Sonntag, 23. Februar 2020

New FAQ - or: interviewing myself🎤

Liebe Rum Gemeinde,

bereits seit ein oder zwei Jahren habe ich einige FAQs hier online gestellt, und mich dabei am Format vom Thomas (RUMBOOM) orientiert, welches mir damals wie heute sehr, sehr gut gefällt! Aber natürlich kommen im Laufe der Zeit auch immer mal wieder Fragen dazu, die mich meist via Mail oder Facebook erreichen und weshalb ich meine FAQs zuletzt etwas überarbeitet habe. Gleichzeitig gebe ich euch damit auch kleine Einblicke über das, was euch in Zukunft hier auf BAT noch erwarten wird. Viel Spaß beim Lesen!

Picture by E.H.


Flo, wer bist du?

Ich bin Flo und wohne direkt an der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste im schönen Eckernförde. Dort unterstütze, begleite und verselbstständige ich beeinträchtigte Menschen in einer Wohngruppe. Rum und Spirituosen sind für mich daher zu 100% Hobby und Passion und damit frei von finanziellen Interessen oder gar Verpflichtungen aller Art. 



Seit wann und warum interessierst du dich für Rum?

Zum Rum gekommen bin ich mit Anfang 20 über die Cocktailszene. Das war so im Laufe des Jahres 2010 und dann sehr intensiv ab 2011. Beim Mixen der Drinks fiel mir immer wieder auf, dass es mir die Cocktails mit Rum, etwa mit Appleton Estate Jamaica Rum z.B., mit Abstand am meisten angetan haben. Ohne es da schon zu wissen, zeigte sich hier also eigentlich schon, auf welche Insel es letztendlich hinauslaufen würde. ;) Und so probierte ich dann auch meine ersten Rums pur. 



Was war deine erste große "Rum-Liebe"?

Das war, auch wenn ich das heute selbst kaum glauben kann und mag, noch kein Jamaicaner, sondern der Diplomatico (damals hieß er noch so, heute Botucal) Reserva Exclusiva. Bei dem merkte ich zum ersten Mal, dass es auch Alkohol gibt, der einem pur wirklich schmeckt. 



Auf Barrel Aged Thoughts geht es aber viel eher um brachiale Jamaicaner als um gesüßte Rums. Wie kamst du von dort auf die unbehandelten Rums der Unabhängigen Abfüller? 

Das kam mit der Zeit. Ich lernte damals Leo kennen, der früher auch hier geschrieben hat und der schon einen Schritt weiter war als ich. Er brachte mir diese Rums nahe. Der Rest kam dann von alleine. Probiert, probiert und immer mehr und immer weiter probiert. Wir erschlossen uns diese riesige und zu der Zeit noch fast unbekannte Welt gemeinsam und autodidaktisch, denn auf vorhandenes Wissen konnten wir damals kaum zurückgreifen. Das war eine tolle Zeit! Jamaica, und hier vor allem die Destillerien Hampden und Long Pond, kristallisierte sich ab da sehr klar als meine Lieblingsinsel heraus. Aber auch einige Rums aus Barbados oder Guyana gefallen mir sehr. 



Wie bist du auf die Idee gekommen zu bloggen?

Express Yourself! Im Sommer 2011 ging ich mit Mai Tai Roa Ae! zum ersten Mal online. Das war noch ein Cocktailblog, auf dem der Mai Tai Cocktail, bis heute mein uneingeschränkter Lieblingsdrink, im Mittelpunkt stand. 



Wie wurde aus Mai Tai Roa Ae!  dann Barrel Aged Thoughts

Im Herbst 2012 löste ich diesen Blog auf und an seiner statt kam Barrel Aged Thoughts. Dafür holte ich mir Marco und Leo ins Boot. Zu dritt steckten wir die Themen Demerara Rum, Barbados Rum, Jamaica Rum, Rhum Agricole und American Whisky ab! Es gab damals keinen einzigen Rum Blog weltweit (!) der uns wirklich komplett gefiel. Viele Blogger schrieben für die Spirituosen-Industrie und es störte uns, dass wenn man nach Rum Abfüllungen gesucht hat, man kaum etwas gefunden hat. Kaum echte Geschmacksbeschreibungen, kaum echte Erfahrungsberichte. Und zu seltenen Abfüllungen schon gar nicht. Wir wollten das ändern und den Menschen und Connaisseuren da draußen den richtig guten Stoff Nahe bringen. 



Du führst den Blog heute alleine. Was ist passiert?

Leider hielt unser Dreiergespann nicht lange durch, da Leo kaum Zeit hatte zu Schreiben und bei mir das Interesse zwischen 2013 und 2015 aus persönlichen Gründen deutlich nachließ und erst 2016 wieder zurück kam. Dadurch stand ich Marco im Wege, der deshalb verständlicher Weise erfolgreich eigene Wege ging. Heute habe ich meine Leidenschaft für Rum wieder neu entdeckt, weswegen es hier auch weiter geht. 



Warum erscheinen deine Reviews nicht auch in englischer Sprache?

Ich bin der englischen Sprache zwar mächtig, aber Sprache an sich ist in meinen Augen mehr als nur Mittel zum Zweck sich mitzuteilen. Sie ist auch ein tolles Spielzeug. Es macht mir Spaß Reviews zu schreiben und ein Minimum an Eloquenz ist dabei mein Anspruch an mich selbst. Und diesem kann ich aus meiner Sicht nur in meiner Muttersprache gerecht werden. 



Welcher Grundgedanke leitet dich beim Schreiben deiner Reviews?

Ich schreibe meine Reviews seit jeher genau so, wie ich sie selbst gern bekäme. Die Frage "Was brauche ich, um den Rum mittels des Reviews gut einschätzen zu können?" leitet mich dabei. Und hier lege ich den Fokus tatsächlich weniger auf subjektiv wahrgenommene Assoziationen (diese sind einfach bei jedem anders und von Popel bis explodierende Airbags schmecken einige ja quasi alles mögliche heraus) als viel mehr auf den Körper und Charakter eines Rums und auf Vergleiche zu ähnlichem und bekannten. Das ist zwar auch niemals völlig objektiv, geht aber sehr viel mehr in diese Richtung.



Von dir liest man quasi niemals einen Verriss zu einem Rum. Bist du zu unkritisch? 

Ich empfinde mich sogar außerordentlich kritisch und habe einen enorm hohen Anspruch an den Rum! Die Tatsache, dass man von mir nahezu ausschließlich positives zu den Rums liest rührt daher, dass ich ganz grundsätzlich vorstellen möchte, was mir gefällt und wovon ich der Meinung bin, dass es eine Erwähnung verdient hat. Darauf lenke ich meinen Fokus und diese Rums kommen dann natürlich auch fast durchgehend gut weg bei mir. Was mir nicht gefällt, und das ist im Rum Bereich leider noch immer das Gros der Masse, bekommt von mir keine Bühne. Diese Haltung resultiert möglicherweise noch aus meiner Anfangszeit, als mich der Trinklaune-Blog, der mir damals gefiel, sehr beeinflusst hat. Die haben das ähnlich gehandhabt.



Es erscheinen von dir nahezu ausschließlich Reviews zu Rums aus Jamaica und Caroni. Warum so eintönig?

Ich verkoste und schreibe über das was mir schmeckt und wozu ich mir eine wirklich fundierte Meinung bilden kann. Mir ist wichtig, zu wissen wovon man spricht! Ich ärgere mich immer wieder über Reviews anderer Blogger, wenn aus diesen klar hervorgeht, dass der Autor meines Erachtens über nicht ausreichend Kenntnisse in diesem Bereich verfügte und daher für meine Begriffe, bzw. meinen Anspruch, der zugegebener Maßen sehr hoch ist, nicht hinreichend fähig war, sich eine wirklich fundierte Meinung zu einem Rum zu bilden. Insbesondere bei Connaisseuren, die eigentlich im Whiskybereich zuhause sind (aber glauben sich auch mit Rum auszukennen), fällt mir das immer wieder und sehr häufig negativ auf. Da möchte ich mir manchmal regelrecht in die Faust beißen, um nicht laut loszuschreien. Derartiges möchte ich für mich unbedingt vermeiden und daher liegt mein Fokus eben vor allem auf Jamaica und Caroni, da ich in diesem Bereich bisher das mit Abstand meiste probiert und ich ein Gefühl für diese Rums entwickelt habe, so dass ich mir zutrauen darf, sie hinreichend beurteilen zu können. Naja, und nicht zuletzt schmecken mir diese Rums auch am besten. ;-)



Werden wir von dir also auch in Zukunft kaum Rums aus anderen Ländern und Destillerien vorgestellt bekommen?

Doch, denn auch hinter den Kulissen bin ich ja nicht untätig und es gibt immer wieder auch andere Rums, die mich zu begeistern wissen. Als Beispiel seien hier die Rums aus Rockley/WIRD (Barbados), St. Lucia Distillers (St. Lucia), Gardel (Guadeloupe) oder die alten Demeraras von Cadenhead oder Velier genannt. Aus diesen Bereichen kenne ich auch schon sehr, sehr viel, möchte aber teilweise meinen Horizont noch stärker erweitern, noch einige Benchmarks unbedingt probieren, bevor ich mich wirklich fundiert dazu äußern kann und möchte. Dann hat das alles auch Hand und Fuß. Einiges aus diesen Bereichen ist aber schon weit fortgeschritten und wartet quasi nur noch auf die Veröffentlichung. Da wird 2020 ganz sicher noch das eine oder andere kommen!


Kommen wir nochmal zu Caroni zurück: du hast nahezu ausschließlich -abgesehen von wenigen Ausnahmen- Rums von Velier vorgestellt. Warum diese Fixierung auf nur einen einzigen Abfüller? 

Das ist kurz und einfach erklärt: weil die Qualität der Caronis von Velier unerreicht ist und am Ende für mich einzig und allein das zählt: Qualität! Man bekommt, trotz der enormen Kurse, nach wie vor bei Velier das meiste für sein Geld! Das Preis-Leistungs-Verhältnis harmoniert stärker als bei jedem anderen Abfüller, da diese mit ihren Kursen versuchen am Caroni-Kuchen möglichst zu partizipieren und preislich mit Velier Schritt zu halten, aber das passt eben von der Qualität her überhaupt nicht. Es gibt nur wenige, vereinzelte Abfüllungen, z.B. von Bristol und von Thomas Krüger, die an die Velier heran reichen und die haben hier dementsprechend auch Erwähnung gefunden. Aber die aller, aller meisten Caroni der anderen unabhängigen Abfüller sehe ich in ihrer Qualität weit abgeschlagen dahinter. Dafür gibt es einige Gründe, die ich in meinem Artikel zu Caroni dargelegt habe.



Apropos Caroni-Artikel: dürfen wir noch weitere solcher Artikel zu anderen Destillerien erwarten und wenn ja, zu welchen?

Ja, ich habe noch einige weitere Artikel in Planung, bzw. zum Teil auch schon in Arbeit. Konkret seien hier der Rockley-Style von Barbados und die Lost Distillery Gardel auf Guadeloupe genannt. Aber auch zu Monymusk möchte ich in einiger Zeit noch etwas schreiben, was aber länger dauern wird als bei den beiden zuerst genannten.



Wirst du in Zukunft auch mal ein paar Standard-Rums für Einsteiger besprechen und empfehlen?

Direkt geplant ist so etwas bislang nicht. BAT richtet sich klar an den fortgeschrittenen Genuss. Das war die Nische die 2012 weltweit noch unbesetzt war, während sich andere Blogs bereits umfassend mit Standard-Rums befassten. Das ist auch heute im Wesentlichen noch so. Zwar sprechen inzwischen auch andere Blogger über High End Rum, klar, aber innerhalb dieses Bereichs ist ja auch BAT gewachsen und für Einstieger-Produkte gibt es, denke ich, damals wie heute, ausreichend andere Plattformen. Darüber hinaus muss ich ehrlich zugeben, dass es mir wohl auch schwer fiele, mich darauf wirklich noch mit ganzer Leidenschaft einzulassen, da mir die wirklich allermeisten Rums in diesem Segment schon seit vielen Jahren zu langweilig erscheinen. Einzig: ein Vergleich der Appleton 12 YO durch die vergangenen Jahrzehnte ist in Planung. Aber auch da wird der Fokus nicht auf dem Thema Einstieg liegen, sondern auf dem historischen Wandel. 



Verfolgst du mit Barrel Aged Thoughts  irgendwelche kommerziellen Interessen?

Nein, der Blog war immer und ist bis heute ein reines privates Hobby. Als Rezensent bewahre ich mir damit meine Unabhängigkeit. Diese ist mein kostbarstes Gut. Würde ich sie verlieren, wäre dieser Blog nichts mehr wert. Bis auf sehr wenige Ausnahmen finanziere ich auch sämtliche Samples und Flaschen aus eigener Tasche. Gibt es Ausnahmen, dann kennzeichne ich diese. Einfluss auf meine Bewertung haben diese Ausnahmen hingegen niemals. 



Was hat es mit dem "Recommended by Barrel Aged Thoughts"-Sticker auf einigen Abfüllungen von The Rum Cask auf sich?

Dazu muss ich etwas weiter ausholen, weswegen ich das hier noch genauer ausgeführt habe.



Bist du über dein Wirken für BAT und TRC hinaus auch noch anderweitig in der Szene aktiv?

Ja, es schätzt beispielsweise auch der unabhängige Abfüller Rum Artesanal meine Meinung und holt sie sich gelegentlich ein. Das macht mir z.B. sehr viel Spaß, da das stets ein sehr reger gegenseitiger Informationsaustausch ist, bei dem ich auch immer wieder noch weiter dazu lernen kann und darf.  Des Weiteren habe ich vor kurzem damit begonnen, auch einen anderen unabhängigen Abfüller bei der möglichen Fassauswahl zu unterstützen und werde als Autor auf noch einer weiteren Plattform aktiv werden. Mehr wird dazu sicher in Kürze zu erfahren sein. Darüber hinaus unterstütze ich mit viel Freude ein Buch-Projekt, zu dem ich an dieser Stelle aber ebenfalls noch nicht mehr sagen möchte. Was mir aber wichtig ist auch bei diesen Engagements festzuhalten ist, dass das alles auf unentgeltlicher Basis stattfindet. Ich war, bin und bleibe in meinem gesamten Wirken unabhängig und frei von kommerziellen Interessen! 



Soooo... Ich hoffe, ich konnte damit viele eurer Fragen, die mich über die vergangenen Monate via Mail oder Facebook erreicht haben, beantworten. Falls ihr weitere Fragen habt... nur zu! Nun aber wünsche ich euch erst einmal einen schönen Sonntag!

Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 16. Februar 2020

Appleton Estate 30 YO Jamaica Rum

Liebe Rum Gemeinde,

für das heutige Review (und nach überstandener Magenschleimhaut-Entzündung) kehre ich einmal mehr in mein Kernland Jamaica zurück, auf die Insel und zu der Destillerie, die meine Leidenschaft für Rum vor jetzt ziemlich genau zehn Jahren entfacht haben: Appleton Estate!



Damals, am Anfang des letzten Jahrzehnts, als ich dank eines sehr kompetenten Cocktailforums auf unglaublich hohem Niveau meinen jugendlichen Blick auf den Cocktail als "Saftschubser" überwunden hatte, trank ich zum ersten Mal einen Rum Sour mit Appleton V/X und wusste: dieser Geschmack gefällt mir besser, als alles was ich bisher vom Whisky oder vom Gin oder sonst irgendwo her kannte! Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht vorstellen, jemals eine Spirituose pur genießen zu können, aber im Drink gefiel mir das und so fand ich den allerersten Zugang zu dem, was mich bis heute (zumeist in Fassstärke) so sehr begeistert. Ohne es zu Wissen, war mein Geschmack von diesem Augenblick an von Jamaica Rum geprägt worden. Und gerade als Rum-Einsteiger kann ich auch diesen Weg, also über einen sehr Basisspirituose-dominierten Drink, tatsächlich sehr empfehlen, um sich Spirituosen geschmacklich anzunähern. Dementsprechend gibt es heute, quasi als Tribute, einen Appleton für mich, wenn auch nicht irgendeinen Appleton, sondern den (nach dem 50 Years of Independence) zweitältesten, den die Destillerie aktuell im Portfolio hat: den Appleton Estate 30 YO Jamaica Rum!



Um genau zu sein, müsste es eigentlich natürlich heißen: "den (...) zweitältesten, den die Destillerie aktuell wieder im Portfolio hat". Denn einige werden sich erinnert haben, einen 30 YO gab es von Appleton vor einigen Jahren ja bereits schon einmal, bevor man im Jahr 2018 die Neuauflage releaste. Leider habe ich den Rum damals nicht probiert, denn, da bin ich ehrlich, Appleton gehören gemein hin nicht mehr unbedingt zu meinen Lieblingsrums, aber die aktuelle Abfüllung wollte ich mir nicht entgehen lassen. Darum geht mein Dank heute auch nach Berlin an einen lieben Connaisseur meines Vertrauens, der mir ein Sample dieses Tropfens zukommen ließ, so dass ich euch den Rum heute vorstellen kann: vielen Dank dafür!

Über den Rum selbst lässt sich, da würde ich mir von Appleton gern noch mehr Transparenz wünschen, leider nicht wirklich viel sagen. Weder weiß man, in welchem Verhältnis Pot- und Column Still Rums zum Einsatz kamen, noch welche Marks verwendet wurden. Die wenigen verfügbaren Informationen lassen da eher indirekt auf einige Fakten schließen. Da der Rum 2018 abgefüllt wurde ist beispielsweise klar, dass die Verwendeten Fässer aus dem Jahrgang 1988 und älter stammen müssen. Jüngere Jahrgänge kommen nicht in Frage, da der jüngste Bestandteil des Blends mit 30 Jahren Reife angegeben ist. Bekannt ist hingegen, dass Appleton seine Rums seit jeher tropisch reift und dass kein Zucker oder andere Zusätze beigegeben werden. Das ist auf Jamaica glücklicherweise gesetzlich verboten. Davon dürften sich andere rum-produzierende Länder gern eine dicke Scheibe abschneiden!

Zu Appleton im Allgemeinen ist hingegen bereits viel gesagt und geschrieben worden, auch von mir in einem seperaten Artikel über J. Wray & Nephew und Appleton Estate. Zwar erreicht der Beitrag in Umfang und Tiefe noch nicht jene von Long Pond, Hampden oder Caroni, aber es sollte für einen kleinen Einstieg genügen. Wer da interessiert ist, der kann also gern mal einen Blick darauf werfen. 



Verkostung des Appleton Estate 30 YO Jamaica Rum:

Preis: der offizielle Ausgabepreis lag bei ca. 400,- Euro. Man bekam ihn zum Teil noch etwas günstiger, oft war er aber auch teurer. Aktuell bekommt man ihn noch für über 500,- Euro.

Alter: über die genauen Blend-Zusammensetzungen schweigt sich Appleton aus, aber der jüngste Bestandteil im Rum wurde dreißig Jahre lang im Fass gereift. 

Lagerung: die Fässer lagerten sämtlichst und über die gesamte Dauer der Reifung auf Jamaica in tropischem Klima, bevor 2018 abgefüllt wurde.  

Fassnummern: keine Angaben. Ebenso ist die genaue Anzahl an Fässern die zum Einsatz kamen unbekannt. Lediglich die Menge an abgefüllten Flaschen, genau 4.000 Stück sind es, wissen wir sicher.

Angel's Share: keine Angaben. 

Alkoholstärke: der Rum kam mit 45% vol. auf die Flasche - verdünnte Trinkstärke. 

Destillationsverfahren: Appleton destilliert sowohl im Pot- als auch im Column Still Verfahren. In welchem Verhältnis die enthaltenen Rums jeweils in welchem Verfahren gebrannt wurden ist nicht bekannt, aber da Appleton als Global Player in erster Linie wirtschaftlich denkt, dürften die Rums im Column Still Verfahren überwiegen, da deren Herstellung um ein vielfaches günstiger ist. 

Mark: unbekannt.

Farbe: tiefes Mahagoni. 

Viskosität: viele eng und parallel verlaufende Schlieren bilden sich an der Glaswand und laufen träge ins Glas zurück.

Nase: ich habe eine tiefe und intensive Appleton-stiltypische Nase, die mir sofort deutlich macht, dass sich um einen wirklich lange gereiften Rum handeln muss. Trocken, mit reichlich Tanninen, aber auch einer schweren, sirupartigen Süße, karamellisiertem Zucker, gepaart mit fruchtigen Mangos und Maracujas, trockenen Nüssen, sowie einem großzügigen Griff in den Gewürzschrank, bei dem Pfeffer, Anis und Nelke heruntergefallen sind empfängt mich die Nase. Ganz peripher kommt auch eine fleischige Note durch, wie ich sie beim Caroni-Jahrgang 1998 oft finde, aber nicht störend. Das gefällt mir bis hier hin ausgesprochen gut, muss ich gestehen! Alkoholische Schärfe habe ich keinerlei, da spielt die drastische Verdünnung auf gerade einmal noch 45% vol. natürlich enorm mit hinein. Die Nase erinnert mich, und ja, das darf durchaus Unterstreichung der von mir hier wahrgenommenen Qualität interpretiert werden, stellenweise auch immer wieder an andere lange gereiften Rums aus Jamaica. Zwar ist das Appleton-Profil noch unverkennbar, aber der Rum ist doch etwas weniger beliebig, als es viele seiner Brüder oft sind. Komplexität, bzw. dessen Abwesenheit, ist und bleibt zwar ein Appleton Thema, aber dieser Rum weiß das besser als andere Destillate der Brennerei zu kompensieren, u.a. über die Intensität.

Gaumen: die Verdünnung, bei einem Rum mit nur 45% vol. kann es am Gaumen erst einmal kein anderes Thema geben, hat dem Rum weniger geschadet als das bei den allermeisten anderen Appleton sonst der Fall ist, die allerdings auch oft gar nur 43% vol. aufweisen. Dafür funktioniert der Rum dann aber problemlos auch mit größeren Schlücken. Zunächst habe ich eine schöne natürliche Süße und Fruchtigkeit, die ich von Appleton so nicht immer unbedingt gewohnt bin und die mir sehr gut gefällt. Dann kommt einiges an Holz heraus, aber eher trockenes als feuchtes Holz, so dass insgesamt schon beinahe kurze Assoziationen zu einem Spanier entstehen. Ansonsten kommt da leider nicht so wirklich viel, so dass das Thema der fehlenden Komplexität für mich auch am Gaumen eines ist, dem sich der Rum stellen muss. Je länger der Rum im Mund verbleibt, desto trockener und holziger wird er, was ihm nicht wirklich gut tut. Beendet man den ganzen Spaß dagegen etwas zeitiger, ist der Gesamteindruck deutlich besser. 

Abgang: trocken, leicht nussig, etwas muffig und nicht wirklich lecker bleibt dieser Rum am Gaumen haften. Hier hatte ich mehr erwartet. Der schwächste Part des Rums. 

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Fazit: der Rum ist "ganz nett" und für mich auch definitiv einer der besseren von Appleton, aber zu diesen Kursen, ab 400,- Euro aufwärts, nichts, worüber ich ernsthaft nachdenken würde am Ende auch zu kaufen. Wer die Möglichkeit hat zu probieren, dem würde ich das immer nahelegen, denn Appleton zeigt hier doch mal sehr schön was sie können, aber andere, das zieht sich leider durch, zeigen eben mehr und da ist das bessere der ärgste Feind des guten. Und ja, ich sagte zeigen, denn was Appleton am Ende wirklich kann, das haben wir meines Erachtens noch nie wirklich gesehen. Ein reiner Pot Still von dort würde mich beispielsweise wirklich interessieren, dazu das ganze in Fassstärke... und dann mal schauen, wie ein solcher Rum sich machen würde. Soll heißen: meines Erachtens schöpft Appleton sein Potenzial nicht einmal im Ansatz voll und ganz aus und das finde ich schade! Wenn die Gerüchte stimmen, dann wird von Velier ja vielleicht etwas kommen, was meinen Wünschen sehr entgegen kommen würde, aber da versuche ich meine Vorfreude noch zu drücken, bis ich einen solchen Rum dann eines Tages vielleicht wirklich mal im Glas habe. Ein richtiges Signal wäre es aber allemal und so kann ich nur einmal mehr an Joy Spence appellieren, endlich den Fuß von der Bremse zu nehmen und Vollgas zu geben! Ich bin sicher, ihr könnt mehr! Der heutige Rum hat das zumindest mal angedeutet. Das ist ein Anfang. Aber noch nicht mehr.

-84/100-


Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 2. Februar 2020

Caroni - History & Legacy of a Lost Distillery

Liebe Rum Gemeinde,

im letzten Jahr gelang es mir bereits, meinen Überblick zur Hampden Distillery fertigzustellen und heute kann ich nach ca. zwei Jahren auch bei Caroni endgültig Vollzug melden! Bedanken möchte ich mich vorab insbesondere bei Johnny Drejer, der mir die Fotos seiner Trinidad-Reise zur Verfügung gestellt hat um euch Caroni ein wenig näher bringen zu können. Mange tak!  

Source: 2017 © Johnny Drejer 


1. Standort:

Caroni war eine Rum Destillerie auf Trinidad, die von 1918 bis 2002 bestand und an die gleichnamige Zuckerfabrik gebunden war. Sie gehörte zuletzt dem Staat Trinidad & Tobago in Form der Caroni (1975) Ltd., die bis 2003 existierte, und seine Rums, die noch immer, über 15 Jahre nach Schließung, unabhängig abgefüllt werden, zählen seit einigen Jahren zu den zum Teil begehrtesten und teuersten Rums der Welt.
Die Destillerie Caroni liegt im Süden der bevölkerungsreichen Region Tunapuna-Piarco, im Nordwesten der Insel, südöstlich der Hauptstadt Port of Spain. Unmittelbar südlich des Areals verläuft die Southern Main Road, die Achse die von Curepe, also vom Nordwesten der Insel, bis an den südwestlichsten Punkt Trinidads, nach Icacos, führt. Im Norden Caronis verläuft der namens-gebende Caroni River. Von der Destillerie selbst sind heute leider nur noch Ruinen erhalten, die wohl auch nur eingeschränkt zugänglich sind aber einige Besucher in den letzten Jahren haben auf ihren Fotos eindringlich festgehalten, dass der Geist der einstigen Destillerie noch immer greifbar ist. Das einstige Gesamt-Territorium Caronis umfasste 312 km² und damit ca. 6% der Insel Trinidad.

Trinidad map by tntisland.com



2. Geschichte und allgemeine Informationen:

Die Geschichte der Destillerie Caroni startet im Jahr 1918, unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg, als man (als eine von zu diesem Zeitpunkt noch ca. zehn Destillerien auf der Insel) damit begann Rum zu produzieren. Anders als viele andere Destillerien in der Karibik, deren Geschichten meist noch wesentlich länger zurück reichen, hat Caroni also keine unmittelbare Sklaverei-Vergangenheit, da diese in den 1830er Jahren endete. Zur Produktion seines Rums nutzte man bei Caroni die Melasse, die man aus der Estate-eigenen Zuckerproduktion gewann und war dadurch, im großen Gegensatz zu vielen anderen Rum Destillerien im 20. Jahrhundert, unabhängig von Melasse-Importen, z.B. aus Guyana.

Die erste große Veränderung erfolgte im Jahr 1937, als Trinidad, damals noch britische Kolonie, Caroni an Tate & Lyles, ein großes britisches multinationales Konglomerat, verkaufte, wodurch die Caroni Sugar Estates (Trinidad) Ltd zu Caroni Limited Planters, Sugar Manufacturers & Distillers Trinidad, kurz, Caroni (1937) Limited wurde. In den Jahren von 1937 bis 1962 folgten einige Übernahmen anderer Destillerien durch Caroni (1937) Limited. Zunächst kam es schon 1937 zur Verschmelzung mit Waterloo Estates. Im Jahr 1955 folgten dann Esperanza und Bronte Estate, sowie im Jahr 1961 Woodford Lodge Estate und 1962 schließlich Ste Madeline Estate. Auf diese Weise war Caroni dazu in der Lage, sich eine dominante Rolle in der Zuckerindustrie zu verschaffen.  Die nutzte Caroni ebenso dazu, einige wegweisende Entwicklungen zu initiieren und voranzutreiben. Dazu zählen die industrielle Nutzung von Bagasse, die Mechanisierung der Feldarbeit, der Bulkhandel ab 1950, ein Gewinnbeteiligungsprogramm für die Caroni-Arbeiter ab 1956, eine Altersvorsorge ab 1963 und die Entwicklung neuer Zuckerrohrkulturen ab 1964. Der heute bekannteste Rum aus dieser Zeit ist sicher der Caroni Navy Rum Extra Strong, dem im Jahr 2018 eine Replica-Anniversary Abfüllung gewidmet wurde. Ein derartiger Kultstatus war damals, in der Mitte des 20. Jahrhunderts, allerdings noch überhaupt nicht absehbar, nicht einmal ansatzweise.

In den 1970er Jahren veränderten sowohl Tate & Lyles, als auch der Staat Trinidad & Tobago parallel ihre jeweilige wirtschaftliche Ausrichtung. In dieser Zeit, Trinidad & Tobago war inzwischen schon seit 1962 von Großbritannien in die staatliche Unabhängigkeit entlassen worden, wurde das Geschäft mit Zucker aus Trinidad für Tate & Lyles im Zuge des sich ankündigenden und schließlich erfolgten EWG-Beitritts Großbritanniens immer weniger rentabel. Eine der Bedingungen eines Beitritts Großbritanniens zur EWG war eine Regelung, inklusive einer Preisobergrenze, für Zuckerexporte aus den ehemaligen Kolonien, da die übrigen europäischen Staaten eine zu starke Konkurrenz für die einheimische Zuckerindustrie fürchteten. Diese wurden in den so genannten Lomé Sugar Protocols festgelegt. Darüber hinaus hatte sich Trinidad & Tobago verpflichtet, seinen Zucker ausschließlich nach Großbritannien zu liefern. Gleichzeitig forcierte Trinidad & Tobago dementsprechend eine eher nach Innen gerichtete Wirtschaftspolitik und sah nun vor allem den einheimischen Markt. Zu diesem Zweck kaufte man Tate & Lyles 51% der Anteile an Caroni (1937) Limited im Jahr 1970 ab. Bei Tate & Lyles wiederum richtete man sich unter den gegebenen Umständen auf eine von Caroni unabhängige Zuckerversorgung ein und setze sich bei den EWG-Beitrittsverhandlungen Großbritanniens in den Lomé Sugar Protocols sogar für für Trinidad & Tobago und Caroni nachteilige Bedingungen ein. Im Jahr 1975 schließlich verkaufte Tate & Lyles folglich auch seine verbliebenen 49% an Caroni (1937) Limited an den Staat Trinidad & Tobago, woraufhin Caroni nun zu 100% in staatlicher Hand war und in Caroni (1975) Limited umbenannt wurde. Die Rum-Sparte des Unternehmens hieß von diesem Zeitpunkt an Rum Distillers (of Trinidad & Tobago) Ltd.. Tate & Lyles wiederum übernahmen nur ein Jahr später, 1976, Manbré and Garton und hatten damit quasi ein Monopol auf die Raffination von Zucker in Großbritannien und gleichzeitig etwaige Konkurrenz durch Caroni durch die Bedingungen in den Lomé Sugar Protocols vorsorglich verhindert.

Logo von Caroni (1975) Ltd.
Source: trinidadrum.com





Caroni (1975) Limited stand im Grunde genommen also von Beginn an unter keinem guten Stern: die Zuckerproduktion war unrentabel, die Möglichkeiten des Exports ins Ausland stark eingeschränkt und auch der Rum erlebte ab 1970 einen Abstieg, nachdem die Royal Navy mit der jahrhundertealten Tradition der täglichen Rum-Ration brach und somit der Bedarf nach Caroni Rum, der ein Hauptbestandteil des Navy Rums war, stark zurückging. Ab den 1980er Jahren setzte man bei Caroni daher verstärkt auf Diversifikation. Man baute zusätzlich zum Zucker auch Zitrusfrüchte und Reis an und begann damit, Rinder und Garnelen zu züchten. Mit Ausnahme der Zitrusfrüchte richtete man sich damit allerdings auch weiter an den heimischen Markt. Das alles änderte aber nichts daran, dass die Zuckerproduktion unrentabel blieb und Caroni (1975) Limited jährlich Defizite erwirtschaftete, die der Staat stets ausgleichen musste. Ein Auslagern der Zuckerproduktion, um Caroni rentabler zu machen, scheiterte ebenfalls und so entschloss sich die Regierung Trinidads, Caroni (1975) zum 31. Juli 2003 endgültig und vollständig abzuwickeln. Im Jahr 2001 verkaufte man die Holding Rum Distillers (of Trinidad & Tobago) Ltd. an Angostura und ein Jahr später schloss die Destillerie, mit der Aussicht auf das Ende der lokalen Zuckerproduktion. Denn das Ende der Zuckerproduktion bedeutete zwangsläufig das aus für die Destillerie, da sie an der Melasse der hauseigenen Produktion hing.

Bottle Range von Caroni (1975) Ltd. zur aktiven Zeit
Source: trinidadrum.com


Lagerhalle mit (geschmacksgebenden?) alten Autoreifen. 




Mit dem Ende von Caroni (1975) waren auf einen Schlag 9.000 Arbeiter des Unternehmens arbeitslos. Ihnen wurde eine Art Abfindung, ein so genanntes "Voluntary Separation of Employment Package (VSEP)" gezahlt. Ihnen wurde darüber hinaus angeboten, dieses in einen Fond staatlicher Banken Trinidads einzuzahlen, wobei es dabei zu Schwierigkeiten auf Grund unerwartet niedriger Renditen kam, die in Auseinandersetzungen zwischen den ehemaligen Employees und der Bank mündeten. Doch die Schließung Caronis wurde nicht bloß für die ehemaligen Angestellten zum Problem. Berücksichtigt man auch all jene Menschen auf Trinidad, die nicht auf der Gehaltsliste, aber unmittelbar in Abhängigkeit von Caroni standen, verloren sogar ca. 20.000 Menschen auf Trinidad ihre Arbeit und Existenzgrundlage, also ca. 35% der Erwerbstätigen auf der Insel. Das zeigt, welch heftiges Ausmaß das Aus für Caroni für die kleine Karibik-Insel bedeutete. Unverständlich erscheint vor diesem Hintergrund, dass bereits ab 2005 der Zucker auf Trinidad knapp wurde, wo man bis 2003 noch größter Zucker-Exporteur der Karibik war. Bei Trinidad Distillers Ltd./Angostura musste man dementsprechend aus anderen Karibikinseln, da auf Trinidad nicht mehr genug Zucker angebaut wurde, Melasse und sogar Bulk importieren, den sie als einheimischen Rum weiterverkauft haben. Das sorgte Ende 2016 wiederum für einen Skandal. Es bleibt also festzuhalten, dass insbesondere die Bevölkerung Trinidads die Schließung hart getroffen hat.
Umso pikanter ist deshalb der Umstand, dass es im Zusammenhang mit der Schließung viele Ungereimtheiten gibt, deren Umfang bis heute nicht vollständig offen liegt. Einerseits halten viele der damaligen Regierung bis heute vor, dass z.B. die Gewerkschaften nicht über die bevorstehende Schließung informiert wurden. Andererseits steht aber auch der Vorwurf im Raum, dass die Schließung ein politisches Manöver der Regierungspartei PNM war, die der Oppositionspartei UNC schaden sollte, nachdem die Parlamentswahlen 2001 ein Patt zwischen beiden Parteien ergaben. Leider schweigen sich über die genauen Hintergründe viele der damals agierenden Personen aus, so dass sich eine Aufklärung äußerst schwierig gestaltet. Das Thema ist auf Trinidad bis heute quasi tabu.


2.1. Das große Erbe Caronis: 

Caroni-Schablonen aus 1999, 2000 und 2002. 
Am 9. Dezember 2004 befand sich Luca Gargano von Velier auf Trinidad und entdeckte an diesem Tag, nach eigenen Angaben, das flüssige Erbe der Destillerie, nämlich den Stock an Fässern voll Rum, die seit ihrer Befüllung in einem Warehouse auf Trinidad lagerten. Diese reichten bis ins Jahr 1974 zurück, enthielten aber auch viele Jahrgänge der 1980er und 1990er Jahre und aus dem Jahr 2000, der vielen oft als der letzte Caroni-Jahrgang gilt. Eine Schablone, die in den Ruinen der Destillerie gefunden wurde, zeigt allerdings, dass es auch noch Caroni aus dem Jahr 2002 gegeben haben muss. Einzig dessen Verbleib ist unklar. Möglich, dass er komplett als anonymer Bulk schon vor der Schließung ins Ausland exportiert wurde.





















Luca Gargano für Velier, aber auch John Barrett für Bristol Spirits kauften im Verlauf dieser Jahre bis 2008 relevante Teile dieses Stocks auf. Luca Gargano entschied sich, die Fässer weiter auf Trinidad reifen zu lassen, während John Barrett seinen Anteil am Stock komplett nach Großbritannien verschiffte und dort in seinen Kellern einlagerte. In beiden Fällen handelte es sich überwiegend um so genannte Heavy und Blended Caroni (s. unten/below). Der größte Teil des ursprünglichen Gesamt-Stocks bestand jedoch aus Light Rums, der in, bislang unbekannte, andere Hände ging, u.a. über die von Rudy Moore geleiteten Trinidad Auktionen. Velier füllte bereits ab 2005 die ersten Caroni ab, sämtlich Rums aus den 1980er Jahren. Bristol folgte im Jahr 2008 mit seinen ersten Releases, die zu diesem Zeitpunkt auch noch alle tropisch gereift waren. Im Gegensatz zu Velier verdünnte Bristol seine Abfüllungen allerdings auf zwischen 40 und 46% vol., was dazu führte, dass sie in der Folge nicht die gleichen Begehrlichkeiten weckten, wie das bei Velier der Fall war. Ab 2008 lagerte Velier einen Teil seines Caroni Stocks bei DDL in Guyana. Diese Fässer sind gemeint, wenn man vom so genannten Guyana Stock spricht. Der Jahrgang 1992 reifte dort, große Teile des Jahrgangs 1994, sowie vereinzelte Fässer Heavy als auch Blended Rums aus dem Jahrgang 1996. Inwieweit genau sich die Standort-Veränderung ausgewirkt hat ist bislang unklar, aber geschmacklich ist allen Rums des Guyana Stocks eine gewisse, natürliche Süße gemein, die den dreckigen Aromen nochmal eine weitere Dimension geben, weswegen der Guyana Stock und genau die drei betroffenen Jahrgänge für nicht wenige Connaisseure zum Besten zählt, was es von Caroni überhaupt gegeben hat.

The Secret Treasures Caroni 1996 aus 2002
In den darauffolgenden Jahren zogen auch viele andere unabhängige Abfüller nach, die ihre Rums von britischen Brokern bezogen, u.a. aber auch von John Barrett, der immer wieder Teile seiner Fässer verkaufte. Die Broker (wie z.B. die Main Rum Company) bezogen ihre Caronis ebenfalls aus den Trinidad Auktionen, mutmaßlich aber auch schon aus der Zeit vor der Schließung. Darauf deuten Abfüllungen von The Secret Treasures aus den Jahren 2000 und 2002 hin, also aus einer Zeit, in der Caroni (1975) noch existierte. Darüber lassen sich dann letztlich auch die zum Teil enormen qualitativen Unterschiede zwischen den Rums von Velier und Bristol (sowie vereinzelter anderer Abfüllungen) auf der einen Seite, sowie nahezu des gesamten Rests an Bottlings auf der anderen Seite erklären. Während Velier und Bristol nahezu ausschließlich Heavy Rums mit tropischer Voll- oder Teilreifung abfüllten, kamen bei den anderen Abfüllern oft Blended oder Light Rums mit höchstens tropischer Teilreifung in die Flasche. Eine Ausnahme scheinen dabei die Heavy Rums der Jahrgänge 1997 und 1998 darzustellen, die bei unabhängigen Abfüllern sehr verbreitet sind und vermutlich tropische Teilreifung genossen, aber meines Erachtens qualitativ mehrheitlich nicht an andere Jahrgänge anknüpfen können. Wenn man sich das alles vor Augen führt, erschließt sich dann letztlich auch die sehr einseitige Fokussierung der Caroni-Fangemeinde auf die Rums von Velier, deren Qualität auf nahezu konstant hohem Niveau ist. Und ja, in meinen Augen ist der qualitative Unterschied tatsächlich sehr hoch, so dass ich, angesichts Angebot und Nachfrage, weniger die Kritik an den hohen Preisen der Velier Bottlings verstehe, sondern eher finde, dass die Abfüllungen der anderen IB im Preis deutlich zu hoch ausfallen.













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Fast in Vergessenheit gerät dabei allerdings, dass der enorme Hype um die Rums aus Caroni keinesfalls schon immer bestand. Im Gegenteil. Bis zur Schließung der Destillerie waren die Caroni Rums, wie wir sie heute kennen, gar nicht bekannt! Die Blends die Caroni unter eigenem Namen abfüllte, wie der Superb White Magic, der Felicite Gold oder der Stallion Puncheon, waren samt und sonders eher leichte Rums, ohne die heute so unverwechselbaren schweren Aromen. Und selbst die Velier Bottlings aus den 1970ern und 1980ern, qualitativ eine vollkommen andere Liga, waren bis in das Jahr 2015 hinein, obwohl sie damals (nach heutigen Maßstäben) noch spott günstig waren, echte Ladenhüter! Die Rum Gemeinde war zum einen damals noch nicht groß, zum anderen aber lag der Fokus der Rum Nerds damals eher auf Jamaica und Guyana. Und als Velier im Jahr 2015 vom Nachschub an Demerara Rum abgeschnitten wurde, war um den Abfüller bereits ein ausreichender Kult entstanden, als dass Caroni nun quasi als "Ausgleichs-Religion" herhalten musste. Erst auf diesem Wege wurde einer breiteren Menge an Connaisseuren bewusst, welch ein Schatz diese Rums in Wahrheit darstellten und dass sie keinesfalls nur der Notnagel für Demerara Fans waren. Heute ist die Nachfrage zu Caroni höher denn je und die Anzahl derer, die noch auf den Zug mit aufspringen möchten nimmt immer weiter zu. Das führte letztlich natürlich unweigerlich dazu, dass Velier Caroni Abfüllungen längst zu einer Mischung aus Währung und Aktie geworden sind, was schade ist, da sie zu keinem anderen Zweck abgefüllt wurden, als dem sie zu öffnen und zu trinken.


3. Destillation & Stil:

Source: Caroni Flyer by Caroni (1975) Ltd.
Der Destillationsprozess bei Caroni unterschied sich zum Teil erheblich von jenem bei anderen Rum Produzenten. Genau wie beim Jamaica Rum, so lag auch bei Caroni ein Geheimnis dieser Andersartigkeit im Fermentationsprozess während der Herstellung begründet. Bei der Fermentation entstehen nämlich, neben Ethanol und Wasser, die so genannten Congeners, also Begleitstoffe, zu denen auch die Ester gehören, die wir von den Jamaica Rums kennen. Als Destillateur möchte man in der Regel einige davon gerne im späteren Rum haben um ihm Geschmack zu verleihen, allerdings versuchen die meisten von ihnen den Großteil an Congeners aus dem Destillat herauszuhalten, so dass das Ziel bei der Destillation dementsprechend lautet, die unerwünschten Congeners vom Destillat zu trennen. Bei Caroni traf das nicht immer zu. Hier waren die Congeners, auch Rum Flavour genannt, einer der wichtigsten Bestandteile um die so charakteristischen und aromatischen Heavy Type Rums (HTR) zu generieren und ihnen ihren Geschmack zu verleihen. Für genau diese Heavy Type Rums, wie sie von vielen unabhängigen Abfüllern wie Bristol Spirits Ltd. oder Velier auch vielfach abgefüllt wurden, ist Caroni heute natürlich weltbekannt. Diese sind von schwerem Körper und wecken im Profil vor allem sehr dreckige Assoziationen, u.a. zu Teer, Lampenöl oder brennendem Gummi, oft gepaart mit einer fruchtigen Süße. Es gab aber auch leichtere Rums von Caroni, die so genannten Light Type Rums (LTR), die den Großteil der Produktion ausgemacht haben dürften. Hier werden bei der Destillation dementsprechend deutlich mehr Congeners vom Destillat getrennt, weswegen auch der spätere Rum deutlich ärmer an Aromen ist, bis hin sogar zur Unkenntlichkeit. Die Assoziationen, vor allem die dreckigen, sind zwar im Grundsatz manchmal auch noch vorhanden, aber wenn, dann viel, viel schwächer. Meist allerdings bleibt da nichts mehr über von dem, was wir heute mit Caroni assoziieren. Die Unterschiede sind sehr groß. Die Light Type Rums wurden bei Caroni vor allem für die Blends unter eigenem Namen und den einheimischen Markt produziert, aber auch für den Export als Neutralalkohol.
Die nachfolgenden Produktionsschritte unterschieden sich bei Caroni dann wiederum wenig von jenen bei anderen Rumproduzenten. Die Rums kamen mit ca. 80% vol. in die Fässer und wurden, wenn deren Alkoholgehalt zuvor noch darüber lag, noch vor der Reifung verdünnt. Dies betraf zunächst vor allem die Light Type Rums und geschah, weil sonst der Angel's Share der Rums zu hoch ausgefallen wäre um die Vorgaben des Zolls und der Steuerbehörden zu erfüllen, nach denen in einem Zeitraum von fünf Jahren höchstens 19,5% des Rums verdunsten dürfen und letztlich auch um rentabel zu wirtschaften. Für die Reifung verwendete Caroni in aller Regel ausgebrannte Ex-Bourbon Fässer.


Caroni-Flyer by Caroni (1975) Ltd.

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3.1. Die Stills:

Column Still at Caroni Distillery.
Picture © by Fredi Marcarini
Caroni destillierte ab 1918 mit einer gusseisernen Brennblase (Cast-Iron Still). Diese wurde im Jahr 1943 um eine hölzerne (Wooden) Coffey Still und 1945 um eine vollkupferne (All Copper) Still ergänzt. Im Jahr 1955 übernahm Caroni die Esperanza Estate und erhielt aus dieser Übernahme eine Single Column Still, die zwei Jahre später, im Jahr 1957, nach Caroni transferiert wurde. Eine neue Four Column Gerb Herman Still wurde im Jahr 1979 bei Caroni installiert und ein Jahr später, 1980, in Betrieb genommen. Im Jahr 1984 wurden, laut eines Flyers von Caroni (s. oben/above), die beiden ältesten Brennblasen Caronis, die Cast-Iron Still und die Wooden Coffey Still, außer Betrieb genommen und durch eine Two-Column Still von Blair, Campbell & McLean/Blairs Ltd. aus Glasgow und eine Pot Still ersetzt. Allerdings hat sich an dieser Stelle ein Fehler bei den Machern des Flyers eingeschlichen, denn die Website von Caroni (1975) Ltd., spricht vom Jahr 1964, was auch logischer ist. Bei der Angabe des Jahres 1984 im Flyer handelt es sich lediglich um einen Druckfehler. Dementsprechend müssten sich bei Caroni, zum Zeitpunkt der Schließung, noch folgende Brennapparate befunden haben:

  • All Copper Still (seit 1945)
  • Esperanza Single Column Still (seit 1957 bei Caroni)
  • Pot Still (seit 1964)
  • Two Column Blairs Still (seit 1964)
  • Four Column Gerb Herman Still (seit 1980)


Was mit diesen Brennapparaten nach der Schließung geschehen ist, ist mir bislang nicht bekannt. Nicht unwahrscheinlich ist, dass sie verschrottet wurden, da sie mehrheitlich bereits in einem nicht unerheblichen Alter und, wie man anhand der Column Still auf dem Bild von Fredi Marcarini sehen kann, auch nicht unbedingt gutem Zustand waren.




4. Bekannte Jahrgänge:

Hier eine Übersicht über alle mir bisher bekannten Jahrgänge, aus denen es sicher Rums aus Caroni gibt bzw. gegeben hat:

Caroni Vintage Type (Mark)
1961 ?
1967 ?
1969 ?
1974 Heavy (HTR)
White (?)
1976 Heavy (HTR)
1982 Light (LTR)
Heavy (HTR)
1983 Heavy (HTR)
1984 Heavy (HTR)
1985 Heavy (HTR)
Light & Heavy Blended
1988 Heavy (HTR)
Light & Heavy Blended
1989 Light (LTR)
Heavy (HTR)
1990 Providence
1991 Light & Heavy Blended
Providence
1992 Heavy (HTR)
White (?)
1993 Heavy (HTR)
Light & Heavy Blended
1994 Heavy (HTR)
White (?)
1995 Heavy (HTR)
White (?)
1996 Light (LTR)
Heavy (HTR)
Light & Heavy Blended
White (?)
1997 Light (LTR)
Heavy (HTR)
White (?)
Jamaica (?)
1998 Light (LTR)
Heavy (HTR)
White (?)
Jamaica (?)
1999 Light (LTR)
Heavy (HTR)
Light & Heavy Blended
White (?)
Jamaica (?)
2000 Light (LTR)
Heavy (HTR)
White (?)
2002 ?


5. Rums aus Caroni, die ich u.a. schon im Glas hatte*:

- 1423 S.B.S. Trinidad Rum Caroni 19 YO (1997 - 2016), 63,1% vol.
- A.D. Rattray Trinidad Rum Caroni 13 YO (1997 - 2010), 46% vol.
- A.D. Rattray Trinidad Rum Caroni 17 YO (1997 - 2015), 63,6% vol.
- Blackadder Finest Trinidad Caroni Rum 18 YO (1997 - 2016), 63,1% vol.
- Blackadder Finest Trinidad Caroni Rum 19 YO (1997 - 2017), 63% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad 1993 Caroni 21 YO (1993 - 2014), 51,9% vol. (1423)
- Bristol Classic Rum Trinidad 1996 Caroni 12 YO (1996 - 2008), 43% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad 1996 Caroni 15 YO (1996 - 2011), 43% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad 1997 Caroni 18 YO (1997 - 2015), 61,5% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad 1997 Caroni 19 YO (1997 - 2016), 61,5% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad 1998 Caroni 10 YO (1998 - 2008), 40% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad Caroni 10 YO (bottled 2015) Sherrywood, 43% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad Caroni VSOC 10 YO (bottled 2015), 40% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad Caroni Felicite Gold 4 YO, 40% vol.
- Bristol Classic Rum Trinidad Providence Estate 10 YO (1990 - 2000), 46% vol.
- Cadenhead's Caroni Distillery HTR 20 YO (1997 - 2018), 60,6% vol.
- Cadenhead's Caroni Distillery PROVIDENCE 12 YO (1991 - 2003), 66,3% vol.
- Cadenhead's Caroni Distillery PROVIDENCE 14 YO (1991 - 2006), 66,1% vol.
- Caroni Original Bottling Felicite Gold 4 YO Trinidad Rum, 43% vol.
- Caroni Original Bottling Stallion Puncheon Finest Trinidad Rum, 75% vol.
- Caroni Rom Dansk Fanclub HTR Caroni 22 YO (1997 - 2019), 61,1% vol.
- Compagnie Des Indes Trinidad Rum 18 YO Caroni (1996 - 2015), 61% vol.
- Compagnie Des Indes Trinidad Rum 22 YO Caroni (1993 - 2016), 48% vol.
- Compagnie Des Indes Trinidad Rum 26 YO Caroni (1991 - 2016), 56,2% vol.
- Corman Collins Trinidad Rum 20 YO Caroni (1999 - 2019), 61% vol.
- Duncan Taylor Trinidad Rum Caroni 16 YO (1997 - 2014), 56,4% vol.
- Isla del Ron Trinidad Rum Caroni 20 YO (1997 - 2018), 52,5% vol. (van Zuylen)
- Isla del Ron Trinidad Rum Caroni 27 YO (1989 - 2016), 52,5% vol.
- Kill Devil Trinidad Rum Caroni 18 YO (1998 - 2017), 63,2% vol.
- Kintra Trinidad Rum Caroni 19 YO (1998 - 2017), 55,1% vol.
- Krüger Eidora Trinidad Rum Caroni 12 YO (1996 - 2009), 69,1% vol.
- Krüger Eidora Trinidad Rum Caroni 18 YO (1997 - 2016), 63,8% vol.
- Origin R Trinidad Rum Caroni 20 YO (1994 - 2015), 52% vol.
- Origin R Trinidad Rum Caroni 21 YO (1993 - 2015), 57,2% vol.
- Pellegrini Barangai Trinidad Rum Caroni 16 YO (1997 - 2013), 52% vol.
- RA Trinidad Rum Caroni 20 YO (1998 - 2018), 64,3% vol.
- Rum Nation Trinidad Rum Caroni 18 YO (1998 – 2016), 55% vol.
- Rum Nation Trinidad Rum Caroni 20 YO (1997 - 2017), 57,8% vol. (Hong Kong)
- Rum Nation Trinidad Rum Caroni 21 YO (1997 - 2018), 59,2% vol. (Ex-Islay)
- Sansibar Trinidad Rum Caroni 18 YO (1997 - 2015), 51,9% vol.
- That Boutique-Y Rum Company Trinidad Rum Caroni 20 YO (1998 - 2018), 53,7% vol.
- The Overseas Trail Trinidad Rum Caroni 17 YO (1996 - 2013), 46% vol.
- The Rum Cask Trinidad Rum Caroni Distillery 18 YO (1997 - 2015), 64,1% vol.
- The Rum Mercenary Trinidad Rum Caroni 19 YO (1998 - 2017), 55,1% vol.
- The Secret Treasures Trinidad Rum Caroni 9 YO (1991 - 2000), 40% vol.
- Valinch & Mallet Trinidad Rum Caroni 19 YO (1997 - 2016), 51,8% vol.
- Velier Caroni 1982 Full Proof Heavy Trinidad Rum 24 YO (1982 - 2006), 58,3% vol.
- Velier Caroni 1982 Full Proof Light Trinidad Rum 24 YO (1982 - 2006), 55,2% vol.
- Velier Caroni 1983 Heavy Trinidad Rum 22 YO (1983 - 2005), 52% vol.
- Velier Caroni 1984 Full Proof Heavy Trinidad Rum 22 YO (1984 - 2006), 54,6% vol.
- Velier Caroni 1984 Full Proof Heavy Trinidad Rum 24 YO (1984 - 2008), 58,3% vol.
- Velier Caroni 1985 Full Proof Heavy Trinidad Rum 21 YO (1985 - 2006), 58,8% vol.
- Velier Caroni 1988 Blended Trinidad Rum 15 YO (1988 - 2003), 43% vol.
- Velier Caroni 1989 Full Proof Light Trinidad Rum 17 YO (1989 - 2006), 64,2% vol.
- Velier Caroni 1992 Heavy Trinidad Rum 18 YO (1992 - 2010), 55% vol.
- Velier Caroni 1994 100° Proof Heavy Trinidad Rum 23 YO (1994 - 2017), 57,18% vol.
- Velier Caroni 1994 Full Proof Heavy Trinidad Rum 23 YO (1994 - 2017), 59% vol.
- Velier Caroni 1996 Full Proof Heavy Trinidad Rum 20 YO (1996 - 2016), 70,28% vol. (LMDW)
- Velier Caroni 1996 Full Proof Heavy Trinidad Rum 20 YO (1996 - 2016), 64,46% vol. (LMDW)
- Velier Caroni 1996 Blended Trinidad Rum 20 YO (1996 - 2016), 66,11% vol. (LMDW)
- Velier Caroni 1996 Full Proof Heavy Trinidad Rum 21 YO (1996 - 2017), 64,3% vol. (Magnum green)
- Velier Caroni 2000 Full Proof Heavy Trinidad Rum 17 YO (2000 - 2017), 68,4% vol. (EATALY)
- Velier Caroni 2000 Full Proof Heavy Trinidad Rum 17 YO (2000 - 2017), 70,4% vol. (TWE)
- Velier Caroni 2000 High Proof Heavy Trinidad Rum 17 YO (2000 - 2017), 55% vol. (US)
- Velier Caroni 2000 Replica Extra Strong 90° Proof 18 YO (2000 - 2018), 51,4% vol.
- Velier Caroni 2000 Full Proof Heavy Trinidad Rum 19 YO (2000 - 2019), 65,2% vol. (Nita "Nitz" Hogan)
- Velier Caroni Ceremony 1994 HTR Guyana 25 YO (1994 - 2019), ??% vol. (#6132)
- Velier Caroni Ceremony 1994 HTR Guyana 25 YO (1994 - 2019), ??% vol. (#6133)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#3776)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), 70,08% vol. (#3778)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#3779)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#3780)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#3783)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), 69,85% vol. (#3784)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#3806)
- Velier Caroni Ceremony 1996 Blended Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5533)
- Velier Caroni Ceremony 1996 Blended Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5534)
- Velier Caroni Ceremony 1996 Blended Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5537)
- Velier Caroni Ceremony 1996 Blended Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5549)
- Velier Caroni Ceremony 1996 Blended Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5552)
- Velier Caroni Ceremony 1996 Blended Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5558)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5600)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5603)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5610)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#5612)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), 62,79% vol. (#5619)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), 62,95% vol. (#5622)
- Velier Caroni Ceremony 1996 HTR Guyana 23 YO (1996 - 2019), ??% vol. (#????)
- Velier Caroni Ceremony 1998 HTR 21 YO (1998 - 2019), ??% vol. (#3909)
- Velier Caroni Ceremony 1998 HTR 21 YO (1998 - 2019), ??% vol. (#3911)
- Velier Caroni Ceremony 1998 HTR 21 YO (1998 - 2019), ??% vol. (#3912)
- Velier Caroni Ceremony 1998 HTR 21 YO (1998 - 2019), ??% vol. (#3917)
- Velier Caroni Ceremony 2000 HTR 19 YO (2000 - 2019), 69,58% vol. (#4014)
- Velier Caroni Ceremony 2000 HTR 19 YO (2000 - 2019), ??% vol. (#4016)
- Velier Caroni Ceremony 2000 HTR 19 YO (2000 - 2019), ??% vol. (#4050)


Meine aktuellen Top 5 Rums aus Caroni:

- Velier Caroni 1996 Full Proof HTR 23 YO (1996 - 2019), 61,2% vol. (The Last)






Sources:

http://www.natt.gov.tt/sites/default/files/pdfs/The-Rise-and-Fall-of-King-Sugar.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Caroni_(1975)_Limited

https://web.archive.org/web/20010331063438/http://trinidadrum.com/

https://web.archive.org/web/20010330184747/http://trinidadrum.com/aboutrum.html

https://web.archive.org/web/20010331132711/http://trinidadrum.com/ourrums.html

http://www.tntisland.com/townsnvillages.html

http://trinituner.com/v4/forums/viewtopic.php?t=690928



*ein kleiner Teil davon steht noch unverkostet als Sample bei mir