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Sonntag, 19. Januar 2020

J. Wray & Nephew Special Reserve 12 YO Jamaica Rum

Liebe Rum Gemeinde,

vor einigen Monaten habe ich euch sehr umfangreich vom legendären J. Wray & Nephew Jamaica Rum 17 YO aus den 1940er Jahren berichtet. Etwas in dessen Schatten, gehörten aber auch noch einige andere Rums zum Portfolio des legendären Produzenten und einen dieser Rums stelle ich euch heute vor. Es geht dabei um den kleinen Bruder, den Special Reserve 12 YO, abgefüllt vermutlich in den 1960er Jahren.



Manchmal gehört eben auch ein wenig Glück dazu! Ja, eine doch sehr allgemeine Floskel, das gebe ich zu, aber im konkreten Fall findet sie nun einmal ihre Anwendung, schlicht, weil ich nicht ohne ein paar glückliche Fügungen an diese äußerst seltene Abfüllung gekommen wäre. Um die Geschichte der Flasche kurz zu umreißen: nach allem was ich weiß fand sie über eine Dame, die sie vor langer Zeit von einer Seereise mit nach Hause brachte, zu Gastronom und Bottler Christian Nagel (Our Rum & Spirits / Gasthaus im Brühl) und von diesem zu Raritäten-Kenner Rene van Hoven. Letzterer öffnete die Flasche in meinem Beisein auf der Cologne Spirits 2018, wo ich dann auch direkt den ersten Dram dieses besonderen Tropfens erstehen konnte. Im letzten Jahr kündigte Rene dann den Verkauf von einigen seiner Schätze an und ich erinnerte mich natürlich sofort an diesen J. Wray & Nephew und fragte an, ob auch diese Flasche verkäuflich sei. Das war sie glücklicherweise und so steht sie nun bei mir. Vielen Dank!

Label des J. Wray & Nephew Jamaica Rum 12 YO 


Über die Abfüllung selbst ist leider nicht besonders viel bekannt. Klar ist lediglich, dass sie vom Labeldesign her noch in etwa einigen Abfüllungen aus den 1940er und 1950er Jahren entspricht (auch ein 15 Jahre alter Rum von J. Wray & Nephew, der Ersatz Trader Vics im Mai Tai für den aufgebrauchten 17 YO, hatte ein solch designtes Label), allerdings eher aus den 1960er Jahren stammen dürfen. Dafür sprechen das Label, als auch die Flasche selbst. Zweifelsfrei ist, dass die Flasche ursprünglich aus den USA stammt und für deren Markt vorgesehen war. So ist der Inhalt mit 4/5 Quart (0,75 Liter) und einem Alkoholgehalt von 86 Proof (43% vol.) angegeben. Als Importeur ist Schieffelin & Co angegeben, eine 1794 gegründete Firma, die sich über einige Umwege heute im Besitz des Spirituosen-Multis Diageo befindet.

Ein paar weitere Informationen zu J. Wray & Nephew Ltd. findet ihr hier!


Im heutigen Tasting werde ich den 12 YO natürlich, zumindest in der Nase, auch mit seinem 17 jährigen berühmten Bruder vergleichen. Da der jüngere der beiden nicht oxidiert ist, ist vom Gaumen heute glücklicherweise etwas mehr zu erwarten, als das noch beim 17er der Fall war, aber na klar ist ein direkter Vergleich daher nur eingeschränkt möglich. Dennoch bin ich gespannt auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede. 

J. Wray & Nephew Special Reserve 12 YO Finest Jamaica Rum vs. J. Wray & Nephew 17 YO Jamaica Rum


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Verkostung des J. Wray & Nephew 12 YO Jamaica Rum:

Preis: unbezahlbar.

Alter: der Rum reifte 12 Jahre in Eichenfässern. Da es sich, wie beim 17 YO z.B. auch, um eine Standardabfüllung gehandelt hat, gibt es weder einen angegebenen Jahrgang noch ist bekannt, wann genau der Rum abgefüllt wurde. Die Flasche wurde allerdings schon mehrfach auf die 1960er Jahre datiert.

Lagerung: die Reifung fand komplett auf Jamaica in tropischem Klima statt.

Fassnummern: unbekannt.

Angel's Share: unbekannt. Man kann aber davon ausgehen, dass er entsprechend der tropischen Reifung bei mindestens 50% gelegen hat.  

Alkoholstärke: der Rum weist 43% vol. auf - verdünnte Trinkstärke!

Destillationsverfahren: gebrannt wurde der Rum damals sehr wahrscheinlich noch ausschließlich in Pot Stills. 

Mark: unbekannt.

Farbe: dunkles Mahagoni. 

Viskosität: viele satte, sehr eng und parallel verlaufende Schlieren rinnen an der Glaswand herab. Der Rum mutet für einen so stark verdünnten Rum doch schon sehr fett an. 

Nase: oh ja, da kommt noch ganz viel Old School Feeling rüber! Es besteht direkt und ganz unmittelbar nicht der geringste Zweifel darüber, dass ich es hier mit keinem Jamaicaner aus heutiger Zeit zu tun habe, sondern dass hier ein Destillat aus früheren Tagen vor mir steht. Solche Rums werden heute leider nicht mehr produziert. Die Nase stellt sich wunderbar tief und kräftig ein, ein volles, sehr typisches Rum Aroma kommt mir entgegen. Alkoholische Schärfe empfinde ich zu keinem Zeitpunkt. Insgesamt macht der Rum einen sehr vegetalen Eindruck. Ich habe viele pflanzliche Komponenten, wie frisch geschnittenes Geäst, Moos, Jägermeister, etwas Leder, karamellisierten Zucker, aber auch etwas Birne. Dazu kommt ganz dezent Menthol und einiges an Holz, aber eher in modriger Art und Weise, also schon gut feucht. Die Verwandtschaft zum 17 YO J. Wray & Nephew ist da, etwa wenn sie mich entfernt an Rums aus Gardel erinnern, aber beide Rums weisen doch auch schon erhebliche Unterschiede zueinander auf. So empfand ich den 17 YO als wesentlich komplexer, den 12er dagegen als etwas intensiver. Beide Rums faszinieren mich in der Nase allerdings ungemein, so dass ich wirklich dankbar bin, dass ich die Möglichkeit habe solche Vergleiche ziehen zu können, das ist wirklich grandios! 

Gaumen: zunächst machen sich am Gaumen mal die 43% vol. bemerkbar, allerdings nicht positiv. Leider ist die Verdünnung diesem ansonsten erst einmal sehr delikat anmutenden Tropfen nicht besonders bekommen und die Frage, wie solch ein Rum wohl mit 50% vol. oder mehr geschmeckt hätte drängt sich einem in geradezu wehmütiger Weise auf. Es ist wirklich ein Jammer, dass damals wie heute häufig eine derartige Menge Wasser in solch hochklassige Spirituosen gekippt und deren Genuss damit massiv beschnitten wird. Leider haben das bisher noch immer vor allem die unabhängigen Abfüller begriffen, so dass die Originalabfüller da nach wie vor Nachholbedarf haben. Das ist sehr schade! Ansonsten fallen meine Eindrücke sehr gut aus, ich empfinde den Rum grundsätzlich als überaus gelungen. Ich habe wiederum Parallelen zu Gardel. Frische und Fruchtigkeit wechseln sich ab mit Muff und vegetalen Eindrücken. Im Hintergrund finde ich dazu noch etwas leicht blumig-pafümiertes. Was mir eben fehlt, ist so ein wenig die Konsistenz. Selbst wenn man ihn lange im Mund behält, mag der Rum nicht wirklich cremig werden. Da hat der Alkoholgehalt wirklich Schaden angerichtet. Etwas besser wird es, wenn man sehr große Schlücke nimmt. Dann fällt die Verdünnung insgesamt auch weniger ins Gewicht.

Abgang: nussig, vegetal, ich habe auch ein wenig geschnittenes Geäst. Insgesamt eher unspektakulär und nicht besonders langanhaltend.

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Fazit: früher war einiges anders, aber bei weitem nicht alles besser! Ja, das Profil dieser alten Rums ist definitiv etwas besonderes, sehr außergewöhnliches und in Teilen auch unwiederbringliches, aber die starke Verdünnung verhindert leider ebenso oft einen ungetrübten Genuss und gerade ich persönlich stehe mit Wasser im Rum leider sehr auf Kriegsfuß. Unverdünnt oder zumindest wesentlich weniger drastisch verdünnt wäre dieser Rum ein ganz, ganz großer, der es sicher spielend über die 90 Punkte geschafft hätte. So aber ist er "nur" sehr gut. Davon abgesehen ist der J. Wray & Nephew Special Reserve 12 YO Jamaica Rum natürlich auch und vor allem eine flüssige Geschichtsstunde, und ich habe das Schulfach Geschichte seinerzeit geliebt. Insofern kann und möchte ich, von der enormen Verdünnung abgesehen, also auch gar nichts weiteres negatives zu diesem Rum ins Feld führen und bin froh, diese besondere Abfüllung in meinem Bestand zu wissen. Dementsprechend möchte ich jedem dem sich die Möglichkeit eröffnet solch alte Tropfen mal ins Glas zu bekommen empfehlen, diese dann auch unbedingt wahrzunehmen. Nicht jeder alte Tropfen ist ein Knaller, aber einige sind es definitiv wert gekostet zu werden und der heutige Rum gehört definitiv dazu! Ein herzliches Dankeschön geht abschließend in die Niederlande an Rene, der mir die Flasche überließ. Get well soon!

-85/100-

Bis demnächst
Flo

Sonntag, 13. Oktober 2019

Cadenhead's Guadeloupe Rhum 20 YO Gardel 1982

Liebe Rum Gemeinde,

auch wenn viele von euch diese Woche sicherlich mit einem der neuen Velier Caronis gerechnet haben, so möchte ich meinen Blick heute doch aber lieber nochmal zurückwerfen in die Vergangenheit, genauer gesagt sogar ziemlich weit zurück in die Vergangenheit, denn mit dem Cadenhead's Guadeloupe Rhum 20 YO Gardel 1982 habe ich eine echte Rum-Legende entdeckt, die ich euch keinesfalls länger vorenthalten möchte!



Meine ganz persönliche Geschichte mit dieser Abfüllung aus der lange schon ruhenden Brennerei Gardel von Guadeloupe beginnt schon im März 2018, zur Cologne Spirits, als ich die Möglichkeit hatte die Abfüllung mit Marius von SCR zusammen bei Rene van Hoven am Raritätenstand zu probieren. Wir waren beide ziemlich begeistert von dem guten Tropfen (klick für Marius' Review), auch wenn ich gestehen muss, dass ich ihn danach doch erst einmal für ziemlich genau ein Jahr aus den Augen verloren hatte. Genau ein Jahr später, zur nächsten Cologne Spirits, entdeckte ich die Flasche dann erneut bei Rene am Stand und gönnte mir erneut ein Glas.

Nun schaffte es Gardel endgültig auf meinen Zettel, woraus dann wiederum die Reviews zum Secret Treasures 1989 und zum Bristol 1992 von Gardel im Sommer diesen Jahres resultierten. Mir war klar, dass sie nicht an den Cadenhead heranreichten, zu sehr gereicht an der Stelle eine Verdünnung zum Nachteil, aber die Möglichkeit einer erneuten Verkostung des Cadenhead hatte ich eben erst einmal nicht. Das änderte sich schlagartig, als Rene sich entschloss Teile seiner Sammlung zu verkaufen und ich mir ohne zu zögern den Gardel bei ihm sicherte. Meine Freude war riesig und überglücklich holte ich die Flasche beim Rum Fest in Berlin dann schließlich bei ihm am Stand ab. Doch das ist noch nicht alles, denn, das möchte ich vorab verraten: es ist mir inzwischen ebenfalls gelungen, zwei weitere Gardel Abfüllungen von The Secret Treasures aufzutreiben, eine 14 Jahre alte Abfüllung aus 1989 und einen 11 Jahre alten Rum aus 1992! Beide probierte ich ebenfalls in Berlin im Lebensstern und beide werden hier selbstverständlich ebenfalls noch beizeiten vorgestellt. Doch jetzt soll es erst einmal ausschließlich um den Cadenhead gehen.



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Verkostung des Cadenhead's Guadeloupe Rhum 20 YO Gardel 1982:

Preis: den Ausgabepreis damals vermute ich anhand der Eckdaten zwischen 50,- und 100,- Euro. Rhum aus den französischen Departements hatte schon früher seinen Preis als andere Rhums. 

Alter: der Rum ist 20 Jahre alt, lag von 1982 bis Januar 2003 im Fass.

Lagerung: unklar. Da nicht selten auch gereifte Fässer von den französischen Antillen nach Europa gelangten, ist eine tropische Lagerung möglich, mindestens teilweise. Die Farbe des Rhums spricht klar dafür und ich unterstelle da auch einfach mal, dass nicht gefärbt wurde. Andere Gardel sind ja ebenso dunkel.

Fassnummer: unbekannt.

Angel's Share: keine Angabe

Alkoholstärke: 57,8% vol. - Fassstärke!

Destillationsverfahren: der Rhum wurde via Column Still gebrannt.

Mark: unbekannt.

Farbe: sehr dunkel, im Glas leuchtendes Mahagoni.

Viskosität: der Rum bildet satte, enge, regelmäßige Schlieren am Glas und läuft träge und langsam an der Glaswand herab. Man möchte fast meinen, er haftet am Glas.

Nase: Ohh jahh! :-) Volltreffer! Das Profil, was wir vor allem beim The Secret Treasures 1989 gefunden haben, erkenne ich hier auch direkt wieder und bin, anders kann man es kaum beschrieben, geflasht! Ich bin von Gardel aller spätestens seit eben jenem The Secret Treasures ja wirklich begeistert, aber der hier toppt das direkt noch einmal! Wunderbar warm, kräftig, schwer, tief, dabei aber überhaupt nicht alkoholisch empfängt mich der Rum in der Nase. Ein solch komplexes Aromen-Feuerwerk findet man nicht alle Tage vor und schon jetzt bin ich gespannt, ob es mir auch nur annähernd gelingen wird, in Worten wiederzugeben was mich hier im Glas gerade übermannt! Wie schon beim 1989er ist mein Gefühl schon deutlich, dass das hier in die französische Richtung geht, auch wenn der Rhum sicherlich nicht die klassischen Komponenten eines Agricoles aufweist. Er ist weder so trocken und erdig, noch so "muffig" wie ich den klassischen Agricole empfinde. Stattdessen hat der Gardel etwas unglaublich pafümiertes, was ich so noch bei keiner anderen Destille wahrgenommen habe. Darüber hinaus fällt die fortgeschrittene Reife definitiv auf. Der Rum hat einen tollen, intensiven, aber nicht zu starken Fasseinfluss erhalten, der diesen Rhum schon zu etwas ganz besonderem macht. Ansonsten geht das alles sehr in eine trocken, würzige, aber auch fruchtige Ecke mit überreifen Bananen und Aprikosen, aber auch Eukalyptus und karamellisiertem Zucker. Ein Mega Rum!

Gaumen: der Rum muss kurz gezügelt werden, kommt dann aber sehr mild und wenig scharf daher. Der Alkohol ist hervorragend eingebunden! Der erste Eindruck ist dann erst einmal ganz simpel, nämlich dass dieser Rum unglaublich lecker ist! Die pafümierte Komponente zeigt sich auch am Gaumen stark ausgeprägt und scheint einfach die Signature-Note von Gardel zu sein. Ganz, ganz eigen! Dahinter wird es dann mannigfach. Ich muss gestehen, dass ich hier nur sehr unzureichend wiedergeben und beschrieben kann was ich wahrnehme, zu ungeübt sind meine Sinne auf diesem, für mich ungewohnten, Gebiet! Es gesellen sich auf jeden Fall Tannine vom Holz, etwas nussiges, pflanzliche Assoziationen, sowie eine großzügige Ladung Anis dazu, auch etwas muffiges nehme ich wahr, kann das aber nicht zuordnen. Das ganze kommt auf jeden Fall in einer trocken, würzigen, aber durchaus auch leicht süßen Charakteristik daher und mutet auf mich wahnsinnig komplett an. Es fehlt dem Rum an nichts und es gibt gleichzeitig auch nichts, was mich irgendwie stören würde. Am Gaumen möchte ich, anders als in der Nase, dann doch beinahe wieder an ein Destillat aus frischem Zuckerrohrsaft glauben, aber mir wurde mehrfach berichtet, dass es sich bei den Rhums aus Gardel um Rhums aus Melasse handelt. An anderer Stelle ist das in dieser Form meines Erachtens wiederum auch ebenso wahrzunehmen. Ein Hybrid läge also nahe. Zum Schluss wird der Rum dann immer cremiger und, das hatte ich selten, schon beinahe zu cremig, so dass sich ein Gefühl einstellen kann, als würde der Rum auf der Zunge zerfallen. Da muss man für sich den Absprung schaffen und den Rum rechtzeitig in den Abgang entlassen. Dann aber, ist das hier wirklich perfekter Genuss!

Abgang: im Finish finden sich dann noch einmal, vereinfacht gesagt, alle wesentlichen Merkmale, die den Rum bis hier hin ausgezeichnet haben, an vorderster Front natürlich die pafümierte Signature-Note. Dazu halten die Eindrücke ungewöhnlich lange an. Klasse!

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Fazit: ihr Lieben, auch wenn ich meine Assoziationen zum Rum heute ungewohnt wenig benennen konnte und der Fokus daher auf der reinen Charakterisierung lag, so dürfen keine Missverständnisse darüber aufkommen, dass dieses für mich ohne Wenn und Aber einer der allerbesten Rums ist, die ich je im Glas hatte! Schon beim Secret Treasures 1989 habe ich mich zu der Einschätzung hinreißen lassen, dass dieser Stil in unverdünnter Form das Potenzial für ganz, ganz großes hat und ich fühle mich darin heute mehr als bestätigt! Überrascht hat mich vor allem, dass das Fass trotz der erheblich längeren Lagerung im Vergleich zum Secret Treasures keine Überhand genommen und den Rum nicht verholzt hat, sondern zur Perfektion geschliffen. An diesem Rum gibt es nichts(!), was man hätte besser machen können! Extra-Klasse! Überragend! Der Stil Gardels wird dementsprechend in Intensität, Komplexität und Einzigartigkeit meines Erachtens nur von tropisch gereiften Caroni, Demerara und St. Lucia Rums, sowie von Rockley, Long Pond und Hampden Rums erreicht. Outstanding unique Stuff! Das Bedauern darüber, dass wir solche Rums durch die Demontage der Brennapparate bei Gardel in den 1990er Jahren nie wieder sehen werden, kann ich ebenso wenig gänzlich in Worte fassen, wie meine geschmacklichen Wahrnehmungen und Assoziationen zum Rum.

-96/100-

Bis demnächst,
Flo

Freitag, 6. September 2019

German Rum Festival 2019 - Tag 1

Liebe Rum Gemeinde,

am vergangenen Wochenende fand vom 31. August bis zum 1. September 2019 das 9. German Rum Festival in Berlin statt. Ich war in diesem Jahr auch am Start und hatte gestern ja bereits über das Warm Up am Tag zuvor berichtet. Heute berichte ich euch dementsprechend vom Samstag, dem ersten richtigen Messe-Tag. 


Samstag, der 31. August 2019:

Freunde - was war das denn noch für ein Abend gestern?! 😄😅 Mit einem trockenen Mund voller Kirsch-Caroni-Geschmack wachte ich zu fortgeschrittener Uhrzeit am Samstagmorgen (immerhin: es war noch morgen!) auf und der erste Gedanke war: "So, ich wäre dann mit der Messe jetzt eigentlich auch schon durch." Hammerhart, das war wohl gestern doch etwas mehr als ich dachte.😉 Nach einem kurzen Frühstück im Garten (ich kam für die Tage dankenswerter Weise bei einem befreundeten Rum Geek unter - vielen lieben Dank dir an dieser Stelle noch einmal!) machten wir uns zu zweit auf den Weg zur Messe, so dass wir pünktlich zum Start um 12.00 Uhr da waren. Unterwegs trafen wir dann auch noch Marius (SCR) und Maik (RUMBOOM), sowie kurz darauf auch den Rest unserer Truppe. Schnell zeigte sich, dass der gestrige Abend uns allen noch ganz gut in den Knochen steckte und so ließen wir es erst einmal langsam angehen. Als erstes schaute ich bei Rene van Hoven am großartigen Raritätenstand vorbei und sicherte mir dabei auch ein paar ganz feine Tropfen aus Guadeloupe (Gardel) und Jamaica (Wray & Nephew). Vielen lieben Dank dir, Rene, an der Stelle noch einmal! Es ist für mich immer wieder außergewöhnlich zu sehen, was für Schätze aus längst vergangenen Tagen du geschafft hast zusammen zu tragen. Wow! 




Als nächstes blieb ich für längere Zeit am Stand von Kirsch Whisky hängen. Ob das an den hervorragenden Caroni-Abfüllungen, u.a. hatten sie alle vier Employees dabei, dem sympathischen Team, dem dort angebotenen frisch (und selbst) gepressten Zuckerrohrsaft mit J.M. Blanc oder daran lag, dass ich auch einen alten Freund dort wiedergetroffen und lange mit ihm geschnackt habe... ich tippe mal auf alles zusammen. 😊 Aber ganz im Ernst: J.M. mit Cane Juice... ich bin wirklich kein großer Fan von Agricole, aber DAS könnt ich den ganzen Tag trinken! Unfassbar süffig und lecker! Für mich ein heimliches Highlight der Messe! Das ganze kippte dann so ein wenig, als der Steffen, momentaner Autor eines Buches über Caroni, dazu kam, und seine Flasche Caroni Stallion Puncheon Rum, eine ungelagerte Originalabfüllung der Destillerie (zu aktiven Zeiten für den heimischen Markt bestimmt) mit 75% vol. den Jungs von Kirsch zum Vermixen zur Verfügung stellte. Ich dacht, ich werd blind! Unfassbar scharf und alkoholisch, aber es war super, sowas mal im Glas zu haben und es ist ja auch nicht unwahrscheinlich, dass der auch auf Trinidad mal in dieser Kombination über die Theken ging. Aber nach dem Drink und in der Kombination mit der Hitze in der Halle und auch draußen hatte ich gefühlt meinen Pegel vom Abend davor mit einem Schlag zurück! 😂 Es war wirklich unfassbar heiß an diesem Tag! Dass mir die Caroni Employees ansonsten natürlich zusagten, wird vermutlich niemanden hier ernsthaft überraschen. Vom neuen 1998er war ich zwar etwas enttäuscht, aber insbesondere die beiden 1996er sind einfach eine Macht! Viel besser geht es nicht. 

Die Zuckerrohr-Presse: Cane-Juice gegen Muskelkraft - ein fairer Deal!

Velier Caroni Employees 1. & 2. Serie; daneben der Vale Royal 2006

Caroni Stallion Puncheon Rum mit 75% vol. in einem Bett aus Zuckerrohr


Im weiteren Verlauf machte ich selbstverständlich auch Halt bei Joshua und Gregers am Stand von 1423 World Class Spirits. Von den aktuellen Releases hatte mich zwar nichts so richtig angesprochen und auch den DOK 2.0 brauchte ich nicht noch einmal, zumal ich ihn für einen fast ungelagerten Rum doch ziemlich ambitioniert im Preis empfinde, aber es gab dort zwei Rums aus Ghana, die meine Aufmerksamkeit erregten. Seeeehr spannender Stoff, hat mir sehr gut gefallen! Ich hoffe, dass da noch was nachkommen wird. Darüber hinaus hatte Gregers dann aber auch noch einen alten Lemon Hart Rum aus den 1970s am Start, der wirklich lecker und eine super Erfahrung war! Vielen Dank dir dafür! 

Hier sehen Sie das wichtigste Bottling des Samstags.
Rechts daneben im Vordergrund: die hervorragenden zwei Ghanaer ;-)
Source: C.S. Thx :-)

Mange tak, Gregers! 

Fündig auf meiner Suche nach gutem Stoff wurde ich natürlich auch am Stand von RA. Schon gestern auf der Bootstour gab es das eine oder andere ins Glas, aber heute wurde nochmal probiert. Mein Augenmerk fiel dabei erneut auf den "Unshared Cask" Savanna exklusiv für RA, der schon sehr untypisch daher kommt und der als Traditionel von den Grand Aromes natürlich ein ganzes Stück weit weggeht. Gespannt war ich außerdem darauf, den Trelawny Double Cask noch einmal zu probieren. Hampden C<>H 1998, sowie Long Pond 2000 geblendet und das für unter 50,- Euro? Das erregt natürlich Aufmerksamkeit und Neugierde gleichermaßen. Als Ester-Fetischist hätte ich mir den C<>H natürlich als Single Cask gewünscht, aber man kann eben nicht immer alles haben. 😉 Davon abgesehen weiß der Rum für seinen Preis aber absolut zu überzeugen und die unterschiedlichen Einflüsse der beiden Fässer kommen klar heraus. Dominiert in der Nase noch der Hampden, so ist es am Gaumen dann der Long Pond und im Finish wieder Hampden. Gerade im Drink könnte das mal wieder ein echter PLV-Kracher sein, denn der Preis machts möglich. Ich bin gespannt und werde das die nächsten Wochen über mal ausprobieren. Ich stell' schon mal das Tonic kalt. 😎 Nunja, und dann war da ja noch der 12 jährige Inner Circle Rum aus Australien. Ich hatte aus Down Under bisher noch nicht viel, aber der Inner Circle Green Dot vor einigen Jahren war gut und dieser hier ist ebenfalls einen Blick wert, auch, oder gerade weil das schon sehr krasser Stoff ist! In der Nase merkt man ihm sein junges Alter noch sehr an, aber am Gaumen macht er dann richtig was los und gefällt mir dort super! Birnen-Bombe! Was kostet der? Unter 40,- Euro? Klare Kaufempfehlung! 
Als Highlight konnten wir dann auch noch den RA Hampden HGML aus 1983 mit der neuen Abfüllung von Valinch & Mallet aus gleichem Jahrgang direkt miteinander vergleichen. Da schlägt das Nerd-Herz natürlich höher. Für mich war der RA der bessere Rum, zwei andere Nerds, die noch mit verkosteten, sahen das genauso. Am Ende sind das natürlich nur Nuancen, aber bei den Summen, die da im Raum stehen, entscheiden diese dann oft und hier würde ich mich eben für den RA entscheiden. 





















Ansonsten verbrachte ich an diesem Tag auf der Messe ganz viel Zeit damit, mich mit netten Menschen, Gleichgesinnten und alten Weggefährten lange zu unterhalten und mich auszutauschen und gleichzeitig neue Kontakte zu knüpfen. Ich war darüber hinaus aber doch auch positiv überrascht davon, wie stark die Messe, auch aus dem Ausland, angelaufen wird, was dem ganzen ein wahnsinnig tolles Flair gibt. Insbesondere wie viele meiner Nachbarn aus Dänemark auch dort waren hat mich sehr gefreut. Mein Dank und meine Gratulation gehen dazu dementsprechend an Dirk Becker und sein Team, die das nun in vielen Jahren aufgebaut und zu dem gemacht haben. Super Klasse!

Caroni for Danish Caroni Fanclub


1,5 Std. Warten haben sich doch noch gelohnt!
Stärkung am Mittag - Vielen Dank nach HH! :-) 
Catch of the Day!

Am Abend nach der Messe ging es dann weiter und abermals in den Lebensstern. Zuvor allerdings aßen wir eine Etage tiefer im Garten vom Einstein in einer super entspannten und ausgelassenen Runde alle noch ein riesiges, leckeres Wiener Schnitzel! Anschließend ging es dann weiter, noch ein paar Cocktails trinken - und hoffen, dass es endlich abkühlen würde. Für heute allerdings sollte dieser Wunsch, als wohl so ziemlich einziger an diesem Tage, offen bleiben. Was für ein geiler Tag! Vielen Dank an alle von euch da draußen, die ihn dazu gemacht haben! Es war mir eine Ehre!

To be continued... 

Flo

Sonntag, 13. Januar 2019

Velier Demerara Rum 25 YO Albion 1986

Liebe Rum Gemeinde,

der Jahreswechsel ist durch und ihr seid alle hoffentlich gut ins neue Jahr 2019 hereingerutscht - das bedeutet also, dass dies der erste Rum ist, der in diesem Jahr auf BAT verkostet wird. Und dementsprechend habe ich mir da mit dem Albion 1986 auch gleich mal eine echte Granate für euch rausgesucht! Let's go!



Moment mal?! Erst Scoring, nun Demerara Rum?! Auf BAT?! Alles neu in 2019?! Ja, zugegebener Maßen bin ich grundsätzlich kein besonders großer Fan der Rums aus Guyana und dementsprechend waren diese bisher auch durch mich hier nicht vertreten. Das war bis 2015 immer der Part von Leo oder Marco und blieb im Anschluss daran, nach Leos Ausstieg und Marcos Umzug, leider verwaist. Leider, da ich weiß, dass viele von euch da draußen sehr auf Demeraras abfahren, aber ich kann mich nur schwer konstruktiv zu einem Stil äußern, der mir selbst nicht zusagt. Warum dann aber der Albion? Ganz einfach: der Albion-Stil ist die berühmte Ausnahme von der Regel! Dieser Stil gefällt mir nämlich ganz hervorragend.

Doch zunächst zum Rum selbst: beim Thema Albion muss ich ein klein wenig weiter ausholen, denn grundsätzlich haben wir es dabei mit einer Destillerie in Guyana zu tun, die es schon seit bereits fünfzig Jahren nicht mehr gibt, seit 1968 nämlich, und die dementsprechend auch gar nicht mehr unmittelbar für den heutigen Rum verantwortlich ist, gar nicht mehr verantwortlich sein kann. Wie der Name Albion dennoch auf das Label gelangen konnte? Nun, bei Albion handelt es sich, vereinfacht gesagt, inzwischen nicht mehr um eine aktive Brennerei, sondern nur noch um deren mutmaßlichen damaligen Stil, der als solcher auch über die Jahrzehnte noch namentlich erhalten blieb und in Form von Marks weiterhin zum Repertoire verschiedener Destillerien in Guyana gehörte und möglicherweise auch nach wie vor gehört. Das ist durchaus nicht ungewöhnlich für Demerara Rum, denn inzwischen existiert mit der Diamond Distillery nur noch eine einzige Destillerie in Guyana, aber es gibt trotzdem noch viele verschiedene Stile die auch namentlich bekannt sind und die auch immer wieder von unabhängigen Abfüllern auf die Flasche gebracht werden. Weitere Beispiele sind Port Mourant oder Enmore, die auch beide Schnittpunkte mit der Geschichte Albions haben.

Der Stil Albion wird durch die Marks AN und AW bezeichnet. Ob diese auch schon zu aktiven Zeiten Albions (1802/1803 bis 1968) verwendet wurden, oder nachträglich von späteren Destillerien zur Differenzierung und Unterscheidung von ihren hauseigenen Rums eingeführt wurden, weiß ich nicht. Laut Marco Freyer wurde der ursprüngliche Rum von Albion möglicherweise bereits in einer hölzernen Coffey Still gebrannt, während es gleichzeitig aber auch Hinweise gibt, dass in Albion in den Jahren vor der Schließung auch mit der Double Wooden Pot Still von Port Mourant destilliert wurde, welche sich zu diesem Zeitpunkt, in den 13 Jahren zwischen der Schließung Port Mourants im Jahr 1955 und der Schließung Albions im Jahr 1968, dort befunden haben soll. Unklar scheint mir dagegen, warum die Still von Port Mourant nach 1968 zu Uitvlugt ging, während das stilistische Erbe Albions anschließend bei Enmore produziert wurde, denn für alle neuzeitlichen Albions wird eine Wooden Coffey Still als Quelle angegeben, und da stand die letzte ihrer Art in Guyana eben in Enmore (bis auch dieses 1994 geschlossen wurde). Für unseren heutigen Rum bedeutet das also, dass es sich ganz genau betrachtet um einen Enmore Rum handelt, der im Jahr 1986 in der EHP Still im alten Stile Albions gebrannt wurde. Da wiederum ein Stil Albions nachgeahmt wurde, der wohl zwischen 1955 und 1968 mit der Double Wooden Pot Still von Port Mourant erzeugt wurde, trägt der Rum das Mark AW und nicht das Mark AN, welches wohl eher für den ursprünglicheren Stil stand.  Hinweise darauf, dass einer der ursprünglichen Brennapparate von Albion die Zeit der Destillerie Albion überdauert haben könnte, gibt es nicht. Eine solche Still war an keinem der Rums, die wir heute als Albions kennen, in irgendeiner Weise beteiligt. Lediglich der Geschmack soll an den Rum angelehnt sein, wie er damals produziert wurde. Hinreichend nachzuvollziehen ist das aber leider nicht mehr. Das Fass, in welchem der Rum lag trug die Nummer #10546 und lag vermutlich mindestens bis zur Schließung Enmores 1994 dort. Anschließend wanderten die Stills aus Enmore nach Uitvlugt, von wo sie Ende 1999 nach Diamond kamen. Ob das auch für die Fässer galt oder ob alte Lagerhallen aus Enmore möglicherweise weitergenutzt wurden, entzieht sich aber meiner Kenntnis. Spätestens ab dem Jahr 2000 lag dann aber wohl alles bei Diamond. 2011 wurde der Rum dann mit einem Alkoholgehalt von 60,6% vol. abgefüllt.
Wer da noch tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem empfehle ich die Lektüre dieses Artikels zu Demerara Rum.

Zum ganz persönlichen Gossip gehört es, dass ich zu diesem Tropfen auf der Cologne Spirits 2018 am Stand von Rene van Hoven gekommen bin, wo es den Albion zu einem, für heutige Verhältnisse, unfassbar fairen Preis zu probieren gab. Von den insgesamt vier Albions, die es in Fassstärke gibt, war dies, nach dem 25 YO Albion AN 1983 und dem 17 YO Albion AN 1994, der insgesamt dritte für mich. Und um den Rum auch einmal ganz in Ruhe für den Blog, und damit für euch, verkosten zu können, konnte ich gar ein kleines Sample für zu Hause erwerben. Vielen Dank noch einmal an Rene!






Verkostung des Velier 25 YO Albion 1986:

Preis: der Ausgabepreis wird bei ca. 120 Euro gelegen haben. Heute hingegen wird es nicht einmal reichen, eine Null hinten dran zuhängen. Kaum irgendwo hat der Preiswahnsinn so zugeschlagen wie bei den Full Proof Demeraras von Velier.

Alter: der Rum ist 25 Jahre alt und reifte von 1986 bis 2011 im Einzelfass.

Lagerung: die Reifung fand von 1986 bis 2011 bei DDL in Guyana statt.

Fassnummer: #10546

Angel's Share: unbekannt. Er wird aber, gemessen daran, wie hoch er bei vergleichbaren Rums ausfällt, bei über 85% gelegen haben. 

Alkoholstärke: Full Proof - der Rum hat eine Fassstärke von 60,6% vol.

Destillationsverfahren: der Albion entstammt einer Wooden Coffey Still.

Mark: AW

Farbe: wunderbares tief braunes Kupfer, Mahagoni. 

Viskosität: satte, fette und breite Schlieren bilden sich an der Glaswand, die schnell an der Glaswand herunterlaufen. Wahnsinnig ölig!

Nase: Boah! Was für eine Nase! Sehr, sehr voll und reichhaltig. Tief. Komplex. Was für eine Bombe! Das hohe Alter und die tropische Reife merkt man dem Rum sofort an. Alkoholische Schärfe habe ich, nach ca. 45 Minuten des Atmens, kaum. Das Bouquet ist überaus üppig und erinnert mich spontan an sehr alte, tropisch gereifte Caroni. Ich habe zu Beginn eine deutliche Klebstoffnote (Pritt-Stift) und dahinter eine herrliche, natürliche Süße, die mich an Rosinen und andere Trockenfrüchte erinnert. Dazu kommen auch Karamell und Toffee. Danach gesellen sich dann sowas wie Holzlack, Petroleum, Terpentin und etwas Metallisches dazu, was mich an dieser Stelle besonders an die Caroni erinnert. Dahinter donnern dann aber auch schon die Tannine heran, und das gewaltig! Jetzt habe ich ganz viel Eichenholz vom Fass dabei, allerdings super integriert. Der Rum ist nicht verholzt, überhaupt nicht! Peripher erhasche ich Leder und Anis. Wow! Ich könnte ewig an diesem Rum herumschnüffeln.

Gaumen: mhmmm! Ein wunderbar gesetztes Destillat! Die alkoholische Schärfe blitzt nur zu Beginn kurz auf und macht dann Platz für Rum-Flavor ohne Ende. Der Albion ist vollmundig, wunderbar cremig und auch dezent adstringent. Das folgende Aromenfeuerwerk wird von einer schönen Süße eingeleitet, der eine unfassbar geile Holznote mit Earl Grey Tee und Anis folgt. Süße und Bitterkeit gehen hier in einer sehr, sehr gewinnbringenden Liaison zusammen. Mit dabei ist auch Teer, der mich wiederum sehr an Caroni erinnert, sowie etwas medizinisch anmutendes. Darauf folgt eine tolle Spur Nelke, die in den Abgang führt.

Abgang: Holzlack und Eichenholz satt! Dazu kommen Anis und Nelke. Trocken, bitter, aber nicht unangenehm bitter. Der Albion 1983 z.B. war in puncto Bitterkeit sehr viel intensiver. Das ist ganz große Klasse!

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Fazit: ich bin wahrlich kein ausgewiesener Fan von Demerara Rum und selbiges gilt auch für viele Rums aus Column Stills... und doch zählt dieser Albion für mich zu den wirklich allerbesten Rums, die es jemals für bares Geld zu kaufen gab! Es ist dieser eine Stil, der für mich ganz persönlich nicht nur die Ausnahme von der Regel in Bezug auf Demerara Rums markiert, sondern der darüber hinaus auch so einiges in den Schatten stellt, was bei mir generell schon auch einen sehr hohen Stellenwert genießt. Sollte ich meine persönlichen Top 5 Rums überhaupt benennen müssen, so wäre dieser Rum also sehr wahrscheinlich dabei. Mein Favorit unter den Demerara Rums ist er selbsterklärend ohnehin und auch mein Favorit unter den Albions, die ich bisher im Glas hatte (AN 1983 FP, AW 1986 FP & AN 1994 FP) ist ganz klar und eindeutig der Albion 1986. Er ist darüber hinaus eine Demonstration dessen, was tropische Reife kann und wir können denke ich alle nur hoffen, dass uns eines Tages seitens DDL wieder die Möglichkeit eröffnet wird, solche Rums erneut kaufen und trinken zu können* - ein Ausnahme-Tropfen, mehr als würdig hier auf BAT den Jahresauftakt und das erste große Ausrufezeichen im neuen Jahr zu setzen!

-97/100-


*das heutige Review entstand, noch bevor die Ankündigung draußen war, dass es von DDL im Rahmen der El Dorado Rare Collection demnächst eine Albion-Abfüllung aus dem Jahr 2004 (und auch einen Skeldon aus 2000) geben wird. Das feiere ich natürlich sehr und bin schon gespannt wie nur irgendwie, wie sich diese neuen Rums machen werden. Nach Möglichkeit stelle ich euch die Tropfen dann auch vor.

Ich wünsche euch allen an dieser Stelle nun noch einmal einen entspannten Start ins Jahr, wünsche euch gutes Gelingen bei all euren Vorhaben und Vorsätzen, seien sie vielleicht auch noch so ambitioniert, und wie immer natürlich auch ein glückliches Händchen auf der Jagd nach flüssigen Schätzen. Das werden wir alle wohl auch in diesem Jahr wieder brauchen.

Bis dahin,
Flo

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Barrel Aged Thoughts 2018 - Ein Rückblick

Liebe Rum Gemeinde,

das Jahr 2018 neigt sich dem Ende entgegen und hinterlässt uns glücklicherweise auch einige Rum-Abfüllungen, über die es sich glaube ich durchaus lohnt, noch einmal zu sprechen. Um eines dabei aber vorweg zu nehmen: anders als 2017 war 2018 aus meiner Sicht nicht das Jahr der absoluten und unbedingten Highlights. Keiner der Rums dieses Jahr wäre aus meiner Sicht z.B. ein echter Kandidat für eine Top 10 Liste des gesamten Jahrzehnts, während sich dort 2017 schon mindestens zwei Rums fanden, die für mich ganz sicher in einer solchen Rangliste vertreten wären. Was nun aber vielleicht für den einen oder anderen nach Enttäuschung klingt, ist in Wahrheit einfach eine (leider nur semi-elegant gelungene) Überleitung dahin, dass das Jahr 2018 für mich zwar nicht unbedingt eines ist, welches zu großen und lauten Rankings einlädt, wohl aber ein überaus spannendes Jahr gewesen ist, mit vielen Premieren, einem Messebesuch in Köln, neuen Wegen, weiter beschrittenen Wegen und vielen vielleicht nicht überragenden, aber sehr soliden Rums - und natürlich einem gigantischen Sommer mit unzähligen Mai Tais! Ein Rückblick.




Prolog:

Meine Reise durch 2018 beginnen möchte ich im Epilog von 2017, als ich meine Hoffnungen und Erwartungen auf das nun demnächst hinter uns liegende Jahr wagte. Mein Fokus lag dabei auf New Yarmouth, St. Lucia Distillers, der South Pacific Distillery und auch auf Sancti Spiritus als ewiger Geheimfavorit. Kurz und schmerzlos kann man denke ich konstatieren, dass sich da, bis auf New Yarmouth, leider nicht viel getan hat. Das ist zwar einerseits schade, ganz persönlich hatte ich gerade bei St. Lucia wirklich stark gehofft, aber auf der anderen Seite bin ich doch sehr erfreut darüber, dass New Yarmouth keine Eintagsfliege geblieben ist, sondern sich innerhalb eines Jahres einen festen Platz innerhalb der Szene gesichert hat. Und das vollkommen zurecht, wie ich finde!


Cologne Spirits: 

Im März stand dann die Cologne Spirits in Köln an, und damit die erste Premiere in diesem Jahr, auf die ich gerne eingehen möchte. Marcus Stock und Christoph Schreiber organisierten mit großem Erfolg eine weitere große Rum- und Spirituosenmesse in Deutschland neben dem German Rum Fest in Berlin, die in 2019 auch seine Fortsetzung erfahren wird. Neben erstklassigen, interessanten und spannenden Ausstellern zu aktuellen Abfüllungen konnte mich vor allem der Raritäten-Stand von Rene van Hoven begeistern, an dem auch Bottlings aus längst vergangenen Tagen probiert werden konnten. Viele davon sogar zu mehr als fairen Kursen - ich sag' nur Albion 1986 *hust* :-) Vielen Dank dafür noch einmal, Rene und ich hoffe, dass man dich dort 2019 auch wieder findet! 
Darüber hinaus bot die Messe aber auch den Rahmen und die Möglichkeit für einige von uns Bloggern und anderen Rum-Nerds, sich in privater Runde zusammenzufinden und vieles zu probieren und sich auszutauschen. So entstand ein unvergesslicher Abend bei Marius von SCR, bei dem ich während der drei Tage in Köln auch unterkommen konnte. Vielen Dank noch einmal für alles!



Mein Bericht zur Cologne Spirits: Messebericht


BAT on facebook:

Nur einen Monat später, im April, folgte dann für mich ganz persönlich ein Sprung über den eigenen Schatten, indem ich eine Facebook-Präsenz für BAT einrichtete. Ja, hab ich wirklich gemacht. Ich, der immer dagegen war. Aber wie war das? Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit? Die Erkenntnis, dass ich mich nicht jedem ungeliebten Wandel auch immer verschließen kann, war an dieser Stelle größer, als meine persönliche Abneigung, die deshalb ja keineswegs vollständig gewichen ist. Und ohne jeden Zweifel hat diese Entscheidung BAT genutzt, größer gemacht und vor allen Dingen auch internationaler gemacht. Zwar schreibe ich auch weiterhin auf Deutsch, da das die einzige Sprache ist, in der ich mich meinen eigenen Ansprüchen gegenüber gerecht ausdrücken kann, aber die Reichweite hat dennoch stark zugenommen. Somit kann ich inzwischen, nach acht Monaten, sagen, dass das der absolut richtige Schritt war.

facebook.com/mybarrelagedthoughts/


Hampden DOK:

Noch im gleichen Monat stand dann bereits das nächste Highlight 2018 und eine weitere Premiere an, nämlich der Release des Letters of Marque Hampden DOK 8 YO Jamaica Rum in voller Fassstärke! Wir als Blogger von SCR, RUMBOOM und BAT hatten uns mit Sascha zusammengetan und bei der Main Rum Company auf der Insel einen Hampden DOK aufgespürt. Diesen holten wir dann mit der Hilfe des unabhängigen Abfüllers The Rum Cask ins Land, die letztlich dann auch das Bottling übernahmen. Der LoM war zwar nicht der erste DOK am Markt, das war meines Wissens nach der Kintra aus dem gleichen Jahrgang, aber er war der erste, der in voller Fassstärke abgefüllt wurde und der auf dem Label auch als DOK ausgewiesen war. Der gesamte Prozess zog sich über ein dreiviertel Jahr hin und wir bekamen in der langen Zeit, in der immer wieder einiges an Geduld gefragt war, viele Einblicke in die Arbeit eines UA (IB) und ich möchte auch diesen Moment nicht ungenutzt lassen und Jens und dem gesamten Team bei TRC sehr herzlich für die Zusammenarbeit danken! 
Geschmacklich war der DOK meines Erachtens ein guter Rum, den ich auch pur nach wie vor gerne trinke, aber in Konkurrenz zu lange gereiften Hampden aus den 1990ern und frühen 2000ern steht er für mich noch nicht. Da besteht bislang schon nochmal ein Qualitätssprung in meinen Augen, aber das ist bei gerade einmal acht Jahren Reife auch nicht verwunderlich. Es ging hier darum, diese Extremität einmal erlebt zu haben und zu sehen, wo Hampden sein eigenes Maximum hat und in dieser Hinsicht war der DOK sehr aufschlussreich, denn anders als ich erwartet hatte, bot auch der DOK ein Ester-Level, welches ich noch als angenehm zu trinken empfinde. Wo der Rum dann mit 15 bis 20 Jahren steht, da bin ich schon sehr gespannt!
Ein Gewinn war der DOK auf jeden Fall aber auch für den Mai Tai und fast wirkte es schon ein wenig so, als ob man ihn extra für diesen extrem trockenen Sommer und damit für die bitter benötigten kühlen Drinks bestellt hätte.



Review zum Letter of Marque 8 YO Hampden DOK 2009
➜ Review zum Mai Tai mit Letter of Marque 8 YO DOK 2009


Caroni:

Die erste Jahreshälfte und auch die Jahresmitte waren bei mir aber auch geprägt von Tropfen, die schon vor 2018 erschienen sind und die vermutlich im Jahr 2000 das letzte Mal destilliert wurden: die Rede ist natürlich von Caroni! Ich habe mir damit zunächst viel Zeit gelassen, um erst einmal einen breiteren Überblick über Caroni insgesamt zu bekommen und dann damit begonnen viele dieser Rums, vor allem von Velier, hier zu verkosten und vorzustellen, da sich Caroni bei mir in 2018 definitiv als eine neue Liebe, zwischen Jamaica und dem so genannten "Rockley"-Style von Barbados verfestigt und etabliert hat. Schade, dass es die Preisentwicklung einem immer schwerer macht, an noch weitere Flaschen zu gelangen. Nichts desto weniger bin ich aber natürlich weiterhin motiviert, so viele Abfüllungen wie möglich noch zu probieren, bevor man letztlich wohl nie wieder dran kommen wird.

Hier eine Auswahl an Caroni-Reviews aus diesem Jahr:


Neuheiten und Premieren:

Natürlich wurden in 2018, und insbesondere in der zweiten Jahreshälfte, auch einige Neuheiten veröffentlicht, von denen einige auch durchaus Aufsehen erregen konnten. Von Hunter Laing (Kill Devil) beispielsweise wurden für The Whisky Barrel je zwei Rums aus Hampden der Jahrgänge 2007 und aus 2001 veröffentlicht, wobei insbesondere der Jahrgang 2007 für Konfusion sorgte, da Hampden zu dieser Zeit geschlossen war. Es kam dann heraus, dass es durch National Rums of Jamaica (NRJ) zu dieser Zeit eine Art Probe-Destillationsdurchlauf gegeben haben soll, aus dem dann diese Rums resultiert seien. Beide Rums schmeckten hervorragend und hatten einen sehr hohen Estergehalt. Eine unerwartete Entdeckung in 2018!

➜ Review zum Kill Devil Jamaica Rum 10 YO Hampden 2007


Bereits recht früh in 2018 wurde bekannt, dass auch Velier wieder einiges vorhaben würde in diesem Jahr. Zu Beginn erschienen bereits zwei Caroni aus dem Jahr 2000, jeweils für den US-, bzw. den EU-Markt gedacht und einige Zeit später kam dann auch noch ein Caroni 100th Anniversary Bottling, in einer Flasche, die komplett einer Abfüllung aus den 1940er Jahren nachempfunden war. Es machten aber auch Gerüchte um einen Heavy Type Antigua Rum und um vier Rums aus Long Pond schnell die Runde, sowie um eine so genannte Employee-Serie, mit welcher man ein Tribute für die ehemaligen Arbeiter von Caroni setzen wollte. Diese erschienen dann in der zweiten Jahreshälfte und waren, wie zu erwarten, von großem Interesse begleitet. Mein heimliches Highlight war tatsächlich auch der Antigua, der sehr fair bepreist daher kam und im Grunde für mich all jene Kriterien erfüllte, die ich an einen Rum habe, wenn es mal nicht das ganz große Kino sein soll. Stichwort: Barbeque! Seitdem ist bei mir auch eine barbadische Destillerie komplett aus allen Regalen ausgezogen, deren Namen ich bereits vergessen habe. Sowas kommt vor, war wohl nicht so wichtig. 😄
Für mich als Jamaica-Head in besonderem Maße spannend waren aber natürlich die vier Long Ponds, der Cambridge, der Vale Royal, der TECA und der TECC, deren jeweilige Geschichte ich euch im Zuge der Releases mit großer Freude dargelegt habe. Bis auf den Vale Royal waren das auch alles Stile, die es so bisher nie abgefüllt zu kaufen gab, und die uns Connaisseuren somit erstmals zugänglich gemacht wurden. Mein persönlicher Favorit, zum Zeitpunkt der Reviews wollte ich mich da noch nicht festlegen, ist aber inzwischen der Vale Royal, der darüber hinaus auch das klar beste Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist. Ein wirklich starker Rum, den ich sehr empfehlen möchte. Eine Blindverkostung vor kurzem unterstrich allerdings auch meinen Eindruck, dass der Rum tatsächlich sehr lange im Glas braucht, bis er wirklich einschlägt. Er braucht Geduld und ich empfehle daher ebenso sehr, ihm diese zuteil werden zu lassen.
Darüber hinaus veröffentlichte Velier auch noch einige Rums unter dem Label Habitation Velier, wobei hier einige ungelagerte Rums besonders hervor stachen, darunter ein Long Pond STC❤E, ein Hampden <>H und ein Savanna HERR. Alle drei Rums werden im neuen Jahr auch noch ihren Weg auf BAT finden!



➜ Hier die bisherigen Reviews:


Und die anderen unabhängigen Abfüller? Waren die untätig? Selbstverständlich nicht, ganz im Gegenteil! Auch dort sind einige wirklich tolle Rums erschienen, von denen hier auch noch Samples stehen, bei denen ich es aber auch noch nicht geschafft habe, sie auf BAT zu besprechen und vorzustellen. Da wären u.a. von 1423 World Class Spirits noch ein New Yarmouth 2005 und junger Hampden DOK aus 2018 mit Sherryfinish oder von Plantation die beiden Long Ponds ITP und HJC. Auch die Transcontinental Rum Line hat mit 2012 einen bisher noch unbekannten Hampden Jahrgang veröffentlicht. Von Compagnie des Indes stehen hier noch ein Hampden DOK 2009, ein Multi Distillery Blend oder ein New Yarmouth 2005. RA (Rum Artesanal) haben dieses Jahr meines Erachtens einen ebenso tollen Job gemacht, einiges an spannenden Abfüllungen im Portfolio gehabt. Deren Caroni 1998, der Long Pond 2000 und der Clarendon 2007 warten auf nochmalige Verkostung. Und ganz frisch eingetroffen sind da auch noch ein Mount Gay 2000 und ein Monymusk 2004 von Kintra und ein Sample eines Navy Rums aus den 1940er Jahren von Nicolas Kröger.
Außerdem sind da auch noch zwei Proben, die nochmal eine gesonderte Aufmerksamkeit verdienen, nämlich ein ungelagerter DOK mit über 85% vol. und ein ebenfalls ungelagerter Rum aus der reaktivierten Vulcain Still von WIRD mit 60,7% vol., der hoffentlich noch etwas mehr Licht ins Dunkel rund um den so genannten "Rockley"-Style bringen kann! Da ist also auch immer noch genug zu tun im neuen Jahr und ich freue mich sehr darauf!


Aufräumarbeiten:

Beim großen Herbstputz bin ich über viele meiner alten Verkostungsnotizen gestolpert, die ich von den probierten Rums damals angefertigt hatte. Da die meisten dieser Rums heute antik und längst vom Markt verschwunden sind, habe ich sie hier online gestellt, um zumindest allen, die diese Rums damals nicht probieren konnten, weil sie erst später zur Szene dazu gestoßen sind, die Möglichkeit zu geben, über diese Rums ein wenig zu erfahren. Dazu habe ich sie auch in den gegenwärtigen Konsens eingeordnet und mir nicht zuletzt auch zu den aufgerufenen Preisen, damals und heute, ein paar Gedanken gemacht.



➜ Hier die einzelnen Sessions:


Noch nicht veröffentlicht habe ich hingegen ein paar Verkostungsnotizen zu einigen alten Cadenhead Cask Strength Abfüllungen, u.a. aus Guyana, Barbados und St. Lucia. Diese folgen im neuen Jahr 2019. 


Epilog:

Das war es also, mein Rum Jahr 2018. Was aber, sind meine Wünsche, Erwartungen und Hoffnungen für 2019? Im Endeffekt ähnlich wie im letzten Jahr! Ich wünsche mir unbedingt, dass von St. Lucia mehr kommt! Das wäre großartig! Weiterhin wünsche ich mir aber auch, ab und zu mal überrascht zu werden, so wie das mit den Long Ponds oder dem Antigua bei Velier passiert ist, die ich letztes Jahr zu dieser Zeit noch überhaupt nicht auf dem Zettel hatte. Ich erwarte, noch einige weitere alte Caroni probieren und hier vorstellen zu können (und weiß gleichzeitig schon jetzt, dass ich da tatsächlich auch schon einiges in der Pipeline habe😎) und ich habe auch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir vielleicht noch das eine oder andere aus den ganz alten Batches noch einmal zu Gesicht bekommen. Ein 1986er WIRD mit dann schon 33 Jahren wäre doch mal was und man wird ja noch träumen dürfen.
Darüber hinaus möchte ich im nächsten Jahr auch mit einigen Langzeit-Projekten noch weiterkommen. Das betrifft insbesondere die Seiten zu Jamaica Rum, zu Hampden, zu Worthy Park, zu Clarendon, zu Trinidad Rum, zu Caroni, zu Barbados Rum und zu WIRD. Die Seiten zu Long Pond und Wray & Nephew hingegen sind nahezu fertig. Immerhin!
Und ansonsten? Marius von SCR hat nun ein Scoring-System für seine Rums auf seinem Blog eingeführt. Ein Gedanke, der auch mich im Sinne einer besseren internationalen Vergleichbarkeit schon mehrfach umgetrieben hat, zumal ein solches System im privaten Rahmen längst nebenher läuft. Ich habe da bekannte vorbehalte, allerdings hat sich meine Ansicht dazu schon auch ein Stück weit verändert. Die Frage ist da also letztlich wohl am ehesten, ob ich auch hier quasi den "facebook-Move" wage, oder nicht. Ich bin da noch nicht final entschlossen, aber am Ende könnte es durchaus so kommen.

Und zu guter Letzt möchte ich mich natürlich auch noch bei euch, also bei all meinen Leserinnen und Lesern bedanken, dafür, dass ihr genau das seid, also Menschen, die auch längere Beiträge wie diesen hier immer wieder, Woche für Woche auf's neue lesen. Denn das ist letztlich auch für mich häufig zusätzliche Motivation mich hinzusetzen und Beiträge zu verfassen. Ihr seid spitze und ihr seid dieses Jahr um einiges mehr geworden und das freut mich sehr! Und damit wünsche ich nun euch, liebe Leser, erst einmal einen guten Rutsch und ein erfolgreiches neues Jahr 2019! Wir sehen uns wieder!

Bis dahin,
Flo