Donnerstag, 21. März 2019

Mai Tai mit RA Jamaica Rum 35 YO Hampden 1983

Liebe Rum Gemeinde,

ich weiß, am Sonntag hielten einige von euch meine Ankündigung, Mitte der Woche mit dem neuen Hampden 1983 von RA einen Mai Tai mixen zu wollen, für Selbstironie.😅 Und obwohl ich in Bezug darauf ja tatsächlich sehr schmerzfrei bin, ich erinnere nur an den Mai Tai mit dem Caroni 23 YO, wäre ich aber selbst wohl nicht auf die Idee gekommen das zu wagen. Allerdings hatte mir der Dominik von RA ein Sample-Fläschchen mit der Aufschrift "Mai Tai Sample" mit ins Päckchen gelegt und dementsprechend kommt dieses heute seiner Bestimmung nach! 😃


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Und wie es der Zufall so möchte, bekam ich am Dienstag einen Sonnentag geschenkt (ja, die sind rar hier oben im Norden!) und so konnte ich meinen Mai Tai also stilecht bei Sonne auf dem Balkon genießen!


Das Rezept meiner Wahl (nach Trader Vic):

  • 4,0 cl RA Jamaica Rum 35 YO Hampden 1983
  • 1,0 cl Ferrand Dry Curacao 
  • 0,75 cl Meneau Orgeat
  • 0,25 cl Zucker
  • 2,5 cl Limettensaft (frisch gepresst!)



Mai Tai mit RA Jamaica Rum 35 YO Hampden 1983:

Ein milchig anmutender und farblich fast an Limettensaft erinnernder Mai Tai steht vor mir. Soweit, so gewohnt. Doch wie macht sich ein derart gereifter Hampden im Drink selbst bemerkbar?

Geschmacklich habe ich einen wirklich überaus ausdrucksstarken, komplexen Hampden Mai Tai vor mir. Sehr, sehr geil! Der hohe Alkohol- als auch vor allem der hohe Estergehalt bringen alles mit, was es für diese spezielle Interpretation des Drinks braucht: Power und wahnsinnig viel Flavour! Der Drink wird klar vom Hampden angeführt, als auch von seinen Mitstreitern richtig gut in Szene gesetzt. Auf diese Weise entsteht eine nahezu perfekte Ballance aller Zutaten, die wirklich Lust auf mehr macht. Ich muss mich richtig zügeln, das Glas nicht zu schnell zu leeren, um auch noch ein paar Worte an dieser Stelle überhaupt zum Drink sagen zu können. Ich sagte, der Drink habe Power. Absolut, das hat er, aber nicht auf diese unangenehme, alkoholisch stechende Art und Weise, wie das manchmal bei Mai Tais mit Rums um 60% vol. schon mal vorkommen kann, sondern auf eine sehr elegante Art. Moah, ich bin richtig angetan! Mehr noch als bei der puren Verkostung kommt beim RA Hampden 1983 hier im Mai Tai auch noch eine gelagerte Note vom Holz mit durch, die das wirklich abrundet. Wahnsinn!


Fazit: natürlich war das extrem dekadent, na klar, aber Spaß hat's gemacht! Daher geht mein Dank hier auch direkt noch einmal an den Dominik, der mir das ermöglicht hat. Vielen, vielen Dank! Die Antwort auf die Frage, ob ich mir den Rum für den Mai Tai kaufen würde, spare ich mir heute glaube ich besser. 😉 Was ich sagen kann: unabhängig von allen Faktoren, die absolut dagegen sprechen einen solchen Rum im Mai Tai zu vermixen, funktioniert er dort hervorragend! Wer also eine Flasche ersteht und sich den Spaß einmal gönnen möchte, wird es vermutlich auch nicht bereuen. 😊


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Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 17. März 2019

RA Jamaica Rum 35 YO Hampden 1983

Liebe Rum Gemeinde,

unverhofft kommt oft, und so war dann die Nachricht aus Bad Bevensen, dass die Heinz Eggert Spirituosen Manufaktur im Rahmen ihrer RA/ Rum Artesanal Single Cask Serie einen 35 jährigen High Ester Rum aus dem Jahr 1983 bringen wird durchaus eine faustdicke Überraschung.



Zwar ist der Name der Destillerie auf dem Label nicht angegeben, aber der Zeitpunkt der Destillation (wir erinnern uns an den Compagnie Des Indes), die Farbe des Rums und schließlich auch eine Geruchsprobe aus dem Sample Fläschchen heraus lassen keinen Zweifel darüber, dass es sich eindeutig um einen Rum aus Hampden handelt, über den wir hier sprechen. Das überrascht mich insofern, als dass ich offen gestanden nicht damit gerechnet habe, dass aus diesen alten Beständen noch immer gefüllte Fässer existieren und mit dem eben bereits erwähnten Compagnie Des Indes gab es aus diesem Batch gesichert auch bisher nur einen einzigen Rum überhaupt mal zu kaufen.

Bereits vor einiger Zeit kündigte der Abfüller ein paar neue interessante Bottlings an, was ich mit Interesse verfolgt habe, aber auf einen derartigen Hammer war ich nicht gefasst. Als ich schließlich bei Dominik Marwede genauer nachfragte, was da eigentlich los sei, war ich dementsprechend sehr baff, als ich es erfuhr. Zu meiner großen Freude bot mir Dominik auch direkt Samples der neuen Rums an (vielen lieben Dank an dieser Stelle noch einmal dafür!), was um der Transparenz wegen an dieser Stelle auch gerne erwähnt sein soll. Auch ein 25 Jahre alter PM steht hier noch zur Verkostung bereit! Überhaupt muss ich an dieser Stelle einmal deutlich erwähnen, dass ich die Entwicklung bei Heinz Eggert/RA mit einer gewissen Begeisterung und großem Interesse verfolge. Denn wie einige sicher wissen, stammten auch die legendären LPS Long Pond Rums von vor einigen Jahren von dort und ich hatte seitdem stets darauf gehofft, dass sich in eine solche Richtung dort nochmal etwas tut in Bad Bevensen, gerade jetzt, wo Single Cask Rums in Fassstärke Konjunktur haben. In den vergangenen Jahren waren dementsprechend auch bereits einige Rums abgefüllt worden, die jeweils mit guter Qualität und zum Teil schon herausragend fairen Preisen geglänzt haben, aber nun scheint man dort noch einmal deutlich nachlegen zu wollen. Das begrüße ich natürlich sehr und so bin ich, vom heute vorgestellten Hampden einmal ganz abgesehen, auch gespannt auf die anderen Abfüllungen, u.a. eben aus Uitvlugt/PM (Guyana) 1993, aus Bellevue (Guadeloupe) 1998 und aus Westerhall (Grenada) 1993. Sie alle werden in Köln zur Cologne Spirits am nächsten Wochenende offiziell vorgestellt. Doch nun wollen wir erstmal sehen, was uns auf Jamaica erwartet! Zur besseren Einordnung habe ich mir mit dem TRC Hampden 1990 meine persönliche Hampden-Benchmark daneben gestellt. Los geht's!



Verkostung des RA Jamaica Rum 35 YO Hampden 1983:

Preis: der Ausgabepreis wird bei 399,- Euro für eine 0,5 Liter Flasche liegen. 

Alter: von Dezember 1983 bis März 2019 reifte dieser Hampden im Eichenfass. Damit ist er bereits über 35 Jahre alt.

Lagerung: die Reifung fand mutmaßlich gänzlich in Europa statt.

Fassnummer: keine Angabe. Die Abfüllung ist 322 Flaschen stark. 

Angel's Share: ca. 33% des Fasses verdunsteten in 35 Jahren der Reife.

Alkoholstärke: Fassstärke - der Rum kommt mit satten 58,9% vol. in die Flasche.

Destillationsverfahren: Double Retort Pot Still.

Mark: unbekannt. Mutmaßlich HGML (siehe weitere Verkostung).

Farbe: dunkles, kräftiges Stroh.

Viskosität: der Rum bildet kleine Tröpfchen an der Glaswand und fließt dann unregelmäßig ins Glas zurück.

Nase: Hampden, ohne Frage! Zu Beginn im Ballonglas habe ich eine kräftige und durchaus auch noch aggressive High Ester Nase. Tags zuvor hatte ich den Rum bereits einmal im konventionellen Nosing Glas und dort kam er etwas gedämpfter daher. Ich gehe aber davon aus, dass er, wie alle hochester-Hampden, eine lange Zeit der Atmung im Ballonglas benötigen wird. Der TRC aus 1990, den ich parallel verkoste, zeigt sich da innerhalb des gleichen Zeitraums noch deutlich brachialer. Nach ca. 1,5 Stunden gibt sich der 1983er Hampden deutlich zahmer, dabei aber weiterhin herrlich intensiv! Alkoholische Schärfe nehme ich nun nicht mehr wahr, da brennt gar nichts mehr. Dass ich einen wirklich lange gereiften Hampden vor mir habe, ist unverkennbar. Überrascht bin ich über den offenbar wirklich hohen Estergehalt, der kam mir beim Compagnie Des Indes nicht ganz so stark durch. Gerade auch im Vergleich zum C<>H fehlt da wirklich nicht viel. Spontan wäre ich hier nun eher bei HGML als bei <>H. Die Ester bringen dann auch dementsprechend viel Nagellackentferner- und Klebstoffnoten mit, die sich mit Assoziationen von Pepperoni, Antipasti, gegrillter Ananas, Marzipan, Zitrusnoten, Humus, und einer Portion Bourbon Vanille zusammentun. Getragen wird dieses Potpourri von einer deutlichen Akzentuierung des Eichenfasses, das sich deutlich bemerkbar macht. Alles in allem also ein absolut stiltypisches Bouquet, der Hampden hat seinen Charakter nicht verloren, ist aber sehr reif!

Gaumen: am Gaumen wirkt der Rum, trotz der fast 60% vol. erst einmal kurz leicht dünn, was mich irritiert, aber nicht wässrig. Auf seinen tatsächlichen Alkoholgehalt hätte ich aber wohl nicht mehr getippt. Schnell wird der Hampden in der Folge zunächst adstringierend, nur um Augenblicke später dann kurz und leicht kräftig alkoholisch durchzuschlagen. Danach rauschen die Ester heran, etwas gedrosselt ob des hohen Alters, aber noch immer kräftig fluten sie die gesamte Mundhöhle mit Hampden Flavour. 35 Jahre im Fass? Das mag sein, aber um hier noch immer eine waschechte Ester-Show abzuziehen reicht es allemal noch. Beeindruckend! Auch am Gaumen bin ich mir neben dem TRC 90 sicher, dass der Estergehalt nicht wahnsinnig weit darunter liegen kann, was meinen Verdacht, dass es sich um einen HGML handelt erhärtet. Ich habe Anklänge von gegrillte Ananas, Humus, Zitrone und Anis am Gaumen. Hier fehlt mir vielleicht ein klein wenig die Komplexität, was mir aber auch erst im Crosstasting mit dem TRC 1990 so richtig auffällt, der für mich einfach bei Hampden nach wie vor die Benchmark ist. Ansonsten fällt auf, dass der 1983er Hampden weit weniger sauer erscheint als z.B. der 1990er Jahrgang, was für viele Connaisseure sicherlich eine gute Nachricht sein dürfte, die genau damit bei 1990 so ihre Schwierigkeiten haben. Ich könnte mir vorstellen, dass hier auch das Alter so ein wenig seine Trümpfe ausspielt. Nach hinten heraus kommen dann die Holznoten kräftiger durch, wenn auch weniger als z.B. beim Compagnie Des Indes und vielleicht sogar teilweise weniger als beim TRC. Nichts desto trotz macht sich die lange Lagerung anderweitig bemerkbar.

Abgang: der Rum geht mit einer Kombination aus Hampden-Ester-Flavour und dunkleren, trockeneren Eindrücken vom Holz. Lang anhaltender und gewohnt ewiger Abgang.

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Fazit: ein lange und gut gereifter aber meines Erachtens auch schon etwas überreifer Hampden Rum mit ganz viel Stil! Anders als beim Schwesterfass von Compagnie Des Indes ist hier noch um einiges mehr Kraft im Rum vorhanden, vor allem in der Nase, was mir gut gefällt! Die fast 10% vol. mehr machen sich häufiger positiv bemerkbar. Da war mir der CDI einfach auch schon einen Ticken zu sehr abgestumpft. Die einzige echte Schwäche des RA ist für mich gleichzeitig auch eine generelle Hampden-Schwäche, nämlich die meines Erachtens leicht zu dünn geratene Viskosität am Gaumen zu Beginn. Da bin ich persönlich einfach ein Freund von noch etwas mehr Substanz und einige Hampden neigen hier leider dazu, etwas dünn zu geraten. Nicht zuletzt deshalb komme ich nicht umhin klar und deutlich festzuhalten, dass dieser Rum schon auch eher etwas für Hampden Fans ist, die nicht immer die volle Breitseite brauchen und auch mal Bock auf einen schon sehr gesetzten Vertreter dieser so wunderbaren Destillerie haben. Die Holzaromen halten sich dazu zwar wirklich in Grenzen, zumal für das doch sehr hohe Alter des Rums, und auch im Vergleich zum TRC, wo ich fast noch mehr davon gefunden habe, aber die Power nimmt im Laufe der Jahre einfach merklich ab.
Eine klassische Kaufempfehlung auszusprechen ist bei einem Rum von fast 400,- Euro natürlich immer so eine Sache. Geht das überhaupt noch? Wenn es um rein geschmackliche Fragen geht, dann wird man da selbstverständlich niemals auf ein gesundes Preis-Leistungs-Verhältnis kommen. Hier sind wir meines Erachtens in preislichen Regionen, die nur noch einem kleinen Kreis an Connaisseuren überhaupt offen stehen und innerhalb dessen beim Kauf Emotionen eine große Rolle spielen. Die entscheidende Frage kann also nur lauten, ob es diesem Rum möglich ist, Emotionen zu wecken? Das zu beantworten ist wiederum schwierig! Zuvorderst natürlich deshalb, weil Emotionen sehr persönlich sind. Ich kann eigentlich nur bewerten, in welchem Maße der Rum Eigenschaften vorweist, die theoretisch dazu im Stande sind, und da hat er durchaus einiges zu bieten. Wir haben es hier mit dem ältesten derzeit bekannten Hampden aus dem ältesten mir bekannten Jahrgang der Destillerie zu tun, einem Jahrgang, aus dem es zuvor nur ein einziges Fass gab, welches auf dem asiatischen Markt angeboten wurde und Europa quasi nie gesehen hat und noch dazu mit ca. 10% vol. weniger daher kam. Weiter ist es absolut fraglich, ob ein derart alter Hampden Rum überhaupt noch einmal erhältlich sein wird, zumal zu diesem Preis und in dieser Qualität. Und ja, ich bin da skeptisch, denn nach nun zwei so alten Hampden aus 1983 bin ich klar der Ansicht, dass die Rums das zwar vertragen, die langen Jahre aber nicht zwingend brauchen. Soll also heißen, dass wer einen Hampden aus 1983 haben möchte und das nötige Kleingeld über hat, ich demjenigen einen Kauf durchaus nahelege.

-93/100-


Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich mich noch einmal bei Dominik Marwede für das Sample bedanken und allen Lesern wiederum den Tipp geben möchte, nächstes Wochenende auf der Cologne Spirits auch beim Stand von Heinz Eggert/RA vorbeizuschauen, wo es, neben den anderen neuen Abfüllungen, auch den Hampden 1983 erstmals zu verkosten geben wird! Wer da also für eine Kaufentscheidung möglicherweise noch einen Boost benötigt, ... 😉

Wir wiederum sehen uns hier Mitte der Woche bereits wieder, wenn ich euch dann den Mai Tai mit dem Hampden 1983 vorstelle. 😄


Bis dahin,
Flo

Sonntag, 10. März 2019

Velier 2000 Single Cask Caroni 15 YO for Paul Ullrich

Liebe Rum Gemeinde,

heute nehme ich mir einmal mehr etwas länger Zeit für die Verkostung, denn es wartet mit dem Velier Caroni für die Paul Ullrich AG ein echtes Brett von über 70% vol. auf mich! Das bedeutet vor allem eine lange Standzeit für den Rum zum Atmen, wie vergangene Verkostungen, z.B. beim Caroni für The Nectar, gezeigt haben. Eben diesen Nectar-Caroni, den ich im letzten Mai auch hier verkostet habe, gebe ich heute noch einmal ins Glas und ziehe ihn zum Vergleich heran!



Der Velier Caroni 15 YO aus dem Jahrgang 2000 wurde als Single Cask im Jahr 2015 für die Paul Ullrich AG aus der Schweiz releast. Zu dieser Vorgehensweise habe ich beim Kirsch- und beim Nectar Caroni bereits einige Worte verloren, weswegen ich das heute nicht noch einmal gesondert aufarbeiten werde. Für die heute besprochene Abfüllung wurde das Fass #3790 ausgewählt, welches nur insgesamt 214 Flaschen - das ist wahrlich nicht viel - mit einem Alkoholgehalt von 70,3% vol. ergab. Über 71% gingen an die Engel und verdampften demnach. Testen werde ich den Ullrich, wie eingangs gesagt, neben seinem Bruder, dem Nectar Caroni aus Belgien, und da bin ich auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten sehr gespannt, denn rein von den Randdaten her bestehen da ja keine großen Unterschiede. Mal schauen! 
Zur Paul Ullrich AG selbst ganz kurz:  das Unternehmen wurde nach meinen Informationen im Jahr 1910 als Wein- und Spirituosenhandlung von Paul Ullrich in Basel gegründet und scheint, laut einem Handelsregisterauszug aus der Schweiz, seit 1944 eine Aktiengesellschaft zu sein. Das Unternehmen wird heute in der dritten Generation von Urs Ullrich geführt und hat Filialen in Basel, in Zürich und in Bern.



Und last but not least: mein Sample erhielt ich dankenswerter Weise von einem netten Rumthusiast aus Berlin, wodurch die heutige Verkostung erst möglich wurde. Vielen Dank dafür!



Verkostung des Velier 15 YO FP Caroni 2000 for Paul Ullrich:

Preis: der Ausgabepreis im Jahr 2015 lag bei ca. 100,- Euro. Heute kostet eine Flasche ca. 450,- bis 600,- Euro, zum Teil werden sogar noch größere Summen aufgerufen.

Alter: von 2000 bis 2015 reifte der Rum 15 Jahre lang im Eichenfass.

Lagerung: die Reifung fand von 2000 bis 2015 auf Trinidad statt.

Fassnummer: das Fass trug die Nummer #3790. Es wurden 214 Flaschen abgefüllt.

Angel's Share: >71% gingen an glückliche Engel. 

Alkoholstärke: Full Proof - der Rum hat eine Stärke von 70,3% vol.

Destillationsverfahren: unklar.

Mark: HTR

Farbe: dunkler, goldener Bernstein. 

Viskosität: kleine Tropfen bilden sich an der Glaswand. Diese bilden sich nur langsam zu Schlieren und laufen dann in unregelmäßigen Abständen träge am Glas herunter.

Nase: wie erwartet, gibt sich der Rum zu Beginn absolut verschlossen, konzentriert und stechend scharf in der Nase. So dauert es ca. eine Stunde, bis da überhaupt mal ein Durchkommen ist, ohne, dass es einem dabei die Nasenschleimhäute zerlegt. Krasser Rum, wirklich extrem! Nachdem ich einen Zugang gefunden habe, nach noch etwas länger als einer Stunde hat sich die Schärfe komplett verzogen, gibt sich der Rum dann zunächst einmal sehr Caroni-typisch. Und typisch, das ist klar, heißt in diesem Falle vor allem dreckig und rotzig. Im Vergleich zum Nectar fällt mir auf, dass diese typische 2000er Menthol-Note, die mir nicht so gefällt, hier sehr gering ausfällt und mir so auch erstmal gar nicht auffällt. Vielmehr stehen Leder, Teer, Phenole, Motoröl oder Trockenfrüchte im Vordergrund. Nach hinten heraus ist dann aber doch auch noch etwas Menthol da, aber keinesfalls deutlich. Der Gesamteindruck ist noch einmal wesentlich stimmiger als beim Nectar, das ist ein wirklich erstklassiger Rum bis hier hin! Und nach hinten heraus wird die Nase tatsächlich auch noch weiter stimmiger, so dass man an dieser Stelle wirklich noch einmal betonen muss: der braucht verdammt viel Zeit! Das ist ein abendfüllender Caroni für mehrere Stunden.

Gaumen: den ersten Schluck nehme ich nach etwas über einer Stunde, nachdem ich den Rum ins Glas gegeben habe. Ich habe zunächst eine kurze alkoholische Schärfe mit deutlichem Brennen auf der Zunge. Er ist nicht so extrem, wie man das bei über 70% vol. erwarten würde, allerdings auch nicht so weich, wie z.B. der 1996er Caroni von Whisky Krüger mit 69% vol.. Einzig bei größeren Schlücken geht es dann doch ordentlich zur Sache, daher würde ich eher kleinere Schlücke empfehlen.  Der Ullrich ist eindeutig adstringent und sehr mundfüllend. Mit zunehmender Speichelbildung im Mund bekommt er dann aber eine leichte Cremigkeit. Die dominanten Aromen sind sehr bestimmend Anis, dabei auch frisch geschnittene Äste, Menthol, Teer und Holzlack. Der Rum wird zunehmend trocken und hat darüber hinaus auch etwas leicht parfümiertes, florales. Am meisten beeindruckt mich, wie schon beim Nectar Caroni, wie jung der Rum ganz offensichtlich geblieben ist. Er ist noch so richtig ungehobelt und schroff, anders als viele länger gelagerte Vertreter, die schon etwas deutlich gesetzteres haben. Lecker! 

Abgang: trockener, leicht bitterer Abgang. Frisch geschnittene Äste, Anis, Teer. Eiche. Langer Nachhall.

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Fazit: der König ist tot, es lebe der König! Nein, der Ullrich überflügelt den Nectar nicht wesentlich, aber ich finde, dass er in kleinen Nuancen und Sequenzen immer wieder den noch etwas besseren Gesamteindruck macht, so dass am Ende ein sehr guter Caroni von einem noch etwas besseren Caroni geschlagen wird. Daher fürchte ich, habe ich also einen neuen König des so ambivalenten Caroni-Jahrgangs 2000 gefunden!
Ich bleibe dabei, dass es kaum einen Jahrgang von Caroni gibt, bei dem der Brennerei-Charakter noch so sehr durchkommt wie bei den jüngeren Caroni 2000, einfach, weil sie eben als nahezu einziger Jahrgang schon so zeitig zur Abfüllung kamen. Insofern genießen die beiden 15 YO Single Casks, die ich bisher hatte, bei mir auch eine kleine Sonderstellung. Die bereits zwei Jahre älteren 2000er, von EATALY und die US- bzw. EU-Abfüllung, haben bereits deutlich mehr Fasseinfluss. Gerade dem EU-Caroni stand das meines Erachtens sehr gut, aber das ist eben dann auch schon etwas vollkommen anderes. Es bleibt allerdings gleichermaßen die Erkenntnis, dass ich auf Kaliber wie diese hier nur selten so wirklich Lust habe. Rums wie der Ullrich oder der Nectar sind spannend, das ist Thrill, das reizt mich auch sehr, wenn es dann an die Verkostung geht. Aber gemütliche Situationen, in denen man sich spontan einen Rum einschenkt, die lässt der Ullrich eigentlich nicht zu, da er eben diese enorme Zeit im Glas und die volle und geballte Aufmerksamkeit benötigt. Und da kommen dann doch wieder Rums wie der EU-Caroni ins Spiel. Wie schön daher also, dass es beide gibt...

-95/100-

... und damit wünsche ich euch noch einen schönen Sonntag und sage: bis demnächst!

Flo

Sonntag, 3. März 2019

Sangster's, Coruba, Baker & Co.: historische Jamaicaner

Liebe Rum Gemeinde,

heute möchte ich euch vier alte Abfüllungen aus Jamaica vorstellen, die bis heute immer ein wenig im Schatten einiger anderer historischer Abfüllungen stehen. Wenn wir über dieses Thema reden, dann sind wir meist schnell bei alten Bottlings bekannter unabhängiger Abfüller, bei Navy Rums aus Bast-Flagons oder bei alten Rums von Appleton. Doch heute möchte ich den Fokus auf ein paar Rums legen, die dem interessierten Connaisseur zwar mit Sicherheit auch schon mal auf ebay oder anderen Plattformen begegnet sind, die aber im Allgemeinen nach meinem Dafürhalten doch eher etwas unbekannter sind und selten eine größere Aufmerksamkeit erfahren.




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Die heute verkosteten Jamaicaner:

- Sangster's Old Jamaica De Luxe Gold Rum -40% vol.
- Sangster's Old Jamaica De Luxe Gold Rum - 50% vol.
- A. A. Baker & Co. Battle Axe Jamaica Rum - 50% vol.
- Rum Coruba NPU (~frühe 1980er Jahre) - 74% vol.

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Sangster's Old Jamaica De Luxe Gold Rum - 40% vol.

Nase: zurückhaltende, wenig charakterstarke Nase. Die nur 40% vol. machen sich deutlich bemerkbar, denn da sticht erst einmal gar nichts. Jamaica kann ich in Anflügen erkennen, aber ob mir das blind auch noch gelänge? Da habe ich Zweifel. Im wirklich knapp bemessenen Bouquet habe ich am ehesten etwas von süßer, etwas künstlicher Orangenmarmelade, Banane und Ananas und etwas Holz, aber ansonsten kommt da leider nicht viel. Mal sehen, ob der Gaumen da mehr zum Vorschein bringt.

Gaumen: uuhh, leider kommt der Rum nicht nur sehr dünn daher, sondern auch sehr weiterhin künstlich. Der Geschmack von Orangen liegt über allem, fast ist es, als würde ich gerade eine süße Orangenmarmelade pur verspeisen. Das hat leider so gar nichts von Jamaica und erst recht nicht von Jamaica wie es mir gefällt. Schade!

Abgang: wie könnte es anders sein, wird der Abgang von künstlicher Orangenmarmelade bestimmt. Zum Glück nicht sonderlich lange... Trockener werdend.



Fazit: leider war dieser Rum für mich und in meinen Augen ein Reinfall. Während die Nase zunächst noch eine kleine Hoffnung auf mehr zuließ, hat es den Rum am Gaumen dann vollkommen zerlegt!  Dass das kein Spitzenrum ist war natürlich klar, aber einen solchen Total-Ausfall hatte ich ebenso wenig erwartet. Das ist also leider so gar nichts, was ich gerne nochmal trinken wollen würde. Ich bin nicht mal sicher, ob solch ein Rum in einem Drink einen Sinn ergäbe. Einzig positiv ist hervorzuheben, dass der Rum kein bisschen scharf ist.

-35/100-



Sangster's Old Jamaica De Luxe Gold Rum - 50% vol.

Nase: im Vergleich zur 40% vol.-Version habe ich hier eine klar kräftigere und intensivere Nase, wobei ich trotz der 10% vol. mehr kein unangenehmes Stechen oder ähnliches vom Alkohol ausmachen kann. Der höhere Alkoholgehalt wirkt sich also zunächst einmal ausschließlich positiv auf den Rum aus. Jamaica ist auch hier zu assoziieren, aber ebenso nicht in einer Weise stiltypisch, dass man das blind erkennen müsste. Das Bouquet mutet sehr viel natürlicher, reichhaltiger, intensiver an. Die Bananen kommen nun schon sehr reif daher und ich habe Pfirsische sehr präsent. Der Einfluss des Fasses scheint etwas stärker gewesen zu sein. Ich glaube jedenfalls nicht, dass die wesentlich dunklere Farbe ausschließlich der geringeren Verdünnung geschuldet ist. Da passiert im Glas nämlich auch eindeutig mehr. Das ist zwar auch alles nicht unbedingt komplex, aber durchaus ansprechend.

Gaumen: nach dem Reinfall mit der 40%-Version war ich nun natürlich sehr gespannt, denn die Nase war bei diesem hier mit 50% immerhin deutlich anders und besser gewesen. Positiv fällt auch bei diesem Rum zunächst die Einbindung des Alkoholgehalts auf, denn der Rum ist auch am Gaumen kein bisschen scharf. Dahinter dann zeigt sich die 50% Version ebenfalls deutlich verbessert im Vergleich zum kleinen Bruder, wenn gleich auch er meinen Geschmack nicht wirklich trifft. Im Vordergrund habe ich Karamellpudding und auch der etwas künstlich, und nach hinten heraus kommt mir dann tatsächlich wieder die Orangenmarmelade entgegen. Ja, gibt's das denn?!

Abgang: Im Abgang habe ich eine Kombination aus Karamellpudding und Orangenmarmelade. Der Rum wirkt etwas künstlich.



Fazit: die Verwandtschaft der beiden Sangster's wird am Gaumen sehr offensichtlich und beide treffen sie meinen Geschmack nicht. Die Version mit 50% zeigt sich klar verbessert zur 40% Version, das muss man fairerweise bemerken, aber eben auch nur bedingt. Ich würde den Rum auf gar keinen Fall kaufen und auch hier stellt sich für mich wieder die Frage nach der Mixability, die ich ihm eher absprechen würde. Warum für diese Abfüllung bei Ebay zum Teil dann noch horrende Summen im Raum stehen entzieht sich, zumindest geschmacklich, meinem Verständnis. Vielleicht wird sowas heutzutage tatsächlich zu selten aufgemacht, um dass ein breiteres Wissen über die geringe Qualität vorliegen könnte.

-47/100-



A. A. Baker & Co. Battle Axe Jamaica Rum - 50% vol.

Nase: So Freunde, und nun sind wir definitiv auf Jamaica gelandet! No Doubt! Kein Zweifel kann darüber bestehen, was sich vor mir in meinem Glas befindet, dieser Rum würde jedem Blind-Test standhalten! Der Rum erinnert mich stark auch an heutige Jamaica Rums aus Long Pond, Hampden oder auch Monymusk, so dass ich spontan also gar nicht mal unbedingt benennen kann, aus welcher der Brennereien dieser Rum wohl stammen könnte. Die Grund-Charakteristik sehe ich bei Monymusk, allerdings hat er für einen solchen (zumindest die, die wir heute kennen) einen zu hohen Estergehalt. Ich wäre daher wohl bei Long Pond, denn an den LPS 1st Release erinnert mich dieser Rum nämlich in deutlicher Weise. Der Alkoholgehalt macht sich wenig bemerkbar, ein unangenehmes Stechen habe ich nicht. Stattdessen kommt da einfach ganz viel Jamaica Rum Flavour rüber, etwa von Bananen, gegrillter Ananas, Zitrusfrüchten oder nussig-grasigem Anteil. Gefällt mir bis hier hin klar am besten!

Gaumen: am Gaumen fällt mir zunächst auf, dass der Rum wohl auf jeden Fall auch noch gut verdünnt wurde. Ich habe Hochester-Töne in Bestform! Hui, hier geht die Post ab! Müsste ich auf eine Destillerie tippen, so wären es nun am ehesten Hampden oder Long Pond. Schwierig, möglicherweise handelt es sich ja auch um einen Blend verschiedener Destillerien. Banane und Ananas sind sehr präsent, ebenso Humus und Zitruseinflüsse. Der Estergehalt liegt in meinen Augen definitiv über 500 gr/hlpa. Toller, mundfüllender, leicht adstringierender Rum mit perfekter Ballance. Richtig, richtig lecker!

Abgang: Fruchtige Töne gehen in Anis über. Das ist Jamaica, wie ich es mag!



Fazit: kein absoluter Spitzen-Jamaicaner aber ein hervorragendes Exemplar seiner Gattung. Einzig die Verdünnung stört hier leicht. Ich vermute, dass der Rum nicht besonders lange im Fass lag, dafür spricht auch die sehr helle Farbe. Und dafür ist das aber schon ganz großes Kino. Dieser Rum mit 15 bis 20 Jahren Reifung wäre wohl sehr, sehr geil gekommen!
Wenn man nun noch bedenkt, dass das vermutlich einst eine Standardabfüllung für (auf heutige Preise umgerechnete) 10,- bis 15,- Euro war, so kann ich eigentlich nur den Hut ziehen! Das ist heute leider nicht mehr denkbar.

-87/100-



Rum Coruba NPU (~frühe 1980er Jahre) - 74% vol.

Nase: überraschender Weise muss ich zunächst einmal konstatieren, dass dieser Rum in der Nase nicht stechend daher kommt, trotz des wirklich enormen Alkoholgehalts. Jamaica steigt mir sofort in die Nase, wenn auch nicht ganz so charakteristisch in den Hochester-Tönen wie beim Baker zuvor. Erst im zweiten Moment verrät sich der hohe Alkoholgehalt, da die Nase sehr komprimiert erscheint und durch den Alkohol gedämmt wird. Dadurch liegt über dem ganzen Rum eine deutliche Klebstoff-Note, gegen die es die fruchtigen Anteile sehr schwer haben. Der Rum erscheint darüber hinaus auch leicht gelagert. Zumindest habe ich einen Holzeinfluss ausmachen können.

Gaumen: erstmals heute macht sich der Alkoholgehalt nach oben hin klar bemerkbar. Ein Rum, der deutlich von innen heraus wärmt. Zunächst zieht es mir dabei auch die ganze Mundhöhle zusammen. Es braucht einige Momente, bis dieser Rum gezügelt ist. Auffällig dabei: trotz dessen, dass der Alkohol natürlich mächtig ist, ist das kein fieses Brennen. Hohe Qualität ist also angesagt! Ich habe Ananas, Humus und grasige Töne am Gaumen. Ein Einfluss vom Fass scheint gegeben, dafür spricht auch die goldene Farbe des Rums, aber ich glaube nicht, dass der Rum sonderlich lange reifen durfte. Dafür kommt er zu ungehobelt daher und der Einfluss vom Fass am Gaumen ist zwar präsent, aber auch nicht übermäßig präsent. Schafft man es den Rum im Mund zu behalten bis der Alkohol abgeklungen ist, wird er richtig cremig.

Abgang: Creme Brulee und etwas verkohltes Holz (Lagerfeuer-Assoziationen) leiten den Abgang ein. Der Rum ist dann allerdings auch recht fix weg. 



Fazit: wahrlich kein schlechter Rum! Und auch hier gilt wieder, wie beim Baker: dafür, dass das einst eine Standardabfüllung war, ist das schon sehr bemerkenswert. Ich kenne ja nun auch den Coruba NPU Overproof der Gegenwart und der ist schon deutlich schärfer als der heute verkostete aus den frühen 1980er Jahren. Pur trinken würde ich ihn dennoch nicht, da er auf Grund seines krassen Alkoholgehalts einfach zu fordernd ist, ohne gleichzeitig echte Spannung im Glas zu bieten, aber zum Vermixen bietet er sich geradezu an.

-78/100-


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Gesamt-Fazit:

Vier mal alter Jamaica Rum und viermal ganz unterschiedliche Qualität! Ich denke, damit spiegelt dieses kleine Tasting auch die Realität da draußen ganz passend wieder, wenn es um die Frage geht was einen erwartet für den Fall, dass man Flaschen alten Jamaica Rums ersteigert. Von gruselig bis unerwartet hohe Qualität ist da alles dabei. Aus diesem Grund bin ich da bei Flaschenteilungen, sofern der Kaufpreis sich einigermaßen im Rahmen hält, oft gern dabei, würde vom Kauf ganzer Flaschen inzwischen aber eher Abstand nehmen.
Der A. A. Baker & Co. Battle Axe Rum ist mein klarer Favorit heute und wohl auch der einzige, bei dem ich einen Kauf der Flasche nicht bereut hätte. Solche Treffer unterliegen aber wie gesagt dem Zufall und da braucht es deshalb schon ein Stück weit ein Faible für diese Sparte Rum, um diese Risiken auch einzugehen. Umso mehr freut es mich, dass ein befreundeter Connaisseur aus Berlin genau ein solches Faible hat und die Rum Gemeinde an diesen Erfahrungen auch immer wieder lebhaft und lehrreich teilhaben lässt. Vielen Dank dafür! 😊


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Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 24. Februar 2019

Kintra Barbados Rum 18 YO Mount Gay 2000

Liebe Rum Gemeinde,

heute geht es in eine Destillerie, von der ich ehrlich gesagt nicht zwingend gedacht hätte, dass ich dorthin noch einmal für ein Review zurückkehren würde: es geht in die nach eigenen Angaben älteste noch aktive Destillerie der Welt, in die Mount Gay Destillerie von 1703 auf Barbados nämlich!



Ihr Lieben, was soll ich sagen?! Nein, Mount Gay gehört wirklich nicht zu meinen Favoriten in der Rum Welt. Auf Barbados ist sie zwar immerhin meine #2 (meine #1 ist die WIRD mit deren sog. "Rockley"-Style Rum), aber auch fast eher aus einem Mangel an wirklichen Alternativen heraus, als durch eigene Stärke bedingt. Die Last Wards aus der Nebenlinie Mount Gilboa, die Velier abgefüllt hat, waren sehr solide und wussten durchaus auch zu überzeugen, aber sowohl der Mount Gay XO in Fassstärke aus 2016, als auch die unabhängig abgefüllten Mount Gay aus 2000 konnten mich bislang alle nie richtig überzeugen. Es gab da ja einige, ein 8 YO von Cadenhead, ein 12 YO von Duncan Taylor oder ein 12 YO und ein 16 YO von Isla Del Ron fallen mir zuvorderst ein, aber da war keiner dabei, von dem ich eine ganze Flasche gebraucht hätte. Vor allen Dingen empfand ich sie alle durchgehend als sehr scharf, der Alkohol war bei keiner der Abfüllungen in meinen Augen besonders gut eingebunden, was dem Genuss meiner Meinung nach grundsätzlich dann sehr im Wege steht. Das waren mehr oder weniger zusammengefasst die Gründe, weswegen ich mit Mount Gay eigentlich schon so gut wie abgeschlossen hatte. Und doch reizte mich irgendetwas, als Kintra vor einigen Wochen einen neuen Mount Gay ankündigten, nochmal zu probieren. 18 Jahre alt sollte er immerhin sein inzwischen und der Preis ging auch in Ordnung. So bestellte ich bei Freddy also ein Sample mit und wurde doch stark überrascht. Doch dazu mehr in der Verkostung.

Leider setzte sich bei dieser Mount Gay Abfüllung aber auch ein Trend fort, den ich eigentlich gar nicht so nennen mag, da der Begriff für mich positiv konnotiert ist, ganz im Gegensatz zur Entwicklung, die dieser gerade umschreiben sollte. Denn der Name "Mount Gay" durfte nicht auf dem Label der Abfüllung auftauchen, weswegen das Bottling ganz offiziell "Confidential Cask #36 Bunghole Delight Barbados Oldest" heißt. Das ist letzten Endes natürlich eine eindeutige Umschreibung für Mount Gay und Kintra macht auch kein Geheimnis daraus, dass es sich um einen Mount Gay Rum handelt, aber mich stört die Entwicklung, dass mehr und mehr versucht wird, die Namen der Destillerien von den Labeln der unabhängigen Abfüller zu tilgen. Immerhin, das muss ich hier ohne Widerworte anerkennen und mache das auch gerne, gehört Mount Gay zu den ganz, ganz wenigen Destillerien, die die unabhängigen Abfüller nie gebraucht haben um zu ihrem Ruhm zu gelangen, das haben sie ganz alleine geschafft. Insofern kann und möchte ich hier nicht mit meinem Hauptkritikpunkt ansetzen, wie ich es normalerweise tue, aber die grundsätzliche Entwicklung dahin kann mir als Connaisseur, der wissen möchte, woher mein Rum stammt, nicht gut finden. Transparenz bedeutet, zu wissen wo mein Rum gelagert wurde, nicht, mir zu verheimlichen wo er gebrannt wurde!





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Verkostung des Kintra 18 YO Mount Gay 2000:

Preis: während die Preise für unabhängig abgefüllte Mount Gay Rums vor einigen Jahren noch eher über jenen von anderen Destillerien lagen, so hat sich das inzwischen deutlich relativiert. Klar ziehen auch hier die Preise an, aber mit den 90,- bis 100,- Euro, die für eine 0,7 Liter Flasche aufgerufen werden, liegt der Rum, gemessen an Alter und Alkoholgehalt, doch noch eher im preislichen Durchschnitt. Da sind andere Destillerien inzwischen vorbeigezogen.

Alter: der Rum reifte von Juni 2000 an bis zum 26. November 2018 im Fass und ist somit fast 18,5 Jahre alt.

Lagerung: unbekannt. Da jedoch auch schon junge Rums aus dem 2000er Batch von Mount Gay teilweise sehr dunkel waren, ich erinnere bloß an den 8 YO von Cadenhead, kann eine Teilreifung in den Tropen nicht ausgeschlossen werden. Ansonsten gehe ich aber von kontinentaler Reife ab spätestens 2008 aus, als die ersten unabhängigen Abfüllungen auf den Markt kamen.

Fassnummer: das Fass #36 ergab genau 132 Flaschen. Somit dürfte es sich hierbei entweder sogar um eine Single Cask Abfüllung im eigentlichen und ursprünglichen Sinne handeln, oder aber, was ich glatt vermuten würde, es ist die Hälfte eines Split-Casks mit The Rum Mercenary, die zeitgleich einen Mount Gay mit gleichen Parametern auf den Markt gebracht haben. 

Angel's Share: unbekannt. Anhand der üblichen Berechnungsgrundlage von 1-2% im Jahr, dürfte er aber zwischen 15 und 25% liegen. 

Alkoholstärke: der Rum kommt mit 55,6% vol. daher. Ob das die Fassstärke ist, weiß man bei Kintra nie so genau, aber anhand anderer Mount Gay Abfüllungen ist das nicht unwahrscheinlich. 

Destillationsverfahren: der Rum wurde zu 100% mit einer Pot Still gebrannt. 

Mark: unbekannt. Die Main Rum Company hat gemeinhin das hauseigene Mark BMMG (Barbados Main Mount Gay) verwendet. 

Farbe: schönes, dunkels Stroh, ins bräunliche gehend. Ein Hauch von Tropical Aging liegt in der Luft. 

Viskosität: es bilden sich in engen Abständen kleine Tröpfchen oben am Glas, die dann langsam, sich zu Schlieren entwickelnd, eng aneinander liegend und fast synchron die Glaswand herunterlaufen.

Nase: Große Freude! Der Rum macht fast aus dem Stand in der Nase auf und gibt bereits nach 15 bis 20 Minuten einen schönen, nur wenig bis gar nicht stechenden Mount Gay preis. Ohne große Schnörkel, langes Warten oder ähnliches habe ich also einen wirklich gut riechenden und perfekt ausballancierten Barbadier im Glas, der richtig Lust auf mehr macht! Leute, nochmal, ich bin echt kein Fan von Mount Gay, wirklich nicht, ihr wisst das inzwischen, aber ich komme hier absolut ins Schwärmen!
Insgesamt fehlt es der Nase ganz bestimmt etwas an Komplexität, aber das Bouquet gefällt mir dennoch einfach sehr, auch in seiner Entwicklung. Ich habe zunächst Mandeln und Zimt, dazu Salzkaramell. Später sehr präsent dann süße Pfirsiche und Toffee, Leder, Menthol und eine würzige Kombination aus Anis, Zimt und anderen Gewürzen. Fast ist es, als sei mir das Gewürzregal von der Wand auf den Boden gefallen und all diese Gerüche breiten sich nun im ganzen Haus aus. Dazu kommt dann ein schöner Einfluss der Eiche, der diesen Rum vermutlich auf den Punkt getroffen hat. Wirklich hervorragend, ein exzellentes Fass!

Gaumen: am Gaumen kommt der Mount Gay direkt angenehm cremig, kaum alkoholisch und mit einer feinen natürlichen Süße. Die Fassstärke, so sie es denn ist, ist hier auf jeden Fall auch gleichzusetzen mit einer angenehmen Trinkstärke. Komplett smooth, total entspanntes Easy Sippin', ich mag das! Darüber hinaus kann der Rum auch problemlos in größeren Schlücken getrunken werden, ohne, dass er unangenehm zu brennen beginnt. Klasse! Der Mount Gay kommt durchaus stiltypisch und intensiv daher, wird aber an keiner Stelle brachial. Eine deutliche Würze mit Anis und Nelke im Vordergrund kommt mir entgegen.  Daneben habe ich süßes Weihnachtsgebäck und Marzipan, nasses Gras und trockenes Holz. Insgesamt wird deutlich, dass Komplexität nicht die ganz große Stärke dieses Rums ist, verglichen mit absoluten High End Rums, aber das Fass hat hier schon sehr intensiv gewirkt und gut mit dem Rum interagiert. Dazu ist der Rum komplett ausgeglichen, Trockenheit und Süße wechseln sich immer wieder gegenseitig ab, und einfach lecker! 

Abgang: leicht adstringierend. Herbes Anis und frisches Geäst verweilen angenehm lange am Gaumen. Trocken werdend. Eichenholz. Klasse!

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Fazit: manchmal sind die unerwartetsten Volltreffer fast die schönsten! Meine 10 cl bestellte ich aus einer Intuition heraus und fast noch mehr aus Gruppenzwang innerhalb unserer kleinen Community, erwartete aber eigentlich nicht viel. Bekommen habe ich dann aber einen unglaublich leckeren Barbadier, der mich in der Nase, am Gaumen als auch im Nachgang überzeugen konnte. Kurz: für mich ist das der mit Abstand beste Mount Gay überhaupt bisher, weit vor den oft so hoch eingeschätzten Abfüllungen von Isla del Ron oder Duncan Taylor, denen diese Ausgeglichenheit und Ballance in meinen Augen leider vollkommen abgingen!
Bei allen bis zu diesem Punkt so begeisterten Tönen möchte ich aber auch deutlich machen, dass das schon auch im Zusammenhang zu meinen bisherigen (eher weniger positiven) Erfahrungen mit Mount Gay zu betrachten ist und es daher natürlich auch nicht übertreiben mit meinem Lob für diesen schönen Rum. Denn so lecker der Tropfen am Ende zwar ist, so kann man ihn nun, rein was die gestellten Ansprüche betrifft, auch nicht in die erste Garde an tropisch gereiften Caroni oder lange gereiften Hampden, Long Pond oder Rockley-Style Rums z.B. einordnen. Dazu fehlt es ihm dann doch noch ein Stück weit z.B. an Komplexität. Das soll nicht bedeuten, dass ich den Mount Gay nicht an vielen Tagen den eben genannten vielleicht sogar vorziehen würde (meine 10 cl vom Sample sind bereits fast leer!), eben weil der Rum so herrlich unangestrengt zu trinken ist, aber das steht wieder auf einem anderen Papier. Zu guter Letzt möchte ich dem Freddy einmal mehr danken, dafür, dass er die Teilung organisiert und mir anschließend auch noch eine ganze Flasche besorgt hat. Vielen Dank dir!

-90/100-

Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 17. Februar 2019

Bristol Classic Trinidad Rum 1974 Caroni 34 YO

Liebe Rum Gemeinde,

auf den heutigen Rum habe ich mich schon lange gefreut, denn ich stelle euch mit dem Bristol Caroni 1974 das Gegenstück zum Velier Caroni von 1974 vor, dem wiederum besten Caroni, den ich für mich persönlich bis dato im Glas hatte!



Was vielen hingegen wohl über Jahre nicht unbedingt bewusst war ist, dass nicht nur die Stocks von Velier, sondern dass auch jene von Bristol Spirits Ltd. aus den Trinidad Auktionen stammen, auf denen damals die Fässer mit Caroni Rum versteigert wurden. Hier schlug also nicht nur Luca Gargano zu, sondern auch John Barrett erwarb damals erhebliche Anteile aus den alten Beständen der Brennerei. Anders als Velier, das seine Anteile an den Caroni Stocks weiter in den Tropen lagerte, zunächst weiter in Trinidad, ab 2008 dann zum Teil auch bei DDL in Guyana, holte Bristol seine Fässer unmittelbar nachdem es sie erworben hatte nach Europa und lagerte sie in seinen kühlen Kellern in England ein. Einen Teil der Rums, darunter der heutige 34 YO aus 1974, aber auch ein 19 YO aus 1989, ein 10 YO aus 1998 und ein 12 YO aus 1996 füllte Bristol direkt im Jahr 2008 noch ab, so dass diese Abfüllungen eine ebenso hundertprozentige tropische Reifung erfahren haben wie die Veliers. Anders als jene von Velier wurden diese Rums von Bristol allerdings sämtlichst herunter verdünnt, so dass hier aus meiner Sicht leider viel Potenzial verschenkt wurde. Einige seiner Rums verkaufte Bristol in den kommenden Jahren an andere unabhängige Abfüller, darunter zwei Fässer Caroni aus 1996 im Jahr 2009. Für diese kann also z.B. ebenso eine nahezu komplett tropische Reifung angenommen werden. Die tropisch gereiften Caroni waren also nicht per se ein Alleinstellungsmerkmal Veliers. Dieses bestand lediglich darin, dass sie das in großem Stil getan haben und darin, dass sie als einzige auch nach 2008 noch vollständig dort gereifte Caronis anbieten konnten.
Für den heute verkosteten Bristol Classic Rum 34 YO Caroni 1974 bedeutet das somit vor allem, dass seine Geschichte also auch einmal mehr eine Geschichte von verpassten Chancen und Gelegenheiten darstellt. Denn wie zuvor schon bei einigen anderen Caroni, so erinnere ich mich auch beim Bristol Caroni 1974 nur zu gut noch daran, wie ewig auch er wie Blei in den Regalen lag, ohne, dass sich jemand nennenswert dafür interessiert hätte. Der Preis war zu dieser Zeit mit über 150,- Euro noch eher abschreckend, zumal für einen Rum mit 46% vol.. Für einen 34 Jahre lang tropisch gereiften Caroni hingegen war der Preis, aus heutiger Sicht, mehr als fair und heute würde ihn dafür wohl nahezu jeder ohne zu überlegen kaufen, denn er wird inzwischen für 400,- Euro und mehr gehandelt. Damals allerdings waren den allermeisten Connaisseuren die Umstände um die Rums aus Caroni noch vollkommen unbekannt, was den stark verspäteten Boom letztlich auch erklärt.





Verkostung des Bristol Classic Rum 1974 Caroni 34 YO:

Preis: der ursprüngliche Ausgabepreis lag mal bei 160,- bis 180,- Euro, wenn ich mich richtig erinnere. Heute kostet der Rum ca. 400,- bis 500,- Euro und mehr. 

Alter: der Rum lag von 1974 bis ins Jahr 2008 im Fass und ist somit volle 34 Jahre alt.

Lagerung: Bristol hat, genau wie Velier, zu Anfang des Jahrtausends Trinidad Stocks von Caroni in größerem Stil erworben. Diese lagen also bis 2008 ca. auf Trinidad. Da der 74er zu dieser Zeit abgefüllt wurde bedeutet dies, dass er komplett tropisch gelagert wurde.

Fassnummern: unbekannt. Laut Cyril ließ John Barrett verlautbaren, dass die Abfüllung aus vier Fässern bestand. Insgesamt 1500 Flaschen wurden abgefüllt. 

Angel's Share: keine Angaben, er muss aber sehr, sehr hoch gewesen sein. Selbst nach 20 tropischen Reifejahren liegt er schon bei ca. 80-85%. 

Alkoholstärke: der Rum wurde auf Trinkstärke verdünnt - 46% vol. 

Destillationsverfahren: unbekannt.

Mark: HTR

Farbe: ein schöner, dunkler Kupferton zeugt, trotz der erfolgten Verdünnung, von seiner langen, tropischen Reifung. 

Viskosität: enge, gleichmäßige Schlieren fließen eher zügig an der Glaswand herab. Hier wird die Verdünnung noch sichtbarer als in seiner Farbe.

Nase: gigantisch! Die Verdünnung sorgt dafür, dass dieser Rum auch kurz nach dem Einschenken schon wahnsinnig viel hergibt, ohne, dass er durch die Verdünnung in irgendeiner Weise geschwächt wirkt. Die Verwandtschaft zum Velier Caroni 1974 ist klar und deutlich zu erkennen. Wie auch schon sein Bruder in Full Proof, so kommt auch dieser 74er unglaublich tief, voll, schwer, komplex und vielschichtig daher. Auch er benötgt sehr, sehr viel Zeit, wenn auch nicht unbedingt um zu atmen, sondern einfach um das alles zu erfassen, was mir hier im Glas geboten wird. Und diese Zeit möchte man sich bei diesem Rum auch widerstandslos nehmen!
Das reichhaltige Bouquet wartet mit sowohl dreckigen Komponenten von Holzlack, Teer, Fahrradschlauch, Petroleum, Phenolen und Nagellackentferner, als auch mit süßen Anklängen von Orangenzesten, Rosinen, Trauben oder kandierter Banane auf, die sich mit den Einflüssen vom Fass, zu vorderst seien hier unaufdringliche Tannine, Cashewkerne, Bourbon Vanille und Nelken genannt, zu einem stimmigen Gesamteindruck zusammensetzen. Und nach hinten heraus kommt da auch noch eine Rauchnote. Allerdings nicht, wie beim Velier, vom Bacon, sondern hier erinnert das eher an ein Lagerfeuer. Wunderbar! Auch dieser Rum ist nach 34 Jahren kein bisschen overaged! 

Gaumen: der erste Eindruck gehört der erfolgten Verdünnung, denn diese macht sich unzweifelhaft beim ersten Schluck bemerkbar. Der Rum ist leider schon sehr dünn geraten und jeder weitere Tropfen Wasser würde ihn ganz sicher versenken. Hier konnte im Vergleich dazu der Velier natürlich enorm punkten. Der zweite Eindruck gehört einer süßen Komponente, die mich nun begrüßt, sowie einem leichten Kribbeln auf der Zunge. Echte alkoholische Schärfe besitzt dieser Rum aber nicht. Was dann folgt, mag ich eigentlich nur noch als Caroni-Essenz bezeichnen, denn da kommt einfach alles, was ich mir unter einem Caroni vorstelle und von einem guten Caroni auch erwarte: Verbranntes Gummi, Teer, Phenole, Holzlack, Petroleum, etwas Mango, reichlich Tannine und Holztöne verschiedener Art, Nelke und so viel mehr. Ich habe niemals das Gefühl, dass der Rum zu irgendeinem Zeitpunkt mal einen Punkt macht. Es geht einfach immer weiter...

Abgang: ... und ist der Rum dann erstmal heruntergeschluckt, geht die ganze Party einfach nur von unten her weiter und die Eindrücke vom Gaumen hallen scheinbar ewig nach. Nach hinten heraus wird er dann auch sehr dunkel und zeigt sein hohes Alter. Aber auch hier habe ich nie das Gefühl, eine auch nur ansatzweise verholzte Spirituose vor mir zu haben. Unglaublich beeindruckend!

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Fazit: den Velier Caroni 1974 habe ich nahezu gänzlich für sich selbst sprechen lassen und auch der heutige 74er von Bristol hat das denke ich über weite Strecken getan. Nein, der Rum reicht für mich nicht ganz an den Velier heran, dazu ist einfach zu viel Wasser eingesetzt worden, aber er ist mit momentan ca. 400,- bis 500,- Euro DIE Alternative für all jene, die auf den 74er Caroni Style stehen, aber keine 2000,- Euro und mehr für eine Flasche vom 74er Velier ausgeben können oder möchten! Natürlich ist auch das noch unglaublich viel Geld, aber wir reden hier auch andererseits über einen 34 Jahre lang tropisch gereiften Caroni! Und bedenkt man die momentane Preisentwicklung bei dieser Destillerie, so könnte ich mir gut vorstellen, dass man es in nochmal ein bis zwei Jahren durchaus bereuen könnte, nicht doch jetzt noch zugeschlagen zu haben, wenn man auf den 74er Style steht und das nötige Kleingeld besitzt.

-95/100-

Bis demnächst,
Flo

Donnerstag, 14. Februar 2019

New Rare Demeraras: Albion 2004 & Skeldon 2000

Liebe Rum Gemeinde,

ja, auf diese Rums hat glaube ich nahezu die gesamte Rum Welt gewartet! DDL hat im Rahmen seiner El Dorado Rare Collection jeweils einen Rum der Stile Albion und Skeldon abgefüllt, die wohl in den letzten Jahren zu den gesuchtesten Stilen des Demerara Rums überhaupt zählten. Ich bin gespannt!






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Albion:

Wenn wir über Albion sprechen, dann komme ich zwangsläufig zunächst einmal auf die Frage, was ich euch dazu überhaupt noch erzählen kann, was ihr noch nicht bereits irgendwo gehört habt. Marco Freyer hat sich auf seinem Blog intensiv mit Demerara Rum im Allgemeinen auseinander gesetzt und diesen beleuchtet und auch ich habe ich sogar neulich erst ein wenig über diesen alten Stil von Albion erzählt, als ich euch den 1986er von Velier vorgestellt habe. Da es dabei aber vornehmlich um das Mark AW ging, werde ich nun gleich noch ein paar Worte über das Mark AN verlieren, aber ihr werdet merken, dass sich die Informationen grundsätzlich sehr ähneln.

Zur Erinnerung: wenn wir heute über Albion sprechen, dann geht es dabei nicht vorwiegend um die guyanische Brennerei, die von 1802/1803 bis 1968 bestand und die damit also bereits seit 50 Jahren schon keinen Rum mehr produziert, sondern vielmehr um deren mutmaßlichen damaligen Rumstil. Dieser, bezeichnet mit dem Mark AN, hat nämlich bis heute überlebt und wird nach wie vor produziert. Zunächst geschah das von 1968 bis 1994 in der Enmore Distillery und mit deren Wooden Coffey Still aus dem Jahr 1880. Dafür, dass möglicherweise auch mit der alten Still aus Albion gebrannt wurde, gibt es keinerlei Hinweise, weswegen davon nicht ausgegangen werden kann. Als Enmore geschlossen wurde, ging diese Wooden Coffey Still zu Uitvlugt, die wiederum im Jahr 1999 die Lichter ausmachte. Ob in dieser Zeit, von 1994 bis 1999, ebenfalls das Mark AN produziert wurde weiß ich nicht, aber die Möglichkeit hat in jedem Fall bestanden. Von Uitvlugt gelangte die Wooden Coffey Still dann zu Diamond, die nun mehr letzte verbliebene Destillerie in Guyana, wo mit ihr weiterhin destilliert wurde und noch immer wird. Das betrifft möglicherweise auch nach wie vor das Mark AN, denn die Abfüllung um die es heute geht stammt aus dem Jahr 2004 und somit eindeutig aus der Zeit in Diamond. Ob das Mark AN allerdings noch immer mit der Wooden Coffey Still gebrannt wird oder ob das über die Metal Coffey Still von Blairs passiert ist hingegen nicht ganz klar.

Und wer nun schon seit einigen Zeilen verwirrt sein sollte, weil er die Wooden Coffey Still aus Enmore fest mit dem Mark EHP in Zusammenhang bringt und nun glaubt, er habe sich geirrt, den kann ich beruhigen, denn beides schließt sich nicht aus. Doch eins nach dem anderen. Es gab in den letzten ca. 50 Jahren insgesamt nur noch eine Handvoll Brennapparate in Guyana, mit denen dort nachweislich gearbeitet wurde und noch immer gearbeitet wird. Diese sind folgende:

  • Wooden Coffey Still aus Enmore (ursprüngliches Mark: EHP)
  • Single Wooden Pot Still aus Versailles (VSG)
  • Double Wooden Pot Still aus Port Mourant (PM)
  • French Savalle Column Stills aus Uitvlugt (ICBU)
  • Blairs Metal Coffey Still aus Diamond (unklar, möglicherweise SVW)


Mit diesen fünf Brennapparaten lassen sich aber nicht nur die dazugehörigen ursprünglichen fünf Marks herstellen, sondern auch noch einige Marks mehr. Das Mark AN, jenes aus Albion, um das es heute geht, stammte in der Vergangenheit eben aus der Enmore Coffey Still, bzw. kann von dieser erzeugt werden. Das Mark <B> ist das ursprüngliche Mark von Blairmont und wurde später von den French Savalle Stills von Uitvlugt produziert. Das Mark SWR ist jenes von Skeldon und wurde wiederum mit einer Coffey Still von Diamond gebrannt. Dieses wird uns in wenigen Minuten noch weiter beschäftigen. Und schließlich gibt es da noch den Stil von La Bonne Intention (LBI), von dem aber unklar ist, mit welchem der Brennapparate er hergestellt wird.

Doch sehen wir uns nun endlich den Albion an...




Verkostung des El Dorado 14 YO Albion 2004:

Preis: der günstigste Preis, den ich für den Albion gefunden habe, lag um ca. 200,- Euro herum. Das war, im Vergleich zu den vielfach aufgerufenen 250,- Euro und mehr, sehr fair.

Alter: der Rum ist 14 Jahre alt und reifte von 2004 bis 2018 im Fass.

Lagerung: die Reifung fand von 2004 bis 2018 bei DDL in Guyana statt.

Fassnummern: unbekannt. Auch die genaue Auflage entzieht sich leider meiner Kenntnis. 

Angel's Share: unbekannt. Er wird aber, gemessen an den angenommenen 10-12% pro Jahr in den Tropen, bei ca. 75% insgesamt gelegen haben. 

Alkoholstärke: Full Proof - der Rum hat eine Fassstärke von 60,1% vol.

Destillationsverfahren: der Albion entstammt einer der Coffey Stills von Diamond. Ob es jene von Enmore ist, die Diamond von Uitvlugt übernahm, oder die Blairs Metal Coffey Still von Diamond selbst ist nicht ganz klar.

Mark: AN - das ursprüngliche Mark von Albion. 

Farbe: Mahagoni, Kastanie. 

Viskosität: weite, unregelmäßige Schlieren fließen träge und peu a peu an der Glaswand herunter.

Nase: Wow! Ich habe dem Rum lange Zeit im Glas gegeben, ca. zwei Stunden werden es insgesamt gewesen sein, und das hat sich auch gelohnt! Mich erwartet ein tiefes, volles Bouquet. Das Mark AN lässt sich erahnen, wenn man die alten Rums kennt. Sowohl den Jahrgang 1983 als auch den Jahrgang 1994 finde ich hier eindeutig wieder, wenn auch in jüngerer Form und auch mit ein wenig mehr Power, zumindest was den 1983er betrifft. An Assoziationen finde ich eine salzig-fleischige Note, die irgendwie dreckig daher kommt, viel Nelke, etwas Jod, etwas unreife Banane und immer wieder Nelke und Milchcreme-Schokolade. Dazu kommt auch ein ordentlicher Holz-Einschlag vom Fass. Das waren 14 durchaus intensive Jahre der Reifung! Im Hintergrund nehme ich ganz leichte florale-parfümierte Anklänge wahr. Ich fühle mich insgesamt auch leicht an Caronis aus dem Januar 1998 Batch erinnert, aber in etwas besserer Form.

Gaumen: der Rum, das gefällt mir, kann auch in größeren Schlücken getrunken werden, der Alkohol ist sehr gut eingebunden! Auch die Viskosität mag ich. Der Rum ist angenehm cremig und dann adstringierend. Ich habe im ersten Eindruck einen Anflug von trockenem, behandelten Holzfußboden, allerdings nicht in einer süßen Variation, wie bei einigen Caroni z.B., sondern in einer Weise, die mich eher an Foursquare Rums erinnert. Diese kombiniert sich dann mit etwas medizinischem und Orangenzesten und bestimmt den Gesamteindruck des Rums am Gaumen. Für einen kurzen Moment  und trotz dessen, dass er insgesamt wirklich trocken daher kommt, frage ich mich, ob der Rum leicht gesüßt wurde, allerdings ich gehe nicht davon aus. Leider trifft dieser Albion meinen Geschmack am Ende nur äußerst bedingt. Mein Fall ist er nicht. Schade, da hatte ich nach der Nase etwas mehr erwartet.

Abgang: sehr trocken. Ich habe trockenes Holz und frisches Geäst. Noch immer zieht es mir dabei den Mund zusammen.

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Fazit: ohne große Umschweife kann ich festhalten, dass ich mehr erwartet hatte. Ich liebe die Albions aus 1983 und 1986 und ich hatte gehofft, auch diesen hier lieben zu können, doch da fehlen mir einfach die Reife und die genialen Momente. Versteht mich nicht falsch, der Rum hat mit 14 Jahren in den Tropen bereits wirklich viel Holz gesehen, aber die 25 Jahre, die die alten Vintages reiften, sind da eben nochmal eine andere Ansage. Wenn ich jetzt böse wäre, so würde ich glatt vermuten, dass dieses Bottling vielleicht offen legt, dass die Genialität der alten Velier-Abfüllungen eher darin bestand, durch hervorragende Fassreife einen eigentlich eher schwachen Grundcharakter zu kaschieren, aber dafür hätte man wohl die alten Albions mal in dem Alter testen müssen, um darüber Auskunft zu erhalten. Eventuell sind diese ja aber auch noch etwas anders gebrannt worden (wenn wirklich die Still zur Produktion gewechselt wurde). Nichts desto trotz fand ich es bezeichnend, Elemente von Foursquare gefunden zu haben und ansonsten aber wenig, was ich als interessanten Brennereicharakter hätte ausmachen können. Schade! Die Nase rettet ihn in die 80+ Range, aber kaufen würde ich eine volle Flasche, auch zu einem Kurs von ca. 200,- Euro, nicht.

-83/100-


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Skeldon:

Und wo ich euch zu Albion noch einiges erzählen konnte, wird es da bei unserem zweiten Rum heute schon schwerer, denn in Bezug auf Skeldon und das Mark SWR bin ich noch Jungfrau.😄Ich habe zwischen 2011 und 2014 nahezu alle großen Demerara Rums von Velier im Glas gehabt und jeden der Stile zumindest einmal probiert - außer Skeldon! Da gab es von Velier einen aus dem Jahr 1973 und einen aus 1978, aber beide habe ich nie probiert. Damals lagen meine Interessen einfach anders und heute wäre mir das schlicht zu teuer. So wird der Skeldon 2000 von DDL also auch mein erster überhaupt und ich denke, da wird es, eben angesichts der Preise, auch vielen von euch Lesern so gehen. 
Was die Destillerie Skeldon betrifft, so kann ich auch hier nur auf den oben verlinkten Artikel von Marco verweisen, werde mich aber daran versuchen, euch die wesentlichen Informationen kurz zusammenzufassen. Grundsätzlich gibt es zwischen den beiden heute besprochenen Stilen viele Gemeinsamkeiten. Genau wie Albion ist Skeldon eine ehemalige Destillerie in Guyana, die es so heute nicht mehr gibt. Es gab sie von frühestens 1802 und spätestens vom Jahr 1834 an, bis sie im Jahr 1960 geschlossen wurde. Somit gibt es sie sogar fast noch ein Jahrzehnt länger schon nicht mehr als Albion. Doch auch der Stil von Skeldon, intern durch das ursprüngliche Mark der Destillerie, SWR, gekennzeichnet, wurde über die Jahrzehnte bewahrt und von anderen Destillerien weiterproduziert. Zunächst scheint das in Uitvlugt geschehen zu sein, wenn ich Marco da richtig verstanden habe, und dann spätestens ab dem Jahr 2000 in Diamond. Allerdings erschließt sich mir dann nicht ganz, warum bei den alten Velier (aus 1973 und 1978) eine Coffey Still angegeben wurde, die schon damals in Diamond gestanden haben müsste (auch die alten Diamonds wurden mit ihr gebrannt), wo es in Uitvlugt eine solche Still aber meines Wissens nach nicht gegeben hat. Somit vermute ich, wurde das Erbe Skeldons schon weit vor der Schließung Uitvlugts in Diamond bewahrt und das Mark SWR von der Diamond Coffey Still von Blairs hergestellt. Eine der ursprünglichen Brennanlagen von Skeldon hat es hingegen, wie bei Albion, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, nicht bis in die Neuzeit geschafft. 

Und das soll es dann auch bis hier hin mit der Theorie gewesen sein, nun wollen wir uns den Rum ansehen! 




Verkostung des El Dorado 18 YO Skeldon 2000:

Preis: ca. 230,- Euro war der günstigste Preis für den Skeldon, den ich in den Niederlanden gefunden habe, während der reguläre Ausgabepreis aber eher bei 290,- Euro zu liegen scheint. Letzteren Preis empfinde ich hier schon als äußerst opulent. 

Alter: der Rum ist 18 Jahre alt und reifte von 2000 bis 2018 im Fass.

Lagerung: die Reifung fand von 2000 bis 2018 bei DDL in Guyana statt.

Fassnummern: unbekannt. Die genaue Auflage entzieht sich leider auch bei dieser Abfüllung meiner Kenntnis. 

Angel's Share: unbekannt. Gemessen an den angenommenen bis zu 10-12% pro Jahr in den Tropen, könnte er aber bei über 85% insgesamt gelegen haben. 

Alkoholstärke: Full Proof - der Rum kommt mit der Fassstärke von 58,3% vol. daher.

Destillationsverfahren: der Rum wurde mit der Blairs Metal Coffey Still von Diamond gebrannt.

Mark: SWR - das ursprüngliche Mark von Skeldon. 

Farbe: tiefes, dunkles Mahagoni. Noch dunkler, als der Albion. 

Viskosität: fette, satte und unregelmäßige Schlieren fließen langsam, zäh und träge an der Glaswand herunter.

Nase: auch nach mehr als zwei Stunden im Glas noch, gibt sich die Nase verschlossen und hoch konzentriert. Die Zeit braucht er, im Blender's Ballon Glas zumindest, auch unbedingt! Zwar hat sich die alkoholische Schärfe längst verzogen, aber der Rum versucht seine Geheimnisse lange zu bewahren. Die weiteren vier Jahre der Reife merkt man ihm, im Vergleich zum Albion, an. Der Skeldon wirkt alt und gesetzt. Es fällt mir, als jemandem der die alten Skeldons nicht kennt, schwer mir vorzustellen, wie das ganze wohl mit nochmal einem Jahrzehnt Reife mehr aussieht. Die dunkle Farbe überträgt sich bis in die Nase. Eine leicht salzig-fleischige Note habe ich auch hier. Eine kräftige Demerara-Würze rieche ich und Jod ist ebenfalls wieder präsent. Überhaupt zeigen sich die Assoziationen recht ähnlich zum Albion, wobei mir der Gesamteindruck hier etwas besser gefällt. Der Fasseinfluss ist beträchtlich, aber nicht zu extrem, und gerade die Velier Demeraras haben ja, zumindest bei anderen Stilen kann ich das bestätigen, immer wieder gezeigt, dass da auch noch ein paar Jahre mehr gehen. Zumal ich persönlich solche lange und dunkel gereifte Rums durchaus auch sehr gerne mag, sofern mir der Grundcharakter zusagt. Das ist hier in der Nase der Fall.

Gaumen: auch der Skeldon ist sofort angenehm zu trinken und schreckt nicht durch alkoholische Schärfe ab. Cremige Viskosität, ins adstringierende gehend. Am Gaumen habe ich dann Eindrücke von Orangenzeste, wieder in Kombination mit der Foursquare-Note. Ernsthaft jetzt? Das ist alles in allem schon ein leicht komischer Moment gerade. Nein, das ist natürlich nicht der gleiche Rum und ich nehme auch die dezenten Unterschiede wahr, aber die Ähnlichkeit zum Albion ist schon sehr, sehr groß, geradezu signifikant! Meines Erachtens könnten die beiden Rums auch aus der gleichen Brennblase sein! Wäre das so angegeben, würde ich es nicht in Zweifel ziehen. Da sind die Unterschiede zwischen dem Albion 2004 und den alten Albions von 1983 und 1986 schon wesentlich größer als jetzt die Differenzen zwischen Albion 2004 und Skeldon 2000! Das überrascht mich schon sehr. Nach hinten heraus geht die Fourquare-Note dann in einen Anflug von Espresso über. Ich hörte, dass das bei den lange gereiften Velier aus 1973 und 1978 sehr extrem gewesen sein soll, aber das kann ich selbst nicht bestätigen. Hier fällt das jedenfalls äußerst dezent aus. 

Abgang: trockenes Holz, die Foursquare-Note, begleitet den Rum auf seinem Weg nach unten. Unspektakulär.

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Fazit: leider holt mich auch der Skeldon, wie schon der Albion, am Ende nicht vollkommen ab. Zwar gefällt er mir alles in allem etwas besser als der Albion, aber die Ähnlichkeiten sind groß und der grundsätzliche Geschmack sagt mir dementsprechend auch hier nicht ganz zu. Da ich nie einen Vergleich zu den legendären Skeldon aus den 1970er Jahren hatte, war ich gespannt und unvoreingenommen, aber nichts desto trotz natürlich auch voller großer Erwartungen, was da wohl kommen würde. Die Ähnlichkeit zu Albion hat mich überrascht, da ich zuvor niemals Stimmen vernommen habe, nachdem die alten Stile sich ähnlich gewesen seien, im Gegenteil. Daher liegt die Vermutung nahe, dass auch zwischen Skeldon 2000 und jenen aus den 70s Unterschiede bestehen. Wer weiß, vielleicht hat sich die Destillationsablauf ja tatsächlich verändert, oder aber, es hängt doch alles an der extremen Reife. Ich kann das an dieser Stelle aber nicht festmachen. Die leichten Unterschiede zum Albion in eine für mich bessere Richtung verhelfen ihm zu einer leicht besseren Benotung, aber wirklich den Bock fett macht das nicht und auch den Skeldon würde ich, auch zu den günstigst möglichen Konditionen, nicht kaufen.

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Mein besonderer Dank geht heute an den Freddy, der die Flaschen geteilt und mir die leeren Flaschen für die Fotos zur Verfügung gestellt hat und auch an Richard Blesgraaf, der die Abfüllungen zu sehr fairen Konditionen rausgehauen hat! Vielen Dank!


Bis demnächst,
Flo