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Sonntag, 30. Oktober 2022

The Rum Cask Jamaica Rum 12 YO Hampden DOK 2009

Liebe Rum Gemeinde,

fast drei Monate sind seit meiner letzten Review vergangen und wiederum ca. zwei Jahre sind ins Land gegangen, seit es das letzte Mal eine "Recommended by Barrel Aged Thoughts" Abfüllung von The Rum Cask gab. Mit dem Release am Freitag und diesem Posting heute geht beides mehr oder weniger zeitgleich an den Start, was nicht zuletzt auch mit einem ganz persönlichen Jubiläum auf diesem Blog zu tun hatte...  



Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren, am 26. Oktober 2012 war es, da ging das allererste Review auf Barrel Aged Thoughts online! Ein Monymusk-Crosstasting zwischen dem Bristol 1976 und dem A.D. Rattray 1986 war das damals. Zehn Jahre, das sind, je nach Blickwinkel und Relation, ein Wimpernschlag in der Geschichte oder auch eine halbe Ewigkeit. Zumindest in Bezug auf die internationale Rum Community kann man bei zehn Jahren aber glaube ich schon von einem ganz ordentlichen Zeitumfang sprechen, bedenkt man nur, wie wenige derer die heute dabei sind es auch damals schon waren und in welchem Maße sich die Rum Landschaft seither verändert hat. In der Rum Welt liegen zwischen 2012 und 2022 meines Erachtens nicht weniger als Welten, was ich hier und vor allen Dingen hier auch einmal in zwei gesonderten Beiträgen zum Thema "A Decade of Rum: 2010 - 2019" dargestellt habe! Die Etablierung der Fassstärke, die Schaffung eines Bewusstseins für die Unterschiede zwischen kontinentaler und tropischer Reifung und eine teils komplette Umkehr des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage sind dafür die wohl augenscheinlichsten Beispiele. Diese zehn Jahre waren nicht zuletzt aber auch für mich persönlich wahnsinnig ereignisreiche Jahre. Als ich mit BAT startete, startete ich parallel auch in meine Ausbildung. Meine Tochter war damals gerade zwei Jahre alt, heute steckt sie schon in der Pubertät. Ich verlor das Hobby teils aus den Augen und fand aber auch jedes Mal dort hin zurück. 

Eine Destillerie und ein Mark welches mich in den vergangenen zehn Jahren stets begleitet hat, davon fünf Jahre als bis dahin noch vollkommen unbekanntes Mysterium, ist Hampden DOK. Vor zehn Jahren war es noch vollkommen utopisch, dass dieser Rum Style einmal in dieser Weise gefragt sein würde, wie es heute der Fall ist. Mehr noch, er wurde noch nicht einmal zum Verkauf für Endkunden an irgendeiner Stelle angeboten! DOK war ausschließlich Rum für die Industrie! Auch erinnere ich mich noch gut an das verächtliche Unverständnis von Richard Seale im Jahr 2018, als mit dem Letter of Marque das meines Wissens nach allererste DOK Release in Fassstärke und auch das allererste unter Verweis auf dieses Mark an den Start ging. Er konnte sich mit Blick auf die historische Rolle von High Ester Rums als reines Flavouring Material für Blends nicht vorstellen, dass es tatsächlich Menschen geben könnte, die das pur trinken wollen, eben weil es zu diesem Zweck nie hergestellt wurde. Für ihn war das, als käme jemand auf die Idee, den Cola Sirup bei McDonalds pur zu trinken. Aber eben dieses Bottling, der Letter of Marque, für das sich damals die Blogs Single Cask Rum, RUMBOOM und eben Barrel Aged Thoughts unter dem Dach von The Rum Cask verantwortlich zeigten, ist dann im Grunde auch schon das Stichwort, denn der Rum um den es heute geht stellt den Rest des Fasses von damals dar, der noch viereinhalb Jahre weiter im Lager von TRC und in eben jenem Fass reifen durfte. Diesen Rum füllten die Jungs aus Pirmasens nun ab und nach einer intensiven Verkostung vorab war klar, dass ich diesem Rum gerne meine Empfehlung gebe, erkennbar am goldenen Sticker, der erstmals 2013 zur Anwendung kam und am Gelbbrustara, der seit 2017 diese ausgewählten Bottlings ziert. Was hat es mit den Abfüllungen mit dem Sticker und dem Ara auf sich? Kurz gesagt war diese Kooperation eine simple Win-Win-Situation. The Rum Cask waren damals vor neun Jahren noch neu im Rum Business unterwegs und profitierten von unserem Know How (damals waren wir bei BAT noch zu dritt). Wir verkosteten Fassproben parallel zu den Jungs und teilten mit ihnen unsere Einschätzungen. Und wir wiederum konnten auf diesem Wege Einfluss darauf nehmen, was ein Independent Bottler abfüllt und waren nicht mehr ausschließlich darauf angewiesen, dass die IBs ein glückliches Händchen hatten. Damals lief da nämlich bei den meisten noch ganz viel nach dem Zufallsprinzip und auch unser Geschmack entsprach damals noch einer absoluten Nische, die leider selten bis gar nicht bedient wurde. Wer genaueres dazu erfahren möchte: hier habe ich die Geschichte der Recommended Bottlings detailliert dargelegt.


Für diejenigen, die vielleicht noch neu in der Materie sind, hier an dieser Stelle nochmal kurz ein paar Infos zum Mark DOK, entnommen aus meinem Artikel "Hampden Estate - ein Überblick":

"Der Stil mit dem höchsten Estergehalt überhaupt bei Hampden wird mit dem Mark DOK (Dermot Owen Kelly-Lawson) bezeichnet. Er weist nach der Destillation einen Estergehalt von 1500 bis 1600 gr/hlpa auf und ist laut allgemeiner Jamaica-Klassifizierung ein Continental Flavoured Rum. Von der Main Rum Company wird auch das Mark JMK verwendet, welches für Jamaica Main DOK steht. DOK galt unter Connaisseuren lange Zeit als das spannendste Geheimnis der Destillerie, aber auch, wegen des enorm hohen Estergehalts, als möglicherweise ungenießbar. Seinen Ursprung hat der Stil nämlich im Rumhandel mit Deutschland im 19. Jahrhundert, weswegen er quasi als Hampden-Essenz angesehen werden kann.
Aus der Zeit vor der Schließung Hampdens im Jahr 2003 ist mir kein einziges DOK-Bottling bekannt. Abgefüllt und auf den Markt gebracht wurde ein Hampden DOK meines Wissens nach erstmals im Herbst 2017 durch den niederländischen unabhängigen Abfüller Kintra. Die Angabe, dass es sich um einen DOK handelt befand sich allerdings nicht auf dem Label. Dies passierte erstmals im Frühjahr 2018, als deutsche Rumblogs (darunter auch BAT) in Zusammenarbeit mit dem Abfüller The Rum Cask unter dem Namen Letter of Marque einen solchen Rum der Öffentlichkeit zugänglich machten. Der Estergehalt dieser Rums ist zwar tatsächlich sehr hoch, aber ungenießbar sind die Rums dennoch ganz sicher nicht. Im Gegenteil."

Anders als im April 2018, als der Letter of Marque heraus kam, ist ein Hampden DOK heute natürlich keine absolute Sensation mehr. Viele weitere Bottlings in diese Richtung folgten und unterstrichen, dass DOK unter Freunden des gepflegten Ester-Bombardements durchaus gefragt und gesucht ist. Unverändert blieb hingegen, dass die Erfahrung eines Hampden DOK weiterhin eine wirklich extreme ist! Spannend ist nun also zu beobachten, inwieweit sich das mit zunehmendem Reifegrad ändert, wenn die ganz krassen Spitzen unter dem Einfluss des Fasses so ein wenig Rundungen entwickeln. Der TRC Hampden DOK 2009 kommt mit nun 13 Jahren (das Release war ursprünglich für das Frühjahr geplant und die Label schon gedruckt, daher wird der Rum auf dem Label als 12 YO geführt) schon deutlich reifer daher als er es mit damals acht Jahren tat und ich denke es ist Zeit, zur Verkostung zu schreiten!


Aus Gründen der Transparenz sei an dieser Stelle aber noch erwähnt, dass ich ein Sample und eine Flasche zur Verkostung dieses Rums, sowie zu Fotozwecken, gratis erhielt. Auf meinen Geschmack und die Bewertung hat dies selbstverständlich aber keinen Einfluss. 



Verkostung des The Rum Cask Jamaica Rum 12 YO Hampden 2009:

Preis: die unverbindliche Preisempfehlung für den 2009er Hampden lag bei 119,90€ und Release war am 28. Oktober 2022.  

Alter: von Juni 2009 bis Oktober 2022 durfte der Rum insgesamt 13 Jahre im Fass reifen. Da der DOK ursprünglich schon für das Frühjahr 2022 geplant und die Etiketten gedruckt waren, wird das Alter auf der Flasche aber noch mit 12 Jahren angegeben. 

Lagerung: unbekannt. Vermutlich reifte er aber über die gesamte Zeit seiner Reifung in Europa. 

Fassnummer: #18 - es handelt sich folglich um den Rest des Fasses vom Letter of Marque DOK. Dieser entsprangen nun noch einmal ca. 120 Flaschen a 0,5 Liter + einiges an Samples.

Angel's Share: unbekannt.  

Alkoholstärke: der Rum kommt, wie bei TRC üblich, in Fassstärke daher und weist einen Alkoholgehalt von 64,5 % vol. auf. 

Destillationsverfahren: der Rum entstammt einer Double Retort Pot Still. 

Mark: DOK (Dermot Owen Kelly-Lawson)

Farbe: blass goldenes Stroh.

Viskosität: enge, dünne, parallele Schlieren fließen an der Glaswand herab und verweisen auf einen eher jungen Rum. 

Nase:
 die Erinnerungen und Parallelen zum Letter of Marque sind natürlich unübersehbar! Insbesondere im Crosstasting der beiden nebeneinander wird das deutlich, allerdings bringt der TRC natürlich schon einiges mehr an Reife und Holz mit, was ich als äußerst positiv empfinde. Er ist so gesehen runder, aber selbstverständlich noch immer so ungestüm, wie man es von einem Hampden DOK erwartet. Der Alkoholgehalt ist merklich hoch, aber nicht unangenehm störend. Nach ca. 20 Minuten kommt der Rum dann gar und gar smooth daher und von alkoholischer Schärfe bleibt gar nichts mehr übrig. Assoziationen zu flüssigem Klebstoff, Lösungsmitteln, Marzipan, gegrillter Ananas, gebackener Banane, nasser Erde, Zitrone, Antipasti und geräuchertem Schinken, wie ich sie beim LOM hatte finde ich auch im TRC wieder, aber eben in deutlich fortgeschrittenem Stadium. Ich meine, man darf man nicht vergessen, dass der Rum zwar schon viereinhalb Jahre älter, aber nun mal auch erst dreizehn Jahre alt ist.

Gaumen: ... und da scheppert's auch direkt! Wumms! Wie ein Schnellzug gegen ein Fahrrad schlägt der Rum am Gaumen ein und verursacht ein absolutes Ester-Inferno! Denn auch hier kann man im Grunde alles an Eindrücken wiedergeben, was auch beim LOM schon Phase war, nur, dass das ganze nun eben deutlich harmonischer daherkommt, wenn man sich zu diesem Wort bei so etwas wie einem DOK denn durchringen kann. Der Rum ist dementsprechend unfassbar mundfüllend und wahnsinnig adstringierend. Es zieht einem regelrecht die Schleimhäute zusammen. Der Säure-Anteil ist Mark-bedingt hoch. Natürlich merkt man dem Rum auch die Fassstärke an, aber ich empfinde diese hier als passend und würde sie dementsprechend auch nicht missen wollen. Der Alkohol ist super eingebunden und britzelt nur zu Beginn etwas auf der Zunge (wobei man mit größeren Schlucken durchaus vorsichtig sein sollte). Danach kommt dann auch dementsprechend einfach nur noch Flavour! Ein Bombardement an Estern, gegrillter Ananas, reichlich Obst, Toffee, Antipasti und etwas erdig-muffigem finde ich am Gaumen ebenso wie deftige Chorizo. Die Komplexität die mir beim LOM noch etwas gefehlt hat finde ich hier schon sehr viel eher, auch wenn dieser Rum natürlich auch noch keine zwanzig Jahre oder älter ist. Beim LOM empfand ich den Reifegrad damals als schon beinahe ausreichend, allerdings bleibt insbesondere im Quervergleich kein Zweifel darüber, dass der TRC um einiges ausgewogener auftritt und ihm das mehr als gut zu Gesicht steht. Ein Brett! 

Abgang: Hampden typisch verweilt der Rum nun schon sehr viel deutlicher am Gaumen und begleitet mich bis zum nächsten Morgen. Gegrillte Ananas kommt immer wieder, dazu Toffee und Antipasti. Hier zeigt sich der Reife-Zugewinn beim TRC deutlich! 

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Fazit:
 ich muss ja gestehen, dass das Thema DOK für mich eigentlich schon sehr durch war. Man bekam dazu in den letzten Jahren einiges geboten und das mystische, das diesen Stil lange umgab, ging so ein wenig verloren. Jeder, der da im Thema steckt kennt inzwischen Hampden DOK. Und dennoch hatte der LOM Stoff von damals mit noch einmal viereinhalb Jahren Reife on top auf Grund der persönlichen Verbindung seinen Reiz für mich, war dieses Fass doch etwas sehr besonderes für mich. Daher traf es sich auch vorzüglich, dass dieses Release und das zehnjährige Jubiläum von BAT so zusammenfielen, schließlich war nicht nur dieser DOK ein wichtiger Wegbegleiter während all der Jahre, sondern auch die Zusammenarbeit mit Jens und TRC währt insgesamt nun schon neun dieser zehn Jahre. Daher repräsentierte diese Abfüllung in gewisser Weise alles, wofür der Blog aus meiner Sicht immer stand: Nerd-Stoff, Neugierde, der unermüdliche Antrieb euch da draußen für eben jenen Stoff zu begeistern und zu gewinnen und über diesen Weg meinen Teil dazu beizutragen, dass solche Bottlings (anders als zum Start von BAT, als wir sehr auf dem Trockenen saßen) überhaupt möglich sind.
Mit der steigenden Nachfrage stieg im Laufe der Jahre aber auch nicht nur das Angebot, sondern es stiegen auch kontinuierlich die Preise. Und das Preisleistungs-Verhältnis bei diesem DOK fällt mir offen gestanden auch schwer zu beurteilen. Ich weiß ja noch, zu welchem Kurs der LOM damals kam. Und da das Fass folglich bereits 2018 gekauft war, kamen seit dem im Grunde nur Lagerkosten und geringfügig Schwund an Liquid dazu, die einen Preis von über 100% mehr im Vergleich zu damals sicher nicht notwendig gemacht haben. Das schmeckt nicht jedem und ich müsste lügen, würde ich behaupten, dass ich derlei Kritik nicht nachvollziehen könnte. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ich jeden Händler verstehen kann, der keine Lust mehr hat dabei zuzusehen, wie Bottlings innerhalb von Minuten ausverkauft werden und wenig später auf Rum Auctioneer  etc. zu deutlich höheren Kursen weggehen. Die Kunst liegt meines Erachtens dementsprechend darin, einerseits diejenigen, die ihre Flaschen wirklich noch aufmachen und den Stoff lieben nicht zu verprellen und andererseits den Flippern die Taschen nicht vollkommen widerstandslos zum eigenen Nachteil voll zu machen. Ob da ein Gleichgewicht gelungen ist, muss jeder mit sich ausmachen und darauf basierend eine Kaufentscheidung fällen, aber ich finde, wie erläutert, für beide Seiten Argumente und glaube, dass es der Markt auch ein Stück weit richtet. Beispiele für Bottlings, die wie Blei in den Regalen liegen findet man schließlich zuhauf und der heute verkostete Rum gehört mit einer Verweildauer von ein paar Minuten im Shop am Freitag definitiv nicht dazu. 

-ohne Score-Wertung-


Der TRC - DOK im Mai Tai:

Und ja, wenn schon denn schon! Der Mai Tai war für mich und auch auf diesem Blog hier schon immer eine Herzensangelegenheit und so komme ich gar nicht daran vorbei, schon gar nicht zum zehn jährigen, auch diesen High Ester Rum in meinem Lieblingsdrink auszuprobieren. Ich gebe zu, mein persönlicher Geschmack hat sich da in den letzten Jahren etwas verschoben, dahingehend, dass mir gemäßigtere Jamaica Rums im Mai Tai etwas besser gefallen, aber der Versuchung eines Hampden DOK mit dreizehn Jahren Reifezeit in diesem Tiki Klassiker kann ich natürlich nicht widerstehen. 



Das Rezept meiner Wahl (nach Trader Vic):

  • 6,0 cl The Rum Cask Jamaica Rum 12 YO Hampden DOK 2009
  • 1,5 cl Ferrand Dry Curacao 
  • 1,0 cl Meneau Orgeat
  • 0,5 cl J.M. Zuckersirup
  • 3,8 cl Limettensaft (frisch gepresst!)


Die Anmutung im Glas ist gewohnt und vertraut, der Drink ist sehr hell und ein wenig ins milchige gehend, wie immer, wenn ich den Mai Tai mit eher jungen, kontinental gereiften Hampden zubereite. 

Geschmacklich dann, wie schon in der Pur-Verkostung, die absolute Explosion! Sehr, sehr geil! Ein absolut intensiver, dabei aber smoother, fruchtiger Mai Tai, eine absolute Aromenbombe! Während ich den Mai Tai mit dem Letter of Marque noch eher in einer Kombination gemixt habe, sprich diesem einen noch etwas reiferen Rum an die Seite gestellt habe um mehr Tiefgang und Komplexität in den Drink zu bringen hat das der TRC defintiv nicht nötig. Zwar merkt man auch hier, dass der Rum im Drink keine zwanzig Jahre alt ist, aber dieses etwas farblose (im wahrsten Sinne) hat er nicht mehr. Wer mal einen Mai Tai mit ungereiftem Rum probiert hat, der weiß was ich meine. Bei denen sieht man das natürlich am deutlichsten. Der hohe Alkoholgehalt des Mai Tai bereitet keinerlei Probleme, er lässt sich sehr entspannt trinken. Natürlich profitiert er auch nochmal etwas von der Verwässerung, was für mich aber ein eher positiver Aspekt ist, heißt dies doch vor allem, dass man sich mit dem Genuss auch länger Zeit lassen kann, ohne Sorge haben zu müssen, dass der Drink durch zu viel Schmelzwasser in seiner Qualität merklich einbüßt. Alle Zutaten harmonieren miteinander und machen, was sie im Mai Tai zu machen haben: der Rum steht im Vordergrund, die anderen Zutaten setzen ihn in Szene, ohne von ihm erschlagen zu werden. Wunderbar! 

Fazit: 

Kann man machen! Klar, den Diskurs darüber ob Rums mit einem solchen Preisschild in einen Drink gehören führe ich, seit ich Rums mit diesen Preisschildern in eben jenen Drinks vermixe. Aber ich stehe da absolut zu meiner Haltung, dass ein Drink wie der Mai Tai einen Mehrwert für einen Rum wie den DOK darstellt, weswegen es für mich keinen Grund gibt es nicht zu tun. Noch dazu kommen leider immer weniger Rums auf den Markt, deren Preisschild mir merklich besser gefällt und die aber eine vergleichbare Qualität wie die hier dargebotene zu bieten haben. Da haben sich die Zeiten einfach geändert, ein Nerd Stoff wie dieser fliegt eben nicht mehr unter dem Radar und man kann eben nicht alles haben. Gäbe es diesen Markt in der Form nicht, käme auch der Stoff nicht in den Handel. Insofern bin ich da mit allem fein! Wird wieder gemixt! 


Bis demnächst
Flo

Sonntag, 28. Februar 2021

The Rum Cask Guyana Rum 12 YO Port Mourant 2008 (Ex-Hampden Cask)

Liebe Rum Gemeinde,

mit ein paar Puzzleteilen hatte uns Jens Owczarek seit ein paar Tagen vor Release bereits darauf vorbereitet, dass eine neue Abfüllung erscheinen wird und am vergangenen Mittwoch war es dann auch schon soweit. The Rum Cask veröffentlichten eine 12 Jahre alte PM-Abfüllung, die für etwas über einem Jahr in einem Hampden <>H 2001 Fass reifen durfte. 



Und tatsächlich gibt es viel mehr dazu dann auch eigentlich kaum zu sagen im Vorfeld des Tastings, denn der Rum spricht meines Erachtens in weiten Teilen einfach für sich selbst am besten. Kurz aus dem Nähkästchen hinter den Kulissen geplaudert kann ich aber verraten, dass ursprünglich weder Jens Owczarek noch ich selbst wirklich davon ausgingen, dass ich den Rum am Ende auf dem Blog bringen würde, denn die reinen Randdaten sprachen erstmal nicht für mein Beuteschema. Junger PM?! Dann auch noch nach 2000 gebrannt?! Geh mir weg!! Allerdings hat mich zumindest das Hampden Finish neugierig genug gemacht ihn zu probieren und wenn man dann schon eine kleine Probe in seiner TRC-Bestellung findet... Kurz: am Ende ist das Ding dann doch irgendwie auf BAT gelandet und dieses mal sogar erst nach Release ;-) 



Aus Gründen der Transparenz sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass ich ein Mini-Sample zur Verkostung dieses Rums gratis erhielt. Auf meinen Geschmack und die Bewertung hat dies selbstverständlich aber keinen Einfluss. Wie bei allen meinen bisherigen Reviews, ist auch bei diesem kein Geld geflossen. 


Verkostung des The Rum Cask Guyana Rum 12 YO Port Mourant 2008 (Ex-Hampden Cask):

Preis: der Ausgabepreis für eine Flasche a 0,5 Liter betrug 54,90 Euro.

Alter: der Rum reifte von 2008 bis Anfang 2021 im Fass und ist somit junge 12 Jahre alt. 

Lagerung: die Reifung erfolgte mutmaßlich komplett in Europa. Es wurde dazu ein Teil eines PM-Fasses in ein Ex-Hampden <>H 2001 Cask gegeben, in dem er dann 13 Monate separat reifen durfte. 

Fassnummer: keine Angabe. Es wurden 111 Flaschen abgefüllt. 

Angel's Share: keine Angabe. 

Alkoholstärke: der Rum kommt noch mit 60,3% vol. daher, das entspricht der Fassstärke!

Destillationsverfahren: der Rum entstammt der Double Wooden Pot Still der geschlossenen Port Mourant Distillery. Über Uitvlugt kam sie im Jahr 2000 zur Diamond Distillery, bei der dieser Rum auch gebrannt wurde. 

Mark: PM (Port Mourant)

Farbe: sehr helles, blasses Stroh.  

Viskosität: viele kleine Tröpfchen bilden sich oben an der Glaswand und laufen dann eher zügig, parallel und in engen Abständen zueinander am Glas herab. Das sehr junge Alter zeigt sich hier sehr deutlich. 

Nase:
 in der Nase bedarf es wahrlich etwas Geduld! Während ich zu Beginn und auch mal mindestens noch ca. eine halbe Stunde doch noch etwas skeptisch drein schaue und mich ein wenig Frage ob das gerade wirklich deren (TRC') Ernst ist mir sowas vorzusetzen, wird es dann besser😉. Zu Beginn gehen die Assoziationen arg in Richtung eines Obstschnapses und ich empfinde das ganze als nicht wirklich gelungen. Dann aber, nach ca. 30 bis 45 Minuten geht es in eine ausbalanciertere Richtung und Gedanken an einen jungen Monymusk kommen auf. Und für alle, die sich auch an dieser Stelle jetzt noch fragen, wie sehr das Finish in den Rum hinein gewirkt hat: es ist überall - und doch auch nirgends! Nein, dieser Rum ist kein Port Mourant mehr mit vielleicht ein paar Hampden Nuancen, das hier ist eher wie ein Blend. Und was sich bei einem Blend zwischen Hampden und Port Mourant durchsetzen würde, das kann sich ja jeder vorstellen. Doch wer nun denkt, dass man diesen Rum blind mit einem Hampden verwechseln könnte, der irrt eben neuerlich. Denn tatsächlich ist aus dieser vollkommen verrückten Kombination weder ein PM mit Hampden-Finish, noch ein Hampden mit PM-Assoziationen geworden, sondern etwas drittes, vollkommen neues und anderes. Was ich hier habe, das erinnert mich eher an einen kontinental gereiften Vale Royal Wedderburn von Long Pond, wie Bristol sie vor einigen Jahren mal gebottled hat! Doch während es den Bristols (2011 war wesentlich besser als 2010!) damals an Tiefgang fehlte, kann der TRC an der Stelle punkten. Auch der Alkohol ist super eingebunden! Nach ca. 1,5 Stunden habe ich eine richtig harmonische, smoothe, geil-fruchtige Wedderburn-Jamaica Nase mit gegrillter Ananas und leichter Rauchnote, die Spaß macht! Wer jetzt immer noch einen PM sucht, dem muss ich ein letztes Mal sagen, dass er ihn, zumindest in der Nase, wohl heute nicht mehr finden wird. Das macht aber gar nichts, denn das was ich stattdessen vorfinde gefällt mir. Klar, das ist kein Rum im Spitzenfeld, muss und möchte er auch gar nicht sein, aber ich wage bereits jetzt die These, dass das Finish deutlich mehr aus diesem Rum gemacht hat, als ohne Finish anhand der reinen Eckdaten drin gewesen wäre, denn für gewöhnlich reizen mich derart junge PMs die im neuen Jahrtausend destilliert wurden mal so überhaupt nicht. 

Gaumen: am Gaumen überrascht mich der Rum dann zunächst neuerlich und zwar, weil er für sein jugendliches Alter und die Stärke von immerhin 60,3% vol. wirklich sau entspannt zu trinken ist und auch größere Schlucke problemlos drin sind. Gleichzeitig knistert der Tropfen aber auch noch genug auf der Zunge, um nicht als kantenlos durchzugehen. Das ist stark! Aber es kommt noch besser. Denn um ehrlich zu sein hatte ich ein wenig befürchtet, dass das Finish zwar aus der Nase gut was herausgeholt hat, das ganze am Gaumen aber sehr instabil daherkommen und in sich zusammen fallen würde. Oder, deutlicher gesagt: noch bis hier hin ging ich tatsächlich davon aus, dass aus diesen Notes am Ende sicher kein Review werden würde, aber nichts da! Denn spielt der Rum auch definitiv nicht in der obersten Liga mit, nach wie vor nicht, aber er liefert mir Argumente über ihn zu sprechen! Am Gaumen tendiert der Rum nämlich zwar zunächst wieder zu Vale Royal, kippt dann aber doch auch zu Hampden und entscheidet sich, anders als noch in der Nase, letztlich allerdings auch deutliche Charakteristika von Port Mourant (Bleistift / Anspitzer-Spähne, Anis) zu zeigen. Hier finden beide Stile letztlich wirklich zusammen und erneut würde ich blind sehr viel eher auf einen Blend tippen als nur auf ein Finish. Das gefällt mir sehr gut, zumal der Rum auch richtig schön cremig wird. Aber auch hier, wie schon in der Nase, gilt das immer so ein wenig unter Vorbehalt und darauf verweisend, dass wir uns hier zwar auf qualitativ hohem Niveau, aber ganz eindeutig nicht im Spitzenbereich befinden. 

Abgang: im Finish habe ich dann zunächst eher etwas Anis vom PM. Die nächsten Eindrücke gehören dann aber klar dem Hampden und seinen estrigen-fruchtigen Tönen, bevor es wieder richtig PM geht. Ganz zuletzt ist aber Hampden Banane da, die wiederum nochmal von Bleistiften abgelöst wird. Ganz stark, da passiert richtig was, ein tolles Finish! 

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Fazit:
 ein Rum, auf den die Welt ganz sicher nicht gewartet hat. Aber ich glaube, genau das gefällt mir daran! Denn dieser Rum bricht die Regeln, er bricht aus dem bestehenden System der in gewissem Maße erwartbaren Rums aus. Denn seien wir mal ehrlich: zumindest im High End Bereich dreht sich das Broker-Karussell seit vielen Jahren im Kreis und hält kaum echte Überraschungen bereit. Klar, es gibt häufigere und seltenere Batches, solche, die wir ein paar mal im Jahr sehen und dann wieder jene, die wir nur alle Jubeljahre mal zu Gesicht bekommen. Aber sie befinden sich letzten Endes alle auf dem Karussell und wir wissen das und stellen uns ein Stück weit darauf ein, dass wir sie dann und wann in die Flasche bekommen. Die tropisch gereiften Stocks, die Main im Vorfeld des vergangenen Jahres erwerben konnte, bilden da eine willkommene Ausnahme, sie waren nicht erwartbar... und eben unser heutiger Rum! Ihn wähnten wir nicht auf dem Karussell und er befindet sich auch jetzt nicht (mehr) darauf. The Rum Cask haben damit etwas eigenes geschaffen und das finde ich super, zumal ich nicht damit gerechnet hatte, dass das so gut funktioniert. Sicher, dabei ist kein Über-Rum herausgekommen, um Gottes Willen, aber das kann, muss und sollte man bei einem Rum dieser Preisklasse auch niemals erwarten! Wenn ich aber für knapp über 50,- Euro mal was anderes sehe als sonst und die Qualität dabei immer noch sehr hoch liegt, dann gibt es nicht viele Argumente die dagegen sprechen bei sowas auch einfach mal zuzuschlagen. Gleichzeitig muss sich aber auch niemand wirklich ärgern, wenn er diesen Rum verpasst hat. Es gab nur etwas zu gewinnen, aber nichts zu verlieren. Und das wiederum macht ihn eigentlich zu einer ziemlich perfekten Abfüllung, finde ich.

-82/100-


Bis demnächst
Flo

Sonntag, 7. Februar 2021

Nobilis Jamaica Rum 27 YO Hampden 1993

Liebe Rum Gemeinde,

nach all der Aufregung um den neuen König von Barbados, den 34 jährigen RA im Rockley-Style aus dem legendären Jahrgang 1986, der am Markt nur äußerst schwer zu finden war, geht es heute auch schon direkt zum nächsten Bottling bei welchem es kaum ein Drankommen gab. Denn von ihm wurden kaum mehr Flaschen abgefüllt als es beim Rockley der Fall war: die Rede ist vom Nobilis Jamaica Rum 27 YO Hampden 1993! 



Und wenn es darum geht euch die Umstände um diesen Rum näher zu bringen, dann komme ich nicht umhin festzustellen, dass es auch heute wieder historisch wird und ich ein wenig weiter ausholen muss. Denn dieser Hampden ist mit seinen 27 Jahren tatsächlich der allererste seines Batches überhaupt! Und ich sage deshalb seines Batches, weil nun einige berechtigt einwenden würden, dass es aus Hampden 1993 bisher ja nun schon die eine oder andere Abfüllung gegeben hat. Es waren nicht gerade viele, aber es gab sie und mit dem 21 Jahre alten Samaroli 1993 Full Proof zählt sogar der für einige beste Hampden aller Zeiten dazu. Doch all diese Rums gehörten zu einem anderen Hampden-Batch, einem Batch, dessen Estergehalt bei der Destillation dem des Marks <>H entsprochen hat. Das Batch um das es heute geht und dem der Nobilis entstammt, trägt das Mark C<>H und hat damit einen ungleich höheren Estergehalt! Wer mehr zu Hampden, den Marks und seinen Bedeutungen erfahren möchte, der kann dies in meiner Übersicht zu Hampden gern nachlesen. 

Doch wie um alles in der Welt kann es sein, dass auch heute noch und nach 27 Jahren plötzlich neue Batches auftauchen? Und ja, in der Tat, das kommt äußerst selten vor! Oft sehen wir Batches schon mit  unter zehn Jahren Reife das erste mal am Markt. Teilweise passiert es, dass wir einige Premieren mit 15 Jahren Reife erleben, aber das war dann bisher auch schon äußerst spät. Nun erleben wir das bei 27 Jahren. Das ist auch insofern kurios, als dass wir etwas ähnliches erst vor einigen Wochen hier hatten, nämlich als wir den 23 Jahre alten The Whisky Jury "Mden" 1997 auf dem Tisch hatten. Auch dieses Batch feierte mit diesem Bottling sein Debüt. Moment, werden mir einige nun abermals entgegnen, aber wer sagt denn, dass es sich nicht doch um nur ein einziges 1993er Batch handeln kann, vielleicht wurde sich beim Mark <>H für 1993 ja geirrt? Doch diesen Einwand werde ich mir für das Fazit aufheben. Spoiler: es sind defintiv zwei verschiedene Batches unterschiedlicher Marks ;-)  Indessen, das alles beantwortet bisher nicht die Eingangsfrage, wie so etwas noch passieren kann, wo man doch schon glaubte, alles gesehen zu haben. Eine eindeutige und definitive Antwort wird es darauf allerdings leider nicht geben. Alles was sicher gesagt werden kann ist, dass der Output der Main Rum Company zu 98% einem mal mehr und mal weniger nachvollziehbaren Schema folgt, auf dessen Grundlage Menschen, die das ganze schon seit langem verfolgen in der Regel sehr zuverlässige Aussagen über den Stoff treffen können, der in Flaschen abgefüllt so eintrifft am Markt  und wir uns hier aber im Bereich der 2% befinden. Das empfinde ich zwar einerseits, weil ich wahnsinnig wissbegierig bin, als frustrierend, aber andererseits, gerade weil ich in diesem nerdigen Bereich eigentlich schon alles gesehen habe was es bisher so gab, aber auch als ungemein spannend! Eine der Theorien wie es zu solchen Rums kommen kann zielt so ein wenig in die Richtung, der wir auch die inzwischen doch recht zahlreichen tropisch gereiften Abfüllungen von Main zu verdanken haben: Zukäufe von anderen Brokern. Wenn Main den Stoff bis vor kurzem gar nicht gehabt hätte, dann würde das erklären, warum es da bisher keinen Output, innerhalb kürzester Zeit aber bereits zwei neue Jahrgänge gab. Andere denkbare Möglichkeiten wären, dass die Fässer bewusst lange zurückgehalten oder aber in einer Ecke des gigantischen Lagers "vergessen" wurden. Doch wie man es dreht und wendet, man wird da wohl aktuell keine gesicherten Erkenntnisse bekommen, weswegen mir an dieser Stelle nichts bleibt, als mich einfach um den Stoff zu kümmern und diesen nun endlich zu probieren. Dies werde ich im Crosstasting mit dem bisherigen König aus 1993 tun, dem oben bereits erwähnten Samaroli, sowie meinem König des Marks C<>H und dem König von Hampden insgesamt, dem 26 jährigen The Rum Cask 1990 mit 61,9% vol.!

Aus Gründen der Transparenz sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass ich ein Sample zur Verkostung dieses Rums gratis erhielt. Auf meinen Geschmack und die Bewertung hat dies selbstverständlich aber keinen Einfluss. 

Hampden-Benchmarks unter sich: TRC 1990, Samaroli 1993 FP, Nobilis 1993


Verkostung des Nobilis Jamaica Rum 27 YO Hampden 1993:

Preis: der Ausgabepreis für eine Flasche a 0,7 Liter betrug 2395,- DKK im Shop von Nobilis, also umgerechnet ca. 320,- Euro. 

Alter: der Rum reifte von 1993 bis Ende 2020 im Fass und ist somit 27 Jahre alt. 

Lagerung: die Reifung erfolgte mutmaßlich komplett in Europa. 

Fassnummer: keine Angabe. Das Fass ergab jedoch einen Output von nur 168 Flaschen a 0,7 Liter. 

Angel's Share: keine Angabe. Sollte es sich dabei aber um ein Standard 190 Liter Fass gehandelt haben, läge der Angel's Share bei ca. 38%. 

Alkoholstärke: der Rum kommt noch mit starken 65,8% vol. daher, das entspricht hier der Fassstärke!

Destillationsverfahren: der Rum entstammt einer Double Retort Pot Still. Vermutlich handelte es sich dabei um die John Dore Still, die seit 1960 bei Hampden aktiv ist. Alle anderen heute noch verhandenen Stills sind aus mindestens 1994 oder sogar noch jünger. Nicht ausschließen kann ich allerdings, dass 1993 noch weitere Stills aktiv waren, von denen heute nichts mehr bekannt ist. Aus einer solchen kann der Rum theoretisch natürlich auch kommen. 

Mark: C<>H (Continental Diamond Hampden)

Farbe: kräftiges, goldenes Stroh. 

Viskosität: der Rum verläuft recht zügig und in gleichmäßigen, fetten Schlieren an der Glaswand herab. 

Nase:
 What?! The?! Fuuuuck?! Seit dem 26 Jahre alten TRC 1990 vor vier Jahren hat mich keine Hampden Nase mehr spontan so sehr abgeholt und begeistert wie das bei dieser hier gerade der Fall ist. Mein erster Eindruck? Der hat alles - und zwar jeweils auf dem Zenit! Da sind Ester, da sind Power, Intensität, Komplexität, Fruchtigkeit und Reife und das alles in einem komplett stimmigen Gesamtgebilde. Irre! Der Samaroli im Glas dagegen krepiert förmlich (wer Zweifel daran hatte, ob es aus 1993 wirklich zwei Marks gibt - die sind hiermit ausgeräumt!) und auch meine heilige Kuh, der 26 jährige The Rum Cask 1990 ist dem Nobilis in diesem Moment nicht gewachsen! Puh! Denn der TRC hat 2017 alles bisherige geschlagen und bis heute kam auch nichts anderes nach, was dem wirklich gefährlich hätte werden können. Heute allerdings sieht die Sache anders aus! Das Mark C<>H springt mich, wie immer, wenn ich es im Glas habe, gerade zu an. Dieses Mark hat etwas so spezielles, dass es wirklich eine wahre Freude ist! Nun hat dieser hier noch immer einen Alkoholgehalt von 65,8% vol., der damit so hoch ist wie bei noch keinem anderen C<>H im vergleichbaren Alter. Das ist sehr stark, aber das ganze ist hier auch überragend eingebunden, so dass es dem Rum, bzw. seiner sensorischen Erfassung nur zugute kommt. Das Bouquet gehört dann aber natürlich erstmal den Estern und den Assoziationen, die sie mit sich bringen. Der Säureanteil ist C<>H-typisch sehr hoch! Wer damit Schwierigkeiten hat, der steigt hier aus: - und tschüss! Geil, geil, geil!! Klebstoffe und Lösungsmittel prasseln nur so auf die Rezeptoren ein und fordern diese ungemein. Die Belohnung ist aber eines der krassesten olfaktorischen Erlebnisse, die ich bisher in meinem Leben hatte! Gegrillte Ananas spielen natürlich ebenso eine Rolle wie die restlichen für dieses Mark typischen Assoziationen (Marzipan, Vanille, Humus, Zitrusnoten, mediterrane Einflüsse...). Diese sind insofern nicht das besondere, das spektakuläre ist tatsächlich die Intensität, mit der das hier einschlägt! Davon abgesehen kommt der Rum aber durchaus komplexer daher, als das z.B. beim TRC 1990 der Fall ist. Der Fasseinfluss ist merklich vorhanden, allerdings überhaupt nicht in der Weise, als dass hier eine Dominanz in diese Richtung stattfände. Auch ist der Rum noch weit davon entfernt "rundgelutscht" zu sein. Nach langer Standzeit kommt dann auch noch etwas karamellisierter Zucker zum Vorschein. Was mich beeindruckt ist, dass die Nase die Intensität auch über Stunden gehalten bekommt. Das ist ganz, ganz große Qualität und ich hoffe gerade inständig, dass der Rum diese am Gaumen auch so halten kann.

Gaumen: argh, und da zerschlägt sich dann auch direkt meine Hoffnung, denn am Gaumen kann der Rum das Niveau aus der Nase meines Erachtens leider nicht ganz halten. Das ist zu meinem Bedauern dann doch der erste Eindruck, auch wenn das selbstverständlich (und ich hoffe, das ist jedem klar!) Jammern auf unfassbar hohem Niveau ist! Denn nein, der Nobilis ist auch am Gaumen natürlich nicht schlecht, im Gegenteil, er ist sehr, sehr gut, aber eben nicht ganz so gut wie ich es nach der Nase letztlich gehofft hatte. Schließlich hätte das bedeutet, und na klar hatte ich nach dem bisher gesehenen letztlich auf nicht weniger spekuliert und gehofft, dass ich hier am Ende des Tages wirklich eine neue, unumstrittene Number 1 im Bereich High Ester Hampden gefunden hätte und das wird wohl in der Form heute dann doch nicht passieren. Denn am Gaumen kann er den TRC nicht schlagen, der an der Stelle eben jene Perfectness hat, die ich beim Nobilis wiederum in der Nase gesehen habe. Doch schauen wir, wie knapp es zwischen den beiden am Ende tatsächlich wird! Indessen gehe ich selbstverständlich an dieser Stelle jetzt auch spezifischer auf den Nobilis ein. Dieser brennt im ersten Eindruck am Gaumen unerwartet heftig. Nicht wirklich unangenehm oder zu krass, nein, aber zumindest stärker, als ich erwartet hatte. Unter'm Strich würde ich das aber auch gerade noch so als well integrated durchgehen lassen. Dabei ist der Rum natürlich sehr adstringierend und mundfüllend, aber hier kommt dann auch schon einer der ersten größeren Unterschiede zum TRC zum tragen, denn da konnte letzterer eindeutig mehr! Nach einigen Momenten macht das ganze Ding dann aber merklich auf und gibt sehr schön Gas im Mund! Was mir aber einfach auffällt ist, dass dem ganzen im Vergleich zum TRC etwas die Komplexität abgeht, also gerade das was in der Nase noch so viel besser funktionierte als beim TRC und den Nobilis an der Stelle auszeichnete, und dieses so unendlich geile Mundgefühl vom TRC feht. Der Nobilis wird aber wie der TRC auch immer cremiger und ist schon richtig, richtig lecker! Meine Beschreibung des Gaumens muss sich für jemanden der nicht so sehr im Thema ist wie ein Verriss lesen, doch muss ich abermals darauf hinweisen, dass es hier gerade um einen Direktvergleich der zwei bisher größten Giganten dieser Destillerie geht! Was sich hier vielleicht auf den ersten Blick schlecht liest, funktioniert besser als bei nahezu jeder anderen Hampden Abfüllung! Die mediterranen Assoziationen dominieren mit dem Humus schon fast den Gaumen, noch vor der gegrillten Ananas. Dazu kommt einiges an frisch geschnittenem Geäst und Chorizo. Der Rum zeigt hier eine leichte Tendenz ins bittere, was durchaus ungewöhnlich ist für einen Hampden. Hier zeigt sich die fortgeschrittene Reife des Nobilis dann nämlich letztlich doch sehr deutlich. Man kann nur erahnen, welch ein Monster dieser Rum vielleicht vor einigen wenigen Jahren noch gewesen wäre. Die lange Zeit im Fass hat ihm schon einiges seiner Brachialität geraubt, während der TRC den fortgeschrittenen Grad seiner Reifung dann doch einen Tick besser zu kaschieren vermochte. 

Abgang: gegrillte Ananas, Humus, Macadamia und Toffee verweilen lange am Gaumen, dazu frisch geschnittenes Geäst, das in eine leichte Bitterkeit mündet. Der Abgang ist beinahe unendlich. Hier sind Hampden Rums einfach unerreicht. 

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Fazit:
 während ich letzte Woche beim Kampf der Rockley-Giganten noch einen neuen König präsentieren konnte und durfte, bleibt mir diese Freude heute leider verwehrt. Zwar mag ich den grundsätzlichen Gedanken, dass das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen TRC und mir von 2017 für mich auch immer noch das Maß aller Dinge ist, allerdings hätte ich mich nach den vielen Jahren seitdem auch sehr gefreut, wenn da endlich mal ein Hampden drüber gekommen wäre. Nach der Nase lag diese Sensation im wahrsten Sinne des Wortes fast greifbar in der Luft, aber am Gaumen ist der TRC eine unfassbare Macht! Schade! Nichts desto weniger ist der Nobilis ohne Zweifel der zweitbeste Hampden der mir bisher ins Glas gekommen ist und darf daher zur absoluten Spitze der Destillerie zählen. Was für ein Debüt dieses Batches und was für ein Coup durch Nobilis! Denn während ich zunächst nicht so wirklich an ein zweites Batch und das Mark C<>H für 1993 glauben wollte, so bestätigte sich dieses im Tasting ohne jeden Zweifel. Zwischen dem Samaroli und dem Nobilis liegen ganze Ester-Welten! Insofern handelte es sich weder um einen bisherigen Irrtum zum Mark <>H der bisherigen 1993er, noch handelt es sich um eine Fehlinfo in Bezug auf das Mark C<>H zum neuen 1993er, genauso wie sich das auch schon beim 1997er "Mden" bestätigt hat. Main weiß uns also ab und zu noch wirklich zu überraschen bis überrumpeln. Gleichzeitig hätte ich einen solchen Hammer allerdings auch von Nobilis nicht erwartet, denn deren Auftakt, den Guyana 1988, fand ich mal so überhaupt nicht gelungen - milde formuliert! Umso erstaunter war ich, dass der Hampden den enormen Vorschusslorbeeren (die es eben auch beim Guyana und dort absolut zu unrecht!) doch serh gerecht wurde. Ein Wort noch zum Samaroli: dieser ist ein wahnsinnig guter Hampden, der aber in einem Crosstasting mit zwei solchen C<>H-Hochkarätern seine Stärken, vor allem ist das seine Ausgewogenheit, nicht ausspielen kann. Ein direkter Vergleich ergibt daher wenig Sinn, weswegen ich ihn im weiteren Verlauf des Tastings mehr oder weniger aus dem ganzen herausgenommen habe. 

-93/100-

Bis demnächst
Flo

Sonntag, 6. Dezember 2020

The Rum Cask Jamaica Rum 30 YO Hampden 1990

Liebe Rum Gemeinde,

eigentlich sollte das hier eine Nikolaus-Überraschung für euch werden und der Rum erst heute, zeitgleich mit diesem Review in den Verkauf gehen, aber durch einen Fehler im System erreichte die Frohe Kunde die Rum Welt bereits am gestrigen Samstag: TRC bringen noch einmal einen Hampden Jamaica Rum des Über-Jahrgangs 1990!



Mir gehen allmählich die Superlative für das Jahr 2020 aus! Das übliche Kontingent an Rum-Krachern ist eigentlich längst erschöpft und ich kann mich an kein einziges Jahr in der Vergangenheit erinnern, in dem wir eine derartige Ballung an Top Rums erlebt haben. Eigentlich dachte ich, dass Old Man Spirits mit ihrem 1999er Monymusk hier den Schlusspunkt gesetzt hätten und normalerweise klingt im Dezember das Jahr dann ja auch allmählich aus und die Top-Listen für das abgelaufene Jahr werden herausgeholt. Aber der ebenfalls deutsche Abfüller The Rum Cask mit Sitz in Pirmasens hat(te) etwas dagegen und sich für den Schlusspunkt nochmal einen der goldenen Jahrgänge kontinental gereiften Rums aufgehoben: Hampden 1990! Wow! 

Sie haben es also wirklich gemacht. Nach Anfang 2017 bringen The Rum Cask nun zum bereits zweiten Mal schon einen Jamaica Rum aus Hampden des legendären 1990er Jahrgangs auf den Markt, der für mich seit jeher der stärkste ist den die Brennerei je hervorgebracht hat. Dementsprechend war und ist das für mich beste Hampden Bottling überhaupt eben auch jener The Rum Cask Jamaica Rum 26 YO Hampden 1990 mit 61,9% vol., der nun schon vor fast vier Jahren als damals fünfte BAT-Abfüllung in die Flasche kam. Wohl kein anderer Rum-Jahrgang hat mich insgesamt während meiner Rum-Laufbahn wohl so sehr geprägt wie Hampden 1990! Meine Beziehung zu diesem Vintage und dem dazugehörigen Mark, C<>H, ist also eine sehr besondere und, ja, auch eine die nicht immer von Objektivität geprägt ist. So sollte man beispielsweise meine 98/100 Punkte für den Rum nicht allzu ernst nehmen. Ich meine, versteht das nicht falsch, ich sehe den Rum dort tatsächlich, aber das ist eben eine wirklich persönliche, subjektive und von außen in dieser extremen Form eigentlich nicht nachvollziehbare Bewertung. Der Rum war damals der, nach dem ich mich jahrelang gesehnt und aber bis dahin nicht bekommen habe. Als er dann kam, war das genau das, was ich haben wollte. Geliefert wie bestellt. 

Nun, nach wiederum fast vier Jahren 1990-Vakuum seit dem letzten TRC Release, sind die Vorzeichen natürlich andere. Es gibt da, anders als 2017, diese übergroße Benchmark, die genommen werden will. Die Perfektion war bereits am Start. Auf der anderen Seite ist die Sehnsucht nach einem neuen 90er selbstverständlich groß, denn meine Reserven sind beinahe erschöpft und ich könnte mir vorstellen, die der meisten anderen auch. Einige haben vielleicht noch etwas von dieser Rum Club Abfüllung, allerdings war diese für mich niemals eine Option zur Substitution des TRC, weil ich sie als wesentlich schwächer, unbalancierter und das Fass als solches suboptimal wahrgenommen habe. Alles in allem wie ein TRC auf Wish bestellt. Klar, ganz allgemein betrachtet war das sicher kein schlechter Rum, aber 1990 im Speziellen gesehen konnte er da eben in keiner Weise mithalten. 

Mit dem Erfolg der ersten wächst aber na klar auch die Erwartungshaltung an die zweite Version des The Rum Cask 1990 und mit ihr schließt sich auch so wenig der Kreis, denn sie ist nun schon die insgesamt zehnte BAT-Abfüllung von TRC und sie kommt zu einer Zeit, in der die allererste BAT-Abfüllung, ein vier jähriger Worthy Park damals, siebeneinhalb Jahre Bestehen feiern kann. Das ist schon enorm, auch und gerade wenn man sich vor Augen hält, dass nur die wenigsten in der Rum Szene selbst schon so lange überhaupt dabei sind. Damals, vor dem großen Boom, war das ganz viel Pionier-Arbeit und der 26 YO Hampden 1990 war 2017 wie die Krönung dieser Entwicklung. Und ganz ehrlich, als ich hörte, dass nun die zweite Version im Anflug ist, da wusste ich, anfangs und angesichts meiner schon beinahe Verehrung für die erste Version, gar nicht ob ich eigentlich und überhaupt wollte, dass diese ihr gefährlich wird. Am Ende aber siegt natürlich der Gedanke an qualitatives Streben, und so sehe ich mir den guten Tropfen nun einfach mal an - natürlich im Quervergleich zum ersten Release!

Aus Gründen der Transparenz sei an dieser Stelle aber noch erwähnt, dass ich ein Sample zur Verkostung dieses Rums, sowie eine ganze Flasche des Rums zu Fotozwecken gratis erhielt. Auf meinen Geschmack und die Bewertung hat dies selbstverständlich aber keinen Einfluss. 



Verkostung des The Rum Cask Jamaica Rum 30 YO Hampden 1990:

Preis: die unverbindliche Preisempfehlung für den 1990er Hampden hätte bei 289,90€ liegen und Release am 6. Dezember 2020 um 11:00 Uhr sein sollen. Durch einen Systemfehler, ist der Rum allerdings bereits am Samstag, den 5. Dezember im Shop aufgetaucht und wohl direkt ausverkauft worden. 

Alter: von November 1990 bis November 2020 durfte der Rum insgesamt genau 30 Jahre im Fass reifen. 

Lagerung: Continental Aging - der Rum lagerte während der gesamten Zeit seiner Reifung in Europa. 

Fassnummer: unbekannt. Dass Fass ergab aber insgesamt noch ca. 260 Flaschen a 0,5 Liter + einiges an Samples.

Angel's Share: etwa 35% des Fassinhaltes gingen an die Engel. 

Alkoholstärke: der Rum kommt in Fassstärke daher und weist einen Alkoholgehalt von 55,6 % vol. auf. 

Destillationsverfahren: der Rum entstammt einer Double Retort Pot Still. Vermutlich handelte es sich dabei um die John Dore Still, die seit 1960 bei Hampden aktiv ist. Alle anderen heute noch verhandenen Stills sind aus mindestens 1994 oder sogar noch jünger. Nicht ausschließen kann ich allerdings, dass 1990 noch weitere Stills aktiv waren, von denen heute nichts mehr bekannt ist. Aus einer solchen kann der Rum theoretisch natürlich auch kommen. 

Mark: C<>H (Continental Diamond Hampden)

Farbe: kräftiges, goldenes Stroh, ich erkenne keine relevanten Unterschiede zum Vorgänger.

Viskosität: der Rum bildet einen öligen Film an der Glaswand und läuft letztlich in weiten, regelmäßigen und parallelen Schlieren träge am Glas hinab. 

Nase:
 Treffer! Mich empfängt ab Sekunde 1 eine überaus kräftige und für C<>H stiltypische Hampden Nase, die sich erstmal nicht groß von jener des legendären Vorgängers unterscheidet. Der Alkohol wirkt bei beiden Rums zunächst noch eher ungestüm, weswegen sie natürlich von mir auch noch etwas Zeit im Glas bekommen. Nach einiger Zeit kann man zwischen beiden dann aber auch deutlichere Unterschiede wahrnehmen. So kommt der 30 YO schon deutlich gesetzter daher als sein 26 jähriges Pendant und hat nicht mehr ganz diese schier unfassbare Power, Brachialität und Durchschlagskraft, die für mich bis heute in dieser Qualität auch noch immer unerreicht ist. Wo beim 26er die Ester der alleinige Chef im Ring sind, ist beim 30er auch Platz für komplexere Parts und auch schon klar mehr Fassaromen, wie sie jüngeren Hampden oft fehlen und wie sie auch der 26er in dieser Form nicht hatte. So finde ich, neben natürlich all dem Klebstoff, den Lösungsmitteln, der gegrillten Ananas und dem markanten 1990er Obstsalat, die auch der 30er natürlich hat, wir sprechen ja immer noch über einen C<>H, doch schon einiges mehr an Vanille und auch Eichenholz z. B., was mir aber gut gefällt und den Hampden auch definitiv zugänglicher macht als sein Vorgänger es war. Dazu ist die mediterrane Schiene noch präsenter, ich finde doch einiges an Antipasti in diesem Tropfen. Nach hinten heraus hat der Rum etwas vegetales. Die Ester-Dominanz findet in dieser extremen Form also nicht mehr statt. Dazu machen auch die 55,6% vol. den Rum natürlich sehr smooth, der Rum weist kaum alkoholische Schärfe auf. Das ist beim 26er zwar auch positiv hervorzuheben gewesen, fand mit 61,9% vol. aber noch auf einem anderen, höheren, Level statt. Hier ist das entspannter! Auch dadurch fehlt es ihm zwar etwas an Intensität, die er aber wie oben schon beschrieben durch Tiefe und Komplexität wett macht, die klar ausgeprägter sind. Man findet und entdeckt immer noch wieder neues in ihm und das wiederum macht wahnsinnig Spaß, trotz und weil es eben nicht so anstrengend ist, sich mit ihm auseinander zu setzen. 

Gaumen: frisch am Gaumen drischt der Rum zunächst einmal mit allem was einen 1990er Hampden so ausmacht auf diesen ein! BÄÄÄM!! Im direkten Vergleich nicht ganz so krass wie beim 26 YO, aber das merkt man tatsächlich auch nur dann. Probiert man ihn einzeln, ist das brachial wie eh und je! Der Alkohol mischt sich beinahe gar nicht ein, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Er ist so wenig präsent, dass er einen nicht überfordert, aber ausreichend am Start, um dass der Rum nicht verwässert wirkt, was vielen 1990er Hampden früher zum Verhängnis wurde. Das hier ist nahe am Optimum. Der Rum ist das, was man im Duden vermutlich unter "mundfüllend" finden würde. Innerhalb kürzester Zeit breitet sich der Hampden im gesamten Mundraum aus und belegt alles mit dieser einzigartigen, rummigen Note, die sich gerade hierzulande durch diverse Backaromen, Rumkugeln, Rum-Traube-Nuss-Schokolade etc. ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat, weil sie fast überall in geringer (aber spürbarer!) Menge enthalten ist. Der Rum ist nicht ganz so mächtig und heavy-bodied wie der 26 YO damals, das war einfach ein Ausnahme-Tropfen, aber er kommt dem schon sehr nahe. Habe ich den Rum 2017 schon als brachial-elegant beschrieben, so tendiert dieser hier nochmal deutlicher in Richtung elegant. Dennoch ist der Rum zu Beginn deutlich adstringierend, wird dann aber cremiger und öliger und profitiert von seiner Fassstärke. An Assoziationen habe ich über allem die gegrillte Ananas, dazu frisch geschnittenes Geäst, deftige Chorizo (eine der wenigen Ausnahmen, wo mir Umami Noten im Rum zusagen!), mediterrane Antipasti, Humus und saure Zitrusnoten, wobei insbesondere der Säure-Faktor bei dieser Abfüllung eine merklich geringere Rolle spielt als bei früheren 1990er Hampdens. Schade für die einen, Freude für die anderen. Die Tendenz geht hier eher ins fruchtige und erdige. Peripher kommt immer mal wieder Hubba Bubba Kaugummi durch. Tannine sind auch da, spielen aber kaum mit rein. Am Gaumen machen sich die 30 Jahre im Fass nicht durch Holz ansich bemerkbar.  

Abgang: leicht muffiger Abgang, mit kurzen Bitter-Anflügen, Gewürzen und auch merklich Holz. Insgesamt kommt er nicht ganz so extrem, wie man das von Hampden 1990 zum Teil immer gewohnt war, aber es ist noch immer ein schöner, intensiver, langer, beinahe unendlich anmutender Abgang. 

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Fazit:
 bereits zum zehnten Mal heißt es heute bereits: Recommended by Barrel Aged Thoughts - und selten war es so spannend! Denn es fällt mir ausgesprochen schwer zu mutmaßen, ob diese 30 jährige Abfüllung bei euch da draußen besser oder schlechter ankommen wird als die 26 Jahre alte Version. Ich gehe ganz stark davon aus, dass sich das Lager da vielleicht sogar teilen wird in jene, die das absolut brachiale aus der ersten Abfüllung über alle Maßen schätzen und das hier vermissen und dementsprechend Version I vorziehen werden und jene die total darauf stehen, dass man hier alles bekommt was 1990 ausmacht, der Rum aber vergleichsweise zugänglich und merklich entspannter daher kommt. Ich würde mich da zu beiden Fraktionen zählen. Mehrfach saß ich beim Crosstasting vor den Gläsern, fand das entspannte beim 30er richtig gut, probierte dann wieder den 26er und dachte: aber voll in die Fresse ist halt auch geil! Dann allerdings probierte ich wieder den 30er und fand das entspannte wieder genau richtig. Und immer so weiter. Ich glaube dementsprechend, dass beide Varianten sich gegenseitig ergänzen und keine die andere komplett verdrängen könnte. Müsste ich mich allerdings für nur einen entscheiden, wäre ich aber beim 26er, so ehrlich muss ich sein (im Zweifel für den Bumms😉). Ich schrieb damals in meinem Fazit: "Ein Rum, der nicht eingeordnet, sondern meines Erachtens übergeordnet wird.". Und das würde ich auch heute noch unterschreiben. Klar, der hatte damals auch den Bonus, dass er als erster 1990er in Fassstärke kam, aber er hat eben auch den Zenit des Jahrgangs meines Erachtens einfach am präzisesten getroffen. Die Benchmark ist und bleibt für mich daher gesetzt. Zu meinem Glück muss ich mich nicht entscheiden und so freue ich mich über den 30 YO als schöne Ergänzung im Hampden Portfolio! 

-92/100-


Bis demnächst
Flo

Sonntag, 19. Juli 2020

Habitation Velier C<>H Jamaica 10 YO Hampden 2010

Liebe Rum Gemeinde!

Endlich! Lange angekündigt, hat Habitation Velier mit dem C<>H mein persönliches Lieblings-Mark von Hampden erstmals tropisch gereift auf die Flasche gebracht. Selten habe ich einem Release mit so viel Vorfreude entgegen gesehen. Ich bin gespannt! 


C<>H! Das ist meines Erachtens das Mark, welches den Ester-Wahnsinn perfekt auf die Spitze treibt, ohne dabei zu weit zu gehen. Denn das Mark DOK kommt meines Erachtens zu extrem daher, um wirklich noch genießbar zu sein. Man kann das trinken, klar, und ich bin wahnsinnig froh, dass es vor zwei Jahren endlich die Möglichkeit gab sowas mal probieren zu können und auch stolz darauf, da mit dem Letter of Marque so ein wenig Part of the Story gewesen zu sein, aber für mich ist DOK inzwischen auserzählt. Das war seinerzeit spannend, gewiss, aber mir persönlich macht DOK nicht mehr wirklich Spaß. Das merkte ich nochmal ganz deutlich, als ich diverse un-/kurz-gelagerte DOK parallel verkostet hatte.




Ganz anders sieht es da bei C<>H (steht für Continental Diamond Hampden) aus! Dieses Mark, welches Hampden verwendet um seine Rums mit einem Estergehalt von 1300 - 1400 gr/hlpa zu kennzeichnen, begleitete mich auf meiner Rum-Reise schon lange bevor ich von dessen Existenz überhaupt erfuhr. Denn wir dürfen schließlich nicht vergessen, dass die genaue Zuordnung von Jahrgängen zu Marks erst seit wenigen Jahren möglich ist. Dass es sich bei dem Jahrgang 1990 um eben dieses Mark handelt, ist erst seit 2017 bekannt, als TRC einen solchen Rum auf den Markt brachten und das Kürzel JMC hier mehr verriet, als es einem auf den ersten Blick scheinen könnte. Und der Jahrgang 1990, um auf meine Reise zurück zu kommen, war Anno 2011 meine erste richtig große Rum-Liebe! Als ich den Berry's Hampden 1990 das erste Mal im Glas hatte, war das nicht weniger als eine Offenbarung! Trotz des geringen Alkoholgehalts von nur 46% vol. besaß dieser Rum eine Power, die seinesgleichen suchte, aber lange nicht fand. Erst Folge-Abfüllungen von Duncan Taylor und eben 2017 The Rum Cask sollte das gelingen. Insofern bin ich also bereits seit neun Jahren großer Fan des Marks C<>H. Es ist mein persönliches Lieblings-Mark, im wahrsten Sinne des Wortes meine Benchmark, und dementsprechend gespannt war ich darauf, wie ein solcher Rum wohl tropisch gereift schmecken würde. Hier haben mir die bisher veröffentlichten Marks wie HLCF, <>H oder HGML zwar durchaus gefallen, aber meinen 1990ern konnte davon bisher nichts gefährlich werden, insbesondere da mir nach hinten heraus einiges an Abgang fehlt. Das verrät die doch vergleichsweise kurzen Reifezeiten am Ende, Tropical Aging hin oder her. Allerdings sind es nichts desto weniger der <>H und der HGML, die es für den C<>H auf der Seite der tropisch gereiften Hampdens auch erst einmal zu schlagen gilt, weswegen ich sie im heutigen Tasting quer vergleiche, ebenso wie zwei der bisherigen Benchmarks auf Seiten des C<>H. So muss sich der Habitation Velier also einerseits gegen die niedrigeren Marks bei ansonsten vergleichbarem Alter beweisen, als auch gegen die kontinental gereiften Brüder gleichen Marks aus dem Jahrgang 1990!

Vintage 2010 Mark-Battle: <>H vs. HGML vs. C<>H

C<>H-Battle: BBR 17 YO 1990 vs. TRC 26 YO 1990 vs. HV 10 YO 2010


Als ganz besonderen Bonus bekam ich darüber hinaus die Möglichkeit, die Verkostung mit dem Original Sample von Luca Gargano selbst durchzuführen, welches mir ein guter Freund von einem Besuch dort mitgebracht hat. Vielen lieben Dank dafür an dich und natürlich an Luca!


Fasssample von Luca © E.H.

Trivia:

Zu einer guten Tradition bei den Velier Bottlings sind missverständliche Angaben auf deren Labeln geworden. So ist auf dem Frontlabel zu lesen, dass der Rum 2.615,2 gr/hlpa Congeners (also Begleitstoffe bei der Destillation, zu denen auch die Ester zählen) enthält, während man auf dem Backlabel  auf den Estergehalt von zwischen 1300 und 1400 gr/hlpa hinweist. Beide Angaben sind (richtige Messung vorausgesetzt) korrekt, doch verwirren sie vor allem Connaisseure, die nicht so tief im Thema stecken, was ich schade finde. Eine einheitliche, Bottling-übergreifende Angabe fänd ich deutlich transparenter. Aber das nur am Rande. Super finde ich hingegen, dass man sich dazu entschlossen hat, den Rum in Barrel Proof (68,5% vol.) statt nur in High Proof (62%) zu releasen!



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Verkostung des Habitation Velier C<>H Jamaica Rum 10 YO Hampden 2010:


Preis: mit 159,- Euro Ausgabepreis ist der C<>H der bisher teuerste Hampden der Habitation Velier Reihe. 

Alter: von 2010 bis 2020 lag der Rum insgesamt 10 Jahre im Fass. 

Lagerung: die Fässer wurden während der gesamten Dauer ihrer Reifung bei Hampden auf Jamaica in tropischem Klima gelagert. 

Fassnummern: unbekannt. Auch, wie viele Fässer und wie viele Flaschen es am Ende genau waren ist nicht sicher bekannt. Gerüchte sprechen von 600 Flaschen, was für Abfüllung zweier Fässer spräche.

Angel's Share: >64% gingen an sicher glückliche Engel. 

Alkoholstärke: mit starken 68,5% vol. wartet der Rum auf - anders als früheren Habitation Velier Abfüllungen, die "nur" in High Proof kamen, liefert uns Luca den C<>H in Barrel Proof!

Destillationsverfahren: Double Retort Pot Still.

Mark: C<>H (Continental <Diamond> Hampden)

Farbe: tiefes, kräftiges Gold. Von den jeweils neunjährigen <>H und HGML aus 2010 unterscheidet er sich optisch nicht, zu den kontinental gereiften C<>H dagegen deutlich. Diese sind wesentlich heller, insbesondere der Berry's. 

Viskosität: ein fetter Film wabert über das Glas, der Rum läuft in eher engen, parallel zueinander verlaufenden Schlieren ins Glas zurück. 

Nase: eskalierendes Programm heute! Nachdem die Rums ca. 1,5 bis 2 Stunden geatmet haben, kommt der C<>H 2010 sehr zugänglich und rund daher. Rund in dem Sinne, dass mir beim Bouquet zunächst einmal nichts auffällt, was mich stört oder, dass ich das Gefühl hätte, dass mir da irgendetwas fehlt. Der Alkohol ist natürlich präsent, aber das überrascht bei 68,5% vol. natürlich auch wenig. Vor allem aber hat der Rum Kraft! Eine wirklich berauschende Intensität voller saurer Ester, Nagellackentferner und flüssigem Klebstoff strömt mir entgegen und macht unmissverständlich deutlich, um welches Mark es sich handelt. Ich finde den für C<>H so typischen Korb voller tropischer Früchte, ich habe Säure von Zitronen und Limetten, gegrillte Ananas, Marzipan, Vanille, Humus, Antipasti, aber auch schon viel Holz. Seine 10 Jahre der tropischen Reifung verbirgt er nicht, allerdings habe ich dieses Gefühl beim HGML stärker gehabt. Hier, beim C<>H, kommt das schon sehr perfekt daher. Es bestätigt sich insgesamt, warum ich C<>H schon seit vielen Jahren als mein absolutes Lieblings-Mark bezeichne! Richtig tolle Ester, die hier meines Erachtens auch direkt besser und wesentlich intensiver kommen als beim <>H und beim HGML. Und, leider muss ich das zugeben, sie kommen auch fast auf Augenhöhe zum TRC 1990! Die Art und Weise ist dabei nicht vergleichbar, da merkt man sehr schön den Unterschied zwischen kontinentaler und tropischer Reifung, aber hier holen die tropischen Hampden merklich auf! Dennoch liegt der TRC für mich noch in Front. Der Berry's 1990 spielt leicht dahinter, da macht sich die Verdünnung und der geringere Reifegrad bemerkbar, kann das Niveau aber ansonsten problemlos mitgehen!  

Gaumen: am Gaumen machen sich zunächst einmal die sauren Ester-Verbindungen bemerkbar, die sich zu denen vom HGML oder zum <>H auch merklich unterscheiden. Sehr adstringierend, so dass sich die Schleimhäute erst einmal zusammenziehen. Richtig hart überrascht bin ich davon, wie gut der schon enorm hohe Alkoholgehalt eingebunden ist. Ich habe nahezu keine alkoholische Schärfe in der Mundhöhle, das ist schon extrem paradox! Nicht einmal der Rendsburger Caroni 1996 mit 69% vol. kommt so weich daher! Stattdessen macht es sich der Rum eigentlich direkt auf der Zunge bequem und verströmt einen fast unglaublichen Geschmack intensivsten High Ester Jamaica Rums. Der C<>H ist unfassbar mundfüllend! Das adstringierende geht dann ins cremige über und kommt sehr angenehm. Der Rum zeigt am Gaumen die gleiche Säuerlichkeit wie in der Nase, das gehört zu diesem Mark einfach dazu und gefällt mir sehr. Viele mögen das nicht, die werden mit dem C<>H dann also vielleicht auch ihre Probleme haben und eher leichtere Marks favorisieren. Mir aber gefällt genau das! Letztlich ist die Säure allerdings auch schon die größte Hürde, die hier genommen werden muss. Der Rum kommt ansonsten nämlich sehr, sehr ausgewogen daher und macht einfach Spaß! Kein zu krasser Einfluss des Holzes, kein zu präsenter Alkohol. Es mag verrückt anmuten, aber dieser Hampden ist für mich schon beinahe Easy Sippin! Einzig: an die enorme Komplexität des TRC 1990 kommt der HV nicht heran. Da ist der Abstand der beiden zueinander auch noch etwas größer als in der Nase, das ist beim TRC am Gaumen nochmal eine andere, stärkere Liga! 

Abgang: fruchtiger Abgang! Gegrillte Ananas weist dem Hampden den Weg hinab. Spätestens jetzt verrät sich der C<>H allerdings auch als tropisch gereifter Rum, denn wie alle auf Jamaica gelagerten Hampden fehlt ihm dieses ewig anhaltende und nachhallende, was die lange kontinental gereiften Hampden haben. Das ist schade, aber der eben doch noch vergleichsweise kurzen Reifedauer von nur zehn Jahren geschuldet. Zum Schluss kommen noch ein paar trockene Tannine, aber dann ist er nach wenigen Minuten dann auch schon verschwunden. 

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Fazit: der C<>H ist wirklich extrem gelungen und genau das, worauf die Fans dieses Marks (wie ich) viele Jahre gewartet haben, seit Velier damit begann tropisch gereifte Hampdens auf den Markt zu bringen! Der Rum hat Kraft, Intensität, Flavour,... ist einfach lecker! ... und so müssen wir wirklich bis zum Abgang vorspulen, wenn wir bei diesem Rum irgendwie über Schwächen diskutieren möchten. Ja, mir fehlte zwar auch am Gaumen etwas an Komplexität, ich erwähnte es, allerdings fällt das nur im direkten Vergleich auf und ist auch Kritik auf unglaublich hohem Niveau. Daher fällt das für mich nicht so stark ins Gewicht wie die mangelhafte Kondition nach hinten heraus. Das wiederum geht einher damit, dass sich beim C<>H bei mir, wie schon beim HGML, das Gefühl einstellt, dass der Rum in puncto Reife ziemlich nah dran am Zenit ist. Man holt durch die Reifung auf Jamaica vieles was die Hampdens in Europa erst nach 20-25 Jahren im Fass bekommen schon innerhalb von zehn Jahren aus ihnen heraus, weswegen ich überzeugt bin, dass sie so sehr viel länger nicht im Fass liegen sollten, bevor sie schwächer (weil runder, holziger,...) werden und ihre Ecken und Kanten und damit ihr Profil verlieren. Sie müssten aber wiederum länger liegen, um im Abgang aufzuholen zu den kontinentalen Vertretern, denn um diese Abgänge so hinzubekommen benötigt man Zeit, die auch tropische Reifung nicht im Eiltempo hervorzaubern kann. Und das ist wohl der entscheidende Punkt, der Knackpunkt, weswegen ich bei Hampden die kontinentale Reifung favorisiere und für die zum Rum passendere halte. Deshalb liegt der The Rum Cask C<>H 1990 für mich noch immer auf Platz 1 aller Hampdens! Er hatte nach 26 Jahren in Europa alles was tropisch auch in zehn Jahren machbar ist, hat aber einen viiiiel krasseren Abgang, den man so eben erst nach 20 Jahren und mehr im Fass erreichen kann, egal wo man das Fass lagert. Nichts desto weniger ist der Habitation Velier C<>H ein mehr als hervorragender Vertreter seiner Gattung, der zurecht gerade auf der ganzen Welt gejagt wird! Und es lohnt sich, er schmeckt wirklich hervorragend und ich bin sicher, dass niemand den Kauf bereuen wird! Der Preis, um letztlich auch darüber noch zu sprechen, ist schon hoch, keine Frage, gerade auch im Vergleich zum deutlich günstigeren HGML letztes Jahr, aber letzten Endes ist das Mark C<>H eben auch extrem rar und so ist der Preis nicht zuletzt auch ein Resultat aus dem Gesetz des freien Marktes von Angebot und Nachfrage. Wenn man sich das vor Augen hält, dann kommt das alles schon hin.

-90/100-


Bis demnächst
Flo