Donnerstag, 18. Juli 2019

Rum Collins mit Habitation Velier Hampden <>H White

Liebe Rum Gemeinde,

weiter geht es heute mit dem nächsten der vier ungelagerten High Ester Habitation Veliers der aktuellen Range, wobei ausgerechnet der heutige Rum derjenige war, den es nur für sehr kurze Zeit zu kaufen gab, da er leider sehr limitiert ist: der Habitation Velier Hampden <>H White, abgefüllt für die Whisky Live Paris 2018!



Wie hoch die Auflage dieser Abfüllung genau war weiß ich nicht, eine Limitierung von nur 400 Flaschen waberte zeitlang durch diverse Facebook-Posts, allerdings war klar, dass man auf jeden Fall schnell sein musste, wollte man eine Flasche ergattern. Zum Glück ist es dem Freddy gelungen, von allen vier Flaschen eine zu holen, die er dann geteilt hat, und so geht mein Dank heute dementsprechend an ihn: für das Sample, mit dem ich mir gleich den Collins mixen werde, als auch für das Altglas, damit das ganze auf den Bildern ein wenig besser aussieht. ;-) Vielen Dank dir!





















Vom Grundcharakter her ist der <>H dem LROK natürlich ähnlich, es sind beides Hampden Rums mit der dafür typischen Charakteristik, bei denen die Unterschiede in erster Linie in der reinen Extremität und Intensität liegen und durch die verschieden hohen Ester-Gehälter begründet sind. Das geht beim <>H dementsprechend etwas mehr ab als beim LROK zuletzt (auch, weil der Alkoholgehalt mit 66% vol. nochmal höher liegt als bei den anderen Whites) und bietet für mich in ungelagerter Form dann tatsächlich auch ein wenig mehr Vorzüge beim Purgenuss. Ihn würde ich mir auch so mal einschenken, zumindest in der Theorie. Am Ende des Tages und rein praktisch aber ist auch sein Verwendungszweck der hochwertige Drink und in genau dem wird auch der <>H nun probiert! 


Das Rezept:
  • 5 cl Habitation Velier Hampden <>H White
  • 2 cl Limettensaft
  • 1 cl Zuckersirup
  • Mit Sodawasser auffüllen. 




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Rum Collins mit Habitation Velier Hampden <>H White:

Farblich ist das jetzt schon eher wieder der Collins, den ich auch mit dem STC❤E vor mir hatte, also weniger grünlich von der Limette, nahezu farblos. Aber wie schon im letzten Review gesagt, am verwendeten Rum liegt das definitiv nicht. ;-)

Geschmacklich dann, habe ich aber einen echten Hammer vor mir! Der <>H ist ein Brett! Mai Tai Feeling kommt natürlich fast zwangsläufig auf! Wahnsinn! Hui, Freunde, was ist hier denn los?! Ich bin da mal gerade so richtig begeistert und komme auch vor lauter Begeisterung erst einmal gar nicht dazu den Drink sachlich zu beschreiben. Dieser Collins kommt unglaublich fruchtig daher, deutlich esterig, sehr funky und mit viel Kraft, aber dabei trotz allem sommerlich frisch und geradezu ideal für einen heißen Nachmittag auf der Terasse. Das muss man sich ein wenig vorstellen wie beim LROK-Collins, bei dem man dann aber den Regler plötzlich und mit Gewalt einmal richtig aufgedreht hat. Und während man den LROK sicher auch noch dem einen oder anderen weniger erfahrenen Connaisseur vorsetzen könnte, so geht der <>H schon deutlich in den nerdigen Bereich. Der Alkohol ist präsent, erschlägt aber niemanden, was sich mit meinen Eindrücken aus der Pur-Verkostung deckt. Das ist einfach ein guter Rum, von dem es wohl auch gerne noch ein paar Flaschen mehr hätte geben dürfen als die kolportierten 400 Stück. 

Fazit: erneut erlebe ich eine Steigerung, denn von den bisherigen drei High Ester Whites gefiel mir dieser hier mit Abstand am besten! Klar, bei mir gilt oft und gerne: mehr Ester - mehr Spaß, aber die Qualität muss nichts desto trotz natürlich immer stimmen und das ist hier glücklicherweise der Fall. Sehr, sehr lecker! Es fällt mir schwerer als bei den bisherigen zwei Kandidaten Kritik am Preis zu üben, aber ich komme dennoch nicht darum herum. Denn geil oder nicht: auch dieser Rum ist ungelagert und dafür, für mein Empfinden, schlicht zu teuer gewesen. Warum, habe ich in den vorherigen zwei Besprechungen deutlich gemacht. Stichworte sind: keine benötigten Lager-Kapazitäten, keine Arbeit beim Überwachen der Reifung und der ausbleibende Angels Share. Nichts desto weniger hoffe ich, dass wir in der Zukunft weitere ungelagerte Rums auf dem Markt sehen werden. Zum einen natürlich, weil ich es spannend finde zu sehen, welchen Ausgang ein Destillat einmal hatte, bevor es lange gereift in mein Glas gelangte, zum anderen aber auch weil ich derart gute ungelagerte Rums gern standardmäßig im Regal zum Mixen dastehen hätte. Nur, das muss eben zu einem attraktiven und einer ungelagerten Spirituose angemessenen Preis passieren. Kurz: für 20,- bis 30,-Euro (was für einen ungelagerten Rum auch schon nicht wenig ist) stünden hier mit Sicherheit drei bis fünf Flaschen auf Vorrat!  

Bis demnächst,
Flo

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