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Sonntag, 9. Juni 2019

TRC Jamaica Rum 11YO WP 2007 - Ex-Laphroaig Cask

Liebe Rum Gemeinde,

es ist endlich einmal wieder soweit! Die erste "Recommended by Barrel Aged Thoughts"-Abfüllung von The Rum Cask seit eineinhalb Jahren steht vor der Tür und es geht gewisser Maßen ein Stück back to the roots - zurück zu den Wurzeln.



Wir erinnern uns: vor ziemlich genau sechs Jahren, im Sommer 2013, erschien mit dem 4 YO Worthy Park aus 2009 die erste solche Abfüllung mit dem goldenen Sticker und auch die jetzt insgesamt achte "Recommended"-Abfüllung wird wieder aus Worthy Park stammen - nicht offiziell, der Name darf das Label nicht zieren, aber das Kürzel WP führt in Zusammenhang mit Jamaica Rum wohl eher weniger zu irgendwelchen Unklarheiten. 😉

Damals, in 2013, war eine Abfüllung aus Worthy Park noch etwas sehr besonderes und spezielles. Es war seinerzeit der allererste Rum von dort den ich im Glas hatte und meines Wissens nach auch der erste unabhängig abgefüllte Worthy Park überhaupt. Es gab schon ein paar OBs, soweit ich mich erinnere, aber die wurden in Europa noch nicht vertrieben, zumindest nicht in einem größeren Stil, so dass sie den Connaisseuren zu dieser Zeit dementsprechend noch nicht bekannt waren. Kurz: die Abfüllung von TRC damals entsprang noch echtem Pioniergeist! Heute hat sich die Situation stark gewandelt. Rums aus Worthy Park diverser Jahrgänge zählen inzwischen  zum Portfolio zahlreicher unabhängiger Abfüller und auch die Destillerie selbst investiert viel in den Aufbau des eigenen Namens und seines Labels. Dies führte letztlich dann auch dazu, dass man damit begann, juristisch gegen die Verwendung des Namens Worthy Park auf den Labeln unabhängig abgefüllter Rums vorzugehen. Kein schöner Zug, wie ich finde, da die unabhängigen Abfüller sich in den letzten Jahren sehr um die Popularität Worthy Parks verdient gemacht haben. Ich plädiere im Zweifel immer für maximale Transparenz und finde, dass die Nennung des Erzeugers eines Produkts auch zu jenen Angaben zählt, auf die der Verbraucher am Ende auch ein Recht hat sie zu erfahren (und nicht nur, wenn er sich auskennt und Kürzel deuten kann). Nichts desto weniger kann ich den Schritt, rein aus Sicht von Worthy Park, natürlich ein Stück weit nachvollziehen und es ist ja auch deutlich zu erkennen, dass die Jungs dort noch einiges vorzuhaben scheinen und regelmäßig neue Releases am Start haben. Ich bin an dieser Stelle allerdings auch insbesondere gespannt, wie man die Destillerie langfristig spannend und im Gespräch halten möchte, denn ich sehe zwar die fast durchweg hohe Qualität bei Worthy Park, aber ich empfinde die Rums auch oft als ein wenig langweilig. Zu sagen, dass wenn man einen kennt, man irgendwie auch schon fast alle kennt wäre überspitzt, ist aber oft nicht weit weg vom ersten Gedanken. Höre ich inzwischen von einem neuen Worthy Park Release, dann stellt sich bei mir erstmal nicht direkt und unmittelbar ein Probieren-Wollen-Gefühl ein.

Dabei kann die traditionsreiche und in 2005 wieder in Betrieb genommene Destillerie durchaus einiges bieten! Eine Besonderheit bei Worthy Park ist nämlich, dass es da auch einige tropisch gereifte Rums zu den Bulkhändlern nach Großbritannien geschafft haben. Dies kommt bei den allermeisten anderen Destillerien eher nicht vor. Die unabhängig abgefüllten Rums aus Hampden beispielsweise sind alle kontinental gereift. Was dabei leider oft noch fehlt sind exakte Angaben aller Beteiligter zum Thema Reifung. So war zum Beispiel klar, dass der 4 YO aus 2009 oder der 9 YO aus 2005 lange Zeit tropisch gelegen haben müssen, rein auf der Grundlage ihres Geschmacksprofils, aber gesicherte Angaben hat es leider keine gegeben. Beim Bottling um das es heute geht war das erfreulicherweise anders und so wissen wir, dass der Rum, laut Broker, bis 2017 tropisch reifte und dann nach Europa kam. In Europa angekommen, wurde er dann in ein Ex-Laphroaig Single Malt Whisky Fass umgefüllt, welches The Rum Cask eigens dafür nach Schottland geschickt hatten. Anschließend wanderte das Fass wieder nach Deutschland zurück und reifte dort noch zwei Jahre, bis Anfang 2019, bis der Rum schließlich abgefüllt wurde. Was leider verloren ging, sind Angaben zum Fassungsvermögen des ursprünglichen Fasses und dementsprechend auch, wie hoch genau der Angel's Share war. Das einzige was gewiss ist, ist, dass während der zwei Jahre in Deutschland nochmal 10% des Fasses verdunsteten, was für kontinentale Verhältnisse doch enorm ist. Da 335 Flaschen (167,5 Liter) abgefüllt wurden ist zumindest klar, dass, die 10% Verlust drauf gerechnet, das ursprüngliche Fass ca. 186 Liter Rum enthielt. Wie groß dessen Fassungsvermögen war und wie häufig auf Jamaica während der ersten ca. 9 Jahre Umfüllungen verschiedener Fässer stattgefunden haben ist damit aber natürlich nicht zu rekonstruieren.

Vor der Abfüllung des Rums schickte mir Jens von TRC dann eine Fassprobe vom Rum zu und fragte mich zu meiner Einschätzung des Ganzen. Aus den oben genannten Gründen war ich aber zunächst erst einmal skeptisch. Ja, okay, ein neuer Worthy Park... okay, mit Finish, ja, mal schauen! Ich denke, viele von euch Lesern werden sich darin gerade wiedererkennen und sich ebenfalls fragen, was man jetzt vom x-ten Worthy Park halten soll und warum genau einen das jetzt interessieren sollte. Was, zumindest bei mir, dann aber folgte... lest selbst! 




Verkostung des The Rum Cask Jamaica Rum 11 YO Worthy Park 2007 - Ex-Laphroaig Cask:


Preis: der Worthy Park ist seit heute Nachmittag im Shop von The Rum Cask für 53,90 Euro für eine 0,5 Liter Flasche zu beziehen. 

Alter: von 2007 bis 2019 reifte der Rum insgesamt 11 Jahre im Fass. 

Lagerung: die Reifung erfolgte 9 Jahre, bis 2017, in tropischem Klima und im Ex-Bourbon Fass, sowie 2 Jahre im Ex-Laphroaig Single Malt Scotch Whiskyfass in Deutschland. 

Fassnummer: unbekannt. Abgefüllt wurden 335 Flaschen a 0,5 Liter. 

Angel's Share: unbekannt.

Alkoholstärke: der Rum kommt mit einem Alkoholgehalt von 57,9% vol. daher. Das entspricht der Fassstärke. 

Destillationsverfahren: Pot Still.

Mark: WP? - am ehesten tippe ich hier geschmacklich auf WPL oder WPM.

Farbe: sattes, kräftiges Gold. 

Viskosität: ein fetter Film beißt sich an der Glaswand fest. Es bilden sich kleine Tropfen und der Rum fließt in engen, unregelmäßigen Schlieren wieder an der Glaswand herab. 

Nase: nachdem der Rum doch einige Zeit im Blender's Glass atmen durfte, nehme ich nach wie vor eine doch recht präsente alkoholische Schärfe wahr. Dieses Phänomen beobachte ich häufig bei diesem Glastypen und es dauert häufig sehr viel länger als bei Standardgläsern, bis sich die Schärfe verflüchtigt. Hinter dem Alkohol finde ich dann allerdings auch sehr schnell ein tiefes und reichhaltiges Angebot. Da sind z.B. die für Worthy Park typischen Eindrücke von Bananen in allen erdenklichen Formen, seien es Bananenchips oder Bananenkompott, sowie Menthol, Anis und weitere Gewürze. Daneben habe ich dann auch noch vegetale Eindrücke von frischem Gras, sowie tatsächlich Teer. Habe ich vorher einen Caroni im Glas gehabt und nicht gespült? Nein, so extrem ist es nicht. Aber hier beginnt sich dann natürlich das Islay Finish zu zeigen, welches deutlich über dem Rum liegt und in Form von Rauch, Salz und Torf und in kleinen Schüben immer mal wieder durchschlägt. Diese Nachreifung in einem Ex-Laphroaig Fass fällt allerdings weit weniger extrem aus, als ich es bisher gewohnt war, wenn ich Rums mit einem solchen Finish im Glas hatte. Hier kommt das sehr ausgewogen daher. Es passt zum Profil von Worthy Park und gefällt mir außerordentlich gut!

Gaumen: der Rum kommt am Gaumen zunächst einmal ausgesprochen weich daher. Alkoholische Schärfe fällt mir nahezu keine auf, nur ein wenig britzelt der Rum auf der Zunge, was ich allerdings ausschließlich positiv empfinde. Mit der Zeit wird er dann cremiger. Das Profil von Worthy Park, wieder habe ich vor allem ganz viel Banane, geht mit dem Finish eine spannende Verbindung ein. Zunächst kommt dieses gar nicht so sehr heraus, Worthy Park-Banane, vegetale Aromen und etwas parfümiertes haben die Oberhand. Dann setzt aber das Finish ein, das hier jetzt auch präsenter ist als in der Nase, was mir gut gefällt. Immer wieder schlagen Rauch, Salz und Torf vom Laphroaig durch, als wäre das Jamaica Rumfass bei der Überfahrt aus der Karibik nach Europa vor der Westküste Schottlands in einen Sturm geraten, ohne dabei aber Schiffbruch zu erleiden. Denn, und das ist meines Erachtens eine gute Nachricht, der Rum ist noch immer klar und deutlich ein Worthy Park. Das Finish ist ein Twist, es überlagert den Rum nicht. Dieser wird nun trockener und adstringierend. Zum Abgang hin schlägt das Finish dann nochmal so richtig schön ein. Es ist ein wenig, als würde man den Worthy Park aus einem Aschenbecher trinken. Klingt widerlich, ist aber geil!

Abgang: im Abgang kommt das Finish dann noch einmal so richtig schön heraus, ohne aber insgesamt zu aufdringlich zu sein. Das passt super! 

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Fazit: Jamaica Rum feat. Islay Whisky! Was eine Kombination! Das macht richtig Spaß! Ich kann frei heraus gestehen, dass mich der Rum ohne das Finish vermutlich weder wirklich interessiert noch unbedingt abgeholt hätte, obwohl es auch dann mit Sicherheit noch ein qualitativ sehr guter Rum gewesen wäre. Aber: Worthy Park gibt es, wie oben beschrieben, am Markt seit einiger Zeit schon wie Sand am Meer und sie sind fast alle gleich - hoch in der Qualität, ja, allerdings ohne das Besondere; sie sind zumeist einfach langweilig. Möchte man hier aus der unübersichtlichen Masse, fast hätte ich Schwemme gesagt, herausstechen braucht es also schon das spezielle Element um (zumindest meine) Aufmerksamkeit zu generieren und das ist hier in ganz großartiger Art und Weise gelungen! Für mich ist diese Abfüllung daher auch ein klares Signal dahin, wie man Worthy Park in Zukunft interessant halten kann. Gesondert hervorheben möchte ich darüber hinaus das handwerkliche Geschick und auch den Mut der Jungs, denn einen Rum in einem Islayfass nachreifen zu lassen ist für mich der sprichwörtliche Ritt auf der Rasierklinge! Ich hatte schon ein paar solcher Rums im Glas und sie waren allesamt klar vom Fass überlagert. Einige waren trotzdem gut, aber das Fass hatte dem jeweiligen Rum jedes Mal den ganz eigenen Charakter über weite Strecken abgenommen. Das ist hier ausgeblieben, ohne, dass der gewünschte Effekt der Nachreifung deshalb aber verpufft wäre und und das gehört meines Erachtens einmal deutlich so herausgestellt! Große Klasse! Dazu kommt dann noch der sehr faire Preis, der das abrundet, denn auch bei Worthy Park sind die Preise zuletzt vielfach gestiegen. Wenn man mal was anderes im Glas haben möchte, man auf Jamaica Rum so ein wenig steht und gegen ein Islay Finish nichts einzuwenden hat, dann ist das hier definitiv der Rum der Wahl! Meines Erachtens zeigen The Rum Cask hier par excellence, wie man das gewöhnliche zu etwas besonderem machen kann, und das finde ich super! Das Finish hebt ihn für mich in die oberen Sphären, daher:

-88/100-



Bis demnächst!
Flo

Dienstag, 9. Mai 2017

Mai Tai mit Cadenhead's Worthy Park Rum 11 YO

Liebe Rum- und Mai Tai Freunde,

eigentlich wollte ich den heutigen Mai Tai mit dem zwei Jahre jüngeren The Rum Cask 9 YO Worthy Park machen, einfach, weil er mir noch einen Ticken besser gefällt als der Cadenhead, aber nachdem der TRC ausverkauft ist, bin ich auf 11 jährigen aus Schottland umgeschwenkt, da dieser noch verfügbar ist und euch das Review somit möglicherweise noch in einer Kaufentscheidung behilflich sein kann. History-Mai Tais haben wir diesen Monat noch genug hier. ;)

Zur Abfüllung selbst habe ich mich bereits im April in einem Review und Vergleich mit zwei weiteren Worthy Parks genauer geäußert. Wer also Interesse am Rum hat und das Review noch nicht kennt, ist hiermit herzlich eingeladen, dort noch einmal nachzulesen.

Mai Tai mit Worthy Park Rums habe ich bisher noch kaum getrunken. Ich habe es 2013 mal versucht, als wir für TRC den 4 jährigen aus 2009 in diversen Drinks getestet haben und der Mai Tai in diesen Ideen eigentlich eine zentrale Rolle spielte, allerdings gefiel Leo und mir das Ergebnis gar nicht. Weil der Rum sich nicht im Drink behaupten konnte und anderswo eine bessere Figur machte, fiel er zugunsten dreier passenderen Rezepte raus und der Mai Tai schaffte es folgerichtig dann auch nicht unter die vorgestellten und empfohlenen Rezepte für den Rum und ich experimentierte dahingehend bis heute auch nicht noch einmal. Nun ist damit Schluss und ich gebe diesem 11 jährigen der Destillerie, der schon wesentlich reifer ist, eine neue Chance. Eventuell bringt der Rum dadurch ja nun etwas mehr Profil in den Drink. Wir werden sehen!

Hier eine Kurzfassung mit den Randdaten zur Abfüllung:

Abfüller:                William Cadenhead
Land/Region:       Jamaica
Destillerie:            Worth Park Estate
Alter:                        11 YO (2005 - 2016)
Alkoholgehalt:   57,9% vol.


Verkostung des Mai Tai mit Cadenhead's Worthy Park Jamaica Rum 11 YO:

Fast grünlich, nur wenig dunkler als ein Daiquiri kommt dieser Mai Tai daher. Das ist bei diesem Drink, wenn er mit hellem, leicht goldenem Rum zubereitet wird, schon beinahe die Standardfarbe. Ich hatte ihn nur ein wenig gelblicher, trüber erwartet. Mal sehen, was da kommt. 

Geschmacklich dann bestätigt der Mai Tai den Eindruck, den ich vor vier Jahren schon von dieser Destillerie im Mai Tai hatte. Also schlecht? Nein, so würde ich das nicht sagen, denn ich wurde heute zumindest nicht so gänzlich enttäuscht wie damals. Klingt doch schlecht? Okay, dann deutlicher: das hier ist nicht wirklich ein Mai Tai! Der Drink scheint nicht Worthy Parks Domäne zu werden. Aber: der Rum kommt im Drink durch und geht nicht so unter, wie der 4 YO Rum damals in 2013! Er ist nur von seinem gesamten Profil her immer noch kein Rum für einen klassischen Mai Tai. Dafür ist er zu leicht und ihm fehlen die Ester, um den "Jamaican Funk" in den Drink zu bringen.

Fazit: Wenn man so will, dann ist das ein schlechter Mai Tai, ja. Aber ein schlechter Drink? Nein! Denn all das ändert nichts daran, dass mir das Ergebnis wirklich gut gefällt und Lust auf mehr macht. Das Profil des Rums ist im Drink zu finden und geht mit den Zutaten eine ganz neue Verbindung ein. Der Cocktail den ich im Glas hatte war viel leichter als ein Mai Tai. Sommerlicher. Es ist ein auf hohem Niveau modifizierter Daiquiri. Diese Bezeichnung trifft es, glaube ich, ziemlich genau. Und als solchen finde ich ihn auch klasse! Ein Daiquiri mit fruchtig, würzigem und leichtem Rum, ergänzt um Curacao und Mandelnoten. Läuft. Und läuft sehr gut!

Morgen gibt es hier dann wieder etwas unabhängig abgefülltes aus Hampden.

Bis dahin
Flo

Sonntag, 9. April 2017

Cadenhead's CS Jamaica Rum Worthy Park 11 YO (05/17)

Liebe Rum Gemeinde,

heute folgt mit dem Review zum Cadenhead's Cask Strength Jamaica Rum Worthy Park 11 YO aus dem Jahr 2005 die Fortsetzung zum Review von letzter Woche, als es um den Habitation Velier WP 2005 ging, der wiederum mit dem The Rum Cask Worthy Park 9 YO, ebenfalls aus dem Jahr 2005, verglichen wurde. Heute werde ich den Cadenhead des mutmaßlich gleichen Batches mit diesen beiden vergleichen. Bevor man sich also an das heutige Review macht, sollte man die beiden vorherigen gelesen und vor Augen haben! Im Fazit wird dann spätestens klar, warum das so ist. 

Der Rum heute ist 11 Jahre gereift und wurde im Januar 2017 von Cadenhead's in Schottland abgefüllt. Damit ist er im Vergleich der drei Rums der älteste. Wie schon seine beiden jüngeren Brüder, so wurde auch dieser in Fassstärke abgefüllt: 57,9% vol. hat er laut Label noch. Über die Lagerung kann man nur mutmaßen, Cadenhead macht hier keine Angaben. Man kann aber von einer Teilreifung in den Tropen zu großem Teil ausgehen. Destilliert wurde der Rum in einer Pot Still. Es wird sich dabei vermutlich um die Double Retort Pot Still aus Worthy Park handeln, aus der auch die beiden anderen Rums stammen. Der Rum trägt das Mark JMWP und ist Teil der traditionsreichen Cadenhead Cask Strength Serie. 

Zum Abfüller Cadenhead muss an dieser Stelle glaube ich nicht mehr viel gesagt werden. Zahlreiche Rums dieses geschichtsträchtigen schottischen (vor allem Whisky-) Abfüllers sind hier bereits besprochen worden, seien es Rums aus der Cask Strength-, als auch der Green Label Serie. Einst zählte das Unternehmen zu den Giganten unter den Unabhängigen Abfüllern. Sie rühmten sich dafür, das größte Lager an Demerara Rums außerhalb von Guyana zu haben und brachten lange als so ziemlich einziger Abfüller die Rums auch in Fassstärke heraus. Bis Anfang des neuen Jahrtausends ging das so, allerdings wurde es danach doch eher ruhig um Cadenhead, zumindest im Rum Bereich. Zwar kamen immer mal wieder auch neue Rums, aber in der Anzahl war das schon sehr reduziert. Man merkte, dass das Lager erschöpft war und dass der Abfüller nun in gleicher Weise auf die Broker angewiesen ist, wie das bei anderen auch der Fall ist. Ihren Status als Gigant haben Cadenheads heute also leider eingebüßt. Abfüllungen wie die heutige erfahren nicht mehr diese Aufmerksamkeit bei der Neuerscheinung wie noch vor wenigen Jahren. Andere Abfüller haben diese Position eingenommen.

3 x  Jamaica Rum Worthy Park 2005 in Fassstärke: Cadenhead 11YO; Habitation Velier 10YO; The Rum Cask 9YO

Verkostung des Cadenhead's CS Jamaica Rum Worthy Park 11 YO (2005 - 2017):

Sample by RUMZ
Preis: Cadenhead ruft 57 Euro für die 0,7 Liter Flasche dieses Rums auf.

Alter: Der Rum wird als 11 jähriger verkauft, gelagert von 2005 bis 2017.  

Lagerung: keine Angabe, es kann aber auch hier, wie sich noch herausstellen wird, zu erheblichem Teil von Tropical Aging ausgegangen werden. 

Fassnummer: unbekannt.

Angel's Share: unbekannt.

Alkoholstärke: 57,9% vol., also eine Abfüllung in Fassstärke.

Destillationsverfahren: eine Pot Still ist angegeben. Vermutlich handelt es sich um die selbe Double Retort Pot Still, die auf dem Label des Habitation Velier zu sehen ist. 

Mark: JMWP

Farbe: dunkles, kräftiges, Stroh.

Der Cadenhead Worthy Park 11 YO 2005 - 2017 - 57,9% vol. im Glas
Viskosität: weite, unregelmäßige Schlieren, langsames Fließen an der Glaswand.

Nase: wie beim letzten Mal standen die Rums auch heute ca. 30 Minuten im Glas atmend bevor ich zum eigentlichen Tasting überging. Im ersten Eindruck, wenn man nur eben die Nase rein hält, hat der Cadenhead die klar fruchtigste Nase, allerdings verfliegt dieser Eindruck auch sehr bald wieder. Um dann wiederzukommen. Das ist wirklich heavy heute! Nicht, weil die drei die Rums, der TRC, der Habitation Velier und der Cadenhead an und für sich so unglaublich fordernd wären, sondern weil sie sich wirklich wahnsinnig ähnlich sind. Beim Verweilen der Nase im Glas, wenn man alle drei Rums von vorne bis hinten erlebt, wird das noch deutlicher. Hier Unterschiede festzustellen klappt eigentlich nur beim Habitation Velier, der eine noch etwas vollere, würzigere Nase hat als die beiden anderen Rums. Aber wie auch letzte Woche: für mich sind die Unterschiede hier marginal. Eine gesteigerte Reife zum Habitation Velier, der ein Jahr jünger ist, kann ich nicht feststellen, im Gegenteil, der Rum wirkt in der Nase jünger, vergleichbar mit dem TRC.

Gaumen: eine natürliche Süße zu Beginn, danach kommt erst einmal der Alkohol, der kurz gezügelt werden muss. Ist das passiert, zeigt sich der Rum angenehm cremig am Gaumen und erinnert auch hier an die beiden zuvor verkosteten Rums. Was auffällt ist, dass die Anis-Note die ich beim TRC und noch einmal mehr beim Habitation Velier hatte, hier sehr viel geringer ausfällt. Ansonsten gleichen sich auch hier die Eindrücke am Gaumen sehr. Nach Hinten heraus wird der Rum würzig-pfeffrig. 

Abgang: die pfeffrige Note zieht sich in den Abgang und verhallt dort auch recht schnell. Hier konnte der Rum weniger als seine beiden Vorgänger hier auf dem Blog.

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Der Sieger für mich im Gesamtvergleich: der Habitation Velier WP 2005
Fazit: Ich habe die drei Rums in zwei Sessions je nebeneinander gehabt und spätestens nach 45 bis 60 Minuten im Glas, der Velier braucht etwas länger im Glas als der TRC und der Cadenhead, fällt es wirklich unglaublich schwer noch markante Unterschiede zu finden. Sie sind da, fallen aber vergleichbar gering aus.
Heißt im Klartext: der Habitation Velier ist meines Erachtens der stärkste der drei, auch wenn er im Glas länger braucht, gefolgt vom The Rum Cask und mit nur wirklich geringem Unterschied vom Cadenhead. Selten hatte ich drei solch ähnliche Rums im Glas. Ein Batch so unmittelbar miteinander zu vergleichen ist nicht ganz einfach, aber sehr spannend. Erkenntnis für mich: im Vergleich aller drei Rums zeigt sich deutlich, dass der Habitation Velier wohl noch etwas länger in den Tropen gelegen haben dürfte als die beiden anderen und vermutlich auch als die anderen Worthy Parks, die von anderen unabhängigen Abfüllern noch so am Markt zu finden sind, wie z.B. der RA. Da ist einfach ein Vorsprung in der Reifung auszumachen, der eigentlich nur tropisch gereift zustande kommen kann. Ich vermute, dass um 2012/2013 herum, als die ersten Worthy Parks auftauchten, eine große Fuhre aus der Karibik nach Europa an die Bulkhändler verschickt wurde. Bis dahin werden sie wohl tropisch gereift sein, sonst wären die Unterschiede größer und auch der 2013 abgefüllte 4 YO von The Rum Cask spricht von seinem Reifegrad her im Vergleich klar dafür. Heißt: der Habitation Velier lag mutmaßlich ein bis zwei Jahre länger in den Tropen als die anderen aus dem Batch. Das merkt man im Glas und das merkt man, leider, auch im Portemonnaie. Der Habitation Velier ist mit 85 bis 90 Euro klar teurer als der The Rum Cask (ca. 56 Euro auf 0,7 Liter) und der Cadenhead (57 Euro). Ist er das wert? Objektiv: meines Erachtens ja! Wen dieser Stil kitzelt, wie mich beispielsweise Hampden kitzelt, dem sei der Habitation Velier ans Herz gelegt. Er ist sein Geld, objektiv, auf jeden Fall wert, finde ich. Mir persönlich, also streng subjektiv, ist er das Geld nicht wert. Warum? Ich finde, Worthy Park 2005 ist ein toller "All Day Rum Stil" (bitte auf keinen Fall zu wörtlich nehmen! :) ), den ich sehr gerne entspannt trinke! Da brauche ich für mich ganz persönlich nicht das höchste Level beim entsprechenden Aufpreis. Dafür sind die beiden anderen für deutlich weniger Geld nur unwesentlich hinten an und bieten mir bei dem, was für mich Worthy Park ausmacht, den gleichen Spaß.

Und last but not least: Heute geht mein Dank an RUMZ vom Rum Club, der diesen Rum dort geteilt hat und mir so die Möglichkeit gab den Cadenhead hier zu testen. Danke!

Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 2. April 2017

Habitation Velier Forsyths WP Jamaica Rum 2005

Liebe Rum Gemeinde,

nachdem sich die Wogen langsam wieder etwas glätten und sich die Aufregung um den The Rum Cask Hampden 1990 legt, soll hier nun auch wieder Raum für anderen Rum geschaffen werden, der momentan (noch?) weit weniger gehypt wird. Kurz: es geht um Jamaica Rum aus Worthy Park. 

Worthy Park, das war im Sommer 2013 noch der absolute Knaller. Da erschienen die ersten neuen Rums aus dieser seit 1670 bestehenden aber erst 2005 wiedereröffneten Destillerie und dementsprechend groß war die Neugierde unter den Connaisseuren. Den Startschuss gaben damals The Rum Cask mit dem 4 jährigen Worthy Park aus 2009. Seit dem sind fast vier Jahre vergangen und in der Zwischenzeit haben es viele Abfüllungen aus Worthy Park auf den Markt geschafft. Einen, den 9 jährigen The Rum Cask aus dem Jahr 2005, habe ich hier auf Barrel Aged Thoughts auch bereits vorgestellt, ziemlich genau zwei Jahre ist das her, aber es gab auch weitere, insbesondere aus eben diesem 2005er Batch, welches inzwischen recht häufig mal auftaucht. Zwei Abfüllungen, eine zehn, die andere elf Jahre gereift, die ich sehr spannend fand, möchte ich heute und beim nächsten Mal hier auf dem Blog besprechen und werde sie beide mit dem bekannten 9 jährigen TRC, den ich (zumal für seinen Preis) wirklich super fand und noch immer finde, und natürlich auch untereinander vergleichen. Haben sich die weiteren Jahre der Reife bemerkbar gemacht, und wenn ja, wie? Da alle drei Abfüllungen noch erhältlich sind und Worthy Park bei vielen Connaisseuren nicht ganz so sehr im Fadenkreuz steht wie Demerara Rum oder Jamaicaner aus Hampden oder Long Pond , genießt dieser Vergleich sogar den schon beinahe vergessenen Luxus der aktuellen Relevanz. Das ist selten geworden im Rum Single Cask Milieu! 


Zunächst etwas zum heutigen Rum: es wird um den 2005er Worthy Park von Habitation Velier gehen, der im Jahr 2015 mit 10 Jahren Fassreife abgefüllt wurde. Habitation Velier? Genau, da war kürzlich erst was! Vor ca. drei Wochen, Mitte März dieses Jahres, besprach ich hier auf BAT bereits den 6 jährigen Hampden 2010 HLCF dieses Abfüllers und habe an der Stelle auch ein paar Worte zu diesem verloren. 
Über den Rum selbst lässt sich sagen, dass er laut Label der erste der Destillerie überhaupt ist, seit 1962. Es handelt sich also um das erste Batch aus Worthy Parks Neuzeit. Darüber hinaus erfahren wir dort, dass der Angels Share bei über 64% gelegen hat, die Reifung komplett in den Tropen stattfand und dass zur Destillation ausschließlich Melasse der Worthy Park Destillerie verwendet wurde. Was selbstverständlich klingt, ist in Wahrheit zwar nicht gänzlich außergewöhnlich, aber dennoch einer Erwähnung wert, da es leider tatsächlich Destillerien gibt, die ihre Melasse aus anderen Ländern zukaufen. Velier legt viel wert auf die Feststellung dieser Qualitätsmerkmale und stellt sie dementsprechend heraus. Doch genug der blanken Theorie.

Habitation Velier Forsyths WP Jamaica Pure Single Rum 2005 (Worthy Park) - Sample by "Casa"


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Verkostung des Habitation Velier Forsyths WP Jamaica Pure Single Rum 2005


Preis: Für den Rum in 0,7 Liter Gebinde müssen ca. 85 bis 90 Euro auf den Tisch gelegt werden. 

Alter: Der Rum reifte von 2005 bis 2015 insgesamt zehn Jahre lang im Fass. 

Lagerung: Tropical Aging ist bei Velier bekanntlich das Zauberwort. 

Fassnummer: unbekannt.

Angel's Share: >64% gingen an die Engel.

Alkoholstärke: 57,8% vol. maß der Rum bei seiner Abfüllung noch. Fassstärke.

Destillationsverfahren: angegeben ist eine Double Retort Pot Still. Sie ist sogar auf dem Label zu sehen. 

Mark: unbekannt.

Habitation Velier Forsyths WP 2005 im Glas
Farbe: dunkles, kräftiges, Stroh.

Viskosität: weite, unregelmäßig verlaufende Schlieren laufen zunächst langsam, dann aber schnell werdend an der Glaswand herunter. 

Nase: nach ca. 30 Minuten des Atmens im Glas habe ich zunächst leichte Anflüge von Klebstoff (wer mit Jamaica keine besonders lange Vorgeschichte hat, der könnte das hier u.U. als eine Untertreibung empfinden!) in der Nase. Das Ganze dabei im ersten Eindruck schon wesentlich reifer anmutend als beim 9 jährigen TRC, die Anis-Note im Bouquet ist bereits wesentlich ausgeprägter. Klare Verwandtschaft zu diesem und anderen Worthy Park erkennbar. 
Eine Nase, die ich als sehr angenehm empfinde, als überaus kräftig, aber auch als etwas eindimensional. Klar, da sind schon noch die ganzen Bananen, die Vollmilchschokolade, da ist tatsächlich auch immer noch die Jugendlichkeit von Worthy Park erkennbar, die vor allem im 4 jährigen damals zu finden war, das alles gepaart mit wunderbarem Anis, aber darüber hinaus geht es da einfach nicht weiter. Die Steigerung zum 9 jährigen ist aber ganz klar da, wenn auch nicht um Welten. Im peripheren Nosing ist da vor allem eine sehr angenehme rumig-bananige Note, die ich mit Rumkugeln assoziiere.

Gaumen: alkoholische Schärfe ist zunächst vorhanden, aber sie ist nicht unangenehm präsent. Hat es sich der Rum dann auf der Zunge bequem gemacht, was relativ schnell geht, so kann man diesen cremigen Tropfen in vollen Zügen genießen. Hier ist der Rum dann auch nicht mehr eindimensional, sondern stellt sich in mehreren Ebenen dar. Da ist die fruchtig-bananige und eher schokoladig-süße Ebene, die Ebene, in der vor allem der Einfluss vom Fass sehr schön durchkommt und auf weit mehr als zehn Jahre der Reifung schließen lässt (jedoch niemals überreift oder verholzt) und da ist diese richtig schön kräftige Anisnote auf der letzten Ebene. Das alles bildet zusammen eine sehr gelungene Einheit, die zu entdecken hier wirklich Spaß macht. 

Abgang: Ui, frisches Holz und Anis bilden hier eine sehr schöne Liaison mit einer Hand voll Cashew Kernen! Vor allem ersteres bleibt zunächst präsent, als letztes allerdings habe ich die Cashew Kerne. 

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TRC Worthy Park 9 YO  und Habitation Velier Worthy Park 10 YO 
Fazit: auch der 2005er Worthy Park von Habitation Velier ist absolut gelungen! Das eine Jahr mehr Reife im Vergleich zum TRC kommt vor allem in der Nase durch, aber die Unterschiede sind letztlich marginal. Am Gaumen hat der TRC noch etwas mehr vegetales als der Velier, dafür ist der Velier schon insgesamt etwas abgerundeter. Ich würde mich daher dazu hinreißen lassen zu sagen, dass der Velier leicht die Nase vorn hat, aber das wirkt in der reinen Aussage eigentlich schon größer, als es die Unterschiede wirklich hergeben. Qualitativ sind sie in meinen Augen ohnehin nicht vorhanden, das sind beides großartige Rums, die Frage welcher einem besser gefällt liegt also im Bereich der persönlichen Vorliebe. Bei mir ist es hauchdünn der Habitation Velier. Vergleicht man allerdings die preislichen Unterschiede, so stehen den knapp unter 40 Euro für 0,5 Liter vom TRC ca. 85-90 Euro für 0,7 Liter vom Habitation Velier gegenüber. Oder anders gesagt: für zwei Flaschen TRC (1 Liter) bekomme ich nicht einmal ganz eine Flasche (0,7 Liter) vom Velier. Das wiegt dann doch etwas schwerer als die geringfügigen Unterschiede, weswegen ich hier eher zwei Flaschen als eine kaufen würde.
Und das liegt auch an folgendem: beide Rums sind keine Lehrstücke in Komplexität, hingegen beiden gemein ist, dass das auch überhaupt nicht schlimm ist. Beide Rums sind leicht zugänglich, dabei aber aufregender als viele andere Rums aus z.B. Panama, Haiti oder Cuba. Sie bieten für ihr junges Alter schon vergleichsweise viel. Man kann sie entspannt trinken, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen natürlich geschmacklich, zum anderen aber auch, weil die Destillerie Worthy Park noch nicht so überlaufen ist wie vieles andere und extremere aus Jamaica und Guyana. Hier kann man derzeit noch entspannt probieren und sich dann bequem einen Vorrat schaffen. Und dass sich daran so schnell etwas ändert kann ich mir auch kaum vorstellen, da das breite Interesse klar in den Extremen liegt: und das bedient Worthy Park nun einmal einfach nicht. Im Gegenteil, sie haben eine bis dahin bestehende Lücke im Portfolio jamaicanischer Aromabomben logisch geschlossen. Denn das, was Worthy Park da macht gefällt mir allemal besser als die Low-Extreme-Sachen, die ich z.B. bisher aus Long Pond im Glas hatte. Da gibt es auch Stile abseits der bekannten und beliebten High Ester Bomben, die jedoch in meinen Augen sämtlichst durchfielen. Worthy Park macht das sehr viel besser und sehr viel konsequenter und ich hoffe, dass da auch weiterhin einiges kommt. Ich denke, dass diese Rums ihren Reifezenit noch lange nicht erreicht haben. 

PS: Danken möchte ich an dieser Stelle heute einmal mehr dem Casa vom Rum Club, der mir dieses Sample zukommen ließ und es mir somit ermöglichte, den Rum zu probieren. Danke! 

Bis demnächst (mit einem weiteren Worthy Park),
Flo

Sonntag, 22. März 2015

The Rum Cask Jamaica Rum 9 YO Worthy Park 2005


Liebe Rum-Gemeinde,

wie bereits am 1. März in einem kleinen Teaser angekündigt, stehen zwei neue Jamaica Rums des unabhängigen Abfüllers "The Rum Cask" in den Startlöchern. Dass es sich dabei um einen Rum aus Hampden und einen aus Worthy Park handeln würde hatte ich schon verraten, mehr allerdings noch nicht; Zeit also, den ersten Vorhang zu öffnen! Zunächst wird es heute um den neuen Worthy Park gehen, der Hampden folgt dann nächstes Wochenende. 

Da das 2005er Worthy Park Batch noch weitestgehend unbekannt ist, war ich im Vorfeld sehr gespannt auf den Rum. Inwieweit würde er sich vom 2009er Batch unterscheiden, was macht die längere Reifezeit aus und wo liegen generelle Unterschiede zu anderen Jamaicanern? 
Gleichzeitig war das 2005er Batch aber auch das allererste, welches seit der Wiedereröffnung der Destillerie 2005 existierte. Dieses ist also gewissermaßen der Ur-Rum der neuen Destillerie. Leider ist nicht bekannt, ob er in Jamaica oder kontinental reifen durfte.
Der Rum wurde, wie schon einige vor ihm, in einer Zusammenarbeit zwischen The Rum Cask und Barrel Aged Thougths ausgewählt. The Rum Cask ist es dann glücklicherweise auch tatsächlich gelungen einen Teil dieses Batches zu bekommen und den Rum schließlich auf 200 Flaschen á 0,5 Liter abzufüllen. Das Ergebnis gibt es nun hier. 



Verkostung des The Rum Cask Jamaica Rum from Worthy Park 9 YO (2005 - 2015), 57,5% vol.:


Preis: 39,90 Euro wird eine Flasche á 0,5 Liter im The Rum Cask Shop kosten. 

Alter: der Rum lagerte zwischen 2005 und Anfang 2015 im Fass und ist somit 9 volle Jahre alt.

Alkoholstärke: Die ausgewiesene Stärke des Rums beträgt 57,5% vol., was der Fassstärke entspricht.

Destillationsverfahren: der Rum wurde in einer Pot Still der Destillerie Worthy Park gebrannt. 

Farbe: sehr intensives, leuchtendes Gold

Viskosität: sehr fetter Rum, seine Schlieren kleben förmlich an der Glaswand fest.

Nase: schöne volle Nase, keinerlei alkoholische Schärfe. Sofort an den 4 Jahre alten Bruder des 2009er Batches erinnernd, allerdings wesentlich reifer. Dass der Rum mehr als doppelt so alt ist fällt sofort auf, die zusätzlichen 5 Jahre machen sich extrem bemerkbar. Bedenkt man allerdings, dass der Rum erst 9 Jahre alt ist und u.U. sogar kontinental gereift wurde, dann ist diese Reife schon sehr bemerkenswert. Das hatte ich im Vorfeld nicht erwartet und hier weist der Rum wiederum Parallelen zu seinem Bruder auf, denn auch dieser überraschte ja schon mit einer für 4 Jahre sehr außergewöhnlichen Reife.
Mir kommen Bananenchips und Bananenkompott entgegen, gepaart mit Anis und leicht grasigen, vegetalen Komponenten. Eine schöne Note vom Holz und eine natürliche Süße runden das Gesamtbild der Nase ab.

Gaumen: leichtes Brennen zu Beginn, frisch abgetrenntes Holz, etwas likörartige Süße und sehr mundfüllend und ölig-cremig. Danach kommt die volle Dröhnung Anis, die sich mit dem Holz toll ergänzt. Die Fruchtigkeit aus der Nase ist verschwunden und weicht den vegetalen und würzigen Eindrücken.

Abgang: lang und trocken, frisches Holz und Anis verbleiben.

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Fazit: ein nicht ganz gewöhnlicher Jamaica Rum. Für sein Alter ist er unfassbar reif, zugänglich, rund. Ich habe nicht das Gefühl, ein nur halb reifes Destillat vor mir zu haben. Vom 4 YO, der letztes Jahr bei The Rum Cask unter dem Recommended by Barrel Aged Thougths Logo erschien, ist er meilenweit entfernt. Das hier ist kein Mixing Rum mehr. Er erinnerte in Teilen, vor allem im Abgang, sogar an Port Mourant aus Guyana und gefiel mir einfach ausgesprochen gut. Von mir gibt es an dieser Stelle daher also eine klare Empfehlung, insbesondere auch im Hinblick auf den Preis. Dieser ist ein Kracher und alles andere als selbstverständlich im High Quality Bereich der unabhängigen Abfüller. Ich bin schwer begeistert!
Ein letztes Wort, welches ich so aus dem ersten Recommended by Barrel Aged Thougths Artikel übernehme: wir sind ein unabhängiger und unbestechlicher Blog, der die Herausstellung maximaler Qualität zum Ziel hat. Daher war uns die Wahrung unserer Unabhängigkeit bei diesem Projekt ein großes Anliegen und wir freuen uns sagen zu können, dass wir den Rum nicht deshalb empfehlen, weil unser Name mit auf dem Etikett steht, sondern, dass unser Name auf dem Label steht, weil wir den Rum abgefüllt sehen wollten und ihn empfehlen. Und wir danken dem Team von The Rum Cask an dieser Stelle für das in uns gesetzte Vertrauen!

Bis nächsten Sonntag,
Flo

Sonntag, 1. März 2015

Jamaican Invasion by The Rum Cask: Coming soon and Recommended by BAT

Schon als Sample genial: zwei äußerst hochklassige Fullproof-Jamaicaner aus Hampden und Worthy Park aus bisher unbekannten Batches.

Sonntag, 4. August 2013

Der Innovative - Rum & Tonic mit T.R.C. Worthy Park 4 YO

Liebe Rum Gemeinde,

morgen ist das Warten vorbei, dann kehrt das The Rum Cask Team von seiner zweiwöchigen Schottland-Reise zurück und der Worthy Park kann auch endlich verschickt werden.

Als dritten und letzten Drink, quasi zum krönenden Abschluss, haben wir uns eine Kombination aus The Rum Cask Worthy Park 4 YO, Tonic Water, Limettensaft und einer Orangenzeste ausgedacht. Wem das nun allzu bekannt vorkommt: richtig, die Grundidee zu diesem Rezept lieferte John Barrett, der Direktor von Bristol Spirits, auf dem Backlabel der Bristol Classic Rum Jamaica Vale Royal Wedderburn 2002 Abfüllungen, wo zu lesen ist:

"Enjoy over Ice with Tonic Water & Lime."

Trotz dessen ist die Kombination aus Rum und Tonic Water eher unorthodox, denn normalerweise passen diese beiden nicht unbedingt zusammen. Mir ist auch kein wirklich populäres und zugleich anspruchsvolles Rezept bekannt, welches diese beiden vereinen würde. Der Filler für gelagerten Rum ist zumeist Ginger Beer.
Anders verhält es sich bei diesem Rum! Während wir uns Gedanken über mögliche Rezepte machten, probierten wir zunächst einige Sachen aus. Ausgehend von Barrett's Rezeptidee, die ich mit dem betreffenden Rum auch schon mal ausprobiert hatte, kam mir die Idee, das auch mit dem Worthy Park zu versuchen. Beide Rums haben gemein, dass sie ein eher kurz gelagertes und ein typisches Jamaica Profil haben, wobei der Bristol im Körper und im Estergehalt etwas schwerer, der Wothy Park dafür um ein vielfaches fruchtiger ist. In meiner Vorstellung passte der Worthy Park daher sogar noch besser in diesem Drink, als der Bristol. Als ich Leo davon berichtete, zeigte sich dieser eher skeptisch, zu ungwohnt schien diese Kombination, doch schon nach kurzem Antesten stand für uns beide fest: dieser Rum und Tonic Water, das passt zusammen! Im Folgenden experimentierten wir eigentlich nur noch mit den Mengenverhältnissen und dem Anteil an Limettensaft. Die Orangenzeste unterstreicht das Profil des Rums noch einmal im Besonderen. Hier das Ergebnis:

Rum & Tonic mit Worthy Park Rum 4 YO
Unser Rezept:

4 cl The Rum Cask Worthy Park Jamaica Rum 4 YO
12 cl Tonic Water (Thomas Henry funktioniert hervorragend)
0,5 cl Limettensaft
Orangenzeste

Anmerkungen: wer seinen Drink etwas saurer bevorzugt oder ein evtl. anderes Tonic Water (z.B. Schweppes) verwendet, der kann den Limettensaft-Anteil durchaus auch noch etwas erhöhen. Uns schmeckte der Drink auch mit 1 cl Limettensaft. Wir empfehlen aber, den Drink zunächst mit 0,5 cl Limettensaft zuzubereiten, da man den Limettensaft-Anteil jederzeit problemlos nachjustieren kann, auf Grund dessen, dass der Drink im Glas gebaut ist und keinen Sirup enthält.

Fazit: der Rum & Tonic kann sich mehr als sehen lassen! Ein fruchtig-herber, unkomplizierter Sommerdrink, mit genialer Orangenakzentuierung. Der Rum steht klar im Vordergrund, lässt sich seinen Alkoholgehalt kaum anmerken und verschmilzt mit Tonic & Limettensaft zu einem tollen Erfrischer, der sowohl in die Nachmittagssonne, zu einem mediterranen Abendessen als auch in fast jede andere Situation während dieser warmen Tage passt.
Für mich ganz klar der Favorit der drei Drinks und ich gehe letztlich sogar soweit zu sagen: ich würde den Rum auch nur für diesen einen Drink kaufen!
Darüber hinaus ist der Rum & Tonic kinderleicht zuzubereiten und dessen Ingredienzien sind einfach zu beschaffen, denn Orangen und Limetten gibt es in jedem Supermarkt und auch das von uns präferierte Tonic Water von Thomas Henry ist inzwischen leicht über den Getränkefachhandel zu beziehen.
Und nun freue ich mich einfach nur noch auf die nächsten Tage und auf baldige Rum & Tonic!

Bis demnächst,
Flo

Mittwoch, 31. Juli 2013

Der Moderne: Jamaican Julep mit T.R.C. Worthy Park 4 YO

Liebe Rum Gemeinde,

heute widmen wir uns dem zweiten Drink mit dem Worthy Park. Dieses Mal haben wir einen klassischen Drink in ein modernes Kleid gesteckt. Der Julep wird zumeist mit Bourbon Whiskey zubereitet und wurde in dieser Form schon im 18 Jahrhundert in den Staaten genossen. Seit 1938 ist der Mint Julep das offizielle Getränk des Kentucky Derby, einem Galopprennen, welches seit 1875 ausgetragen wird. Einige werden den Woodford Reserve Bourbon kennen, welcher auch als Kentucky Derby Edition erhältlich ist und als Basis dieses Drinks dient.
Nun haben wir uns allerdings gedacht, hier könnte man auf Basis des Worthy Parks eine fruchtige Adaption des Mint Julep, Ideal für den Sommer, kreieren. Gesagt getan, haben wir als Süßungsmittel den Zuckersirup durch 2 Barlöffel fein passierte Marillenmarmelade ersetzt. Diese wird zusammen mit 2cl Rum sowie einem Dash Orangenbitters aufgelöst und mit 10-12 Blättern angeklatschter Minze in einem Silberbecher (alternativ geht natürlich auch ein Glas) für 5 Minuten ziehen gelassen, wobei die Minze zwischendurch immer wieder leicht angedrückt werden sollte, um die Extraktion der ätherischen Öle zu bewirken. Dann den Becher zur Hälfte mit Crushed Ice füllen, rühren und nach und nach unter stetigem Rühren mit den restlichen 4cl Rum, sowie Crushed Ice auffüllen bis der Becher beschlägt. Zum Schluß nochmals Crushed Ice daraufgeben und mit Minze, einer halben Aprikose, sowie einer Cocktailkirsche garnieren: Fertig ist ein herrlich kühler, fruchtiger und erfrischender Sommerdrink!

Mint Julep mit The Rum Cask Worthy Park 4 YO
Unser Rezept:

6 cl The Rum Cask Wothy Park Jamaica Rum 4 YO
2 BL Darbo Goldmarille (fein passiert)
1 Dash TBT Orange Bitters
10-12 Minzblätter


Garnish:

Minze
1/2 Aprikose
Cocktailkirsche (Griottines)


Fazit: Eiskalte Fruchtbombe, Aprikose und Orange harmonieren perfekt mit den fruchtigen und grasigen Noten des Worthy Park. Der hohe Alkoholgehalt des Worthy Parks ist zu keiner Zeit dominant, vermag es allerdings die gewünschte Verwässerung bei diesem Drink zu überstehen. Wir finden: nicht nur eine Alternative zum klassischen Julep mit Bourbon, sondern ein Sommerdrink vor dem Herrn!

Ein weiterer Drink steht noch aus. Und soviel sei verraten, ein sehr überraschender, pefekt haromierender Drink, der aber dennoch einfachst in der Zubereitung ist. Doch dazu am Wochenende mehr ;)

Auf dass wir die heissen Tage alle unbeschadet überstehen,
Euer Leo

Donnerstag, 25. Juli 2013

Der Klassiker - Daiquiri mit The Rum Cask Worthy Park 4 YO

Liebe Rum Gemeinde,

als ersten Cocktail mit dem neuen The Rum Cask Worthy Park Jamaica Rum 4 YO haben wir uns für einen Klassiker entschieden: den Daiquiri. Wenn auch der Name erst um 1900 herum entstand (leitet sich von einem kleinen kubanischen Dorf ab) und seine große Popularität untrennbar mit dem Namen Ernest Hemingway und der Bar La Floridita verknüpft sind, so besteht die Rezeptur aus Rum, Limettensaft und Süßungsmittel in dieser Form hingegen schon seit weit über 100 Jahren und hat ihren Ursprung nicht, wie viele nach ihm entstandene Drinks, in einer Bar, sondern wohl in der Ungenießbarkeit des puren Rums der damaligen Zeit. Die Herstellung von Rum verlief noch wesentlich unsauberer, der Rum war "dreckiger" und viel alkoholischer. Zudem konnte sich lange im Fass gereiften Rum kaum jemand leisten, so dass z.B. Seefahrer nicht selten nur ungelagerten Rum an Bord hatten. Die Verdünnung mittels Süße und Säure machte den Rum trinkbarer und war daher vor allem Mittel zum Zweck.
Der heutige Daiquiri hat mit dem damaligen, bis auf die grobe Rezeptur natürlich, nicht mehr viel gemeinsam. Aus einer hoch-potenten Mischung als Mittel zum Zweck ist ein eleganter, anspruchsvoller Cocktail geworden, der zu höchstem Genuss einlädt. Denn inzwischen greift man bei der Zubereitung des Daiquiri auf hochwertige Rums zurück, die auch teilweise, so wie unser heutiger Rum, pur genossen werden können. 


Daiquiri mit Worthy Park Jamaica Rum 4 YO
Unser Rezept:

5 cl The Rum Cask Worthy Park Rum 4 YO
3 cl Limettensaft
2 cl Zuckersirup


Fazit: das Ergebnis ist ein hervorragend ausballancierter, fruchtiger aber auch erfrischender Sommerdrink.
Was sich vom klassischen Daiquiri unterscheidet, sind die deutlichen, gelagerten Noten zu Beginn. Ein ganzer Fruchtkorb macht sich im Mund breit, der sich in erster Linie in Form von Bananenchips/Bananenkompott bemerkbar macht. Dahinter erscheint ein Hauch Vanille. Was direkt auffällt, es handelt sich um einen sehr, sehr öligen Drink.. silky.. yummie! Die Frucht zu Beginn schlägt in grasige, frische Noten zum Ende um. Wir finden hier auch die Pur wahrgenommen Noten von Sonnenblumenkernen wieder. Und gerade das macht ihn zum Sommer-Daiquiri par excellence! Fruchtig, aber hinten heraus erfrischend. Selbst im Gegentest mit dem Preiskonkurrenten Banks 5 Island gewann er für uns (und eine Freundin, welche Banks liebt, war im Übrigen auch dieser Meinung)! Medium Bodied Fruchtbomben-Jamaicaner meets Daiquiri: Eine Offenbarung!

Dieses war der erste Streich...

... und der zweite folgt zwar nicht gleich, aber in wenigen Tagen ;)

Bis dahin,
Leo & Flo

Sonntag, 21. Juli 2013

The Rum Cask Jamaica Rum from Worthy Park 4 YO (2009 - 2013), 63,1% vol.

Liebe Rum Gemeinde,

wie Freitag angekündigt, kommen heute die Details zu einem Rum, dessen Front- und Backlabel seit 3 Tagen auf unserem Blog zu sehen sind. Der Rum, das war dem Backlabel bereits zu entnehmen, ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem unabhängigen Whisky- und Rumabfüller "The Rum Cask" und Barrel Aged Thoughts. Doch wie kam es dazu?
Bei der Recherche zum Artikel über den The Rum Cask Hampden Jamaica Rum aus deren erster Rum-Serie, kam ich mit einem der Inhaber, Jens Owczarek, ins Gespräch. Dabei beantwortete er nicht nur bereitwillig meine Fragen zur Hampden-Abfüllung, sondern es stellte sich auch heraus, dass Herr Owczarek sehr interessiert am Thema Rum ist, unseren Blog auch kennt und sehr schätzt und seinerseits viele Fragen an uns hatte, vor allem bezüglich der verschiedenen Jahrgänge und Herstellungsverfahren beim Rum. Diese wiederum konnten wir ihm gerne beantworten und nannten auch einige Jahrgänge, welche es in unseren Augen besonders wert wären, abgefüllt zu werden. Offenbar wollte The Rum Cask möglichst gezielt weiter an seiner Rum-Serie arbeiten, was uns als Liebhaber solcher seltenen Tropfen natürlich sehr gefreut hat. Und so ganz nebenbei, bekamen wir auch noch mit, wie ein unabhängiger Abfüller arbeitet, wie die einzelnen Schritte von der Auswahl der Rums bis zur abgefüllten Flasche sind, was unglaublich spannend und sehr lehrreich war.
Nach einiger Zeit fragte mich Herr Owczarek ob wir von Barrel Aged Thoughts nicht Interesse hätten, Proben von Rumfässern, die The Rum Cask angeboten bekommt, mit zu verkosten und unsere Meinung zu den jeweiligen Proben abzugeben, also beratend zu fungieren, da wir im Rumbereich über eine größere Erfahrung verfügen.
Die Idee fanden wir natürlich klasse, immerhin bot sich hier die Chance, direkt mit zu beeinflussen, was für Rum abgefüllt wird. Dabei erzählte Herr Owczarek auch von einem Rum aus Worthy Park (Jamaica), der ihnen angeboten wurde, den sie selbst, als leidenschaftliche Purtrinker, allerdings noch als zu jung und zu ruppig empfanden. Hier waren wir wiederum sehr interessiert, da Worthy Park eine sehr junge Destillerie ist, die am Markt noch fast unbekannt ist. Eine Abfüllung in Fassstärke von einem unabhängigen Abfüller gab es unseres Wissens nach gar noch nie, denn Worthy Park scheint vieles seiner Produktion in die eigenen Blends zu stecken. Angesichts des jungen Alters und dieser Vorinformationen, sahen wir vor allem eine Chance darin sahen, dass der Rum evtl. gut zu vermixen sei. Herr Owczarek schickte uns daraufhin Proben dieses Rums zu, von dem wir drei sofort begeistert waren. Ein typischer Jamaicaner, sehr jung noch (4 Jahre laut Label), für dieses Alter aber schon vergleichbar weich mit mittlerem Körper und einer herausragenden Fruchtigkeit. Wir waren von dem Rum sofort überzeugt und fragten bei The Whisky Cask nach, ob sie den Rum nicht abfüllen könnten, denn damit wären ganz sicher einige sehr schmackhafte Drinks machbar. Das war vor ca. zwei Monaten. In der Zwischenzeit bekamen wir je eine 0,5 Liter Flasche (übrigens das einzige, was in unsere Richtung an "Bestechung" floß ;) ) um besagte Drinks zu testen und nun ist der Rum tatsächlich abgefüllt worden und steht startbereit im Handel, worauf wir sehr stolz sind. Unseres Wissens nach, ist eine derartige Zusammenarbeit zwischen einem unabhängigen Abfüller und privaten Connaisseuren bisher einzigartig.
Zu kaufen ist der Rum ab morgen, den 22. Juli 2013 im Shop von The Rum Cask. Kleiner Wermutstropfen: da das Team sich derzeit auf einer Schottlandreise befindet, um dort weitere gute Tropfen zu finden, kann leider erst ab dem 5. August wieder versendet werden (siehe Website-Info).

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Hier unsere puren Verkostungsnotizen:

Preis: der Preis für die 0,5 Liter Flasche wird 23,90€ und der für die 1,0 Literflasche 39,90€ betragen.

Alter: von 2009 bis 2013 lag dieser Rum vier Jahre lang im Fass. Wo die Reifung stattfand, ist nicht bekannt.

Alkoholstärke: der Rum wurde in Fassstärke abgefüllt. Sein Alkoholgehalt beträgt 63,1% vol..

Destillationsverfahren: wie für Jamaica Rum üblich, wurde der Rum in einer Pot Still destilliert.

Farbe: strohig, golden, intensiv

Viskosität: dünne, unregelmäßige, langsam verlaufende Schlieren an der Glaswand deuten auf einen jungen aber dennoch nicht wenig öligen Rum hin.

Nase: hui! Sehr dichte, verwobene, fruchtige Nase. Ein Misch aus Bananenkompott, Bananenchips und frisch geschnittener Banane, dazu Aprikosen und weitere exotische Früchte. Ester, feine, dezente Süße und ein Hauch von Vanille und Milchschokolade. Alkoholische Schärfe ist da, anfangs auch leicht stechend, aber nicht überlagernd, für einen derart jungen Fassstärke-Rum sogar eher mild. Ungewöhnlich: Sonnenblumenkerne. Hinten raus kommt ein wenig Rauch. Auffällig: hier würden wir keinen vierjährigen Rum vermuten, sondern einen schon etwas älteren.

Gaumen: ein wuchtig-fruchtiger Beginn voller Banane (hier sind es am ehesten Bananenchips). Dazu Haselnüsse und Zuckerrohr. Und: wieder die süße Milchschokolade! Vorsichtige Anklänge von Bourbon-Vanille und eine merkliche grasige, vegetale Note, die allerdings nicht so ausgeprägt ist, wie bei vielen Wedderburn-Rums und wie in der Nase: Sonnenblumenkerne. Leichte Ester sind auch präsent, aber der Rum hat ganz klar einen eher mittleren Körper, kein Heavy Bodied Jamaicaner! Fanden wir den Rum in der Nase noch älter wirkend als er ist, so zeigt er am Gaumen dann sehr wohl, dass der Rum eben noch keine acht oder zehn Jahre im Fass lag.

Abgang: zu Beginn süß, Banane mit angebrannten Gewürzen und schwachen Zuckerrohraromen und dazu ein minimal rauchiger Beigeschmack, dann trockener werdend und mittellang verweilend.

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The Rum Cask Jamaica Rum from Worthy Park 4 YO, 63,1% vol.
Fazit: ein wahnsinnig fruchtiger Rum, der für seine Stärke und sein Alter erstaunlich mild ist und den man blind daher zwar auch etwas älter schätzen könnte, dessen große Zeit des Purgenusses aber tatsächlich erst in einigen weiteren Fassjahren kommen wird.
Allerdings, wie schon mehrfach angeklungen, hat der Worthy Park ein ideales Profil um ihn in hochwertigen Cocktails & Drinks zu vermixen, was wir ebenfalls getan haben. In den nächsten Tagen bis zum Versand-Start des Rums am 5. August, bringen wir hier auf Barrel Aged Thoughts daher auch noch drei wunderbare Drink-Ideen. Zu Beginn einen Klassiker, im Anschluss einen Modernen und zum Abschluss einen Innovativen.
Zur Kaufempfehlung: diese können wir, im Hinblick auf die Drinks, in vollem Umfang aussprechen, und auch der pure Rum hat seine Vorzüge. Gegen den Mehrwert, den er gemixt bietet, hat er pur aber in unseren Augen keine Chance.
Das Preis-Leistungsverhältnis bei diesem Rum ist unserer Ansicht nach hervorragend, der Preis für 0,7 Liter beträgt bei einer 1 Literflasche nicht einmal 28 Euro, und das für eine Single Cask oder Small Batch Abfüllung in voller Fassstärke! Worthy Park als Destillerie generell und dieser Rum im Speziellen, werden das bisherige Portfolio jamaicanischer Rums in jeder Hinsicht bereichern und verstärken. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass mehr von deren Rum auch an unabhängige Abfüller gelangt. Denn ob die eigenen Blends mit diesem Rum mithalten können, darf zumindest bezweifelt werden, da entweder ein junger, gelagerter Blend angeboten wird (wahrsch. vergleichbar mit unserem heute besprochenen Rum), der, wenn ich mir die smoothe Fassstärke-Abfüllung ansehe, mit 40% vol. allerdings viel zu viel Verdünnung abbekommen haben muss, oder ein Overproof Rum, der wiederum keine Lagerung erhalten hat.
Ein letztes Wort: wir sind ein unabhängiger und unbestechlicher Blog, der die Herausstellung maximaler Qualität zum Ziel hat. Daher war uns die Wahrung unserer Unabhängigkeit bei diesem Projekt ein großes Anliegen und wir freuen uns sagen zu können, dass wir den Rum nicht deshalb empfehlen, weil unser Name mit auf dem Etikett steht, sondern, dass unser Name auf dem Label steht, weil wir den Rum abgefüllt sehen wollten und ihn empfehlen. Und wir danken dem Team von The Rum Cask an dieser Stelle für das in uns gesetzte Vertrauen!




Bis die Tage zum ersten Drink,
Marco, Leo & Flo

Freitag, 19. Juli 2013

Coming Soon!





The Rum Cask Jamaica Rum from Worthy Park Distillery 4 YO - 63,1% vol.
- Selected and Recommended by Barrel Aged Thoughts.

Mehr dazu am Sonntag auf Barrel Aged Thoughts!