- Velier Barbados Rum 11 YO Rockley 1986 - 46% vol.
- Cadehead's Barbados Rum 12 YO W.I.R.R. 1986 - 73,4% vol.
- Samaroli Barbados Rum 13 YO W.I.R.R. 1986 - 57% vol.
- The Secret Treasures Barbados Rum 14 YO W.I.R.D. 1986 - 40% vol.
- Cadenhead Green Label Barbados Rum 18 YO - 46% vol.
- Bristol Barbados Rum 22 YO Rockley 1986 - Ex-Madeira - 46% vol.
- Bristol Barbados Rum 25 YO Rockley 1986 Ex-Sherry - 46% vol.
- Duncan Taylor Barbados Rum 25 YO W.I.R.D. 1986 - 52,7% vol.
Gaumen: am Gaumen macht sich der geringe Alkoholgehalt von 46% vol. leider zunächst sehr bemerkbar, der Rum ist schon arg dünn. Dahinter erwartet mich dann allerdings, sehr, sehr viel Geschmack nach Honig und auch Vanille kommt stark durch. Er wird nun auch cremiger, was mir gut gefällt. Nach hinten heraus habe ich noch Rauch. Dazu auch Banane, eine natürliche Süße, leichte Nuss. Typisch Rockley! Nicht unbedingt komplex, was aber auch dem geringen Alter geschuldet ist. Auch Holzeinflüsse zeigen sich wenig.
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Gaumen: der Alkoholgehalt ist auch am Gaumen deutlich präsent, aber nicht in der Art unangenehm wie lange Zeit in der Nase. Klar brennt der gut, aber für seine 73,4% vol. ist das doch umgänglicher als ich dachte. Am Gaumen kommt seine Herkunft deutlicher heraus als in der Nase. Mehr noch: am Gaumen gefällt mir der Rum plötzlich sogar richtig gut! Das ist super konzentrierte Rockley-Essenz. Spitze! Ich habe Vanille, ich habe Honig, ich habe Rauch, ich habe Medizin. Dazu habe ich Anis und sogar ein wenig Holz vom Fass, sowie Teer. Eher trockener Grundcharakter. Der Rum wird dazu cremiger und cremiger, gefällt mir immer besser.
Gaumen: sehr schönes, konsistentes Mundgefühl beim Samaroli. Alkohol brennt kaum, verleiht dem Rum aber Körper. Cremiger werdend. Intensiv. Honig, Vanille, Medizin, Rauch, sogar Assoziationen zu Peated Islay, was sonst bei Rockley nicht der Fall ist und was mir hier auch nicht so sehr gefällt. Komplexität mehr als bei den ersten beiden.
Gaumen: leider sehr dünn kommt dieser Rockley am Gaumen daher. Zu dünn. Das ist Verwässerung, wie wir sie bei heutigen Abfüllungen glücklicherweise nur noch sehr, sehr selten erleben. Umso ärgerlicher: grundsätzlich ist das, rein geschmacklich, ein sehr ordentlicher Rum, in dem alles steckt, was ein guter Rockley braucht: er hat viel Honig, viel Vanille, einen medizinischen Touch, er hat Rauch, er hat Fruchtigkeit, eine feine, natürliche Süße... mit 46% vol. oder mehr wäre aus ihm eine hervorragende Abfüllung geworden. Destroyed by Dillution! :-(
Gaumen: auch beim Cadenhead Green Label zeigt sich zu Beginn erst einmal die Verdünnung. Nicht so brutal wie das beim TST der Fall war, aber merklich. Immerhin kommt allerdings keine Verwechslungsgefahr mit Long Pond mehr auf, das ist schon deutlich Rockley. Interessant: neben den Rockley-typischen Eindrücken von Vanille, Rauch und Medizin habe ich hier auch grünen Apfel. Durch die vollkommene Abwesenheit von Honig will richtiges Rockley-Feeling allerdings nicht so richtig aufkommen. Schade. Dazu hat der Rum auch schon gut gelagerte Noten, die seinen Charakter so ein wenig zügeln.
Gaumen: wie beim Madeira tolles Mundgefühl, der Rum ist auch bei 46% vol. nicht verwässert. Der Rum steht auf der trockenen Seite. Der Sherry hat es sich auch am Gaumen gemütlich gemacht, dominiert hier nach belieben. Ich weiß gar nicht, ob ich je ein dominanteres Finish erlebt habe. Ich habe das oben ja mit einem zwinkernden Auge gemutmaßt, aber der Rum schmeckt tatsächlich, als habe man ihn mit dem Sherry verschnitten, nicht, als habe es nur ein Finsih gegeben. Das Problem: der Rum schmeckt! Nicht nach Rockley, aber er schmeckt. Das ursprüngliche Destillat kommt nur ganz vereinzelt mal durch und schnappt mit Honig und leichtem medizinischen Touch kurz nach Luft. Dazu kommt Eichenholz durch. Es ist zwar bedauerlich, dass man eines der letzten Rockley Bottlings überhaupt so gekillt hat, aber zumindest ist das Endergebnis genießbar, wenn man nicht gerade einen Rockley erwartet.
Gaumen: herausragend gute Einbindung des Alkohols, ich habe ganz leichtes Britzeln auf der Zunge, wenn auch wenig Adstringenz, ein ansonsten komplett angenehmes Mundgefühl, dazu die Rockley-typischen Assoziationen: viel Honig, etwas Bienenwachs und ordentlich Vanille, einen (gefühlt) ganzen Gewürzladen, starke Anistöne und einen fruchtigen Touch von Banane. Das ganze dann cremiger werdend und insgesamt einfach sehr mundfüllend. Große Klasse!



















