Sonntag, 17. November 2013

The Rum Cask Jamaica Rum from Long Pond Distillery 13 YO (2000 - 2013), 58,2% vol.

Liebe Rum-Gemeinde,

Ende letzten Monats hatte ich ja bereits angekündigt, dass es aus dem Hause The Rum Cask einen neuen Jamaica Rum geben wird, der wieder das "Recommended by Barrel Aged Thoughts"-Siegel tragen wird. Es ist ein 13 jähriger Pot Still-Long Pond in Fassstärke, welcher von 2000 bis 2013 reifte und auf ca. 120 Flaschen limitiert ist. Heute werde ich diesen Rum hier auf Barrel Aged Thoughts verkosten und ab nächster Woche ist er dann auch im Shop des Whisky- und Rumabfüllers erhältlich!

Der Rum ist einer der ersten aus dem 2000er Long Pond Batch überhaupt, welcher es auf den Markt geschafft hat und darauf hoffen lässt, dass da in Zukunft unter Umständen noch weitere folgen werden. Das Batch geht vom Profil her wieder Richtung Wedderburn, eine Richtung, welche zuletzt die legendären 1982er und 1986er Batches in dieser Form aufwiesen und weswegen der Rum auch das Ende einer längeren Durststrecke bei Long Pond von ca. 14-15 Jahren markiert. Eine erfreuliche Entwicklung!

-------------------------------------------------------------------------------------------------

Verkostung des The Rum Cask Jamaica Rum from Long Pond 13 YO (2000 - 2013), 58,2% vol.:


... noch mit provisorischem Label
Preis: die 0,5 Liter Flasche kostet ca. 45 Euro. Es wird aber auch wieder 0,1er, 0,04er und 0,02er Samples geben.

Alter: der Rum wurde im Juni 2000 destilliert und im Oktober 2013 abgefüllt, lag also 13 Jahre im Holzfass.

Alkoholstärke: wie bei The Rum Cask üblich, ist der Rum in Fassstärke mit 58,2% vol. abgefüllt worden.

Destillationsverfahren: der Rum stammt aus einer Pot Still von Long Pond.

Farbe: helles, goldenes, leuchtendes Stroh.

Viskosität: enge, dünne Schlieren verlaufen langsam an der Glaswand herunter. An der Wand bleiben kleine Tropfen zurück. Ich erwarte also einen jüngeren, schön öligen Rum.

Nase: sehr eindeutig Jamaica, voll und reichhaltig, allerdings erstaunt mich die Ester-Dichte, angesichts eines Rums aus Long Pond. Blind könnte ich auch einen Hampden vor mir haben. Ich habe es mit einem klassischen High Ester Vertreter zu tun, der in seiner Konzentration zwischen Wedderburn und Continental stehen dürfte. Der Alkohol ist wahrnehmbar, jedoch nicht scharf oder unangenehm. Viel gegrillte Ananas, Banane, nasses Gras, Cashewkerne und eine deutliche Zitrusnote kann ich wahrnehmen.

Gaumen: der Alkohol möchte zunächst gebändigt werden, was aber schon nach kurzer Zeit im Mund sehr schön gelingt. Scharf oder störend ist er keinesfalls, es können auch sehr gut größere Schlücke getrunken werden. Der Rum entfacht nun ein Aromen-Feuerwerk, kommt unglaublich konzentriert und kräftig daher, ist cremig und mundfüllend. Er bietet, was er schon in der Nase angekündigt hat und was man von einem solchen High Ester Rum erwartet, zusätzlich kommt aber auch noch eine schöne, dezente aber deutliche Note vom Holz dazu, welche in Long Pond's typisches Anis aufgeht.

Abgang: der Rum verweilt lange im Mundraum und hinterlässt einen Mix aus Anis, Holz und Nuss.

-------------------------------------------------------------------------------------------------

Quelle: The Rum Cask
Fazit: ein herausragender Rum aus Long Pond in einer Qualität, die man das letzte Mal vor ca. 15 Jahren bekommen hat, wobei die Stile nicht zu 100% identisch sind. Die Richtung allerdings ist deutlich vergleichbar und zeigt, dass der Nachschub, sollten die Jahre 1982 und 1986, von denen man allerdings nur noch sehr alte Rums mit ca. 30 Jahren bekommt, erschöpft sein, gesichert ist. Hier, mit 13 Jahren, ist Long Pond noch deutlich jünger, wilder, ungestümer, was mir persönlich sehr gefällt und Spaß macht und weswegen der Rum völlig zurecht das Recommended by Barrel Aged Thoughts-Siegel erhielt! Dieser Typ Rum fehlte dem Markt zuletzt, da das 2002er Long Pond Batch in seiner Qualität an das 2000er Batch nicht herankommt und die Jahre 1992 und 1996 zu weit davon weggingen, eine deutlich geringere Esterkonzentration aufwiesen und einfach nur Karamellbomben waren.

Passt dieser Rum in den Cocktail? Jein! Der Rum ist klar dazu gedacht, pur genossen zu werden, allerdings eignet er sich ob seiner Kraft und der Fassstärke wunderbar dazu, ihn auch in dem einen oder anderen Drink zu verwenden. Ein Mai Tai und ein Rum Sour funktionieren perfekt, welche ich in den nächsten Tagen auch noch vorstellen werde.

Bis dahin, viel Spaß beim Verkosten und einen schönen Sonntag noch,
Flo

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Coming Soon! II

Liebe Rum Gemeinde,

es gibt Neuigkeiten aus der Rum-Welt! In Kürze wird vom Whisky- und Rumabfüller The Whisky Cask / The Rum Cask erneut ein Rum aus Jamaica erscheinen, der das Siegel "Recommended by Barrel Aged Thoughts" tragen wird, das auch schon den 4 jährigen The Rum Cask Jamaica Rum from Worthy Park Estate aus dem Sommer 2013 zierte.



Dieses Mal stammt der Rum allerdings nicht aus Worthy Park, sondern aus der altehrwürdigen Long Pond Distillery, im Nordwesten Jamaicas, in Trelawny, gelegen. Der Rum wurde im Juni 2000 destilliert und im Oktober 2013 im Alter von 13 Jahren und einem Alkoholgehalt von 58,2% vol. in Fassstärke abgefüllt. Ich konnte den Rum noch vor dem Abfüllen in zwei Tastingdurchgängen probieren und war wirklich begeistert! Hier wird an frühere Jahrgänge von Long Pond angeknüpft, wie es sie zuletzt 1986 gab. Dieser Rum ist für mich daher auch der beste aus der bisherigen gesamten The Rum Cask-Range, was aber selbstverständlich auch an meiner Jamaica-Affinität liegt ;) Hier dürfen Freunde jamaicanischer Hochester-Rums sehr gespannt sein, zumal Rums aus Long Pond in Fassstärke eine echte Rarität sind! Im Gegensatz zum Worthy Park ist dieser Rum zudem für den puren Genuss und weniger zum Mixen gedacht. 
Eine kleine Veränderung im Vergleich zu früheren Abfüllungen: die Apothekerflasche ist einer schlankeren, von oben nach unten zulaufenden Flasche gewichen, wodurch die The Rum Cask Abfüllungen m.E. optisch dazu gewinnen, noch wertiger wirken. 

Selbstverständlich wird auch ein komplettes Review zum Rum hier noch erscheinen, das gibt es dann zum Verkaufsstart des Rums. 

Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 27. Oktober 2013

Mai Tai mit The Rum Cask Fiji Rum 10 YO

Liebe Rum-Gemeinde,

nach dem Demerara-Artikel vom Dienstag, wird es heute wieder eine ganze Ecke kürzer ;) Letzten Sonntag habe ich an dieser Stelle den The Rum Cask Fiji Rum 10 YO aus der South Pacific Distillery besprochen, der mir ausgesprochen gut gefallen hat. Am Ende hatte ich angemerkt, dass ich mir den Rum super im Mai Tai vorstellen kann. Schon in der Vergangenheit habe ich gelegentlich auch Rums aus anderen Ländern als Jamaica im Mai Tai ausprobiert, mit mehr oder weniger überzeugenden Resultaten, aber noch nie hatte ich es dabei mit einem Rum zu tun, der von seinem Profil her einem Jamaicaner so nahe stand.

Den Drink habe ich nun ausprobiert und möchte euch das Ergebnis nicht vorenthalten.

Mai Tai mit The Rum Cask Fiji Rum 10 YO Cask Strength 
Mai Tai mit The Rum Cask Fiji Rum 10 YO:

Ein sehr heller, milchiger Mai Tai, dem man klar ansieht, dass ein strohfarbener Rum verwendet wurde.

Ich nehme den ersten Schluck und habe sofort einen sehr vertrauten Geschmack im Mund. Mai Tai mit Jamaica Rum! Wo ich pur schon zugeben musste, in einem Blindtasting keine Chance zu haben, muss ich diese Erkenntnis hier noch einmal unterstreichen. Der Fiji Rum lässt einem keine Chance, ihn als solchen eindeutig zu erkennen und von einem Jamaicaner zu unterscheiden, viel zu Nahe steht er diesen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich hier auf einen 10-12 jährigen Hampden Rum aus dem 2000er Batch in Fassstärke im Mai Tai tippen. Die Potenz des Rums ist nämlich klar im Drink zu merken, nichts zum einfachen sippen.

Die Ester des Rums prägen auch den Mai Tai, er drückt ihm klar seinen Stempel auf und steht im Vordergrund. Die restlichen Zutaten können den Rum sehr gut umgarnen, ohne zu sehr oder zu gering durchzukommen. Die Ballance stimmt absolut, ein sehr schönes Ergebnis und ein klassischer Mai Tai, trotz und wegen des Südsee-Rums. Der Drink profitiert darüber hinaus sogar von der Verwässerung, weswegen er ruhig auch noch etwas stehen kann und nicht zu schnell getrunken werden muss.

Fazit: ein hervorragender Rum für den Mai Tai! Konnte der Rum mich pur schon überzeugen, so tut er dies mindestens ebenbürtig auch in einem meiner Lieblingsdrinks. Zieht man nun noch den wirklich fairen Preis hinzu, so ergibt sich beinahe automatisch eine Untermauernung der letztwöchigen Kaufempfehlung. Unterm Strich ist mir der Drink 8,5 Punkte wert.

Allen Lesern wünsche ich hiermit noch einen schönen Sonntag und eine erfolgreiche nächste Woche.

Bis demnächst,
Flo