Sonntag, 1. September 2013

The Rum Cask Belize Single Cask 8 Years (2005-2013)

Ein herzliches Willkommen an alle Rum-Liebhaber,

heute wird wieder ein neues Kapitel aufgeschlagen und ein Rum aus einem bisher nicht besprochenen Land findet seinen Weg ins Glas (und auch in die Cocktailschale, doch dazu nach dem Review mehr). Rums aus Belize sind schon eher selten anzutreffen, doch The Rum Cask bietet mit der jetzigen Abfüllung die mir bislang einzige in Fassstärke an. 
Belize liegt in Zentralamerika und grenzt an Mexiko sowie Guatemala an und hat gerade einmal etwas mehr als 300.000 Einwohnern.
Gebrannt wurde dieser Rum von Traveller's Liquors Ltd., welche unter anderem den 1Barrel und 5Barrel Rum unter eigenem Label abfüllen. Desweiteren produziert Traveller's allerdings auch noch Gin, Vodka, diverse Liköre etc..
Der Name der Firma hat seinen Ursprung im Jahr 1953, als ihr Gründer Jaime Omario Perdomo Sr., sich entschloss die Bar "Travellers" in Belize City zu eröffnen. Zu Beginn wurden dort importierte Spirituosen verkauft und ein eigener Hausblend (aus diversen Rums) wurde unter eigenem Label angeboten. Mit der Zeit wurde der Bedarf an Rums für den Blend immer größer und es musste für diesen auch Rum außerhalb von Belize importiert werden. Um weiterhin einen gleichbleibenden Blend zu kreieren entschloß sich Jaime Omario selbst Rum zu brennen, bzw brennen zu lassen. So traf er eine Vereinbarung mit Luis Espat, welcher in der Stadt Belopman eine Destillerie baute um dort für Jaime Omario Rum zu brennen.
1989 ging die Destillerie schließlich komplett in den Besitz der Familie Perdomo über, nachdem sich Luis Espar dazu entschlossen hatte diese zu verkaufen.
Travellers produziert heute neben Rum aus Melasse, welche direkt aus Belize stammt, auch Gin, Vodka, diverse Liköre und mehr. 

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Verkostung des The Rum Cask Belize Single Cask 8 Years (2005 - 2013):

Preis: Es gibt bei The Whisky Cask sowohl Samples, als auch eine 0,5 Liter Flasche für 34,90€. Das 10cl Sample ist für 11€ zu haben. 

Alter: Wie schon auf dem Label angegeben kam der Rum 2005 ins Faß und würde 2013 mit einem Alter von 8 Jahren abgefüllt. 

Alkoholstärke: Die Abfüllung erfolgte in Fassstärke mit 63,3%. 

Destillationsverfahren: Gebrannt wird bei Travellers in Column Stills. Nähere Angaben zu dieser Abfüllung liegen leider nicht vor

Farbe: Rostbraun, leicht rötlich mit grünen Reflexen. 

Viskosität: Der Rum läuft relativ schnell in sehr engen, dünnen Bögen an der Glaswand herunter. 

Nase: Zunächst Karamell und etwas Alkohol, was anbetrachts der Prozente und des recht jungen Alters nicht überrascht. Der Alkohol verfliegt allerdings sehr schnell und es zeigen sich süße, dunkle Beeren, sowie etwas weiniges. Dahinter blitzt ein wenig Rauch, gepaart mit Tabaknoten auf. Nach einiger Zeit im Glas meine ich eine Spur von Kaffee wahrzunehmen. 

Gaumen: Eine unerwartete, weil leicht ölige, Süße, einhergehend mit dunklen Beeren sowie einem Hauch von Haselnuss. Das Karamell ist hier gut eingebunden und nicht dominant. Auf halbem Weg eröffnen sich dann die etwas weinigen Anklänge sowie eine Spur von Rauch. Zum Abschluß zeigt sich ein klein wenig Bitterkeit vom Faß und etwas leicht säuerliches, wie von noch etwas unreifen Beeren.

Abgang: trockener werdende Eiche mit Beeren und Sherryanklängen. Der in der Nase wahrgenommen Tabak findet sich nun im Abgang wieder. Auch die leichte Säure ist spürbar.

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Fazit: Der The Rum Cask Belize zeigt sich im Geschmack typisch mittelamerikanisch mit einer Verwandtschaft zu Rums aus Guatemala sowie Nicaragua und erinnert ein wenig an den Botran Solera 1893. Er bleibt überraschend rund und unanstrengend für sein Alkoholvolumen und sein Alter. Wer diesen Stil bevorzugt sollte diesen Tropfen definitiv probieren, denn er liegt fernab von den zumeist dominierenden Süßrums aus dieser Region. 

Zum Abschluß habe ich mir noch einen Rum Manhattan mit diesem Rum gegönnt:

6 cl The Rum Cask Belize
2,5 cl Carpano Antica Formula
2 Dashes Orangenbitters
Orangenzeste


Ein sehr harmonischer Drink in dem alle Zutaten gut harmonieren. Zunächst überwiegt der Wermut auf der Zunge, wobei der Rum im Abgang bestimmend ist. Zwar favorisiere ich in diesem Drink eher einen kräftigen Pot Still Guyana Rum, der aromentechnisch mehr Kraft mitbringt, doch dies ist eine subjektive Sichtweise und war in diesem Fall von einem Column Still Destillat nicht zu erwarten. In jedem Fall ziehe ich diese Variante allerdings einem Manhattan mit Süßrums vor, da diese dem Drink die Balance nehmen.

Bis zum nächsten Mal,
Leo 

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