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Sonntag, 30. August 2020

Barbados, Rockley 1986 - Silver Seal vs. Duncan Taylor

Liebe Rum Gemeinde,

seit Ewigkeiten möchte ich mich heute einmal wieder mit dem alten Rockley Style von Barbados auf BAT beschäftigen, der über all die Jahre eine heimliche Liebe von mir war und noch immer ist. Es gibt, da sind sich nahezu alle einig, die ich zur engen Nerd-Szene in Deutschland zähle, aus Barbados keinen besseren Rum als jenen so genannten Rockley Style aus der West Indies Rum Distillery, der so viel mehr zu bieten hat als alles andere was aus Blackrock selbst, aber auch von den weiteren Destillerien Barbados' kommt.



Es war ein kalter Spätnachmittag im November 2011, als ich zum ersten Mal das Ladengeschäft von Andreas Schwarz in Preetz betrat. Ich hatte im Netz herausgefunden, dass es hier ganz in meiner Nähe ein Geschäft gibt, welches weit mehr Rum im Sortiment führt als (selbst gut sortierte) Supermärkte und so machte ich mich dorthin auf den Weg, nicht wissend, was mich erwarten sollte. Ich war zu jener Zeit noch ganz am Anfang meiner Rum Laufbahn und hatte außer Jamaica Rum noch nicht viel gesehen. Diese hatten es mir seinerzeit sofort angetan und auf diesen lag dementsprechend auch mein Augenmerk, als ich mich im Geschäft umsah. Mit Herrn Schwarz kam ich direkt ins Gespräch und es stellten sich zwei Dinge schnell heraus: zum einen nämlich, dass weder Andreas Schwarz ein gewöhnlicher Händler, noch ich ein gewöhnlicher Kunde war. Denn es war sowohl er auf seinem Gebiet weit kompetenter, als ich das bis dahin je irgendwo im Handel erlebt hätte, noch zeigte ich an den (damals wie heute) üblichen Verkaufsschlagern Zacapa oder Diplomatico auch nur das geringste Interesse. So stimmte die Chemie also direkt.

Lieber wollte ich Jamaica Rums. Am besten in Fassstärke. Kein leichtes Unterfangen damals! Und so ergab es sich, dass Herr Schwarz mir eine Abfüllung zeigte, die ich bis heute als bahnbrechend in Erinnerung habe: es stand noch eine Flasche Cadenhead's Cask Strength BRS (Rockley) Barbados Rum 16 YO Blackrock 1986 ganz oben links in seinem Regal! Ein Ladenhüter (auch, wenn sich das heute niemand mehr vorstellen kann)! Ich war sofort sehr interessiert, denn alte Cadenheads Bottlings waren (und sind es bis heute) ein Synonym für Qualität. Glücklicherweise kann man bei Andreas Schwarz fast alles an Rums was er im Verkauf hat auch probieren, so auch diesen. Also rein damit ins Glas und: *BÄÄÄM*! "Was zur Hölle ist das denn für ein geiler Scheiß?!" Das oder etwas ähnliches müssen meine ersten Gedanken dazu gewesen sein. So viel Kraft, so viel Flavour, aber gleichzeitig ohne dieses so brutale eines Jamaicaners... Unfassbares Erlebnis, bis heute vermutlich eines der schönsten im Rum Bereich überhaupt, weil es so unerwartet kam! Später wurden diese Momente rar, weil einen mit zunehmender Erfahrung immer weniger komplett überraschen kann, weil man so vieles schon kennt, aber damals war sowas noch möglich. Das erste Mal Rockley, ohne jede Erwartung, ohne jedes Wissen, was da gleich kommt. Die Flasche habe ich selbstverständlich sofort eingepackt (für 80,- Euro damals eine durchaus nicht ganz günstige Anschaffung) und meine Liebe für Rockley war geboren. In der Folge hielten der damals noch sehr kleine Kreis an Nerds und ich unsere Augen nach solchen Rums offen. Bezeichnender Weise wurde dann aber nur noch ein Rum überhaupt released, der es mit dieser Cadenhead-Abfüllung aufnehmen konnte, nämlich der Duncan Taylor WIRD 1986 im Jahr 2012. Diesen konnte kein Rockley vor oder nach ihm bisher toppen, was auch daran lag, dass danach so gut wie nichts mehr überhaupt auf den Markt kam.

Der heute vorgestellte Silver Seal ist, von einer Japan-Abfüllung, die leider wirklich nicht gut und auch nur äußerst schwer erhältlich war abgesehen, der erste abgefüllte 1986er Rockley seit dem Duncan Taylor 2012! Das ist acht Jahre her und damit länger, als sich die allermeisten da draußen überhaupt zur Rum Szene dazu zählen, die in den letzten Jahren um viele 100% im Vergleich zu damals gewachsen ist. Dementsprechend sind zwei Faktoren festzuhalten. Zum einen haben wir es dadurch schon fast mit einer gefühlten Premiere zu tun, zum anderen ist der gute Stoff aber ja auch mit gealtert und inzwischen schon stolze 33 Jahre alt und für 80,- Euro, wie der Cadenhead damals, nicht mehr zu haben. Im Gegenteil, ca. 600,- (!) Euro muss man inzwischen hinlegen, wenn man eine der Flaschen kaufen möchte, die Max Righi in diesem Sommer abgefüllt hat. Ob er das wert ist? Nun, diese Frage wird im Grunde sehr einfach im Fazit zu beantworten sein. Wenn es ihm gelingt den Duncan Taylor zu schlagen, dann durchaus, denn für diesen muss man inzwischen mehr als diese 600,- Euro auf den Tisch legen. Also sehen wir uns den Guten jetzt einmal genauer an!


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Vergleich der beiden Rockley Barbados Rums aus 1986 - Silver Seal 33 YO vs. Duncan Taylor 25 YO:

Preis: der Ausgabepreis für den Silver Seal bei Whisky Antique (gehört Max Righi, der gleichzeitig Inhaber von Silver Seal ist) liegt bei 603,90 Euro. Derzeit ist der zu diesem Kurs auch noch erhältlich. Der Duncan Taylor kostete damals ca. 90,- bis 110,- Euro ca. Heute kostet eine Flasche eher 800,- bis 1000,- Euro.

Alter: von Dezember 1986 bis Anfang 2020 reifte der Silver Seal 33 Jahre lang im Eichenfass. Der Duncan Taylor wurde schon im November 2012 abgefüllt und war somit zu diesem Zeitpunkt 25 (bzw. fast 26) Jahre alt.

Lagerung: die Reifung fand in beiden Fällen mutmaßlich vollständig in Europa statt.

Fassnummern: Silver Seal gibt als Fassnummer die #20 an, allerdings dürfte es sich dabei ausschließlich um eine interne Zählung handeln, was meinen Verdacht bestätigt, dass der Abfüller vermutlich keine bis kaum noch Fässer lagernd hat, sondern neue Bottling unmittelbar zuvor von Brokern erworben werden. Ergeben hat das Fass noch 179 Flaschen a 0,7 Liter, sowie 15 Magnum Flaschen. Duncan Taylor gab damals die Fassnummer #16 an, welches noch 244 Flaschen a 0,7 Liter ergab.

Angel's Share: unbekannt. Er dürfte aber bei jeweils ca. 30 bis 40% liegen. 

Alkoholstärke: der Silver Seal kommt mit einem Alkoholgehalt von 58,8% vol. um die Ecke. Diese dürften der Fassstärke nach 33 Jahren im Fass entsprochen haben. Der Duncan Taylor wies noch 52,7% vol. auf, was bedeutet, dass er wohl um mindestens 10% vol. "beraubt" wurde. 

Destillationsverfahren: Pot Still.

Mark: BRS (Rockley)

Farbe: dunkles, goldenes Stroh beim Silver Seal, minimal aber merklich kräftiger als der Duncan Taylor. 

Viskosität: unregelmäßige aber parallele Schlieren fließen beim Silver Seal langsam und zähflüssig an der Glaswand herunter. Beim Duncan Taylor sieht es ähnlich, aber etwas öliger aus. Zudem fließen hier die Schlieren schneller.

Silver Seal Barbados Rockley 1986 im Glas
Nase: ich lasse beide Rums zunächst einmal eine gute Stunde atmen, bevor ich mich an die Verkostung setze. Dann aber sind beide auch direkt voll da! Der Silver Seal macht zunächst einen kräftigeren Eindruck als der Duncan Taylor, der eher etwas verhaltener und subtiler daher kommt. Dem Silver Seal merkt man auch die über 30 Jahre im Fass direkt an. Nicht negativ, aber eine gute Portion Holz kommt da schon direkt mit, während der Duncan Taylor eher noch diese klassische Rockley-Mischung aus Honig und Rauch aufweist und die in jüngeren Jahren natürlich eher weniger von Tanninen geprägt war. Beide Rums machen einen sehr tiefen, reichhaltigen und komplexen Eindruck und auch der Alkohol ist bei beiden jeweils exzellent eingebunden. So etwas wie alkoholische Schärfe findet für mein Empfinden nicht statt. Es braucht einige Momente und man muss sich so ein wenig an die beiden herantasten, bis sie ihr Bouquet in vollem Umfang offen legen. Der Honig kommt beim Silver Seal immer noch ganz gut durch, auch eine gewisse natürliche Süße ist vorhanden, den Rauch allerdings muss man schon sehr mit der Lupe suchen. Dieser scheint tatsächlich so ein wenig den Tanninen gewichen zu sein. Diese nehmen nämlich durchaus schon eine zentrale Rolle in diesem Orchester an Sinneseindrücken ein, das darüber hinaus auch noch eine sehr prägnante Assoziation zu Leder hervorzurufen vermag, sowie einiges an Vanille und Nelke für mich bereit hält. Erst ganz nach hinten heraus habe ich auch leichte Röstaromen und Rauch. Aber im Vergleich zu jüngeren Vertretern spielt dieser Part wirklich nur eine marginale Rolle. Anders der Duncan Taylor. Das ist an dieser Stelle noch wesentlich mehr klassischer Rockley als wir es nebenan beim Silver Seal sehen. Hier habe ich Rauch, hier habe ich Honig, hier habe ich Leder, hier habe ich alles was das Rockley-Herz begehrt! Einzig: im direkten Vergleich bilde ich mir ein, dass man die Verdünnung spürt. Der Silver Seal ist der zweifelsohne intensivere der beiden! Dieses Phänomen hatte ich ja auch bei den Port Mourants schon beobachtet. Damals fiel das nicht so auf, da es zu den Duncan Taylor Bottlings anno 2012 keine vergleichbare Konkurrenz gab, aber nun, wo es diese Jahrgänge auch noch einmal in Fassstärke gibt, kann man das nicht leugnen. Einen Sieger zu finden fällt mir in der Nase daher zunächst noch schwer, da ich zwar diesen Rockley-Rauch (nicht zu verwechseln mit Islay Rauch z.B.!) extrem feiere, aber gleichzeitig eben auch Tannine und die Intensität einer Fassstärke sehr, sehr, sehr schätze. Nach ca. zwei Stunden allerdings liegt der Silver Seal dann doch vorn in der Nase. Die klar stärkere Intensität und ein schlicht merklich volleres Bouquet geben den Ausschlag. Der Duncan Taylor hingegen retardiert in seiner Entwicklung im Glas und wirkt schließlich schon fast verhalten gegen den Silver Seal.

Duncan Taylor Barbados Rockley 1986 im Glas
Gaumen: am Gaumen macht sich das Plus an Reife beim Silver Seal zunächst kaum bemerkbar und wenn, dann auf keinen Fall negativ! Der Rum hat einen richtig geilen Rockley -Geschmack, wie er im Buche steht! Dieser kommt auch direkt voll heraus, denn alkoholische Schärfe oder ähnliches sind komplett abwesend. Selbst größere Schlücke sind kein Problem, im Gegenteil, hier legt der Rum nochmal zu! Beim Duncan Taylor sieht es tendenziell ähnlich aus, allerdings merkt man diesem zu Beginn seine Verdünnung an. Nicht stark oder gar störend, aber eben merklich. Das verwundert mich vor allem insofern, als dass mir das bisher nie so deutlich auffiel, aber im direkten Vergleich kommt das ganz eindeutig heraus. Der Silver Seal kommt geschmacklich erst einmal richtig schön süß daher, nicht künstlich natürlich, sondern das ist eher wie flüssiger Honig. Richtig genial! Der in der Nase noch so vermisste Rauch ist nun auch am Start und sorgt dafür, dass für Rockley Fans nun wirklich keine Wünsche mehr offen bleiben und diese voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Der 33 YO ist wahnsinnig intensiv! Mit zunehmender Verweildauer am Gaumen wird er darüber hinaus cremiger. Nun spielen auch die Tannine mit rein, die sich in Form von toll harmonierenden Röstaromen wunderbar passend ins Destillat mit einbringen. Man muss sich das vorstellen wie eine Art Funkenflug. Immer wieder prasseln kleine Funken in den Rockley hinein und sorgen so für zusätzliche Unterhaltung. Überhaupt passen die Tannine hier richtig gut hin, bringen den Rum nochmal voran und fügen Rockley als Stil noch einmal ein komplett neues Kapitel hinzu, denn die bisherigen Vertreter waren eben sehr viel jünger. Das ganze hat zeitweise was vom Velier Monymusk 1995 oder auch von einigen Worthy Parks. Nach hinten heraus habe ich ordentlich Anis, was ich von vielen lange gereiften Rums kenne. Sehr, sehr schön! Beim Duncan Taylor habe ich gleichsam positive Eindrücke. Hier bekommt man tatsächlich das komplette Rockley-Aromenfeuerwerk! Der Rum spielt seine seit vielen Jahren bekannten Vorzüge von vorne bis hinten aus, kann mit jeder Menge Waldhonig, Rauch, Anis, leichter Banane, Vanille und anderer Gewürze aufwarten. Am Gaumen habe ich hier nicht weniger als einen nahezu perfekten Rum vor mir! Wie der Silver Seal wird auch der Duncan Taylor mit der Zeit immer cremiger und leckerer. Der Rum hat viel Kraft, spielt diese aber sehr viel subtiler aus als beispielsweise Rums aus Jamaica. Judo statt Kickboxen. Dazu kommen auch beim Duncan Taylor schon gute Holznoten und eine dezente, angenehme Bitterkeit. Das Holz ist definitiv super eingebunden, ein richtig geiler Rum!

Abgang: ein schöner langer Abgang beim Silver Seal, mit zunächst noch ordentlicher Rest-Süße von Pfirsichen und von Waldhonig, dazu Anis. Erst dann wird der Rum trockener. Röstaromen gesellen sich nochmal dazu, wieder Funkenflug. Geil! Der Duncan Taylor dagegen kommt schon direkt zu Beginn gut tanninig und weniger süß daher als der Silver Seal. Honig und Rauch geben nochmal alles. Auch der Duncan Taylor verbleibt sehr lang, zeigt sich aber durchgehend bitterer und trockener als der Silver Seal.

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Fazit: Zwei mal Rockley 1986, zweimal absolute Weltklasse! So einfach kann es manchmal sein! Der Silver Seal als auch der Duncan Taylor sind (gemeinsam mit dem Rendsburger Bürgermeister Rockley 1986, den man allerdings nicht mehr bekommen wird) sind unstrittig das beste, was Rockley bisher insgesamt je zu bieten hatte und damit natürlich auch gleichzeitig das beste, was die gesamte Insel Barbados bisher je zu Gesicht bekommen hat! Wenn man diese beiden Vertreter dieses so einmaligen Stils im Glas hat, dann fällt es einem schon schwer zu verstehen, warum ansonsten nahezu nur langweiliger, austauschbarer Stoff von Barbados kommt. Und das bezieht sich sowohl auf die anderen Destillerien Barbados', als auch auf die West Indies Rum Distillery selbst, deren üblicher Rum im Vergleich zu den Rockleys leider auch null und gar nichts taugt. Warum W.I.R.D. ausschließlich in den Jahren 1986 und 2000 größere Mengen dieses Stils produziert hat ist leider nicht bekannt, aber es ist definitiv sehr schade! Diese Rums sind die einzigen Bajan Rums, die im absoluten High End Bereich mithalten können! Welcher der beiden heute verkosteten Rums nun der bessere ist, ist für mich schwer zu sagen. Der Silver Seal besticht auf jeden Fall durch seine enorme Intensität, seine Reife und mit dem damit einhergehenden Einfluss der Tannine. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass wer mit Tanninen seine Schwierigkeiten hat unter Umständen beim Duncan Taylor besser aufgehoben wäre. Dieser ist der definitiv stiltypischere Vertreter, der sich vermutlich am Zenit seiner Reifung befunden hat und für Rockley-Puristen schon seit Jahren nicht weniger als der Heilige Gral darstellt. Zurecht! In voller Fassstärke wäre der Duncan Taylor vermutlich nahe an die 100 Punkte Marke herangeklettert. Versteht mich nicht falsch, der Rum ist mitnichten Verwässert, aber ich stehe in aller Regel eben auf keinerlei Zugabe von Wasser und dem Duncan Taylor merkt man diese -wenn auch nur minimal- an. Das nimmt ihm etwas von der Intensität, die mir beim Silver Seal so gefällt, allerdings gleicht er das durch etwas mehr Komplexität, eine perfekte Ballance und totale Ausgewogenheit locker aus. Beide Rums für sich sind einfach der Hammer! Einziges Manko: die Preise und die Verfügbarkeit. Wir befinden uns hier eindeutig im Bereich über 500,- Euro und von beiden Abfüllungen zusammen gab es kaum etwas mehr als 400 Flaschen! Das ist extrem wenig, vor allem im Hinblick darauf, dass vom Duncan Taylor das allermeiste inzwischen ausgetrunken sein dürfte. Wer den Rockley Style richtig geil findet und voll drauf abfährt, dem lege ich eine Investition durchaus nahe, denn wer weiß ob man anders und vor allem günstiger nochmal dran kommt, aber andererseits würde ich auch jedem, der mit Rockley noch nie in Berührung kam auch empfehlen sich erstmal ein Sample zu besorgen. Denn Rockley ist speziell und gilt in Nerd Kreisen als einer der typischsten Vertreter der Kategorie "Love it or Hate it". Ich persönlich zähle, das ist zu guter Letzt keine Überraschung mehr, zu ersterer Gruppe. Ich liebe diesen Stoff!


Silver Seal:
 -95/100-

Duncan Taylor: 
-93/100-*


*Rating wurde nach Crosstasting mit dem Silver Seal 1986 und dem RA 1986 im Januar 2021 um zwei Punkte nach unten korrigiert.


Ein Dank geht abschließend an Malte, der den Silver Seal und an Niki, der den Duncan Taylor geteilt hat. Vielen Dank an euch beide!

Bis demnächst,
Flo

Dienstag, 30. Mai 2017

Hampden Sextuple

Liebe Rum- und Mai Tai Fans,

auf geht's zum letzten Mai Tai in diesem Monat. Und dafür habe ich mir etwas ganz besonderes für euch ausgedacht: einen Mai Tai mit einem Hampden Sextuple! Was das bedeutet? Nicht weniger als genau das, was der Name schon andeutet: ich habe von den sechs gängigsten Hampden-Jahrgängen (1990, 1992, 1993, 1998, 2000 und 2010) die jeweils meines Erachtens beste Abfüllung des Jahrgangs ausgewählt und je 1 cl davon in den Mai Tai gegeben.


Welche Rums wurden ausgewählt?

1990: The Rum Cask Jamaica Rum 26 YO Hampden 1990 - 61,9% vol.

Ein Rum, zu dem ich hier auf dem Blog wohl bereits alles gesagt habe, was es zu sagen gibt. Diese Abfüllung ist einfach Weltklasse und der meines Erachtens beste Rum aus Hampden bisher! Ihn habe ich auch schon ohne weitere Partner im Mai Tai gehabt, der ebenso Weltklasse war. Die Abfüllung ist schon jetzt eine Legende! Das Mark dieses Rums ist JMC. Es dürfte sich daher um den Stil C<>H handeln, der dann einen Estergehalt von 1300 bis 1400 gr/laa bedeuten würde.


1992: Rum Nation Jamaica Rum 24 YO Hampden 1992 - 61,6% vol.

Dieser Kandidat genießt so ein wenig ein Schattendasein in der Welt der großen Rums aus Hampden - zu Unrecht, wie ich finde! Ich habe den Rum hier auf dem Blog zwar noch nicht vorgestellt (wird aber noch passieren!), hatte ihn aber schon im Glas. Und auch wenn man auch sonst nicht so wirklich viel hört und liest zu ihm, aber er ist der meines Erachtens beste Hampden aus 1992 - vor dem 13 YO Cadenhead oder dem 24 YO Comagnie des Indes, beide in Fassstärke! Das Mark dieses Rums ist HLCF und bedeutet somit einen Estergehalt von 500 bis 700 gr/laa. 

1993: Samaroli Jamaica Rum 21 YO Hampden 1993 Full Proof - 65,6% vol.

Noch eine Legende! Auch dieser Rum erhebt den Anspruch, als der bisher beste Hampden überhaupt zu gelten. Es gibt einige, die ihm diesen Status sogar zugestehen, aber ich sehe ihn leicht hinter dem TRC 1990. Nichts desto trotz ist dieser Rum natürlich einer der besten, die Hampden je hervorgebracht hat und auch der zweifellos beste aus 1993. Das Mark dieses Batches ist JMH, was wohl bedeutet, dass der Rum ein <>H ist, mit 900 bis 1000 gr/laa Ester. Geschmacklich käme das auf jeden Fall hin. Auch dieser Rum wird hier auf Barrel Aged Thoughts noch besprochen werden!

1998: The Rum Cask Jamaica Rum 16 YO Hampden 1998 - 64,3% vol. 

Dieser Rum stand leider -und auch zu Unrecht- immer etwas hinter den Giganten aus 1990, 1992 und 1993 zurück und galt in der Rum Szene vor allem als Preisleistungsknaller. Das Batch aus 1998 wurde erst vergleichsweise spät entdeckt, als 2015 die ersten Abfüllungen auftauchten. The Rum Cask entdeckten das Batch damals mit und ich war, als ich erste Proben bekam, sofort vollauf begeistert. Das 1998er Batch steht für mich übrigens sogar leicht über dem aus 1992! Der Estergehalt, auch wenn das bisher leider auch nirgends angegeben wurde, dürfte bei diesem Batch, wie 1992, im Bereich HLCF liegen. 


2000: Premium Rum Jamaica Rum 16 YO Hampden 2000 - 59,5% vol.

Hampden 2000 gilt so ein wenig als die Light Version der Destillerie und unter vielen Rum Freaks als eher uninteressant. Was mich und meinen ganz eigenen und persönlichen Geschmack betrifft, so stimme ich da weitestgehend mit ein, aber ich bin ebenso der Meinung, dass dieses Batch eine Daseinsberechtigung hat, alleine schon durch die vielen Fans, die es hat. Man muss sich nur einmal ansehen, wie schnell oft auch die 2000er am Markt vergriffen sind. Das Mark dieses Batches ist LROK, was bedeutet, dass die Rums einen Estergehalt von 200 bis 400 gr/laa aufweisen. Diese Abfüllung von Andreas Schwarz ist eine der wenigen aus 2000, die ich sogar leicht überdurchschnittlich fand. 


2010: Habitation Velier Jamaica Rum 6 YO Hampden 2010 HLCF - 68,5% vol.

Hampden 2.0! Das erste Batch seit der Wiedereröffnung von Hampden! Aus diesem Batch tauchten erst drei Abfüllungen auf, ein LROK, ein Blend aus HLCF & LROK und der heute verwendete und schon mehrfach besprochene HLCF, von denen mir letzterer am besten gefällt. Er hat auch den höchsten Estergehalt, nämlich 550 gr/laa (HLCF). Insgesamt werde ich zwar mit den 2010er Hampden noch nicht ganz warm, sehe sie noch nicht auf dem Niveau der alten Hampdens, aber das liegt wohl vielfach auch noch am jungen Alter. Was da noch geht, werden wir also in den nächsten Jahren beobachten können! 



Das Rezept lautet demnach...

Hampden Sextuple:

  • 1,0 cl The Rum Cask Jamaica Rum 26 YO Hampden 1990
  • 1,0 cl Rum Nation Jamaica Rum 24 YO Hampden 1992
  • 1,0 cl Samaroli Jamaica Rum 21 YO Hampden 1993 Full Proof
  • 1,0 cl The Rum Cask Jamaica Rum 16 YO Hampden 1998
  • 1,0 cl Premium Rum Jamaica Rum 16 YO Hampden 2000
  • 1,0 cl Habitation Velier Jamaica Rum 6 YO Hampden 2010 HLCF
  • 3,0 cl Limettensaft
  • 1,5 cl Pierre Ferrand Orange Curacao
  • 1,0 cl Meneau Orgeat
  • 0,5 cl Monin Zuckersirup

Wir werden sehen, wie sich diese außergewöhnliche Zusammensetzung macht. 




Verkostung des Mai Tais mit Hampden Sextuple:

Sehr helle Farbe, die meisten Rums sind aber natürlich auch sehr hell. Nur der Premium Rum und der Habitation Velier sind etwas dunkler als die anderen. 

Wow! Ein Mai Tai wie ein Gedicht! Hier kommt tatsächlich das beste aus Hampden zusammen und arrangiert einen einzigartigen, besonderen Drink. Ein vorgezogener runder Geburtstag! Von allen Rums kommt der 1990er natürlich am meisten durch, aber er geht mit seinen Partnern eine schöne Liaison ein, so dass der Mai Tai lange nicht so krass ist, wie das bei einem reinen 1990er Mai Tai der Fall ist. Immer wieder kommen ganz neue Dimensionen dieses Blends durch, man hat so unendlich viel zu entdecken. Nach dem 1990 ist es tatsächlich schwer, die anderen Teile des Blends punktgenau auszumachen, aber sie leisten genauso ihren Teil zum gelingen wie jeder andere Part des Drinks. 
Ein "Lob" geht hier auch an den "low"- und non-alkoholischen Part des Drinks: Orgeat, Curacao, Zucker und Limette machen einen grandiosen Job und unterstützen die Cuvee wo es nur geht. Ich bin einfach nur geflasht! Notiz am Rande: die Rums haben im Schnitt übrigens einen Alkoholgehalt von 63,55% vol., der ganze Drink einen von 36,78% vol. Das ist schon ziemlich potent!

Fazit: ein Mai Tai der Superlative! Nicht, dass er nun unbedingt noch sehr viel besser schmecken würde als andere Mai Tais der Spitzenklasse, aber er ordnet sich eben genau dort ein und das Wissen darum was man da gerade im Glas hat macht natürlich schon noch einmal viel aus. Der Kopf trinkt mit und das soll er manchmal auch. In jedem Fall ist dieser Drink der absolut würdige Abschluss dieses feucht fröhlichen Monats und etwas, was ich schon seit langer Zeit mal vor hatte auszuprobieren. Das ist nun geschehen und ich kann es euch auch nur empfehlen. Am besten natürlich zu einem besonderen Anlass, denn dazu sind einige der verwendeten Rums sonst einfach zu kostbar. Achso, und wenn ihr andere Favoriten bei den jeweiligen Jahrgängen habt, dann tauscht ihr diese im Blend natürlich gegen die von mir verwendeten ein. Es soll ja euch schmecken, und nicht meinem Geschmack möglichst nahe kommen. 

Morgen wird es hier dann noch einen kleinen Ausklang geben, in dem ich ein Fazit ziehen und noch einmal auf den Monat als ganzes zurückblicken werde. 

Bis dahin,
Flo


Donnerstag, 25. Mai 2017

Mai Tai mit Velier Caroni Rum 17 YO und Premium Rum Hampden 16 YO

Liebe Rum- und Mai Tai Freunde,

spontan habe ich meinen Plan verworfen, heute nochmal ein Review aus der Konserve zu bringen und mich statt dessen für einen Mai Tai mit einem Blend aus den hier auf BAT schon besprochenen Velier Caroni Rum 17 YO 1998 und Premium Rum Hampden 16 YO 2000 entschieden. 
Ich bin von einem Leser der ersten Stunde dieses Blogs darum gebeten worden, von Rum Club Member "Mixael", den ich noch aus dem alten Cocktails & Dreams Forum kenne. Mixael, das verrät der Name, ist vor allem am Shaker zu finden, trinkt aber auch mal gerne einen guten Tropfen pur. Wer diesen Blog akribisch genau verfolgt hat, der kann diesen Namen sogar kennen. Denn ich habe huer schon einmal eine hervorragende Idee von ihm umgesetzt: den Basil on Fire
Heute also der Caroni/Hampden Mai Tai: ich wählte dafür den Velier Caroni, da ich momentan keinen anderen offen habe, der sich besser eignen würde. Vom Ancient Mariner blieb leider nichts übrig. Um dem Caroni eine Chance zu lassen war klar, dass es auf der anderen Seite ein 2000er Hampden werden würde. Das Mischungsverhältnis bestimmte ich auf 3,5 cl Caroni zu 2,5 cl Hampden. Mal sehen, was dabei herum kommt. 



Verkostung des Mai Tais mit Velier Caroni Rum 17 YO & Premium Rum Hampden 16 YO:

Dunklere Farbe als so häufig diesen Monat. Klassische Mai Tai Farbe! Milchig, trüb, leicht dunkler als das Orgeat. 

Geschmacklich kommt das dabei heraus, was man sich gemeinhin auch vorstellen konnte: ein Dirty Mai Tai, ein Hampden Mai Tai mit Dreck! Was für den Außenstehenden verstörend klingen muss, lässt in einem Fan von Hampden und Caroni die Neugierde ins Unermessliche steigern. Und das absolut zurecht! Beide Rums kommen abwechselnd immer wieder durch und scheinen ein total geniales Tennismatch im Glas zu spielen. Die beiden spielen sich den Ball immer wieder hin und her und keiner der beiden ist bereit seinem Gegenüber den Punkt zu überlassen. Hampden - Caroni - Hampden - Caroni - Hampden - ... Und immer so weiter. 
Dazu geben die anderen Zutaten aus Curacao, Orgeat und Limette eine würdige Bühne, auf der die anderen beiden sich entfalten können. Toll! Und vor allem: überhaupt nicht anstregend! Dieser Drink macht einfach nur Spaß! 


Fazit: Grazie, Micha! Der hat mir wirklich überaus gut gefallen! Ein weiteres Mal beweist der Mai Tai hier seinen Facettenreichtum und kann mit dieser ganz speziellen Kombination glänzen. Es stimmte einfach alles bei diesem Drink. Diese Version gefiel mir glaube ich noch ein wenig besser als die reine Caroni-Variante. Wirklich außergewöhnlich! 


Morgen geht es hier dann weiter mit der Rezeptur eines weiteren Rum Club Mitglieds. Genauer gesagt, der des Captains!

Bis dahin,
Flo


Sonntag, 14. Mai 2017

Premium Rum Jamaica Rum 16 YO Hampden 2000

Liebe Rum Gemeinde,

heute möchte ich euch das erste Mal seit sehr, sehr langer Zeit wieder einen Hampden Rum aus dem 2000er LROK-Batch vorstellen. Dass es so lange gedauert hat liegt vor allem daran, dass mir dieser Stil Hampdens, von allen mir bekannten, am wenigsten gefällt und es nicht ganz so einfach ist, mich von Hampden 2000 zu überzeugen.
Woran das liegt? Vor allem am Estergehalt dieses Batches. Dieser ist sehr viel geringer als er das in anderen Batches ist und wird von Hampden mit dem Mark LROK bezeichnet. Das bedeutet, dass der Rum einen Estergehalt von zwischen 200 und 400 gr/laa hat. Zum Vergleich: das Batch aus 1998 z.B. trägt das Mark HLCF und hat einen Estergehalt von zwischen 500 und 700 gr/laa.

Anfang des Jahres besuchte ich wieder einmal den Rumhändler und Autor Andreas Schwarz in seinem Ladengeschäft in Preetz bei Kiel und erfuhr von ihm, dass er unter dem Label "Premium Rum" (angelehnt an den Titel seines Rumbuches) in Kürze einen Hampden Rum selbst abzufüllen gedenkt. Als ich hörte, dass der Hampden aus dem Jahr 2000 sein wird, war ich zunächst einmal skeptisch, aber doch auch interessiert, da Herr Schwarz sehr von dem Rum schwärmte und der Mann nun einmal einen sehr guten Geschmack hat.
Anfang April war ich dann erneut in Preetz zugegen und dieses Mal hatte Herr Schwarz den Rum dann auch schon fertig abgefüllt bei sich im Laden stehen. Probieren konnte ich natürlich auch direkt und was ich im Glas hatte überzeugt mich doch auf Anhieb. Aber, wie das eben immer so ist, solche Tastings unterwegs sind auch immer sehr über das Knie gebrochen und sollen im Grunde nur eine Hilfe zur Kaufentscheidung darstellen. Viel mehr als schmeckt mir oder schmeckt mir nicht bleibt da oft nicht hängen und das reicht zu diesem Zwecke auch völlig aus. Weil ich euch aber noch ein wenig mehr über den Rum erzählen möchte, kommt nun das ausführliche Tasting des Rums hier auf dem Blog für euch.

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Verkostung des Premium Rum Jamaica Rum 16 YO Hampden 2000:

Preis: Der Rum kann bei Andreas Schwarz in Preetz für ca. 50 Euro/0,5 Liter im Ladengeschäft erworben werden.

Alter: von Oktober 2000 bis Januar 2017 reifte der Rum im Fass. Eine offizielle Altersangabe besitzt der Rum nicht. Er hat aber volle 16 Jahre Reife hinter sich.

Lagerung: keine Angaben. Aber mir sind bisher keine definitiv tropisch gelagerten Hampden Rums aus der Pre-Hussey-Ära bekannt. Hier wird das nicht anders sein.

Fassnummer: #39

Angel's Share: unbekannt.

Alkoholstärke: 59,5% vol.

Destillationsverfahren: eine Double Retort Pot Still Brennblase hat diesen Rum destilliert.

Mark: keine Angabe. Die Rums des Jahrgangs 2000 trugen bisher allerdings durchgängig das Mark LROK, bzw. JMLR, was aber auch LROK bedeutet. Der Estergehalt des Rums liegt also zwischen 200 und 400 gr/laa Ester.

Farbe: sattes, dunkles Stroh. 

Viskosität: satte, fette Schlieren weiten sich an der Glaswand aus und laufen träge am Glas herunter. 

Nase: zunächst finde ich eine eher stechende und deutlich alkoholische Nase vor. Wild und ungezügelt. Die Aromen sind ineinander verwoben und lassen sich kaum entschlüsseln. Nach weit über zwei Stunden im Glas, ja, der Rum dankt einem diese Zeit, habe ich dann ein sehr volles, intensives und rundes, Hampden typisches Bouquet. Der Alkohol sticht nicht mehr in der Nase und die einzelnen Aromen bieten sich bereitwillig an entschlüsselt zu werden. 
Zu Beginn habe ich jetzt leichte Klebstoff-Noten der Ester, dahinter kommen sehr präsente Vanille und gebrannte Mandeln. Etwas dahinter habe ich auch klare Assoziationen zu gegrillter Ananas, gebackener Banane, Rauch, verkokeltem Holz und dunkler Erde. 
Klar, das ist ein 2000er und daher per se keine Esterbombe, aber in der Nase ist das wirklich ein wunderbar runder Rum, der eigentlich alles bietet, was Hampden stark macht, nur eben in kleinem Maßstab. Eben mit nicht so viel Bums und auch nicht ganz so komplex wie andere Jahrgänge. Aber dieser Hampden ist perfekt, um einem, was diese Destille betrifft, unbeschriebenen Blatt näher zu bringen, worum es bei Hampden geht. 

Gaumen: Der Rum ist am Gaumen vor allem wunderbar weich und muss trotz seiner fast 60% vol. kaum gebändigt werden. Sehr, sehr angenehm, sehr gefällig! Unglaublich cremige Textur, der Rum breitet sich wie ein Ölteppich schnell im gesamten Mundraum aus und macht es sich dort bequem. Man mag ihn herrlich lange im Mund behalten und bekommt, was sich schon in der Nase andeutete: einen überaus vollen und runden Rum!
Da sind erneut gegrillte Ananas und gebackene Bananen, dazu feine Röstaromen und etwas fast fleischiges. Hinten heraus kommt dann ganz leichtes Anis.
Wie beim Bouquet, so gilt auch hier: andere Hampden Jahrgänge können mehr, aber für einen 2000er wird einem bei diesem Rum hier schon eine Menge geboten. Großer Hampden in kleinem Maßstab. 

Abgang: esterig, gebrannte Mandeln, Anis, trocken. Ein Hampden-Abgang, wie man ihn erwartet. Heißt vor allem auch: lang anhaltend!

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Fazit: das ist LROK Hampden 2000 auf maximalem Niveau! Das bedeutet zunächst erst einmal, dass natürlich auch dieser 2000er aus Hampden meine Präferenz für andere Jahrgänge dieser wunderbaren Destillerie nicht im Stande ist zu gefährden, das wird kein 2000er schaffen. Aber das bedeutet tatsächlich auch, dass ich diese Abfüllung von Andreas Schwarz deutlich besser finde als alle anderen bisherigen Hampden-Abfüllungen des Marks LROK aus diesem Batch. Reife, Frische, Komplexität und Alkoholgehalt (Fassstärke) geben ein sehr stimmiges Gesamtbild ab, welches ich in dieser Kombination bisher so noch nicht im Glas hatte.
Besonders hervorzuheben ist der sehr faire Preis. Für 50 Euro auf 0,5 Liter kann man da relativ wenig falsch machen.

Da der Rum mit seinen 59,5% vol. auch ordentlich Bums hat und sich Hampden 2000 ganz allgemein immer sehr ordentlich im Mai Tai präsentiert, werde ich natürlich auch diesen Rum morgen im Mai Tai probieren und das Ergebnis hier präsentieren.

Bis dahin
Flo