ist, auch alle bereits jeweils ihre Liebhaber gefunden haben. Ich habe jeden der drei Jahrgänge schon mehrfach als Favoriten genannt gesehen. Was also, soll man noch sagen - außer natürlich noch ein letztes Mal "Vielen Dank!". Das kann man an dieser Stelle nicht oft genug sagen.

In diesem Sinne, bis demnächst!
Flo



Sonntag, 25. Oktober 2020

Velier Caroni Ceremony 2019 - Vintage 2000

Liebe Rum Gemeinde,

viel war im letzten Jahr zu hören und zu lesen von der Caroni Ceremony, als Luca Gargano am 12. April 2019 einige seiner Freunde und deren Freunde nach Cognac eingeladen hat um seinen Rest-Stock an Caroni Fässern zu probieren. Dank einiger Teilnehmer dieses Events habe ich nun mit ein wenig Verzögerung die Möglichkeit, ebenfalls einiges dieses Stocks zu probieren und miteinander zu vergleichen, da sie mir zu diesem Zweck Proben der Rums überlassen haben. Vielen lieben Dank dafür! So here we go! 




Über Jahre hinweg war viel gerätselt worden darüber, wie groß der verbleibende Stock an tropisch gereiften Caroni Fässern von Luca noch ist und was genau mit deren Inhalt passieren soll. Im Rahmen der Caroni Ceremony am 12. April 2019 und auch im Zuge der ersten Employee Releases wurde in dieser Frage dann aber auch eine ganze Menge Licht ins Dunkel gebracht:

Eine 14 Teilige Employee Serie also sollte es werden, in der dann das allermeiste der letzten Stocks an Trinidad Stock der Jahrgänge 1996, 1998 und 2000 aufgehen soll. Darüber hinaus kamen mit dem "Last Caroni" und dem "Tasting Gang" Ende 2019 dann auch nochmal zwei Releases mit großer Auflage, in denen ebenfalls nochmal eine ganze Menge Fässer aufgingen, nämlich jene des HTR Guyana Stocks und des Blended Guyana Stocks, jeweils aus 1996. Der Rest, so hieß es lange, werde in noch einmal 23 Single Casks fließen, bevor dann endgültig finito sei. Die Releases wie gesagt kamen, und auch die Employee-Serie ist in der geplanten Form soweit absehbar, dass sie im nächsten Jahr (2021) ihr Ende erfahren und die letzten vier Bottlings der Serie sehen wird. Bleiben folglich noch die Single Casks, wobei da in meinen Augen unklar ist, wie genau das dann laufen wird. Denn mit Lucas aktueller Idee, dem VSGB (Velier Small Great Bottles), nach der er je 10 cl eines jeden Releases seperat an die Caroni-Fangemeinde verteilen wird, blieben für eine reguläre Abfüllung dann nicht mehr viele Flaschen übrig. Denn ein Fass enthielt zuletzt im Schnitt ca. 175 Liter Rum (ca. 250 Flaschen a 0,7 Liter), von denen die 1000 Flaschen a 10 cl dann schon 100 Liter ausmachen würden. So blieben noch ca. 75 Liter für die großen 0,7er Flaschen, was noch ca. 100 Flaschen entspräche. Bei der bestehenden enormen Nachfrage nach diesen Flaschen, wäre das quasi nichts. Und das wiederum hieße in meinen Augen nicht weniger, als dass wir ab 2021 und dem Ende der Employees quasi keine Caroni Releases mehr im regulären Handel werden kaufen können, denn jeder weiß, wie eng es schon bei den Employees dieses Jahr (mit zum Teil über 1000 Flaschen a 0,7) war. Oder im Vergleich noch drastischer: die ebenfalls schon nur seeehr schwer erhältlichen 20 cl Sets der Employees hatten mit je 519 Sets eine Auflage, die immer noch ca. dem fünffachen dieser 100 Flaschen entspricht! Jeder kann sich selbst ausrechnen, was da bei nur noch so wenigen Flaschen überhaupt in den freien Verkauf wandert (Spoiler: nichts!). Daher noch einmal: meines Erachtens haben wir in den vergangenen Wochen, ohne, dass das den meisten so bewusst gewesen sein dürfte, mit dem VSGB Club (so sehr ich ihn begrüße und die Idee mag) nicht weniger als das heimliche, stille und leise Ende der Caroni-Großflaschen erlebt - unter großem Applaus! 

Und auch wenn meine Eindrücke der Rums nun natürlich keine Auswirkungen mehr auf das haben wird was mit den Fässern passiert (bzw. teilweise inzwischen ja auch schon passiert ist), so möchte ich euch diese dennoch gerne präsentieren. Anfangen werde ich dabei heute mit dem Jahrgang 2000!





Caroni 2000 HTR 19 YO (2000 - 2019), 69,58% vol. (#4014)

Nase: Sehr komprimiert zunächst, das Bouquet hat es lange schwer bei dem hohen Alkoholgehalt durchzukommen. Dahinter aber eine für 2000 unglaublich gute Nase, wahnsinnig intensiv, reichhaltig und ausgewogen! Hier überwiegt weder der Dreck, der vielen 2000ern zu eigen ist, noch verliert er seinen jahrgangstypischen Charakter so ganz vollkommen. Der Alkohol ist dazu trotz seiner 69,58% vol. sehr gut integriert, sobald der Rum sich erstmal gesetzt hat. 

Gaumen: am Gaumen sehr holzig, viele Tannine, richtig gehend bitter! Das ist insofern erstaunlich, als dass er das in der Nase so noch gar nicht durchblicken ließ für meine Begriffe. Die Süße ist sehr gering ausgeprägt und schafft es kaum zwischen der Schicht aus trockener, bitterer Tannine durchzublicken. Die kurzen Momente in denen das gelingt stimmen einen aber wehmütig, denn leider schmeckt man doch sehr deutlich heraus, dass der Rum bis vor vielleicht zwei Jahren wohl noch ein richtig guter war, aber danach muss er irgendwann einfach seinen Zenit überschritten haben. Sehr schade, den hätte man früher aus dem Fass holen sollen. Der gut eingebundene Alkohol kann ihn nicht retten. 

Abgang: der Abgang ist dann erstaunlicherweise wieder recht gelungen mit der vollen 2000er Dröhnung, zumindest auf den ersten Metern, aber danach wird es dann erwartungsgemäß knochentrocken und ganz bitter - im wahrsten Sinne des Wortes! 


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Caroni 2000 HTR 19 YO (2000 - 2019), ??% vol. (#4016)

Nase: Eine ebenfalls gute Nase und dem direkten Vorgänger auch grundsätzlich ähnlich, aber er steht hinter dem #4014er schon sehr eindeutig zurück. Die Tendenz ist die gleiche, aber die Intensität ist deutlich geringer, was ich schade finde. Dazu drückt der Alkohol ein ganzes Stück stärker, auch nach längerer Standzeit noch. 

Gaumen: gut eingebundener Alkohl und ein sehr medizinischer und von Menthol geprägter Gaumen, der im Gegensatz zum Vorgänger keineswegs verholzt daher kommt! Hier habe ich die volle Ladung dreckiger Caroni Assoziationen, gepaart mit feiner natürlicher Süße  und natürlich auch einem schönen Einfluss durchs Fass, der hier aber noch gemäßigt daher kommt! Er trifft zwar meinen persönlichen Geschmack nicht ganz, aber objektiv kann man gegen dieses Fass am Gaumen kein schlechtes Wort verlieren. Andererseits fehlt ihm auf jeden Fall aber das Außergewöhnliche, weshalb ich ihn wohl ebenfalls nicht als Single Cask ausgewählt hätte.

Abgang: Anis und frisch geschnittenes Geäst begleiten den Rum auf seinem Weg nach unten, auch das Finish weiß hier durchaus zu gefallen! Erst danach wird das ganze dann trocken bis leicht bitter. Sehr schön! 


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Caroni 2000 HTR 19 YO (2000 - 2019), ??% vol. (#4026)

Nase: Wieder etwas besser in der Nase als der #4016, vor allem auch wieder weniger alkoholisch, allerdings reicht auch er nicht an den #4014 heran. Das Caroni-typische geht ihm so ein wenig ab, da muss man schon sehr genau hinsehen. Die Intensität ist aber hoch und der Rum ausgewogen, dazu ein leichter medizinischer Anklang, der sehr gut integriert ist. 

Gaumen: am Gaumen zunächst leicht scharf, wenig Süße, nahezu keine Fruchtigkeit, auch hier nicht unbedingt ganz Caroni typisch, aber mit sehr viel Menthol doch irgendwo klar Vintage 2000. Keine Fehlnoten im eigentlichen Sinne, aber auch wenig, was ihn auszeichnet und ihn begehrenswert macht. Für ein Single Cask Bottling ist er also meines Erachtens ebenfalls ungeeignet. Nach hinten hin trockener und tanniniger, aber nicht zu viel. Ausgewogenheit ist da, aber keine Komplexität. Der Rum verändert sich quasi nicht. 

Abgang: trocken-bitter, auf der tanninigen Seite. Schnell weg. Leicht dreckiger Touch hinten raus. 





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Caroni 2000 HTR 19 YO (2000 - 2019), ??% vol. (#4050)

Nase: die #4050 ist in der Nase deutlich dreckiger als die drei ersten. Hier kommt der 2000er Charakter von allen Proben bisher am deutlichsten durch. Das hat durchaus seinen Reiz, allerdings gefallen mir die moderaten Vertreter tendenziell besser. Der Alkohol ist toll integriert, dazu stimmen auch Intensität und Komplexität. Gemeinsam mit der #4014 die bisher beste Nase. 

Gaumen: am Gaumen zunächst mit einer feinen natürlichen Süße, allerdings wabert dahinter eine Note, die ich beinahe als Fehlnote bezeichnen würde und so von Caroni auch nicht kenne. Der Alkohol ist ziemlich präsent und der Rum strengt durchaus an. Im Mittelteil werden Caroni und auch der Jahrgang 2000 dann typischer mit viel Menthol und der Rum insgesamt besser, allerdings nicht in einer Weise, bei der ich mich dafür wirklich begeistern könnte. Anis kommt dann noch sehr präsent, aber das war es dann auch schon fast. Nach hinten hin wird das ganze dann recht trocken, bitter und unspektakulär. 

Abgang: ... und so geht der Rum dann auch ab - trocken, bitter und unspektakulär, mit leichtem Anis und ordentlich Tanninen. 


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Caroni 2000 HTR 19 YO (2000 - 2019), ??% vol. (#4053)

Nase: Dieses Fass gefällt mir in der Nase so gar nicht! Zwar ist Caroni erkennbar, aber das ganze hat einen total krassen medizinischen Touch, der mir nicht gefällt und der mit sehr viel Dreck einher geht. Das klingt für Fans wie mich zwar eigentlich ganz geil, aber wie gesagt, meinen Geschmack trifft das hier in diesem Falle nicht. Der Alkohol ist gut integriert, nur nutzt mir das eben nichts, weil ich am Bouquet keine Freude finden kann. 

Gaumen: der Eindruck aus der Nase setzt sich am Gaumen fort, der Rum ist meines Erachtens einfach nicht gut. Der Alkohol strengt an, der Rum präsentiert sich wenig komplex und eindimesional. Mir fehlt es hier an Süße, aber auch an dreckigen Tönen. Das alles schwirrt im Hintergrund und ganz peripher zwar irgendwo mit, kommt aber nicht richtig heraus. Da fehlt es an Intensität. Der Rum wirkt letztlich wie eine Caroni Basis, die aber nicht mit Leben gefüllt wurde, wie ein ungeschmückter Weihnachtsbaum. Schade! 

Abgang: im Abgang zunächst etwas Anis, dann holzig, trocken und bitter. Fast noch der beste Teil dieses Fasses. 


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Caroni 2000 HTR 19 YO (2000 - 2019), ??% vol. (#4059)

Nase: Die #4059 ist dann wieder besser, sogar sehr viel besser! Er reicht an Intensität und Komplexität locker an die #4014 heran, erreicht aber nicht ganz dessen Ausgewogenheit, denn dieses Fass hier ist sehr viel dreckiger und daher eher 2000-typisch. Der Alkohol ist semi-gut integriert, da merkt man schon ein leichtes britzeln, aber das Bouquet macht Spaß. Vielleicht sogar mein Favorit der sechs Rums in der Nase. 

Gaumen: auch am Gaumen zählt die #4059 zu den besten der heutigen Rums! Der Alkohol ist tatsächlich etwas ungestüm, aber dahinter habe ich eine schöne natürliche Süße, Caroni-typische Attribute und eine tolle Intensität! Der Rum gehört zwar ebenfalls nicht zu den komplexesten, aber er ist lecker. Tannine sind natürlich auch vorhanden, aber sie sind gut integriert. Der Pick zu einem Single Cask verhindert vermutlich der starke Part des Alkohols, aber ansonsten ist dieses Fass bis hier hin wohl mein Favorit der heutigen sechs Rums. 

Abgang: viel Caroni Flavour, danach trockener und bitter werdend. Nicht sehr beeindruckend. 


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Gesamtfazit: 

Aus den Proben die ich heute im Glas hatte, hätte ich keines als Single Cask abgefüllt, auch wenn #4014 das Potenzial sicher einmal hatte und das #4059 nahe dran ist. Insgesamt, muss ich aber sagen, bin ich von den 2000er Fassproben schon ziemlich ernüchtert, bzw. ich habe da einfach mehr und besseres erwartet, gerade auch nach einigen wirklich beeindruckenden Single Cask Bottlings in der Vergangenheit! Klar, die sechs Proben sagen insgesamt noch nichts über den gesamten Stock an 2000ern aus und wie man an der Nita "Nitz" Hogan Abfüllung gesehen hat, müssen ja auch einige bessere Fässer dabei gewesen sein, aber diese kleine Auswahl hat doch schon einiges an Aufschluss darüber gegeben, dass da eben auch einiges an grobem Durchschnitt unter den Fässern dabei war und man die gewohnte Qualität der Bottlings auf keinen Fall auf alle Fässer übertragen kann. Da schlummert nicht in jedem der Götterstoff, bzw. in so manchem Fass hat sich dieser vielleicht auch schon für immer verabschiedet, wie man gerade am ersten verkosteten Fass, dem #4014, gesehen hat! Allerdings, und da gebührt Luca und Velier wirklich mein größter Respekt, zeigt das auch, dass es ihnen immer wieder gelingt, auch solche Fässer in die Bottlings einzuarbeiten, ohne, dass diese sich wirklich negativ darin bemerkbar machen. Hier wird also allem Anschein nach mit sehr viel Sinn und Verstand geblendet, so dass sich die Fässer ergänzen und, siehe Nita "Nitz" Hogan, am Ende dann sogar Single Casks in den Schatten stellen können! Meine Hochachtung! 

Bis demnächst,
Flo

Montag, 1. Juni 2020

Velier Demerara Rum 27 YO Skeldon 1978

Liebe Rum Gemeinde,

heute kommt nicht weniger als eine absolute Legende auf den Tisch, nicht wenige würden wohl sogar sagen die Legende: der Skeldon 1978 von Velier, ein 27 Jahre alter Demerara Rum! Auf die Besprechung genau dieses Tropfens habe ich mich dementsprechend auch schon lange gefreut!

© E.H.


Ich glaube, um es direkt frei heraus zu sagen, dass wir uns heute ganz viel drum herum reden sparen können. Wenn die Begriffe Skeldon und Velier in einem Atemzug fallen, dann weiß mutmaßlich jeder den ich zur unmittelbaren Zielgruppe dieses kleinen Blogs zählen würde, worum es geht. Erklärungen unnötig. Legenden-Zeit! Schon im Review zum Skeldon 2000 und zum Skeldon 1973 habe ich einige Worte über diese ehemalige Destillerie verloren, deren Stil allerdings bis heute erhalten werden konnte. Inwieweit dieser noch jenem originalen Skeldon-Style aus den aktiven Tagen der Destillerie entspricht kann heute freilich niemand mehr mit absoluter Gewissheit sagen, schließlich war bei Skeldon (gegründet zwischen 1802 und 1834) bereits im Jahr 1960 schon Schicht im Schacht. Beurteilen können wir lediglich noch das Erbe Skeldons, welches mich bisher, ihr werdet es in den Reviews nachlesen können, nicht restlos überzeugen konnte. Da es über den heute vorgestellten Rum hinaus keinerlei länger gereiften Stoff im Skeldon Style gibt, ist das dementsprechend sogar schon so etwas wie die letzte Chance für Skeldon, doch noch bei mir zu punkten ;-)

© E.H.
Ob er das schafft, werden wir gleich sehen. Ohne jeden Zweifel outstanding sind aber definitiv schon einmal die Randdaten! Da ist zum einen der Preis. Ca. 6.000,- Euro, eher mehr (!) müsste man für eine Flasche dieses Rums inzwischen auf den Tisch legen, das ist einfach nur krass! Denn von zwei Single Cask Demeraras abgesehen (von ihnen gab es zu Ausgabe kaum mehr als 50 Flaschen), die preislich im Bereich eines Mittelklasse-Neuwagens liegen dürften, zählen die Skeldons wohl zu den preisintensivsten Abfüllungen von Velier. Die preisliche Seite ist allerdings nur die eine, die der Qualität eine andere. Denn gerade dem Skeldon 1978 wird tatsächliche auch eine herausragende Qualität nachgesagt. Nicht wenige Demerara Freaks und auch Luca Gargano selbst geben diese Abfüllung als ihren Lieblingsrum an! Und schließlich, wie es sich für eine legendäre Abfüllung gehört, kommt auch der Skeldon 1978 mit einer interessanten Anekdote am Rande daher. Im 1978er Jahrgang steckt nämlich auch ein kleiner Anteil 1973er Rum, wohl, wie Luca von Yesu Persaud erfahren hat, weil die 1978er Fässer nicht mehr ganz voll waren. Da habe man sie einfach leicht aufgefüllt. Damals kein ganz ungewöhnlicher Vorgang und im Rahmen von Details, für die sich in dieser Zeit noch niemand wirklich interessierte. Heute sähe das vermutlich anders aus. Abgefüllt wurden am Ende jedenfalls noch 688 Flaschen Rum mit einem Alkoholgehalt von 60,4% vol., der mindestens 27 lange Jahre tropisch reifen durfte.

© E.H.
Und ich denke, um noch einmal den Bogen zum Preis zu spannen, so etwas (also 25 Jahre tropische Reife und mehr) werden wir in Zukunft nicht mehr allzu oft erleben dürfen. Bei Demerara Rum -Stand 2020- vermutlich gar nicht mehr, da DDL nicht das geringste Interesse daran hat, diese Qualitäten zugänglich zu machen. Dort regiert nach dem Abgang von Yesu Persaud ein Alleinherrscher namens Profit und einen Rum so lange und in dieser Intensität reifen zu lassen ist alles andere als profitabel. Bei Caroni werden wir es definitiv auch nicht mehr erleben, da Luca alles nach Europa geholt hat und auch kaum noch Fässer übrig sind. Was bleibt dann noch an Stoff, von dem man überhaupt etwas so altes tropisch gelagertes trinken möchte? Jamaica, na klar. Aber da fällt Hampden noch mindestens 20 Jahre raus, selbst wenn man davon absieht, dass Hampden von solch langer Reifung nicht profitiert. Es bleiben Long Pond, Monymusk, Worthy Park und Appleton. Aber was da an Bottlings zu erwarten ist, die hier qualitativ anknüpfen können, kann ich an einer Hand abzählen. Dazu kommt, dass auch hier die Preise noch explodieren werden. Der tropisch gereifte Monymusk 1984 von Velier wird mit einem Ausgabepreis von ca. 1.000,- Euro erwartet. Insofern, relativiert das nicht alles, aber doch einiges an preislichen Eskalationen, die wir in den letzten Jahren erlebt haben, für Stoff, der nie mehr wieder kommt. 


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Verkostung des Velier 27 YO Skeldon 1978:

Preis: der Ausgabepreis lag damals bei geschätzten ca. 120,- Euro. Der heutige Wert einer Flasche liegt bei ca. 6.000,- Euro und mehr. 

Alter: das offizielle Alter beträgt 27 Jahre, nachdem der Rum von April 1978 bis April 2005 in Eichenfässern lag. 

Lagerung: die Fässer lagen von 1978 bis 2005 in Guyana unter der tropischen Sonne. 

Fassnummern: keine Angaben, allerdings waren es insgesamt drei Fässer, die zusammen 688 Flaschen ergaben. 

Angel's Share: unbekannt. Er wird aber, gemessen daran, wie hoch er z.B. beim UF30E ausgefallen ist, bei über 90% gelegen haben. 

Alkoholstärke: Full Proof - der Skeldon 1978 kommt mit starken 60,4% vol. daher.

Destillationsverfahren: der Rum wurde vermutlich mit der Metal Coffey Still von Blairs gebrannt, somit handelt es sich um einen Column Still Rum. 

Mark: SWR

Farbe: eine unfassbare, schon fast unwirkliche Farbe für einen Rum! Ganz, ganz dunkel, vom braune ins rötliche gehend. Das ganze mutet ein wenig wie Cola, Sirup oder Balsamico Essig an, vor allem, wenn man den Rum ein wenig im Glas schwenkt. Ich erinnere mich nur an einen Rum den ich je im Glas hatte, der das noch getoppt hat, aber diese Erinnerung ist keine positive, daher sei sie blitzschnell wieder vergessen. 

Viskosität: parallele, unregelmäßige Schlieren laufen von der Glaswand hinab, ins Glas zurück. 

Nase: BOAH! Ja, das geht sehr nahe an Perfektion! Oder ist diese hier bereits erreicht oder gar übertroffen? Insgesamt ist das keine Premiere, ich habe den Rum schon das dritte und vierte Mal im Glas, aber es ist im Rahmen der Verkostung für den Blog das erste Mal, dass ich ihn wirklich mal in Ruhe und nur für mich trinke, statt in Gesellschaft. Bei letzterem liegt der Fokus naturgemäß nicht rein auf dem Destillat, was ja auch gut und richtig so ist. Und heute, ich kann das nicht anders formulieren, haut er mich in der Nase gerade sprichwörtlich um! So etwas intensives, reichhaltiges und komplexes sieht man wahrlich nicht alle Tage! Zunächst ist da natürlich auch noch etwas Alkohol, der, wenn man die Nase bis ins Glas führt, auch noch leicht sticht, aber das geht schnell vorüber nach kurzer Zeit des Atmens. Nach schon 30 Minuten ca. ist der Rum voll da! Im Bouquet macht sich zunächst einmal eine herrliche Klebstoffnase bemerkbar, kombiniert mit einer sehr schweren, sirupartige Süße, die wie über dem ganzen Rum im Glas zu schweben scheint. Dazu gesellen sich dunkele Assoziationen zu Kaffee, Espresso und Melasse, aber auch Trockenfrüchten, Tabak, Nelke, dezent Anis, Leder und etwas, was ich medizinisch empfinde. Stets mit dabei ist natürlich die geballte Ladung Tannine vom Fass, die allerdings wirklich top eingebunden sind! Ich empfinde die Nase, trotz der enorm langen Reifezeit, nicht als verholzt. Immer und immer wieder führe ich das Glas zur Nase und kann mich an diesem sagenhaften Bouquet einfach nicht satt riechen. Immer wieder entdeckt man neue Facetten dieses schönen Tropfens. Das ist schon, wie der gesamte Rum bis hier hin, sehr außergewöhnlich und die Erwartungen an den Gaumen sind gerade ins grenzenlose geschossen. 

Gaumen: Wundervoll! Der Skeldon 1978 gibt sich am Gaumen wahnsinnig vollmundig, ins cremige gehend, sowie angenehm weich. Der Alkohol ist richtig gut eingebunden, sticht nur zu Beginn ganz kurz und zeigt sich im Folgenden dann quasi unsichtbar. Kleinere Schlücke bieten sich preislich an, geschmacklich allerdings sind auch größere Schlücke kein Problem. Alles startet mit einer schönen Mischung aus einer natürlichen Süße und etwas säuerlichem, was mich an kalten Kaffee und Espresso, sowie Salz-Karamell erinnert, die dann übergeht in etwas holziges und fruchtiges von tropischen Früchten, die ich allerdings nicht separieren konnte. Mango vielleicht? Dann wiederum rauscht eine medizinische Komponente heran, die auch einiges an Bitterkeit mitbringt. Zu viel? In einigen Momenten dachte ich ja, in anderen empfand ich es als angenehm. Insofern tendiere ich zu nein, allerdings bewegt sich das unzweifelhaft an der Grenze des Guten, gerade auch mit Blick auf den Skeldon 1973. Besser wird es mit mehr Reifejahren nach dieser Erfahrung definitiv nicht. Nach hinten heraus kommt dann eine geballte Ladung Anis. Die Performance am Gaumen kann mit jener in der Nase nicht ganz mithalten, was angesichts dieser olfaktorischen Sensation tatsächlich zu erwarten war, aber im Gegensatz zum Skeldon 1973 bricht dieser Rum hier nicht qualitativ ein. Ganz, ganz großes Kino! 

Abgang: nach hinten heraus wird das dann schon sehr trocken und bitter mit Anklängen von Anis und Kaffee, zunächst angenehm, aber wenn man ihn zu lange im Mund hatte, dann ist das eher wie Walnüsse, wenn sie bitter werden.  Etwas nussiges, bleibt aber in jedem Fall erhalten, was mir sehr gefällt. Insgesamt allerdings nur ein kurzer bis mittlerer Nachhall. 

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Fazit: mit einem Wort? Opulent! Nichts, aber auch rein gar nichts an diesem Rum steht auch nur entfernt in dem Verdacht in irgendeiner Weise durchschnittlich zu sein. Wiederum alles an diesem Rum ist außergewöhnlich! Ich kenne viele (wenn auch nicht alle) der alten Demerara Rums von Velier, und nach meiner bisherigen Erfahrung und aber auch nach intensivem Austausch mit Menschen, die bei Demerara Rums noch weitaus mehr im Thema sind als ich und auch seltene Tropfen wie den Diamond 1988 schon im Glas hatten, wage ich die Prognose: besser geht es nicht! Und leider wird es auch vergleichbar gut in Zukunft wohl nicht mehr geben. Das ist zwar einerseits schade, macht aber andererseits die seltenen Momente in der man solch legendären Stoff noch mal probieren kann umso besonderer. Der Preis liegt weit jenseits all dessen, worüber man noch in irgendeiner Weise über ein Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen könnte und sollte, schon allein, weil im Falle des heutigen Rums selbst eine Sample-Empfehlung bereits dekadent anmutet. Wer die Möglichkeit hat, der wird das geschmacklich eher nicht bereuen und der Rum ist einer, den man am Ende seiner Reise aus meiner Sicht im Glas gehabt haben sollte, aber ich verstehe auch jeden, der da für sich komplett raus ist. Insofern wünsche ich euch nun noch einen schönen Pfingstmontag, unabhängig davon was ihr im Glas habt und verabschiede mich mit bockstarken:

-98/100-

Ein Dank geht zum Schluss noch an den Urheber der Label-Bilder, von dem ich auch das Sample erhalten habe. Vielen lieben Dank für diese tolle Erfahrung!

Bis demnächst,
Flo


Sonntag, 2. Februar 2020

Caroni - History & Legacy of a Lost Distillery

Liebe Rum Gemeinde,

im letzten Jahr gelang es mir bereits, meinen Überblick zur Hampden Distillery fertigzustellen und heute kann ich nach ca. zwei Jahren auch bei Caroni endgültig Vollzug melden! Bedanken möchte ich mich vorab insbesondere bei Johnny Drejer, der mir die Fotos seiner Trinidad-Reise zur Verfügung gestellt hat um euch Caroni ein wenig näher bringen zu können. Mange tak!  

Source: 2017 © Johnny Drejer 


1. Standort:

Caroni war eine Rum Destillerie auf Trinidad, die von 1918 bis 2002 bestand und an die gleichnamige Zuckerfabrik gebunden war. Sie gehörte zuletzt dem Staat Trinidad & Tobago in Form der Caroni (1975) Ltd., die bis 2003 existierte, und seine Rums, die noch immer, über 15 Jahre nach Schließung, unabhängig abgefüllt werden, zählen seit einigen Jahren zu den zum Teil begehrtesten und teuersten Rums der Welt.
Die Destillerie Caroni liegt im Süden der bevölkerungsreichen Region Tunapuna-Piarco, im Nordwesten der Insel, südöstlich der Hauptstadt Port of Spain. Unmittelbar südlich des Areals verläuft die Southern Main Road, die Achse die von Curepe, also vom Nordwesten der Insel, bis an den südwestlichsten Punkt Trinidads, nach Icacos, führt. Im Norden Caronis verläuft der namens-gebende Caroni River. Von der Destillerie selbst sind heute leider nur noch Ruinen erhalten, die wohl auch nur eingeschränkt zugänglich sind aber einige Besucher in den letzten Jahren haben auf ihren Fotos eindringlich festgehalten, dass der Geist der einstigen Destillerie noch immer greifbar ist. Das einstige Gesamt-Territorium Caronis umfasste 312 km² und damit ca. 6% der Insel Trinidad.

Trinidad map by tntisland.com



2. Geschichte und allgemeine Informationen:

Die Geschichte der Destillerie Caroni startet im Jahr 1918, unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg, als man (als eine von zu diesem Zeitpunkt noch ca. zehn Destillerien auf der Insel) damit begann Rum zu produzieren. Anders als viele andere Destillerien in der Karibik, deren Geschichten meist noch wesentlich länger zurück reichen, hat Caroni also keine unmittelbare Sklaverei-Vergangenheit, da diese in den 1830er Jahren endete. Zur Produktion seines Rums nutzte man bei Caroni die Melasse, die man aus der Estate-eigenen Zuckerproduktion gewann und war dadurch, im großen Gegensatz zu vielen anderen Rum Destillerien im 20. Jahrhundert, unabhängig von Melasse-Importen, z.B. aus Guyana.

Die erste große Veränderung erfolgte im Jahr 1937, als Trinidad, damals noch britische Kolonie, Caroni an Tate & Lyles, ein großes britisches multinationales Konglomerat, verkaufte, wodurch die Caroni Sugar Estates (Trinidad) Ltd zu Caroni Limited Planters, Sugar Manufacturers & Distillers Trinidad, kurz, Caroni (1937) Limited wurde. In den Jahren von 1937 bis 1962 folgten einige Übernahmen anderer Destillerien durch Caroni (1937) Limited. Zunächst kam es schon 1937 zur Verschmelzung mit Waterloo Estates. Im Jahr 1955 folgten dann Esperanza und Bronte Estate, sowie im Jahr 1961 Woodford Lodge Estate und 1962 schließlich Ste Madeline Estate. Auf diese Weise war Caroni dazu in der Lage, sich eine dominante Rolle in der Zuckerindustrie zu verschaffen.  Die nutzte Caroni ebenso dazu, einige wegweisende Entwicklungen zu initiieren und voranzutreiben. Dazu zählen die industrielle Nutzung von Bagasse, die Mechanisierung der Feldarbeit, der Bulkhandel ab 1950, ein Gewinnbeteiligungsprogramm für die Caroni-Arbeiter ab 1956, eine Altersvorsorge ab 1963 und die Entwicklung neuer Zuckerrohrkulturen ab 1964. Der heute bekannteste Rum aus dieser Zeit ist sicher der Caroni Navy Rum Extra Strong, dem im Jahr 2018 eine Replica-Anniversary Abfüllung gewidmet wurde. Ein derartiger Kultstatus war damals, in der Mitte des 20. Jahrhunderts, allerdings noch überhaupt nicht absehbar, nicht einmal ansatzweise.

In den 1970er Jahren veränderten sowohl Tate & Lyles, als auch der Staat Trinidad & Tobago parallel ihre jeweilige wirtschaftliche Ausrichtung. In dieser Zeit, Trinidad & Tobago war inzwischen schon seit 1962 von Großbritannien in die staatliche Unabhängigkeit entlassen worden, wurde das Geschäft mit Zucker aus Trinidad für Tate & Lyles im Zuge des sich ankündigenden und schließlich erfolgten EWG-Beitritts Großbritanniens immer weniger rentabel. Eine der Bedingungen eines Beitritts Großbritanniens zur EWG war eine Regelung, inklusive einer Preisobergrenze, für Zuckerexporte aus den ehemaligen Kolonien, da die übrigen europäischen Staaten eine zu starke Konkurrenz für die einheimische Zuckerindustrie fürchteten. Diese wurden in den so genannten Lomé Sugar Protocols festgelegt. Darüber hinaus hatte sich Trinidad & Tobago verpflichtet, seinen Zucker ausschließlich nach Großbritannien zu liefern. Gleichzeitig forcierte Trinidad & Tobago dementsprechend eine eher nach Innen gerichtete Wirtschaftspolitik und sah nun vor allem den einheimischen Markt. Zu diesem Zweck kaufte man Tate & Lyles 51% der Anteile an Caroni (1937) Limited im Jahr 1970 ab. Bei Tate & Lyles wiederum richtete man sich unter den gegebenen Umständen auf eine von Caroni unabhängige Zuckerversorgung ein und setze sich bei den EWG-Beitrittsverhandlungen Großbritanniens in den Lomé Sugar Protocols sogar für für Trinidad & Tobago und Caroni nachteilige Bedingungen ein. Im Jahr 1975 schließlich verkaufte Tate & Lyles folglich auch seine verbliebenen 49% an Caroni (1937) Limited an den Staat Trinidad & Tobago, woraufhin Caroni nun zu 100% in staatlicher Hand war und in Caroni (1975) Limited umbenannt wurde. Die Rum-Sparte des Unternehmens hieß von diesem Zeitpunkt an Rum Distillers (of Trinidad & Tobago) Ltd.. Tate & Lyles wiederum übernahmen nur ein Jahr später, 1976, Manbré and Garton und hatten damit quasi ein Monopol auf die Raffination von Zucker in Großbritannien und gleichzeitig etwaige Konkurrenz durch Caroni durch die Bedingungen in den Lomé Sugar Protocols vorsorglich verhindert.

Logo von Caroni (1975) Ltd.
Source: trinidadrum.com





Caroni (1975) Limited stand im Grunde genommen also von Beginn an unter keinem guten Stern: die Zuckerproduktion war unrentabel, die Möglichkeiten des Exports ins Ausland stark eingeschränkt und auch der Rum erlebte ab 1970 einen Abstieg, nachdem die Royal Navy mit der jahrhundertealten Tradition der täglichen Rum-Ration brach und somit der Bedarf nach Caroni Rum, der ein Hauptbestandteil des Navy Rums war, stark zurückging. Ab den 1980er Jahren setzte man bei Caroni daher verstärkt auf Diversifikation. Man baute zusätzlich zum Zucker auch Zitrusfrüchte und Reis an und begann damit, Rinder und Garnelen zu züchten. Mit Ausnahme der Zitrusfrüchte richtete man sich damit allerdings auch weiter an den heimischen Markt. Das alles änderte aber nichts daran, dass die Zuckerproduktion unrentabel blieb und Caroni (1975) Limited jährlich Defizite erwirtschaftete, die der Staat stets ausgleichen musste. Ein Auslagern der Zuckerproduktion, um Caroni rentabler zu machen, scheiterte ebenfalls und so entschloss sich die Regierung Trinidads, Caroni (1975) zum 31. Juli 2003 endgültig und vollständig abzuwickeln. Im Jahr 2001 verkaufte man die Holding Rum Distillers (of Trinidad & Tobago) Ltd. an Angostura und ein Jahr später schloss die Destillerie, mit der Aussicht auf das Ende der lokalen Zuckerproduktion. Denn das Ende der Zuckerproduktion bedeutete zwangsläufig das aus für die Destillerie, da sie an der Melasse der hauseigenen Produktion hing.

Bottle Range von Caroni (1975) Ltd. zur aktiven Zeit
Source: trinidadrum.com


Lagerhalle mit (geschmacksgebenden?) alten Autoreifen. 




Mit dem Ende von Caroni (1975) waren auf einen Schlag 9.000 Arbeiter des Unternehmens arbeitslos. Ihnen wurde eine Art Abfindung, ein so genanntes "Voluntary Separation of Employment Package (VSEP)" gezahlt. Ihnen wurde darüber hinaus angeboten, dieses in einen Fond staatlicher Banken Trinidads einzuzahlen, wobei es dabei zu Schwierigkeiten auf Grund unerwartet niedriger Renditen kam, die in Auseinandersetzungen zwischen den ehemaligen Employees und der Bank mündeten. Doch die Schließung Caronis wurde nicht bloß für die ehemaligen Angestellten zum Problem. Berücksichtigt man auch all jene Menschen auf Trinidad, die nicht auf der Gehaltsliste, aber unmittelbar in Abhängigkeit von Caroni standen, verloren sogar ca. 20.000 Menschen auf Trinidad ihre Arbeit und Existenzgrundlage, also ca. 35% der Erwerbstätigen auf der Insel. Das zeigt, welch heftiges Ausmaß das Aus für Caroni für die kleine Karibik-Insel bedeutete. Unverständlich erscheint vor diesem Hintergrund, dass bereits ab 2005 der Zucker auf Trinidad knapp wurde, wo man bis 2003 noch größter Zucker-Exporteur der Karibik war. Bei Trinidad Distillers Ltd./Angostura musste man dementsprechend aus anderen Karibikinseln, da auf Trinidad nicht mehr genug Zucker angebaut wurde, Melasse und sogar Bulk importieren, den sie als einheimischen Rum weiterverkauft haben. Das sorgte Ende 2016 wiederum für einen Skandal. Es bleibt also festzuhalten, dass insbesondere die Bevölkerung Trinidads die Schließung hart getroffen hat.
Umso pikanter ist deshalb der Umstand, dass es im Zusammenhang mit der Schließung viele Ungereimtheiten gibt, deren Umfang bis heute nicht vollständig offen liegt. Einerseits halten viele der damaligen Regierung bis heute vor, dass z.B. die Gewerkschaften nicht über die bevorstehende Schließung informiert wurden. Andererseits steht aber auch der Vorwurf im Raum, dass die Schließung ein politisches Manöver der Regierungspartei PNM war, die der Oppositionspartei UNC schaden sollte, nachdem die Parlamentswahlen 2001 ein Patt zwischen beiden Parteien ergaben. Leider schweigen sich über die genauen Hintergründe viele der damals agierenden Personen aus, so dass sich eine Aufklärung äußerst schwierig gestaltet. Das Thema ist auf Trinidad bis heute quasi tabu.


2.1. Das große Erbe Caronis: 

Caroni-Schablonen aus 1999, 2000 und 2002. 
Am 9. Dezember 2004 befand sich Luca Gargano von Velier auf Trinidad und entdeckte an diesem Tag, nach eigenen Angaben, das flüssige Erbe der Destillerie, nämlich den Stock an Fässern voll Rum, die seit ihrer Befüllung in einem Warehouse auf Trinidad lagerten. Diese reichten bis ins Jahr 1974 zurück, enthielten aber auch viele Jahrgänge der 1980er und 1990er Jahre und aus dem Jahr 2000, der vielen oft als der letzte Caroni-Jahrgang gilt. Eine Schablone, die in den Ruinen der Destillerie gefunden wurde, zeigt allerdings, dass es auch noch Caroni aus dem Jahr 2002 gegeben haben muss. Einzig dessen Verbleib ist unklar. Möglich, dass er komplett als anonymer Bulk schon vor der Schließung ins Ausland exportiert wurde.





















Luca Gargano für Velier, aber auch John Barrett für Bristol Spirits kauften im Verlauf dieser Jahre bis 2008 relevante Teile dieses Stocks auf. Luca Gargano entschied sich, die Fässer weiter auf Trinidad reifen zu lassen, während John Barrett seinen Anteil am Stock komplett nach Großbritannien verschiffte und dort in seinen Kellern einlagerte. In beiden Fällen handelte es sich überwiegend um so genannte Heavy und Blended Caroni (s. unten/below). Der größte Teil des ursprünglichen Gesamt-Stocks bestand jedoch aus Light Rums, der in, bislang unbekannte, andere Hände ging, u.a. über die von Rudy Moore geleiteten Trinidad Auktionen. Velier füllte bereits ab 2005 die ersten Caroni ab, sämtlich Rums aus den 1980er Jahren. Bristol folgte im Jahr 2008 mit seinen ersten Releases, die zu diesem Zeitpunkt auch noch alle tropisch gereift waren. Im Gegensatz zu Velier verdünnte Bristol seine Abfüllungen allerdings auf zwischen 40 und 46% vol., was dazu führte, dass sie in der Folge nicht die gleichen Begehrlichkeiten weckten, wie das bei Velier der Fall war. Ab 2008 lagerte Velier einen Teil seines Caroni Stocks bei DDL in Guyana. Diese Fässer sind gemeint, wenn man vom so genannten Guyana Stock spricht. Der Jahrgang 1992 reifte dort, große Teile des Jahrgangs 1994, sowie vereinzelte Fässer Heavy als auch Blended Rums aus dem Jahrgang 1996. Inwieweit genau sich die Standort-Veränderung ausgewirkt hat ist bislang unklar, aber geschmacklich ist allen Rums des Guyana Stocks eine gewisse, natürliche Süße gemein, die den dreckigen Aromen nochmal eine weitere Dimension geben, weswegen der Guyana Stock und genau die drei betroffenen Jahrgänge für nicht wenige Connaisseure zum Besten zählt, was es von Caroni überhaupt gegeben hat.

The Secret Treasures Caroni 1996 aus 2002
In den darauffolgenden Jahren zogen auch viele andere unabhängige Abfüller nach, die ihre Rums von britischen Brokern bezogen, u.a. aber auch von John Barrett, der immer wieder Teile seiner Fässer verkaufte. Die Broker (wie z.B. die Main Rum Company) bezogen ihre Caronis ebenfalls aus den Trinidad Auktionen, mutmaßlich aber auch schon aus der Zeit vor der Schließung. Darauf deuten Abfüllungen von The Secret Treasures aus den Jahren 2000 und 2002 hin, also aus einer Zeit, in der Caroni (1975) noch existierte. Darüber lassen sich dann letztlich auch die zum Teil enormen qualitativen Unterschiede zwischen den Rums von Velier und Bristol (sowie vereinzelter anderer Abfüllungen) auf der einen Seite, sowie nahezu des gesamten Rests an Bottlings auf der anderen Seite erklären. Während Velier und Bristol nahezu ausschließlich Heavy Rums mit tropischer Voll- oder Teilreifung abfüllten, kamen bei den anderen Abfüllern oft Blended oder Light Rums mit höchstens tropischer Teilreifung in die Flasche. Eine Ausnahme scheinen dabei die Heavy Rums der Jahrgänge 1997 und 1998 darzustellen, die bei unabhängigen Abfüllern sehr verbreitet sind und vermutlich tropische Teilreifung genossen, aber meines Erachtens qualitativ mehrheitlich nicht an andere Jahrgänge anknüpfen können. Wenn man sich das alles vor Augen führt, erschließt sich dann letztlich auch die sehr einseitige Fokussierung der Caroni-Fangemeinde auf die Rums von Velier, deren Qualität auf nahezu konstant hohem Niveau ist. Und ja, in meinen Augen ist der qualitative Unterschied tatsächlich sehr hoch, so dass ich, angesichts Angebot und Nachfrage, weniger die Kritik an den hohen Preisen der Velier Bottlings verstehe, sondern eher finde, dass die Abfüllungen der anderen IB im Preis deutlich zu hoch ausfallen.













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Fast in Vergessenheit gerät dabei allerdings, dass der enorme Hype um die Rums aus Caroni keinesfalls schon immer bestand. Im Gegenteil. Bis zur Schließung der Destillerie waren die Caroni Rums, wie wir sie heute kennen, gar nicht bekannt! Die Blends die Caroni unter eigenem Namen abfüllte, wie der Superb White Magic, der Felicite Gold oder der Stallion Puncheon, waren samt und sonders eher leichte Rums, ohne die heute so unverwechselbaren schweren Aromen. Und selbst die Velier Bottlings aus den 1970ern und 1980ern, qualitativ eine vollkommen andere Liga, waren bis in das Jahr 2015 hinein, obwohl sie damals (nach heutigen Maßstäben) noch spott günstig waren, echte Ladenhüter! Die Rum Gemeinde war zum einen damals noch nicht groß, zum anderen aber lag der Fokus der Rum Nerds damals eher auf Jamaica und Guyana. Und als Velier im Jahr 2015 vom Nachschub an Demerara Rum abgeschnitten wurde, war um den Abfüller bereits ein ausreichender Kult entstanden, als dass Caroni nun quasi als "Ausgleichs-Religion" herhalten musste. Erst auf diesem Wege wurde einer breiteren Menge an Connaisseuren bewusst, welch ein Schatz diese Rums in Wahrheit darstellten und dass sie keinesfalls nur der Notnagel für Demerara Fans waren. Heute ist die Nachfrage zu Caroni höher denn je und die Anzahl derer, die noch auf den Zug mit aufspringen möchten nimmt immer weiter zu. Das führte letztlich natürlich unweigerlich dazu, dass Velier Caroni Abfüllungen längst zu einer Mischung aus Währung und Aktie geworden sind, was schade ist, da sie zu keinem anderen Zweck abgefüllt wurden, als dem sie zu öffnen und zu trinken.


3. Destillation & Stil:

Source: Caroni Flyer by Caroni (1975) Ltd.
Der Destillationsprozess bei Caroni unterschied sich zum Teil erheblich von jenem bei anderen Rum Produzenten. Genau wie beim Jamaica Rum, so lag auch bei Caroni ein Geheimnis dieser Andersartigkeit im Fermentationsprozess während der Herstellung begründet. Bei der Fermentation entstehen nämlich, neben Ethanol und Wasser, die so genannten Congeners, also Begleitstoffe, zu denen auch die Ester gehören, die wir von den Jamaica Rums kennen. Als Destillateur möchte man in der Regel einige davon gerne im späteren Rum haben um ihm Geschmack zu verleihen, allerdings versuchen die meisten von ihnen den Großteil an Congeners aus dem Destillat herauszuhalten, so dass das Ziel bei der Destillation dementsprechend lautet, die unerwünschten Congeners vom Destillat zu trennen. Bei Caroni traf das nicht immer zu. Hier waren die Congeners, auch Rum Flavour genannt, einer der wichtigsten Bestandteile um die so charakteristischen und aromatischen Heavy Type Rums (HTR) zu generieren und ihnen ihren Geschmack zu verleihen. Für genau diese Heavy Type Rums, wie sie von vielen unabhängigen Abfüllern wie Bristol Spirits Ltd. oder Velier auch vielfach abgefüllt wurden, ist Caroni heute natürlich weltbekannt. Diese sind von schwerem Körper und wecken im Profil vor allem sehr dreckige Assoziationen, u.a. zu Teer, Lampenöl oder brennendem Gummi, oft gepaart mit einer fruchtigen Süße. Es gab aber auch leichtere Rums von Caroni, die so genannten Light Type Rums (LTR), die den Großteil der Produktion ausgemacht haben dürften. Hier werden bei der Destillation dementsprechend deutlich mehr Congeners vom Destillat getrennt, weswegen auch der spätere Rum deutlich ärmer an Aromen ist, bis hin sogar zur Unkenntlichkeit. Die Assoziationen, vor allem die dreckigen, sind zwar im Grundsatz manchmal auch noch vorhanden, aber wenn, dann viel, viel schwächer. Meist allerdings bleibt da nichts mehr über von dem, was wir heute mit Caroni assoziieren. Die Unterschiede sind sehr groß. Die Light Type Rums wurden bei Caroni vor allem für die Blends unter eigenem Namen und den einheimischen Markt produziert, aber auch für den Export als Neutralalkohol.
Die nachfolgenden Produktionsschritte unterschieden sich bei Caroni dann wiederum wenig von jenen bei anderen Rumproduzenten. Die Rums kamen mit ca. 80% vol. in die Fässer und wurden, wenn deren Alkoholgehalt zuvor noch darüber lag, noch vor der Reifung verdünnt. Dies betraf zunächst vor allem die Light Type Rums und geschah, weil sonst der Angel's Share der Rums zu hoch ausgefallen wäre um die Vorgaben des Zolls und der Steuerbehörden zu erfüllen, nach denen in einem Zeitraum von fünf Jahren höchstens 19,5% des Rums verdunsten dürfen und letztlich auch um rentabel zu wirtschaften. Für die Reifung verwendete Caroni in aller Regel ausgebrannte Ex-Bourbon Fässer.


Caroni-Flyer by Caroni (1975) Ltd.

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3.1. Die Stills:

Column Still at Caroni Distillery.
Picture © by Fredi Marcarini
Caroni destillierte ab 1918 mit einer gusseisernen Brennblase (Cast-Iron Still). Diese wurde im Jahr 1943 um eine hölzerne (Wooden) Coffey Still und 1945 um eine vollkupferne (All Copper) Still ergänzt. Im Jahr 1955 übernahm Caroni die Esperanza Estate und erhielt aus dieser Übernahme eine Single Column Still, die zwei Jahre später, im Jahr 1957, nach Caroni transferiert wurde. Eine neue Four Column Gerb Herman Still wurde im Jahr 1979 bei Caroni installiert und ein Jahr später, 1980, in Betrieb genommen. Im Jahr 1984 wurden, laut eines Flyers von Caroni (s. oben/above), die beiden ältesten Brennblasen Caronis, die Cast-Iron Still und die Wooden Coffey Still, außer Betrieb genommen und durch eine Two-Column Still von Blair, Campbell & McLean/Blairs Ltd. aus Glasgow und eine Pot Still ersetzt. Allerdings hat sich an dieser Stelle ein Fehler bei den Machern des Flyers eingeschlichen, denn die Website von Caroni (1975) Ltd., spricht vom Jahr 1964, was auch logischer ist. Bei der Angabe des Jahres 1984 im Flyer handelt es sich lediglich um einen Druckfehler. Dementsprechend müssten sich bei Caroni, zum Zeitpunkt der Schließung, noch folgende Brennapparate befunden haben:

  • All Copper Still (seit 1945)
  • Esperanza Single Column Still (seit 1957 bei Caroni)
  • Pot Still (seit 1964)
  • Two Column Blairs Still (seit 1964)
  • Four Column Gerb Herman Still (seit 1980)


Was mit diesen Brennapparaten nach der Schließung geschehen ist, ist mir bislang nicht bekannt. Nicht unwahrscheinlich ist, dass sie verschrottet wurden, da sie mehrheitlich bereits in einem nicht unerheblichen Alter und, wie man anhand der Column Still auf dem Bild von Fredi Marcarini sehen kann, auch nicht unbedingt gutem Zustand waren.




4. Bekannte Jahrgänge:

Hier eine Übersicht über alle mir bisher bekannten Jahrgänge, aus denen es sicher Rums aus Caroni gibt bzw. gegeben hat:

Caroni Vintage Type (Mark)
1961 ?
1967 ?
1969 ?
1974 Heavy (HTR)
White (?)
1976 Heavy (HTR)
1982 Light (LTR)
Heavy (HTR)
1983 Heavy (HTR)
1984 Heavy (HTR)
1985 Heavy (HTR)
Light & Heavy Blended
1988 Heavy (HTR)
Light & Heavy Blended
1989 Light (LTR)
Heavy (HTR)
1990 Providence
1991 Light & Heavy Blended
Providence
1992 Heavy (HTR)
White (?)
1993 Heavy (HTR)
Light & Heavy Blended
1994 Heavy (HTR)
White (?)
1995 Heavy (HTR)
White (?)
1996 Light (LTR)
Heavy (HTR)
Light & Heavy Blended
White (?)
1997 Light (LTR)
Heavy (HTR)
White (?)
Jamaica (?)
1998 Light (LTR)
Heavy (HTR)
White (?)
Jamaica (?)
1999 Light (LTR)
Heavy (HTR)
Light & Heavy Blended
White (?)
Jamaica (?)
2000 Light (LTR)
Heavy (HTR)
White (?)
2002 ?


5. Rums aus Caroni, die ich u.a. schon im Glas hatte*:

- 1423 S.B.S. Trinidad Rum Caroni 19 YO (1997 - 2016), 63,1% vol.
- A.D. Rattray Trinidad Rum Caroni 13 YO (1997 - 2010), 46% vol.
- A.D. Rattray Trinidad Rum Caroni 17 YO (1997 - 2015), 63,6% vol.
- Blackadder Finest Trinidad Caroni Rum 18 YO (1997 - 2016), 63,1% vol.
- Blackadder Finest Trinidad Caroni Rum 19 YO (1997 - 2017), 63% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad 1993 Caroni 21 YO (1993 - 2014), 51,9% vol. (1423)
- Bristol Classic Rum Trinidad 1996 Caroni 12 YO (1996 - 2008), 43% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad 1996 Caroni 15 YO (1996 - 2011), 43% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad 1997 Caroni 18 YO (1997 - 2015), 61,5% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad 1997 Caroni 19 YO (1997 - 2016), 61,5% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad 1998 Caroni 10 YO (1998 - 2008), 40% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad Caroni 10 YO (bottled 2015) Sherrywood, 43% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad Caroni VSOC 10 YO (bottled 2015), 40% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad Caroni Felicite Gold 4 YO, 40% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad Providence Estate 10 YO (1990 - 2000), 46% vol.
- Cadenhead's Caroni Distillery HTR 20 YO (1997 - 2018), 60,6% vol.
- Cadenhead's Caroni Distillery PROVIDENCE 12 YO (1991 - 2003), 66,3% vol.
- Cadenhead's Caroni Distillery PROVIDENCE 14 YO (1991 - 2006), 66,1% vol.
- Caroni Original Bottling Felicite Gold 4 YO Trinidad Rum, 43% vol.
- Caroni Original Bottling Stallion Puncheon Finest Trinidad Rum, 75% vol.
- Caroni Rom Dansk Fanclub HTR Caroni 22 YO (1997 - 2019), 61,1% vol.
- Compagnie Des Indes Trinidad Rum 18 YO Caroni (1996 - 2015), 61% vol.
- Compagnie Des Indes Trinidad Rum 22 YO Caroni (1993 - 2016), 48% vol.
- Compagnie Des Indes Trinidad Rum 26 YO Caroni (1991 - 2016), 56,2% vol.
- Corman Collins Trinidad Rum 20 YO Caroni (1999 - 2019), 61% vol.
- Duncan Taylor Trinidad Rum Caroni 16 YO (1997 - 2014), 56,4% vol.
- Isla del Ron Trinidad Rum Caroni 20 YO (1997 - 2018), 52,5% vol. (van Zuylen)
- Isla del Ron Trinidad Rum Caroni 27 YO (1989 - 2016), 52,5% vol.
- Kill Devil Trinidad Rum Caroni 18 YO (1998 - 2017), 63,2% vol.
- Kintra Trinidad Rum Caroni 19 YO (1998 - 2017), 55,1% vol.
- Krüger Eidora Trinidad Rum Caroni 12 YO (1996 - 2009), 69,1% vol.
- Krüger Eidora Trinidad Rum Caroni 18 YO (1997 - 2016), 63,8% vol.
- Origin R Trinidad Rum Caroni 20 YO (1994 - 2015), 52% vol.
- Origin R Trinidad Rum Caroni 21 YO (1993 - 2015), 57,2% vol.
- Pellegrini Barangai Trinidad Rum Caroni 16 YO (1997 - 2013), 52% vol.
- RA Trinidad Rum Caroni 20 YO (1998 - 2018), 64,3% vol.
- Rum Nation Trinidad Rum Caroni 18 YO (1998 – 2016), 55% vol.
- Rum Nation Trinidad Rum Caroni 20 YO (1997 - 2017), 57,8% vol. (Hong Kong)
- Rum Nation Trinidad Rum Caroni 21 YO (1997 - 2018), 59,2% vol. (Ex-Islay)
- Sansibar Trinidad Rum Caroni 18 YO (1997 - 2015), 51,9% vol.
- That Boutique-Y Rum Company Trinidad Rum Caroni 20 YO (1998 - 2018), 53,7% vol.
- That Boutique-Y Rum Company Trinidad Rum Caroni 22 YO (1998 - 2020), 58,1% vol.
- That Boutique-Y Rum Company Trinidad Rum Caroni 23 YO (1997 - 2020), 56,8% vol.
- The Overseas Trail Trinidad Rum Caroni 17 YO (1996 - 2013), 46% vol.
- The Rum Cask Trinidad Rum Caroni Distillery 18 YO (1997 - 2015), 64,1% vol.
- The Rum Mercenary Trinidad Rum Caroni 19 YO (1998 - 2017), 55,1% vol.
- The Secret Treasures Trinidad Rum Caroni 9 YO (1991 - 2000), 40% vol.
- Valinch & Mallet Trinidad Rum Caroni 19 YO (1997 - 2016), 51,8% vol.
- Velier Caroni 1982 Full Proof Heavy Trinidad Rum 23 YO (1982 - 2005), 77,3% vol.
- Velier Caroni 1982 Full Proof Heavy Trinidad Rum 24 YO (1982 - 2006), 58,3% vol.
- Velier Caroni 1982 Full Proof Light Trinidad Rum 24 YO (1982 - 2006), 55,2% vol.
- Velier Caroni 1983 Heavy Trinidad Rum 22 YO (1983 - 2005), 52% vol.
- Velier Caroni 1984 Full Proof Heavy Trinidad Rum 22 YO (1984 - 2006), 54,6% vol.
- Velier Caroni 1984 Full Proof Heavy Trinidad Rum 24 YO (1984 - 2008), 58,3% vol.
- Velier Caroni 1985 Full Proof Heavy Trinidad Rum 20 YO (1985 - 2005), 75,5% vol.
- Velier Caroni 1985 Heavy Trinidad Rum 20 YO (1985 – 2005), 62% vol.
- Velier Caroni 1985 Full Proof Heavy Trinidad Rum 21 YO (1985 - 2006), 58,8% vol.
- Velier Caroni 1988 Blended Trinidad Rum 15 YO (1988 - 2003), 43% vol.
- Velier Caroni 1989 Full Proof Light Trinidad Rum 17 YO (1989 - 2006), 64,2% vol.
- Velier Caroni 1992 Heavy Trinidad Rum 18 YO (1992 - 2010), 55% vol.
- Velier Caroni 1994 100° Proof Heavy Trinidad Rum 23 YO (1994 - 2017), 57,18% vol.
- Velier Caroni 1994 Full Proof Heavy Trinidad Rum 23 YO (1994 - 2017), 59% vol.
- Velier Caroni 1996 Full Proof Heavy Trinidad Rum 20 YO (1996 - 2016), 70,28% vol. (LMDW)
- Velier Caroni 1996 Full Proof Heavy Trinidad Rum 20 YO (1996 - 2016), 64,46% vol. (LMDW)
- Velier Caroni 1996 Blended Trinidad Rum 20 YO (1996 - 2016), 66,11% vol. (LMDW)
- Velier Caroni 1996 Full Proof Heavy Trinidad Rum 21 YO (1996 - 2017), 64,3% vol. (Magnum green)
- Velier Caroni 1996 Full Proof Heavy Trinidad Rum 23 YO (1996 - 2019), 66,1% vol. (Roonarine „Roop“ Toolsie)
- Velier Caroni 1996 Full Proof Heavy Trinidad Rum 23 YO (1996 - 2019), 66,3% vol. (Dhanraj „Dan“ Maharaj)
- Velier Caroni 1996 Full Proof Heavy Trinidad Rum 23 YO (1996 - 2019), 66,7% vol. (Deodat „Breeze“ Manmohan)
- Velier Caroni 1996 Full Proof Blended Trinidad Rum 23 YO (1996 - 2019), 63,5% vol.
- Velier Caroni 2000 Full Proof Heavy Trinidad Rum 17 YO (2000 - 2017), 68,4% vol. (EATALY)
- Velier Caroni 2000 Full Proof Heavy Trinidad Rum 17 YO (2000 - 2017), 70,4% vol. (TWE)
- Velier Caroni 2000 High Proof Heavy Trinidad Rum 17 YO (2000 - 2017), 55% vol. (US)
- Velier Caroni 2000 Replica Extra Strong 90° Proof 18 YO (2000 - 2018), 51,4% vol.
- Velier Caroni 2000 Full Proof Heavy Trinidad Rum 19 YO (2000 - 2019), 65,2% vol. (Nita "Nitz" Hogan)
- Velier Caroni Ceremony 1994 HTR Guyana 25 YO (1994 - 2019), ??% vol. (#6132)
- Velier Caroni Ceremony 1994 HTR Guyana 25 YO (1994 - 2019), ??% vol. (#6133)
- Velier Caroni Ceremony 1994 HTR Guyana 25 YO (1994 - 2019), ??% vol. (#6134)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#3776)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#3777)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), 70,08% vol. (#3778)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#3779)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#3780)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#3783)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), 69,85% vol. (#3784)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#3806)
- Velier Caroni Ceremony 1996 Blended Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5533)
- Velier Caroni Ceremony 1996 Blended Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5534)
- Velier Caroni Ceremony 1996 Blended Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5537)
- Velier Caroni Ceremony 1996 Blended Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5549)
- Velier Caroni Ceremony 1996 Blended Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5552)
- Velier Caroni Ceremony 1996 Blended Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5558)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5600)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5603)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5610)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5612)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5613)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5616)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), 62,79% vol. (#5619)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), 62,95% vol. (#5622)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5627)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#????)
- Velier Caroni Ceremony 1998 HTR 21 YO (1998 - 2019), ??% vol. (#3917)


Meine aktuellen Top 5 Rums aus Caroni:

- Velier Caroni 1996 Full Proof HTR 23 YO (1996 - 2019), 61,2% vol. (The Last)







Sources:

http://www.natt.gov.tt/sites/default/files/pdfs/The-Rise-and-Fall-of-King-Sugar.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Caroni_(1975)_Limited

https://web.archive.org/web/20010331063438/http://trinidadrum.com/

https://web.archive.org/web/20010330184747/http://trinidadrum.com/aboutrum.html

https://web.archive.org/web/20010331132711/http://trinidadrum.com/ourrums.html

http://www.tntisland.com/townsnvillages.html

http://trinituner.com/v4/forums/viewtopic.php?t=690928



*ein kleiner Teil davon steht noch unverkostet als Sample bei mir