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Sonntag, 21. April 2019

Velier Blended Trinidad Rum 15 YO Caroni 1988

Frohe Ostern, liebe Rum Gemeinde,

heute möchte ich euch einen Caroni vorstellen, der mir vor allem wegen seines Jahrgangs am Herzen liegt, nämlich den Blended Caroni von Velier aus meinem Geburtsjahr 1988! 



Damit wiederum genießt der Velier Caroni 1988 bei mir eine absolut exponierte Stellung, denn so weit es mir bekannt ist, gibt es keinen einzigen anderen abgefüllten Caroni aus diesem Jahrgang. Leider, da war ich von Anfang an realistisch, sprechen die Rahmendaten (Blended/43% vol.) nicht gerade dafür, dass ich hier und heute eine absolute Knaller-Abfüllung vor mir habe. Mit dieser Erwartung bin ich auch zuvor niemals an diesen Rum herangegangen, weswegen ich vom Kauf einer Flasche zu Kursen von über 500,- Euro auch stets abgesehen habe. Warum ich den Rum nun aber vorstellen kann und weswegen ihr oben im Titelbild auch die Flasche dieses Rums erkennen könnt? Da muss ich etwas weiter ausholen!

Ein Sample des 1988er Caroni konnte ich bereits Mitte 2018 bekommen, als mein Danish Buddy Kenneth mir einfach eine Probe davon mitbrachte, als er mich besuchen kam. Er war kein ausgewiesener Fan dieses Bottlings, weshalb ihm die Trennung vermutlich auch nicht schwer fiel. Da ich mit der Verkostung des Rums warten wollte, bis sich noch ein paar mehr Blended Caroni von Velier in meiner Sample Bibliothek befinden, stand das Sample zunächst einmal ein paar Monate im Schrank. In der Zwischenzeit kamen dann auch noch Proben vom 1991er High Proof und vom 1993er Blended Caroni dazu, weswegen ich diese nun parallel verkostet habe und hier auf BAT auch nacheinander vorstellen werde.





















Was aber hat es mit der Flasche auf sich? Da hatte ich schlicht und ergreifend ganz viel Glück. Als wir im März zur Cologne Spirits am Ende des Samstags alle gemeinsam noch im Al Salam waren, fiel mein Augenmerk dort schon beim Hineingehen sofort auf eine alte Flasche Caroni im Spirituosenregal. Nach dem Essen, wir saßen mit unserer großen Gruppe ganz gemütlich im Obergeschoss, ging ich also noch einmal herunter an die Bar und sah mir das genauer an. Da stand also ein 1988er Caroni, einfach so. Es ist ja nicht so, dass man derartige Abfüllungen sonst noch antrifft. Ich ließ mir die Flasche also in die Hand geben und bemerkte, dass sie im Grunde leer war. Genau 2 cl waren noch drin. Diese bestellte ich mir, wohl wissend, dass der Rum vermutlich längst gekippt war durch die enorme Oxidation über die vielen Jahre, aber da man mir zusagte, die dann leere Flasche mitnehmen zu können, war mir das egal. Es war ein wirklich sehr, sehr schöner Abend im Al Salam, rund herum gelungen und ein toller Abschluss zweier wunderbarer Tage in Köln mit wieder super netten und lieben Menschen! Es hat mich sehr gefreut! Der Rum war tatsächlich schon nicht mehr gut, aber ich hatte ja daheim das Sample. Und an dieses werde ich mich nun setzen und den Rum ohne jede Erwartung probieren. 



Verkostung des Velier 15 YO Caroni 1988:

Preis: der Ausgabepreis im Jahr 2008 wird bei ca. 40,- bis 50,- Euro gelegen haben. Heute muss man für eine Flasche schon ca. 600,- bis 800,- Euro zahlen.

Alter: von 1988 bis 2003 reifte der Rum 15 Jahre lang im Eichenfass.

Lagerung: der Rum reifte von 1988 bis 2003 auf Trinidad und lagerte von 2003 bis 2008 im Stahltank. Im Jahr 2008 schließlich wurde er abgefüllt.

Fassnummern: unbekannt. Es wurden insgesamt 20 Fässer abgefüllt, die 5200 Flaschen ergaben. 

Angel's Share: ohne Angaben. 

Alkoholstärke: der Rum kommt mit dem für Velier Caroni äußerst ungewöhnlichen Alkoholgehalt von 43% vol. daher.

Destillationsverfahren: unklar.

Mark: Blended Trinidad Rum

Farbe: kräftiges, goldenes Stroh. Für einen tropisch gereiften Caroni ist er ungewöhnlich hell. 

Viskosität: eher dünne Schlieren laufen ölig, aber unregelmäßig an der Glaswand herab.

Nase: in der Nase kommt der Caroni zunächst sehr zurückhaltend. Alkoholische Schärfe nehme ich nahezu gar keine wahr, was mich bei 43% vol. allerdings nicht sonderlich überrascht. Auch Caroni als Grundcharakter des Rums kommt zu Beginn erstmal nicht eindeutig heraus. Klar, da sind schon Komponenten, aber die sind nur ganz schwach da und werden auch eher beim peripheren Nosing erfasst. Sehr viel eher würde ich den Rum wohl bei Angostura einordnen, wenn ich denn überhaupt auf einen Rum aus Trinidad tippen würde. Und auch nach ca. 45 Minuten passiert da einfach nicht viel im Glas. Da ist ein bisschen Nagellackentferner, deutliche Haselnuss und Nugat, ein wenig salziges Karamell, ein Hauch Vanille... aber sonst? Caroni kann man möglicherweise erahnen, muss es aber wenn, dann mühsam suchen. Alles in allem wirkt der Rum letztlich eher wie ein Spanier. 

Gaumen: im ersten Moment empfinde ich den Rum vor allem erstmal erstaunlich stabil für die nur 43% vol., die er hat. Er ist sehr viskos, wird auch schnell cremig am Gaumen und brennt mal überhaupt nicht, kein bisschen. Jede alkoholische Schärfe ist vollkommen abwesend. An Assoziationen am Gaumen habe ich dann wirklich nicht viel und das was da ist, empfinde ich als mehr oder weniger undefinierbar. Belanglos. Wie ein Spanier, bei dem man den Zucker und andere Zusatzstoffe vergessen hat. Der Rum ist meines Erachtens sehr schwach. Caroni könnte ich blind nicht mehr tippen oder gar herausschmecken. 

Abgang: ganz schwach, da ist selbst mancher Spanier stärker... wie ein solcher präsentiert er sich hier auch abermals.

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Caroni 1988 im Al Salam
Fazit: ein Rum, den es für mein Verständnis mal überhaupt nicht gebraucht hätte, und den ich, ohne die Rahmenstory, dass es sich um meinen Geburtsjahrgang handelt und er Teil des tollen Abends im Al Salam in Köln war, oder die Tatsache, dass ich verschiedene Blended Caroni miteinander vergleichen möchte, hier auch nicht vorgestellt hätte.
Daher ist das an dieser Stelle auch alles schnell erzählt, bzw., ich glaube, das Review selbst hat da für sich gesprochen. Ich bin ja grundsätzlich schon kein Fan davon, Unsummen in alte Caroni Bottlings zu investieren, so lange es noch solch tolle Abfüllungen wie den 23 YO aus 1994 oder den 21 YO aus 1996 zu günstigeren Konditionen zu kaufen gibt, aber wenn, dann wäre die heute besprochene Abfüllung sicher die letzte, die ich zu den aufgerufenen Preisen holen würde. 600,- bis 800,- Euro?! Come on! Das ist leider nicht die Qualität, die man gemeinhin mit Velier und Caroni in Verbindung bringt! Das ist der Rum einfach nicht wert und ich übertreibe nicht wenn ich sage, dass dieses hier der mit Sicherheit schwächste Velier Caroni ist, den ich bisher im Glas hatte, wohl sogar mit Abstand! All das, was ich an Caroni sonst so schätze, sucht man in diesem Tropfen nahezu vergebens. Mein Erstkontakt mit Blended Caroni von Velier war daher leider keine Offenbarung, aber ich verspreche Besserung mit dem 1991er, den ich dann demnächst hier vorstellen werde. ;-)

-75/100-

Abschließend bleibt mir nur, euch noch ein schönes Osterfest im Kreise eurer Lieben zu wünschen! Fröhliche Eiersuche allerseits! :-) 

Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 13. Januar 2019

Velier Demerara Rum 25 YO Albion 1986

Liebe Rum Gemeinde,

der Jahreswechsel ist durch und ihr seid alle hoffentlich gut ins neue Jahr 2019 hereingerutscht - das bedeutet also, dass dies der erste Rum ist, der in diesem Jahr auf BAT verkostet wird. Und dementsprechend habe ich mir da mit dem Albion 1986 auch gleich mal eine echte Granate für euch rausgesucht! Let's go!



Moment mal?! Erst Scoring, nun Demerara Rum?! Auf BAT?! Alles neu in 2019?! Ja, zugegebener Maßen bin ich grundsätzlich kein besonders großer Fan der Rums aus Guyana und dementsprechend waren diese bisher auch durch mich hier nicht vertreten. Das war bis 2015 immer der Part von Leo oder Marco und blieb im Anschluss daran, nach Leos Ausstieg und Marcos Umzug, leider verwaist. Leider, da ich weiß, dass viele von euch da draußen sehr auf Demeraras abfahren, aber ich kann mich nur schwer konstruktiv zu einem Stil äußern, der mir selbst nicht zusagt. Warum dann aber der Albion? Ganz einfach: der Albion-Stil ist die berühmte Ausnahme von der Regel! Dieser Stil gefällt mir nämlich ganz hervorragend.

Doch zunächst zum Rum selbst: beim Thema Albion muss ich ein klein wenig weiter ausholen, denn grundsätzlich haben wir es dabei mit einer Destillerie in Guyana zu tun, die es schon seit bereits fünfzig Jahren nicht mehr gibt, seit 1968 nämlich, und die dementsprechend auch gar nicht mehr unmittelbar für den heutigen Rum verantwortlich ist, gar nicht mehr verantwortlich sein kann. Wie der Name Albion dennoch auf das Label gelangen konnte? Nun, bei Albion handelt es sich, vereinfacht gesagt, inzwischen nicht mehr um eine aktive Brennerei, sondern nur noch um deren mutmaßlichen damaligen Stil, der als solcher auch über die Jahrzehnte noch namentlich erhalten blieb und in Form von Marks weiterhin zum Repertoire verschiedener Destillerien in Guyana gehörte und möglicherweise auch nach wie vor gehört. Das ist durchaus nicht ungewöhnlich für Demerara Rum, denn inzwischen existiert mit der Diamond Distillery nur noch eine einzige Destillerie in Guyana, aber es gibt trotzdem noch viele verschiedene Stile die auch namentlich bekannt sind und die auch immer wieder von unabhängigen Abfüllern auf die Flasche gebracht werden. Weitere Beispiele sind Port Mourant oder Enmore, die auch beide Schnittpunkte mit der Geschichte Albions haben.

Der Stil Albion wird durch die Marks AN und AW bezeichnet. Ob diese auch schon zu aktiven Zeiten Albions (1802/1803 bis 1968) verwendet wurden, oder nachträglich von späteren Destillerien zur Differenzierung und Unterscheidung von ihren hauseigenen Rums eingeführt wurden, weiß ich nicht. Laut Marco Freyer wurde der ursprüngliche Rum von Albion möglicherweise bereits in einer hölzernen Coffey Still gebrannt, während es gleichzeitig aber auch Hinweise gibt, dass in Albion in den Jahren vor der Schließung auch mit der Double Wooden Pot Still von Port Mourant destilliert wurde, welche sich zu diesem Zeitpunkt, in den 13 Jahren zwischen der Schließung Port Mourants im Jahr 1955 und der Schließung Albions im Jahr 1968, dort befunden haben soll. Unklar scheint mir dagegen, warum die Still von Port Mourant nach 1968 zu Uitvlugt ging, während das stilistische Erbe Albions anschließend bei Enmore produziert wurde, denn für alle neuzeitlichen Albions wird eine Wooden Coffey Still als Quelle angegeben, und da stand die letzte ihrer Art in Guyana eben in Enmore (bis auch dieses 1994 geschlossen wurde). Für unseren heutigen Rum bedeutet das also, dass es sich ganz genau betrachtet um einen Enmore Rum handelt, der im Jahr 1986 in der EHP Still im alten Stile Albions gebrannt wurde. Da wiederum ein Stil Albions nachgeahmt wurde, der wohl zwischen 1955 und 1968 mit der Double Wooden Pot Still von Port Mourant erzeugt wurde, trägt der Rum das Mark AW und nicht das Mark AN, welches wohl eher für den ursprünglicheren Stil stand.  Hinweise darauf, dass einer der ursprünglichen Brennapparate von Albion die Zeit der Destillerie Albion überdauert haben könnte, gibt es nicht. Eine solche Still war an keinem der Rums, die wir heute als Albions kennen, in irgendeiner Weise beteiligt. Lediglich der Geschmack soll an den Rum angelehnt sein, wie er damals produziert wurde. Hinreichend nachzuvollziehen ist das aber leider nicht mehr. Das Fass, in welchem der Rum lag trug die Nummer #10546 und lag vermutlich mindestens bis zur Schließung Enmores 1994 dort. Anschließend wanderten die Stills aus Enmore nach Uitvlugt, von wo sie Ende 1999 nach Diamond kamen. Ob das auch für die Fässer galt oder ob alte Lagerhallen aus Enmore möglicherweise weitergenutzt wurden, entzieht sich aber meiner Kenntnis. Spätestens ab dem Jahr 2000 lag dann aber wohl alles bei Diamond. 2011 wurde der Rum dann mit einem Alkoholgehalt von 60,6% vol. abgefüllt.
Wer da noch tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem empfehle ich die Lektüre dieses Artikels zu Demerara Rum.

Zum ganz persönlichen Gossip gehört es, dass ich zu diesem Tropfen auf der Cologne Spirits 2018 am Stand von Rene van Hoven gekommen bin, wo es den Albion zu einem, für heutige Verhältnisse, unfassbar fairen Preis zu probieren gab. Von den insgesamt vier Albions, die es in Fassstärke gibt, war dies, nach dem 25 YO Albion AN 1983 und dem 17 YO Albion AN 1994, der insgesamt dritte für mich. Und um den Rum auch einmal ganz in Ruhe für den Blog, und damit für euch, verkosten zu können, konnte ich gar ein kleines Sample für zu Hause erwerben. Vielen Dank noch einmal an Rene!






Verkostung des Velier 25 YO Albion 1986:

Preis: der Ausgabepreis wird bei ca. 120 Euro gelegen haben. Heute hingegen wird es nicht einmal reichen, eine Null hinten dran zuhängen. Kaum irgendwo hat der Preiswahnsinn so zugeschlagen wie bei den Full Proof Demeraras von Velier.

Alter: der Rum ist 25 Jahre alt und reifte von 1986 bis 2011 im Einzelfass.

Lagerung: die Reifung fand von 1986 bis 2011 bei DDL in Guyana statt.

Fassnummer: #10546

Angel's Share: unbekannt. Er wird aber, gemessen daran, wie hoch er bei vergleichbaren Rums ausfällt, bei über 85% gelegen haben. 

Alkoholstärke: Full Proof - der Rum hat eine Fassstärke von 60,6% vol.

Destillationsverfahren: der Albion entstammt einer Wooden Coffey Still.

Mark: AW

Farbe: wunderbares tief braunes Kupfer, Mahagoni. 

Viskosität: satte, fette und breite Schlieren bilden sich an der Glaswand, die schnell an der Glaswand herunterlaufen. Wahnsinnig ölig!

Nase: Boah! Was für eine Nase! Sehr, sehr voll und reichhaltig. Tief. Komplex. Was für eine Bombe! Das hohe Alter und die tropische Reife merkt man dem Rum sofort an. Alkoholische Schärfe habe ich, nach ca. 45 Minuten des Atmens, kaum. Das Bouquet ist überaus üppig und erinnert mich spontan an sehr alte, tropisch gereifte Caroni. Ich habe zu Beginn eine deutliche Klebstoffnote (Pritt-Stift) und dahinter eine herrliche, natürliche Süße, die mich an Rosinen und andere Trockenfrüchte erinnert. Dazu kommen auch Karamell und Toffee. Danach gesellen sich dann sowas wie Holzlack, Petroleum, Terpentin und etwas Metallisches dazu, was mich an dieser Stelle besonders an die Caroni erinnert. Dahinter donnern dann aber auch schon die Tannine heran, und das gewaltig! Jetzt habe ich ganz viel Eichenholz vom Fass dabei, allerdings super integriert. Der Rum ist nicht verholzt, überhaupt nicht! Peripher erhasche ich Leder und Anis. Wow! Ich könnte ewig an diesem Rum herumschnüffeln.

Gaumen: mhmmm! Ein wunderbar gesetztes Destillat! Die alkoholische Schärfe blitzt nur zu Beginn kurz auf und macht dann Platz für Rum-Flavor ohne Ende. Der Albion ist vollmundig, wunderbar cremig und auch dezent adstringent. Das folgende Aromenfeuerwerk wird von einer schönen Süße eingeleitet, der eine unfassbar geile Holznote mit Earl Grey Tee und Anis folgt. Süße und Bitterkeit gehen hier in einer sehr, sehr gewinnbringenden Liaison zusammen. Mit dabei ist auch Teer, der mich wiederum sehr an Caroni erinnert, sowie etwas medizinisch anmutendes. Darauf folgt eine tolle Spur Nelke, die in den Abgang führt.

Abgang: Holzlack und Eichenholz satt! Dazu kommen Anis und Nelke. Trocken, bitter, aber nicht unangenehm bitter. Der Albion 1983 z.B. war in puncto Bitterkeit sehr viel intensiver. Das ist ganz große Klasse!

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Fazit: ich bin wahrlich kein ausgewiesener Fan von Demerara Rum und selbiges gilt auch für viele Rums aus Column Stills... und doch zählt dieser Albion für mich zu den wirklich allerbesten Rums, die es jemals für bares Geld zu kaufen gab! Es ist dieser eine Stil, der für mich ganz persönlich nicht nur die Ausnahme von der Regel in Bezug auf Demerara Rums markiert, sondern der darüber hinaus auch so einiges in den Schatten stellt, was bei mir generell schon auch einen sehr hohen Stellenwert genießt. Sollte ich meine persönlichen Top 5 Rums überhaupt benennen müssen, so wäre dieser Rum also sehr wahrscheinlich dabei. Mein Favorit unter den Demerara Rums ist er selbsterklärend ohnehin und auch mein Favorit unter den Albions, die ich bisher im Glas hatte (AN 1983 FP, AW 1986 FP & AN 1994 FP) ist ganz klar und eindeutig der Albion 1986. Er ist darüber hinaus eine Demonstration dessen, was tropische Reife kann und wir können denke ich alle nur hoffen, dass uns eines Tages seitens DDL wieder die Möglichkeit eröffnet wird, solche Rums erneut kaufen und trinken zu können* - ein Ausnahme-Tropfen, mehr als würdig hier auf BAT den Jahresauftakt und das erste große Ausrufezeichen im neuen Jahr zu setzen!

-97/100-


*das heutige Review entstand, noch bevor die Ankündigung draußen war, dass es von DDL im Rahmen der El Dorado Rare Collection demnächst eine Albion-Abfüllung aus dem Jahr 2004 (und auch einen Skeldon aus 2000) geben wird. Das feiere ich natürlich sehr und bin schon gespannt wie nur irgendwie, wie sich diese neuen Rums machen werden. Nach Möglichkeit stelle ich euch die Tropfen dann auch vor.

Ich wünsche euch allen an dieser Stelle nun noch einmal einen entspannten Start ins Jahr, wünsche euch gutes Gelingen bei all euren Vorhaben und Vorsätzen, seien sie vielleicht auch noch so ambitioniert, und wie immer natürlich auch ein glückliches Händchen auf der Jagd nach flüssigen Schätzen. Das werden wir alle wohl auch in diesem Jahr wieder brauchen.

Bis dahin,
Flo

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Barrel Aged Thoughts 2018 - Ein Rückblick

Liebe Rum Gemeinde,

das Jahr 2018 neigt sich dem Ende entgegen und hinterlässt uns glücklicherweise auch einige Rum-Abfüllungen, über die es sich glaube ich durchaus lohnt, noch einmal zu sprechen. Um eines dabei aber vorweg zu nehmen: anders als 2017 war 2018 aus meiner Sicht nicht das Jahr der absoluten und unbedingten Highlights. Keiner der Rums dieses Jahr wäre aus meiner Sicht z.B. ein echter Kandidat für eine Top 10 Liste des gesamten Jahrzehnts, während sich dort 2017 schon mindestens zwei Rums fanden, die für mich ganz sicher in einer solchen Rangliste vertreten wären. Was nun aber vielleicht für den einen oder anderen nach Enttäuschung klingt, ist in Wahrheit einfach eine (leider nur semi-elegant gelungene) Überleitung dahin, dass das Jahr 2018 für mich zwar nicht unbedingt eines ist, welches zu großen und lauten Rankings einlädt, wohl aber ein überaus spannendes Jahr gewesen ist, mit vielen Premieren, einem Messebesuch in Köln, neuen Wegen, weiter beschrittenen Wegen und vielen vielleicht nicht überragenden, aber sehr soliden Rums - und natürlich einem gigantischen Sommer mit unzähligen Mai Tais! Ein Rückblick.




Prolog:

Meine Reise durch 2018 beginnen möchte ich im Epilog von 2017, als ich meine Hoffnungen und Erwartungen auf das nun demnächst hinter uns liegende Jahr wagte. Mein Fokus lag dabei auf New Yarmouth, St. Lucia Distillers, der South Pacific Distillery und auch auf Sancti Spiritus als ewiger Geheimfavorit. Kurz und schmerzlos kann man denke ich konstatieren, dass sich da, bis auf New Yarmouth, leider nicht viel getan hat. Das ist zwar einerseits schade, ganz persönlich hatte ich gerade bei St. Lucia wirklich stark gehofft, aber auf der anderen Seite bin ich doch sehr erfreut darüber, dass New Yarmouth keine Eintagsfliege geblieben ist, sondern sich innerhalb eines Jahres einen festen Platz innerhalb der Szene gesichert hat. Und das vollkommen zurecht, wie ich finde!


Cologne Spirits: 

Im März stand dann die Cologne Spirits in Köln an, und damit die erste Premiere in diesem Jahr, auf die ich gerne eingehen möchte. Marcus Stock und Christoph Schreiber organisierten mit großem Erfolg eine weitere große Rum- und Spirituosenmesse in Deutschland neben dem German Rum Fest in Berlin, die in 2019 auch seine Fortsetzung erfahren wird. Neben erstklassigen, interessanten und spannenden Ausstellern zu aktuellen Abfüllungen konnte mich vor allem der Raritäten-Stand von Rene van Hoven begeistern, an dem auch Bottlings aus längst vergangenen Tagen probiert werden konnten. Viele davon sogar zu mehr als fairen Kursen - ich sag' nur Albion 1986 *hust* :-) Vielen Dank dafür noch einmal, Rene und ich hoffe, dass man dich dort 2019 auch wieder findet! 
Darüber hinaus bot die Messe aber auch den Rahmen und die Möglichkeit für einige von uns Bloggern und anderen Rum-Nerds, sich in privater Runde zusammenzufinden und vieles zu probieren und sich auszutauschen. So entstand ein unvergesslicher Abend bei Marius von SCR, bei dem ich während der drei Tage in Köln auch unterkommen konnte. Vielen Dank noch einmal für alles!



Mein Bericht zur Cologne Spirits: Messebericht


BAT on facebook:

Nur einen Monat später, im April, folgte dann für mich ganz persönlich ein Sprung über den eigenen Schatten, indem ich eine Facebook-Präsenz für BAT einrichtete. Ja, hab ich wirklich gemacht. Ich, der immer dagegen war. Aber wie war das? Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit? Die Erkenntnis, dass ich mich nicht jedem ungeliebten Wandel auch immer verschließen kann, war an dieser Stelle größer, als meine persönliche Abneigung, die deshalb ja keineswegs vollständig gewichen ist. Und ohne jeden Zweifel hat diese Entscheidung BAT genutzt, größer gemacht und vor allen Dingen auch internationaler gemacht. Zwar schreibe ich auch weiterhin auf Deutsch, da das die einzige Sprache ist, in der ich mich meinen eigenen Ansprüchen gegenüber gerecht ausdrücken kann, aber die Reichweite hat dennoch stark zugenommen. Somit kann ich inzwischen, nach acht Monaten, sagen, dass das der absolut richtige Schritt war.

facebook.com/mybarrelagedthoughts/


Hampden DOK:

Noch im gleichen Monat stand dann bereits das nächste Highlight 2018 und eine weitere Premiere an, nämlich der Release des Letters of Marque Hampden DOK 8 YO Jamaica Rum in voller Fassstärke! Wir als Blogger von SCR, RUMBOOM und BAT hatten uns mit Sascha zusammengetan und bei der Main Rum Company auf der Insel einen Hampden DOK aufgespürt. Diesen holten wir dann mit der Hilfe des unabhängigen Abfüllers The Rum Cask ins Land, die letztlich dann auch das Bottling übernahmen. Der LoM war zwar nicht der erste DOK am Markt, das war meines Wissens nach der Kintra aus dem gleichen Jahrgang, aber er war der erste, der in voller Fassstärke abgefüllt wurde und der auf dem Label auch als DOK ausgewiesen war. Der gesamte Prozess zog sich über ein dreiviertel Jahr hin und wir bekamen in der langen Zeit, in der immer wieder einiges an Geduld gefragt war, viele Einblicke in die Arbeit eines UA (IB) und ich möchte auch diesen Moment nicht ungenutzt lassen und Jens und dem gesamten Team bei TRC sehr herzlich für die Zusammenarbeit danken! 
Geschmacklich war der DOK meines Erachtens ein guter Rum, den ich auch pur nach wie vor gerne trinke, aber in Konkurrenz zu lange gereiften Hampden aus den 1990ern und frühen 2000ern steht er für mich noch nicht. Da besteht bislang schon nochmal ein Qualitätssprung in meinen Augen, aber das ist bei gerade einmal acht Jahren Reife auch nicht verwunderlich. Es ging hier darum, diese Extremität einmal erlebt zu haben und zu sehen, wo Hampden sein eigenes Maximum hat und in dieser Hinsicht war der DOK sehr aufschlussreich, denn anders als ich erwartet hatte, bot auch der DOK ein Ester-Level, welches ich noch als angenehm zu trinken empfinde. Wo der Rum dann mit 15 bis 20 Jahren steht, da bin ich schon sehr gespannt!
Ein Gewinn war der DOK auf jeden Fall aber auch für den Mai Tai und fast wirkte es schon ein wenig so, als ob man ihn extra für diesen extrem trockenen Sommer und damit für die bitter benötigten kühlen Drinks bestellt hätte.



Review zum Letter of Marque 8 YO Hampden DOK 2009
➜ Review zum Mai Tai mit Letter of Marque 8 YO DOK 2009


Caroni:

Die erste Jahreshälfte und auch die Jahresmitte waren bei mir aber auch geprägt von Tropfen, die schon vor 2018 erschienen sind und die vermutlich im Jahr 2000 das letzte Mal destilliert wurden: die Rede ist natürlich von Caroni! Ich habe mir damit zunächst viel Zeit gelassen, um erst einmal einen breiteren Überblick über Caroni insgesamt zu bekommen und dann damit begonnen viele dieser Rums, vor allem von Velier, hier zu verkosten und vorzustellen, da sich Caroni bei mir in 2018 definitiv als eine neue Liebe, zwischen Jamaica und dem so genannten "Rockley"-Style von Barbados verfestigt und etabliert hat. Schade, dass es die Preisentwicklung einem immer schwerer macht, an noch weitere Flaschen zu gelangen. Nichts desto weniger bin ich aber natürlich weiterhin motiviert, so viele Abfüllungen wie möglich noch zu probieren, bevor man letztlich wohl nie wieder dran kommen wird.

Hier eine Auswahl an Caroni-Reviews aus diesem Jahr:


Neuheiten und Premieren:

Natürlich wurden in 2018, und insbesondere in der zweiten Jahreshälfte, auch einige Neuheiten veröffentlicht, von denen einige auch durchaus Aufsehen erregen konnten. Von Hunter Laing (Kill Devil) beispielsweise wurden für The Whisky Barrel je zwei Rums aus Hampden der Jahrgänge 2007 und aus 2001 veröffentlicht, wobei insbesondere der Jahrgang 2007 für Konfusion sorgte, da Hampden zu dieser Zeit geschlossen war. Es kam dann heraus, dass es durch National Rums of Jamaica (NRJ) zu dieser Zeit eine Art Probe-Destillationsdurchlauf gegeben haben soll, aus dem dann diese Rums resultiert seien. Beide Rums schmeckten hervorragend und hatten einen sehr hohen Estergehalt. Eine unerwartete Entdeckung in 2018!

➜ Review zum Kill Devil Jamaica Rum 10 YO Hampden 2007


Bereits recht früh in 2018 wurde bekannt, dass auch Velier wieder einiges vorhaben würde in diesem Jahr. Zu Beginn erschienen bereits zwei Caroni aus dem Jahr 2000, jeweils für den US-, bzw. den EU-Markt gedacht und einige Zeit später kam dann auch noch ein Caroni 100th Anniversary Bottling, in einer Flasche, die komplett einer Abfüllung aus den 1940er Jahren nachempfunden war. Es machten aber auch Gerüchte um einen Heavy Type Antigua Rum und um vier Rums aus Long Pond schnell die Runde, sowie um eine so genannte Employee-Serie, mit welcher man ein Tribute für die ehemaligen Arbeiter von Caroni setzen wollte. Diese erschienen dann in der zweiten Jahreshälfte und waren, wie zu erwarten, von großem Interesse begleitet. Mein heimliches Highlight war tatsächlich auch der Antigua, der sehr fair bepreist daher kam und im Grunde für mich all jene Kriterien erfüllte, die ich an einen Rum habe, wenn es mal nicht das ganz große Kino sein soll. Stichwort: Barbeque! Seitdem ist bei mir auch eine barbadische Destillerie komplett aus allen Regalen ausgezogen, deren Namen ich bereits vergessen habe. Sowas kommt vor, war wohl nicht so wichtig. 😄
Für mich als Jamaica-Head in besonderem Maße spannend waren aber natürlich die vier Long Ponds, der Cambridge, der Vale Royal, der TECA und der TECC, deren jeweilige Geschichte ich euch im Zuge der Releases mit großer Freude dargelegt habe. Bis auf den Vale Royal waren das auch alles Stile, die es so bisher nie abgefüllt zu kaufen gab, und die uns Connaisseuren somit erstmals zugänglich gemacht wurden. Mein persönlicher Favorit, zum Zeitpunkt der Reviews wollte ich mich da noch nicht festlegen, ist aber inzwischen der Vale Royal, der darüber hinaus auch das klar beste Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist. Ein wirklich starker Rum, den ich sehr empfehlen möchte. Eine Blindverkostung vor kurzem unterstrich allerdings auch meinen Eindruck, dass der Rum tatsächlich sehr lange im Glas braucht, bis er wirklich einschlägt. Er braucht Geduld und ich empfehle daher ebenso sehr, ihm diese zuteil werden zu lassen.
Darüber hinaus veröffentlichte Velier auch noch einige Rums unter dem Label Habitation Velier, wobei hier einige ungelagerte Rums besonders hervor stachen, darunter ein Long Pond STC❤E, ein Hampden <>H und ein Savanna HERR. Alle drei Rums werden im neuen Jahr auch noch ihren Weg auf BAT finden!



➜ Hier die bisherigen Reviews:


Und die anderen unabhängigen Abfüller? Waren die untätig? Selbstverständlich nicht, ganz im Gegenteil! Auch dort sind einige wirklich tolle Rums erschienen, von denen hier auch noch Samples stehen, bei denen ich es aber auch noch nicht geschafft habe, sie auf BAT zu besprechen und vorzustellen. Da wären u.a. von 1423 World Class Spirits noch ein New Yarmouth 2005 und junger Hampden DOK aus 2018 mit Sherryfinish oder von Plantation die beiden Long Ponds ITP und HJC. Auch die Transcontinental Rum Line hat mit 2012 einen bisher noch unbekannten Hampden Jahrgang veröffentlicht. Von Compagnie des Indes stehen hier noch ein Hampden DOK 2009, ein Multi Distillery Blend oder ein New Yarmouth 2005. RA (Rum Artesanal) haben dieses Jahr meines Erachtens einen ebenso tollen Job gemacht, einiges an spannenden Abfüllungen im Portfolio gehabt. Deren Caroni 1998, der Long Pond 2000 und der Clarendon 2007 warten auf nochmalige Verkostung. Und ganz frisch eingetroffen sind da auch noch ein Mount Gay 2000 und ein Monymusk 2004 von Kintra und ein Sample eines Navy Rums aus den 1940er Jahren von Nicolas Kröger.
Außerdem sind da auch noch zwei Proben, die nochmal eine gesonderte Aufmerksamkeit verdienen, nämlich ein ungelagerter DOK mit über 85% vol. und ein ebenfalls ungelagerter Rum aus der reaktivierten Vulcain Still von WIRD mit 60,7% vol., der hoffentlich noch etwas mehr Licht ins Dunkel rund um den so genannten "Rockley"-Style bringen kann! Da ist also auch immer noch genug zu tun im neuen Jahr und ich freue mich sehr darauf!


Aufräumarbeiten:

Beim großen Herbstputz bin ich über viele meiner alten Verkostungsnotizen gestolpert, die ich von den probierten Rums damals angefertigt hatte. Da die meisten dieser Rums heute antik und längst vom Markt verschwunden sind, habe ich sie hier online gestellt, um zumindest allen, die diese Rums damals nicht probieren konnten, weil sie erst später zur Szene dazu gestoßen sind, die Möglichkeit zu geben, über diese Rums ein wenig zu erfahren. Dazu habe ich sie auch in den gegenwärtigen Konsens eingeordnet und mir nicht zuletzt auch zu den aufgerufenen Preisen, damals und heute, ein paar Gedanken gemacht.



➜ Hier die einzelnen Sessions:


Noch nicht veröffentlicht habe ich hingegen ein paar Verkostungsnotizen zu einigen alten Cadenhead Cask Strength Abfüllungen, u.a. aus Guyana, Barbados und St. Lucia. Diese folgen im neuen Jahr 2019. 


Epilog:

Das war es also, mein Rum Jahr 2018. Was aber, sind meine Wünsche, Erwartungen und Hoffnungen für 2019? Im Endeffekt ähnlich wie im letzten Jahr! Ich wünsche mir unbedingt, dass von St. Lucia mehr kommt! Das wäre großartig! Weiterhin wünsche ich mir aber auch, ab und zu mal überrascht zu werden, so wie das mit den Long Ponds oder dem Antigua bei Velier passiert ist, die ich letztes Jahr zu dieser Zeit noch überhaupt nicht auf dem Zettel hatte. Ich erwarte, noch einige weitere alte Caroni probieren und hier vorstellen zu können (und weiß gleichzeitig schon jetzt, dass ich da tatsächlich auch schon einiges in der Pipeline habe😎) und ich habe auch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir vielleicht noch das eine oder andere aus den ganz alten Batches noch einmal zu Gesicht bekommen. Ein 1986er WIRD mit dann schon 33 Jahren wäre doch mal was und man wird ja noch träumen dürfen.
Darüber hinaus möchte ich im nächsten Jahr auch mit einigen Langzeit-Projekten noch weiterkommen. Das betrifft insbesondere die Seiten zu Jamaica Rum, zu Hampden, zu Worthy Park, zu Clarendon, zu Trinidad Rum, zu Caroni, zu Barbados Rum und zu WIRD. Die Seiten zu Long Pond und Wray & Nephew hingegen sind nahezu fertig. Immerhin!
Und ansonsten? Marius von SCR hat nun ein Scoring-System für seine Rums auf seinem Blog eingeführt. Ein Gedanke, der auch mich im Sinne einer besseren internationalen Vergleichbarkeit schon mehrfach umgetrieben hat, zumal ein solches System im privaten Rahmen längst nebenher läuft. Ich habe da bekannte vorbehalte, allerdings hat sich meine Ansicht dazu schon auch ein Stück weit verändert. Die Frage ist da also letztlich wohl am ehesten, ob ich auch hier quasi den "facebook-Move" wage, oder nicht. Ich bin da noch nicht final entschlossen, aber am Ende könnte es durchaus so kommen.

Und zu guter Letzt möchte ich mich natürlich auch noch bei euch, also bei all meinen Leserinnen und Lesern bedanken, dafür, dass ihr genau das seid, also Menschen, die auch längere Beiträge wie diesen hier immer wieder, Woche für Woche auf's neue lesen. Denn das ist letztlich auch für mich häufig zusätzliche Motivation mich hinzusetzen und Beiträge zu verfassen. Ihr seid spitze und ihr seid dieses Jahr um einiges mehr geworden und das freut mich sehr! Und damit wünsche ich nun euch, liebe Leser, erst einmal einen guten Rutsch und ein erfolgreiches neues Jahr 2019! Wir sehen uns wieder!

Bis dahin,
Flo

Sonntag, 25. März 2018

Cologne Spirits - 16. & 17. März 2018

Liebe Rum Gemeinde,

frisch zurück aus Köln von der Cologne Spirits, möchte ich euch hier gerne an meinen Eindrücken der Messe teilhaben lassen und ein wenig berichten. 


Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die Cologne Spirits gleich in zweierlei Hinsicht eine Premiere war. Zum einen war es das erste Mal überhaupt, dass diese Messe stattfand, zum anderen war es aber auch meine persönlich erste Rum Messe. 
Da ich im Hinblick auf größere Veranstaltungen etwas scheu bin, habe mich bei derlei bislang immer ein wenig geziert, aber in diesem Jahr letztlich nicht lange bitten lassen. Das wiederum lag sowohl am Rahmenprogramm der Messe, welches mich alles in allem im Vorwege sehr viel mehr überzeugen hat können als beispielsweise jenes in Berlin zum Rumfest, als auch daran, dass der Besuch mit Marius Lohschelder von Single Cask Rum, den Jungs von RUMBOOM und noch einigen anderen lieben Menschen aus dem erweiterten Dunstkreis des "Rum Club" zusammen im Vorfeld lange geplant und vorbereitet wurde. So war der Besuch der Cologne Spirits zugleich also auch noch ein Treffen von Deutschlands Blogger- und Nerdszene. Leider mussten einige von uns, die sehr gerne dabei gewesen wären, aus teils wirklich sehr unglücklichen Umständen absagen. Euch vorab eine Warnung: dieser Bericht wird kein Bedauern darüber lindern! ;-)

Rum Nerds beim Caroni Light Style Tasting
Für die Zeit der Messe bot mir Marius zu meiner großen Freude einen Schlafplatz bei sich an, so dass wir auch noch abseits des Rahmenprogrammes etwas Zeit finden sollten, das eine oder andere zu probieren. Da ich aus dem hohen Norden doch eine etwas weitere Anfahrt nach Köln hatte, trudelte ich nach 7,5 stündiger Fahrt bereits schon am Donnerstagabend vor der Messe in Köln ein. Zunächst fühlte ich mich so platt, dass ich glaubte, der Abend wäre für mich dann auch schon vorbei. Doch nach kurzem Cool Down nach der langen Fahrt kam dann doch die Euphorie auf die bevorstehenden Tage durch und wir testeten noch einiges Rums, vorwiegend aus Caroni (dazu in einem späteren Artikel mehr!). Der Abend wurde dann doch etwas länger, so dass wir am Ende doch erst um 3.00 Uhr morgens die Segel gestrichen haben. :-)


1. Messetag:

Am nächsten Tag ging es dann ganz entspannt los mit einem leckeren Frühstück (Marius hatte eine tolle Mango-Ananas-Marmelade da!) und einem kurzen Einkauf. Im Anschluss trafen wir dann die ersten zwei Rum-Heads, mit denen zusammen wir uns auf den Weg in Richtung Innenstadt machten. Vor der Messe musste unbedingt noch eine ordentliche Grundlage her. Wir entschieden uns für eine leckere Pizzeria mit charmantem italienischen Ambiente und trafen hier dann auch Eric und Thomas von RUMBOOM, sowie einen weiteren Begleiter unserer Truppe, so dass wir für den Tag nun vollständig und gestärkt waren. Die Messe konnte nun kommen!

Blick über die Messe vom Eingang aus gesehen
Wir waren kurz nach Öffnung der Tore um etwas nach 16.00 Uhr am Messegelände. Vor Ort am Eingang bekamen wir dann auch direkt unsere Nosinggläser und unsere Jetons für die Verkostungen, als auch unsere Cologne-Spirits-Armbänder, um das Gelände auch verlassen zu können, bzw. um am nächsten Tag einfach wiederkommen zu können. Dann ging es los! Zunächst verschafften wir uns einen groben Überblick über das Gelände. Die Messefläche war angenehm übersichtlich und man fand alles wichtige, wie Garderobe, Tastingroom oder Garderobe sehr schnell, so dass man sich sofort wohl fühlte und sich auch weder verlaufen noch untereinander verlieren konnte. Draußen im Innenhof konnte man sich darüber hinaus jederzeit mit Softdrinks, hochwertigem Fastfood oder leckeren Waffeln stärken.

Raritätenstand von Rene van Hoven

Als erstes blieben wir dann für längere Zeit an einem Stand hängen, der während der gesamten zwei Tage auf der Messe für unsere Gruppe wohl einen der Fixpunkte darstellte, wenn nicht gar den Fixpunkt: am Raritätenstand von Rum-Sammler Rene van Hoven! Was für eine Auswahl an nur einem einzigen Stand! Wow! Von antiken Obskuritäten, über historische unabhängige- und Originalabfüllungen bis hin zu wirklich legendären und gesuchten Bottlings war alles dabei. Bereits jetzt war klar: trotz dessen, dass Rene die Flaschen im großen und ganzen absolut fair bepreist hatte (oder vielleicht auch genau deswegen), würden das sehr kostspielige zwei Messetage werden! ;-) Keinem aus unserer Gruppe fielen nicht sofort mindestens fünf bis zehn Flaschen ins Auge, die er nicht gerne mal probieren würde. Reizüberflutung, wie man sie gern hat! Für's erste wurden es dann ein 1986er Long Pond von Berry Bros. & Rudd., ein Wray & Nephew 12 YO aus den 1960s und ein Port Mourant Demerara Rum von Murray McDavid für uns, die uns jeweils alle positiv überraschten.
Über die Rums kam man dann auch mit Rene schnell ins Gespräch, der als Typ absolut super war und Spaß machte und so auch selbst mit dafür sorgte, dass wir uns gern und länger bei ihm aufhielten und auch mehrfach wieder zu ihm zurück kommen sollten. Denn einige interessante Rums waren noch nicht mit Preisschildern versehen. Das wollte Rene nachholen bis wir wiederkamen.







Berry Bros. & Rudd. Long Pond Jamaica Rum 1986

Für einige aus unserer Runde war es das erste Mal, dass sie einen Long Pond aus 1986 im Glas hatten. Und umso größer war hier teilweise auch der Aha-Effekt. Denn 1986 ist schon ein wirklich hervorragender Jahrgang für Long Pond gewesen.


Murray McDavid Port Mourant Guyana Rum 13 YO 

Wray & Nephew Jamaica Rum 12 YO aus den 1960s

Bei diesem Rum konnte ich, bei 6 Euro/Dram wiederum nicht widerstehen! Es zeigte sich, dass die Rums von Wray & Nephew zwar auch früher schon keine Kracher gewesen sind, aber heutigen Blends von Appleton ist dieser Rum doch meilenweit überlegen!


Rum-Rarität aus dem 19. Jahrhundert. 
Diese Rum-Rarität, die schon zwei Jahrhundertwenden überlebt hat, hätten wir gerne verkostet. 90 Euro für 2 cl haben das jedoch verhindert. Da sind selbst einem Nerd irgendwann Grenzen gesetzt.


Nachdem wir uns bestimmt eine bis zwei Stunden bei Rene aufgehalten haben, begannen wir auch die anderen Stände genauer zu erkunden. Positive wie auch negative Überraschungen wechselten sich hier ab.
Stand von Kirsch Whisky mit den Rums von Velier und TCRL
Während man an den Ständen von Bonpland oder Ekte die wirklich interessanten Abfüllungen nur angucken und in der Flasche bewundern durfte, konnte man bei Perola (waren mit Compagnie des Indes Rums vertreten), Cadenhead, Kirsch Whisky (waren mit Velier und TCRL vertreten), 1423 Rums/Worthy Park (teilten sich einen Stand) oder am Stand von Plantation und Clement alles was da war auch probieren. Hier bestanden die Unterschiede lediglich darin, zu welchen Konditionen dies möglich war. Während man bei Plantation/Clement z.B. für einmalig 3 Euro alles am Stand probieren konnte, so konnte man bei 1423 Rums/Worthy Park oder bei Cadenhead auch mit den im Ticket inkludierten Jetons bezahlen. Bei Kirsch Whisky oder am Raritätenstand von Rene war Probieren nur im Austausch gegen Bares möglich. Hier zeigten sich das erste Mal kleine Anzeichen dafür, dass die Messe eben zum ersten Mal stattfindet. Die Aussteller berichteten, dass sie für die Jetons keinen Gegenwert erhielten und diese für sie daher nicht rentabel seien. Hier besteht für nächstes Jahr also möglicherweise der Bedarf, am System der Jetons zu arbeiten. Für den Besucher war das Problem aber letztlich keines, womit man nicht zurecht hätte kommen können. Das hatte man einfach schnell "raus".
Veliers am Stand von Kirsch Whisky
Für unsere nerdige Gruppe waren im Weiteren die Stände von Cadenhead, Kirsch Whisky und 1423 Rums/Worthy Park die nächsten Anlaufstellen. Insbesondere der Stand von Kirsch beschäftigte uns am Freitag sehr. So nutzten wir allesamt die Chance und probierten den neuen Velier Caroni 2000 und den Rhum Rhum zum 70. Geburtstag von Velier, die uns beide faszinierten. Während mir persönlich der Rhum Rhum zwar nicht gefiel, so war ich aber dennoch ob der Besonderheiten dieses Tropfens sehr beeindruckt. Highlight hier war für mich aber ganz klar der EU-Caroni. Eine Hammer-Abfüllung! Ich hatte mit Marius am Abend zuvor auch die US-Abfüllung im Glas und musste feststellen, dass uns diese nicht so sehr überzeugt hat wie der für die EU.
Ausdrücklich erwähnen und hervorheben möchte ich noch, dass für Kirsch Whisky zwei wirklich coole Typen am Start waren, die mit viel Leidenschaft bei der Sache waren und die auch selbst Fans ihrer eigenen Produkte waren. So begleiteten überaus kurzweiliger Smalltalk mit kleinen Einblicken in interne Abläufe die Verkostungen der Rums. Danke, Jungs, das hat echt Spaß gemacht!

Der neue Velier Caroni 2000 in der EU-Version

Für mich war dieser Caroni einer der besten Rums der Messe! Besser als die US-Version dieser Abfüllung und meines Erachtens auch der 12 YO Abfüllung, der EATALY-Abfüllung und der Millennium-Magnum-Abfüllung überlegen.


Rhum Rhum 2007 zum 70. Geburtstag von Velier in 2017

Der Rhum Rhum war so gar nicht mein Fall, aber in jedem Fall war er sehr, sehr außergewöhnlich. Für mich hatte der was von abgestandenem Lagerfeuer.

Cadenhead Green Label Guyana 16 YO


Zwischendurch trafen wir auch noch Marcus Stock, den Veranstalter der Cologne Spirits, der sich Zeit für uns nahm und uns ein wenig berichtete. Zudem hatte er auch noch etwas wirklich besonderes für uns, nämlich einen kleinen aber grandiosen Schluck eines 60 Jahre alten Sherry, der mir wirklich hervorragend schmeckte. Das war die Essenz von Studentenfutter! Einfach nur sehr, sehr geil und ein Wahnsinnstropfen!

Der 60 Jahre alte Sherry! Mein heimliches Highlight!

Um 19.45 Uhr besuchten wir dann noch ganz spontan die Masterclass mit Nikos Arvanitis zum Thema Rum Klassifizierung inkl. Blindtasting. Hier ging es im Wesentlichen um die von Luca Gargano propagierte Klassifizierung von Rum (Pure Single Rum, Single Blended Rum, etc. pp), die Nikos mit sehr viel Passion darlegte. Die Blindverkostung diente letztlich vor allem der Unterstützung des Vorgetragenen und war somit perfekt in den Vortrag mit eingebunden und unterstrich das gesagte. Und trotz dessen, dass Nikos uns Nerds natürlich nicht wirklich etwas erzählt hat, was wir nicht schon gewusst hätten, so fühlten wir uns aber doch sehr gut von ihm unterhalten und genossen den Vortrag. Auch hier war die Leidenschaft einfach in jeder Sekunde zu spüren und Nikos ist einfach ein Original! Ein perfekter Ausklang eines fabelhaften ersten Messetags!


Nikos beim Vortrag

Nikos in Action! 

Blindtasting





Wir nach dem 1. Messetag



Danach machten wir uns auch direkt auf zu Marius, um in privater Runde unter Nerds bei leckeren Snacks noch den einen oder anderen Tropfen zu verkosten. Hier Highlights zu nenn n wäre allerdings wirklich schwer, da unglaublich viele sehr leckere Tropfen auf den Tisch kamen. Diverse Caroni, Hampden und Long Pond, sowie viele Blindverkostungen machten den Abend zu einem unvergesslichen Nerd-Treffen, von dem ich mir wünsche, dass wir es so bald wie möglich einmal wiederholen können. Ihr seid eine spitzenmäßige Runde, mit der es einfach unglaublich viel Spaß macht sich zu treffen, zusammen zu sitzen und geilen Rum zu trinken!


Leckere Rums bei leckeren Snacks


Velier Caroni 1994 Tasting








Für mich war der Vergleich dieser drei Caroni ein ganz enges Rennen. Der 18 YO war der ausgewogenste der drei, die beiden 23 YO sind spezieller, liegen mir aber inzwischen noch etwas mehr. Der Full Proof hatte dann am Ende leicht die Nase vorn, aber da liegen wirklich nur Nuancen dazwischen!


2. Messetag:


Am zweiten Tag ging die Messe schon um 12.00 Uhr los. Personell rotierte unsere Runde leicht. Zwei Leute waren heute leider nicht mehr dabei, dafür bereicherten zwei andere unsere tolle Truppe, bei denen ich mich jeweils ebenfalls sehr gefreut habe, sie endlich einmal zu treffen.

Wie schon gestern, so ging es auch heute wieder bei Rene van Hoven und seinem Raritätenstand los. Jedoch machte sich klar bemerkbar, dass man jetzt schon etwas mehr auf der Messe angekommen war und alles ein wenig lockerer ging. Und so erspähten wir dann auch tatsächlich, dass der Albion 1986 von Velier, der gestern noch kein Preisschild um den Hals hängen hatte auch heute noch ohne ein solches auskommen musste. Und während sich gestern noch keiner von uns getraut hatte zu fragen, wieviel wohl ein Dram dieses seltenen, überaus teuren und exklusiven Tropfens kostete, so war das heute quasi die erste Frage überhaupt ;-)
Niemand von uns rechnete damit, dass er am Ende tatsächlich bezahlbar sei, aber zu unserer großen Überraschung wollte Rene schlanke 12 Euro (!) für 2 cl dieses Rums haben. Nach kurzen, ungläubigen Blicken schlugen wir da natürlich allesamt zu. Rene machte die Flasche vor unser aller Augen auf (sie war zuvor noch komplett verschlossen!) und so tranken wir einfach mal so eine der seltensten und gesuchtesten Velier-Abfüllungen auf der Messe. Das wiederum machte schnell die Runde, und so trafen wir auch kurze Zeit später die Jungs von Kirsch bei Rene an, die natürlich auch vom Albion probieren wollten. Klar, dass wir es uns unsererseits nicht nehmen ließen, diesen besonderen Augenblick mehrfach festzuhalten, denn wir kamen über den Tag verteilt immer mal wieder:

Wir mit dem Albion 1986



Velier Albion 1986 25 YO Full Proof


Cadenhead 1991er PROVIDENCE Caroni 12 YO 

Der Rum ist schon sehr weit weg von den üblichen Heavy Type Kandidaten, aber im Gegensatz zu einigen anderen Light Types kam hier doch schon noch richtig was rüber!



Cadenhead 1982er Gardel 20 YO 

Der Gardel! Auch so ein heimliches Highlight! Obwohl Rum aus französischen Gefilden ja mehrheitlich nicht meins ist, so hatte dieser unfassbar schwere, konzentrierte und gesetzte Rum doch richtig was für sich. Schön, den mal gehabt zu haben!


Murray McDavid 1992er Hampden 13 YO

Leider verdünnt! Hampden und verdünnen... nicht mein Lieblingsthema! ;-) In Fassstärke wäre der glaube ich in meinen Hampden Top 10!


Wir später am Tag nochmal mit dem Albion 1986















Und auch wenn der Tag damit schon eigentlich nicht mehr besser werden konnte, so hielt er doch noch einiges für uns bereit. Denn noch am Stand von Rene van Hoven trafen wir zufällig einen Mann von Savanna, der uns Proben von zukünftigen Rums zeigte (da kommt Großes auf uns zu!) und uns vieles über Savanna zu erzählen wusste. Auch hier traf Leidenschaft auf Leidenschaft und so konnten wertvolle Kontakte geknüpft werden.

Zwei super Samples von Savanna











Im Folgenden probierten wir vor allem viel bei Cadenhead und bei 1423 Rums/ Worthy Park. Bei Cadenhead gab es die gesamte aktuelle Range zu probieren. Am besten gefielen mir hier der 1990er Enmore/Versailles (MEV) und der 1999er Sancti Spiritus aus Cuba.

Bei 1423 Rums wusste ein 1998er Port Mourant zu gefallen (selbst mir, als nicht gerade erklärtem Fan von Port Mourant gefiel der wirklich gut!), vor allem aber der überaus ergiebige Austausch mit Joshua von 1423 Rums und mit Alexander Kong von Worthy Park wird in Erinnerung bleiben! Marius und die Jungs von RUMBOOM hatten zu 1423 Rums durch ein Tasting ihrer Range im letzten Jahr bereits Kontakt zu diesem dänischen UA und dieser wurde auf der Messe nochmals intensiviert. So war es uns am Ende sogar möglich, noch nicht veröffentlichte Rums aus Worthy Park vorab zu probieren.

Samples aus Worthy Park






1423 Rums S.B.S. Port Mourant 1998

Wir mit Joshua (1423 Rums)



Zum Ende des Tages hin zog es uns dann noch einmal mehr zurück zu Rene van Hoven und seinen Raritätenstand. Denn es wartete unverhofft noch ein weiteres Highlight auf uns. Es wurde nämlich, zusammen mit Veranstalter Marcus Stock, auch noch ein Navy Rum aus dem Jahr 1954 vor Ort geöffnet und verkostet! Gelebte Rum-Geschichte! Und das beste war: der uralte Tropfen schmeckte tatsächlich auch noch! Das ist bei solch alten Raritäten mit Tendenz zur Obskurität nicht unbedingt selbstverständlich, und umso größer war hier die Freude! Der gute hatte irgendwie etwas von geräuchertem Schinken! Sehr strange, aber definitiv lecker! Besonders schön fand ich, dass dieser besondere Moment auch noch einmal sehr die Leidenschaft aller Beteiligter offen gezeigt hat, von Rene, von Marcus und natürlich auch von uns. Das ist das Hobby wie es sein soll!


Video vom Öffnen der Flasche



Navy Rum von 1954

Cheers! 



Wir mit Rene und Marcus ... und dem Navy 1954! 


Und auch diesen Tag ließen wir in privater Runde noch würdig ausklingen, indem wir in der Kölner Innenstadt noch gut Essen gingen und im "Ona Mor" noch auf einen Absacker vorbeischauten. Hier trafen wir auch erneut noch einmal kurz auf Alexander Kong, der sich ebenfalls hier eingefunden hatte.

Cheers! :-)


Am Sonntagmorgen machte ich mich nach einem ereignisreichen, supergeilen Wochenende dann glücklich, wenn auch ein wenig müde, auf den Weg zurück nach Hause!

Ich hoffe, durch diesen Artikel konnte ich bei allen die da waren die Erinnerung noch einmal aufleben lassen und alle, die daheimgeblieben waren motivieren, das nächste Mal mit dabei zu sein! Es lohnt sich! Die Messe war aus meiner Sicht super organisiert, die Aussteller waren mehrheitlich top und boten uns Besuchern vieles! Vielen Dank an Marcus und sein Team, ihr habt einen super tollen Job gemacht! Hut ab!

Bis demnächst hier auf BAT,
Flo