Sonntag, 15. September 2019

Bristol Classic Trinidad Rum 20 YO Caroni 1995

Liebe Rum Gemeinde,

heute möchte ich mich einem doch eher seltenen Vergnügen hier auf BAT widmen, nämlich einem Caroni, der nicht aus dem Hause Velier stammt. Das kam hier bisher wahrlich nicht oft vor. Er wurde von Bristol Spirits Ltd. abgefüllt und ist einer von nur ganz wenigen, wenn nicht gar der einzige Caroni aus dem Jahrgang 1995! Grund genug also, mir den Rum einmal genauer anzusehen!



Der Bristol Classic Trinidad Rum 20 YO Caroni 1995 ist ein Caroni, den ich mir tatsächlich schon seit längerem mal zu Gemüte führen wollte, denn es ist in den letzten Jahren durchaus so etwas wie ein kleiner Kult um ihn entstanden. Aus einigen Eintragungen in Foren um das Jahr 2015 herum ist noch zu erfahren, dass der Rum damals, bevor der große Hype einsetzte, durchaus noch gemischte Gefühle erzeugte. Einige haben ihn blind wohl gar nicht als Caroni erkannt, andere fanden ihn herausragend gut. Und na klar: es ist das einzige wirklich bekannte Bottling dieses Jahrgangs. Der Rum war dementsprechend schnell vergriffen und parallel dazu stiegen die Preise für diese Abfüllung in Höhen, die für Non-Velier Caronis doch eher ungewöhnlich sind. Das alles zusammen genommen sorgte dafür, dass er einem großen Teil der Connaisseure die später dazu kamen oft gar nicht bekannt ist, zumindest nicht inhaltlich. Das ging auch mir lange so, bis ich schließlich von einem sehr netten Caroni Geek ein Sample zur Verkostung erhielt, so dass ich heute dieses Review machen kann. Ein herzliches Dankeschön geht daher straight gen Oberstaufen! ;-)



Verkostung des Bristol Classic Trinidad Rum 20 YO Caroni 1995:

Preis: der ursprüngliche Ausgabepreis lag wohl bei ca. 90,- Euro. Heute allerdings kostet der Rum ca. 400,- bis 500,- Euro und mitunter sogar mehr. 

Alter: der Rum lag von 1995 bis 2015 im Fass und ist damit stolze 20 Jahre alt.

Lagerung: wie Velier, so hat auch Bristol Spirits Ltd. vor einigen Jahren Teile des Trinidad Stocks von Caroni erworben. Diese lagen also bis 2008 ca. auf Trinidad. Für die heutige Abfüllung bedeutet das eine Teilreifung in den Tropen, bzw., dass das Fass 13 Jahre auf Trinidad und 7 Jahre in England reifte.

Fassnummer: unbekannt. Es handelt sich dabei aber um ein Single Cask.

Angel's Share: keine Angaben.

Alkoholstärke: 63,1% vol. - Cask Strength!

Destillationsverfahren: unbekannt.

Mark: HTR

Farbe: Mahagoni. Rein farblich ist die lange tropische Reife durchaus sichtbar.  

Viskosität: der Rum bildet eng aber unregelmäßig verlaufende Schlieren an der Glaswand. Diese fließen recht zügig wieder zurück.

Nase: sehr ausgewogen und ballanciert erscheint der Bristol in der Nase zunächst. Alkoholische Schärfe ist zwar leicht da, aber dezent und für seine Stärke angemessen. Als Caroni ist er zwar klar zu erkennen, er hat viele Elemente der typischen Caroni-Nase, aber er kommt dabei irgendwie auch fleischig daher und mit einem Einschlag, den ich so eher von den Caroni aus Januar 1998 kenne. Das Mark HTR wird hier meines Erachtens schon sehr weit gedehnt. Oder mit anderen Worten: wäre er als Blended deklariert, würde ich das wohl nicht unbedingt bezweifeln. Nichts desto trotz hält der 1995 auch Teer, verbrannten Fahrradschlauch und Motoröl bereit. Die sonst ebenfalls typischen Lösungsmittel glänzen allerdings durch Abwesenheit. Mit zunehmendem Verweilen im Glas wird die fleischige Note stärker und die typischen Caroni Assoziationen werden weniger. Dazu gesellen sich noch frisch geschnittenes Geäst und etwas Zitrus. 

Gaumen: am Gaumen fällt mir zunächst einmal der äußerst gut eingebundene Alkoholgehalt auf. Der Rum ist wirklich mild und liegt angenehm und ohne jedes Stechen auf der Zunge. Alle Achtung, sowas sehe ich nicht alle Tage! Der erste Akt gehört dann eindeutig den Heavy Noten. Ich habe Teer und Fahrradschlauch, sowie eine feine natürliche Süße, dazu etwas flüssiges Karamell. Dann aber werden Assoziationen immer stärker, die ich eher mit spanischen Rums verbinde oder mit einer bestimmten barbadischen Destillerie. Da ist trockenes Holz, gemischt mit frischem Geäst, leicht bitter, mit einer Note, die ich leider nicht benennen kann. Erneut wundere ich mich, wenn ich auf dem Label des Rums das Mark HTR lese. Für mich ist das wirklich eher ein Blended. 

Abgang: das Holz-Gesmisch bildet dann im Grunde auch das Finish. Der Rum wird bitterer und trockener und hält eine ganze Weile an.

-------------------------------------------------------------------------------------------------

Fazit: der Bristol Classic Trinidad Rum 20 YO Caroni 1995 lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Auf der einen Seite finde ich ihn irgendwie spannend, denn es ist der mehr oder weniger einzige Caroni aus 1995, was ungewöhnlich ist, und diese spanischen Einschläge nach hinten heraus kenne ich noch dazu so auch von keinem anderen Heavy Type Caroni. So richtig abgeholt hat mich der Rum auf der anderen Seite aber eben auch wiederum nicht. Ich mag Caroni glaube ich lieber noch konsequenter. Mir war das hier alles eine Spur zu rund, zu wenig in die Fresse, oder auch, ja, zu spanisch. Eigentlich ist er perfekt für einen Einsteiger. Fassstärke, aber nicht zu scharf, Heavy, aber nicht zu dreckig. Sicher also kein schlechter Rum und auf Grund der Einzigartigkeit in so vielerlei Hinsicht sollte den meines Erachtens auch jeder Caroni Liebhaber mal im Glas gehabt haben, aber eine ganze Flasche bräuchte ich nicht, erst recht nicht zu den inzwischen aufgerufenen Kursen. Diese machen ihn für Einsteiger unmöglich und der Rum ist so viel Geld, zumindest in meinen Augen, nicht wert - außer, man ist selbst Jahrgang 1995 und Caroni Liebhaber: dann führt natürlich kein Weg an ihm vorbei. ;-)

-88/100-

Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 8. September 2019

Velier 1996 Single Cask Caroni 22 YO for Bar Lamp & Shinanoya

Liebe Rum Gemeinde,

gestern hatte ich sie in meinem Bericht vom German Rum Festival schon angekündigt und heute möchte ich euch dann auch meine Eindrücke dieses Rums hier in aller Ausführlichkeit schildern: die 1996er Velier Single Cask Caroni Abfüllung für Bar Lamp & Shinanoya in Japan! Mein Dank vorab geht dabei natürlich schon einmal an Dirk Becker, dafür, dass er das möglich gemacht hat! Und ja, ich weiß, nur ein Rum! 😉



Single Casks sind in Veliers Caroni-Linie inzwischen nichts ungewöhnliches mehr. Insgesamt zehn Abfüllungen des Jahrgangs 2000 und vier Abfüllungen aus 1996 waren bisher allein für diverse Shops oder Partner dieser Welt erschienen. Diese waren:

  • Velier (Italy)
  • La Maison Du Whisky (France)
  • Velier & LMDW Joint (Italy & France)
  • Juul's Vin & Spiritus (Denmark)
  • Paul Ullrich AG (Switzerland)
  • The Nectar (Belgium)
  • EATALY (Italy)
  • The Whisky Exchange (GB)
  • Lion's Whisky (Italy)
  • Whisky Antique (Italy)
  • Kirsch Whisky (Germany) 
  • Giuseppe Begnoni (Italy)
  • Old Whisky (Italy)
  • Stefano Cremaschi (Italy)
  • Bar Lamp & Shinanoya (Japan)

In diese Linie reiht sich also auch das neue Bottling for 15th Anniversary of Bar Lamp & Shinanoya in Japan ein, das vor wenigen Tagen im Land der aufgehenden Sonne erschienen ist und nach nur wenigen Minuten ausverkauft war. Zwar fand die Abfüllung bereits im letzten Jahr, also in 2018, statt, aber erschienen ist er jetzt erst ganz frisch. Es handelt sich dabei um das Fass #3812 aus dem Trinidad Stock Veliers, das heißt, der Rum reifte die gesamten 22 Jahre auf Trinidad. Wie die meisten Caroni von Velier, ist es ein Heavy Type Rum. Die Auflage ist, bedingt dadurch, dass es ein Single Cask ist, mit gerade einmal 210 Flaschen natürlich äußerst gering. Der Angel's Share ist mit >81% angegeben, was bei einem Fass der Menge von ca. vier Fässern entspricht. Das heißt, dass um dieses eine Fass Rum im Jahr 2018 herauszubekommen, im Jahr 1996 ca. fünf Fässer befüllt werden mussten. Das ist, nicht zuletzt wirtschaftlich gesehen, schon enorm! Der Alkoholgehalt beträgt bei diesem Bottling stolze 68,1% vol.





Die Single Casks von Velier, da erzähle ich vermutlich kaum einem Leser etwas neues, sind immer sehr rar und quasi mit Erscheinen sofort vergriffen. Mit Release in Japan kam nun noch einmal eine Komponente erschwerend hinzu, denn es brauchte Connections. Heißt im Klartext: vermutlich war es, trotz aller widrigen Umstände die ohnehin schon immer herrschen, noch nie schwieriger an eines der Single Casks heranzukommen wie bei dieser Abfüllung, mit Ausnahme vielleicht des Whisky Exchange Casks, das verlost wurde. Warum ich euch den Tropfen dennoch präsentieren kann? Das habe ich Dirk Becker zu verdanken, der eine dieser begehrten Flaschen auf dem German Rum Festival in Berlin bereits dabei hatte und auch geöffnet hat. Ich bekam einen Dram von ihm abgefüllt und konnte ihn dementsprechend zuhause in Ruhe verkosten und nun bekommt ihr von mir meine Eindrücke dazu. Nicht allerdings, ohne dir, Dirk, dafür noch einmal zu danken! Ganz, ganz coole Nummer! 

mit Dirk Becker (Picture by S.K.)


Verkostung des Velier 1996 Caroni 22 YO for Bar Lamp/ Shinanoya:

Preis: die Abfüllung war für umgerechnet 340,- Euro in Japan zu erstehen und innerhalb wenigenr Minuten ausverkauft. 

Alter: 22 Jahre, von 1996 bis 2018 nämlich, verbrachte der Rum im Fass.

Lagerung: 100% tropical aged. Der Rum reifte von 1996 bis 2018 komplett in Trinidad.

Fassnummer: es handelt sich um eine 210 Flaschen starke Single Cask Abfüllung mit der Nummer #3812  

Angel's Share: >81% gingen an glückliche Engel

Alkoholstärke: 68,1% vol. - Full Proof!

Destillationsverfahren: unklar. Vermutlich Column Still.

Mark: HTR (Heavy Trinidad Rum).

Farbe: Mahagoni, dunkelbraun. 

Viskosität: relativ eng und regelmäßig, satt und träge verlaufen die Schlieren an der Glaswand.

Nase: äußerst voll, reichhaltig und sehr Caroni-typisch gibt sich die Nase vom Shinanoya Caroni bereits nach relativ kurzer Zeit im Glas. Oh ja, das ist richtig gut! Ab dem ersten Moment ist klar, dass in diesem Fass so ziemlich alles steckte, was wir so sehr an Caroni lieben, mit Ausnahme vielleicht dieser feinen, natürlichen Süße, die ich so nur von den Guyana Stock Caronis kenne. Nahezu ohne alkoholische Schärfe (trotz der fast 70% vol.!), dafür aber mit ganz viel Milde biegt der Caroni um die Ecke, ohne dabei aber in irgendeiner Weise langweilig zu sein oder seine Ecken und Kanten verloren zu haben. Das ist einfach nur richtig gut gereift! Dementsprechend finde ich hier, neben den obligatorischen Assoziationen zu Teer, verbranntem Gummi, reifen tropischen Früchten, Lampen-Öl oder Linoleum, auch viele Tannine vom Eichenfass, die von über zwei Dekaden in den Tropen zu berichten wissen. Ich fühle mich immer wieder an den Trespassers-Caroni 1996 erinnert, empfinde die Shinanoya Single Cask Abfüllung dabei allerdings als um einiges stimmiger. Großes Kino!

Gaumen: am Gaumen kommt der Rum zunächst einmal sehr kraftvoll daher! Die fast 70% vol. Alkoholgehalt machen sich hier etwas stärker bemerkbar als noch in der Nase und schlagen schon gut ein. Der braucht einen Moment, wobei Kraft hier bitte nicht mit unerwünschter alkoholischer Schärfe zu verwechseln ist. Danach kommt dann sehr viel typisches 1996er Caroni Flair rüber. Der Rum ist sehr, sehr adstringierend, immer wieder zieht es mir den Mundraum zusammen. Ich habe Teer, Holzlack, Linoleum, etwas Rauch und viele Tannine, altes und frisch geschnittenes Holz kommt stark durch, eine gewisse Bitterkeit ist vorhanden, aber nie im unangenehmen Sinne.  Nach hinten heraus habe ich dann Anis und Menthol, allerdings weniger stark als z.B. bei John D Eversley. Zum Ende hin wird der Rum dann cremiger. Die eingeschlagene Richtung ist schon ganz klar der Trespassers-Caroni, aber hier ist das alles eine Stufe hochklassiger. 

Abgang: reich an Tanninen, trocken, dann kommt eine Note, die ich leider nicht zuordnen, bzw. benennen kann. Lang anhaltendes Finish.

-------------------------------------------------------------------------------------------------

Fazit: ein wirklich tolles Single Cask, das es auch tatsächlich wert war, als solches abgefüllt zu werden! Ich bin bekannter Maßen ein großer Fan des Caroni Jahrgangs 1996 und dieser hier ist da definitiv einer der besten Vertreter. Nicht ganz heran kommt er für mich an die Guyana Stock Abfüllungen von Caroni, diese, und insbesondere das Kirsch Bottling, sind für mich nochmal eine andere Liga, aber wir sprechen bei diesem Rum nichts desto weniger von den letzten 5% in der Spitze! Dicker Wermutstropfen: die allermeisten von uns, inklusive mir, müssen sich keine Gedanken über einen Kauf machen, denn er ist auf dem 1. Markt ohnehin schon vergriffen und auf dem 2. Markt, so bin ich mir sehr sicher, wird diese Abfüllung mein Budget und sicher auch das vieler anderer, ganz gewiss sprengen.

Umso glücklicher und dankbarer, ja, ich kann es kaum oft genug herausstellen, bin ich Dirk Becker dafür, dass er eine Flasche aufgemacht und auf dem Rum Festival zur Verkostung angeboten hat. Denn andernfalls würdet ihr diese Zeilen nun nicht lesen. Für dich war es "nur eine Flasche Rum", wie du sagtest, aber für mich und für mit Sicherheit auch alle anderen, die ebenfalls probieren konnten, war das alles andere als selbstverständlich. Du hast dir da aber eine gewisse Selbstverständlichkeit in dem Ganzen bewahrt, ungeachtet aller Preise, die da inzwischen aufgerufen werden, und das hat mich, ich hatte es gestern schon gesagt, wirklich beeindruckt, denn das können nicht mehr viele! Vielen, lieben Dank, dir!

-95/100-



Bis demnächst,
Flo

Samstag, 7. September 2019

German Rum Festival - Tag 2

Liebe Rum Gemeinde,

am vergangenen Wochenende fand vom 31. August bis zum 1. September 2019 das 9. German Rum Festival in Berlin statt. Ich war in diesem Jahr auch am Start und hatte vorgestern ja bereits über das Warm Up am Tag zuvor berichtet, sowie gestern über den ersten Messe-Tag. Heute gibt es daher auch noch meine Impressionen vom Sonntag, dem zweiten und leider auch schon letzten Messe-Tag. 



Sonntag, der 1. September 2019:

Endlich Sonntag! Insgeheim hatte ich mich auf den zweiten Messe-Tag fast am meisten gefreut, denn heute Vormittag, im Vorfeld des Rum Festivals, fand unser privates Tasting im Kreise der Rum Wankers statt. Der Beginn war für 11.00 Uhr angesetzt und, wie sich herausstellte, keine Minute zu früh. Als wir so alle zusammen saßen, blickte ich zunächst doch auch noch in das eine oder andere müde Gesicht. Vor allem der Typ im Spiegel sah übel aus. 😂🙈

Unser Line Up komplett aufzuführen wäre glaube ich kaum noch möglich, aber ich lasse einfach mal die Bilder sprechen, bzw. erzähle ein bisschen was dazu:



Am meisten hatte ich mich natürlich darauf gefreut, die letzten Tropfen J. Wray & Nephew 17 YO durch die Runde zu reichen, die ich noch habe. Marius von SCR nahm einen winzigen Schluck und bestätigte, warum ich den ansonsten nur zum Sniffen reiche: der Geschmack gibt einfach nichts mehr her. An ihm zu riechen ist da wesentlich spannender und ergiebiger. Daher durfte er nach dem kurzen Ausflug ins Glas dann auch sofort wieder in die Flasche zurück, damit ich ihn beim nächsten Mal wieder mitbringen kann, wenn auch Leute dabei sind, die ihn noch nicht gerochen haben.



Der Vorfreude in nichts nach stand auch dieses Tasting von insgesamt sieben Fassproben der Caroni Ceremony im April, welches uns drei Rum Lovers aus Frankreich ermöglichten, indem sie ihre Samples mit verschiedenen Leuten von uns geteilt haben. Wir wiederum haben dann mit unserer Gruppe geteilt. Merci beaucoup à L., M. et N.! :-) Meine Favoriten waren die beiden Heavy Type 1996er aus dem Guyana Stock.



Die Caroni-Trilogie wollte ich tatsächlich auch schon lange mal probieren und hatte am Wochenende dann die Gelegenheit dazu! Vielen Dank!



Auch einige alte Bristols fanden auf den Tisch. Spannend fand ich den Jamaica 16 YO. Es ist Ewigkeiten her, dass ich den im Glas hatte. Nun, nach vielen Jahren, und nachdem auch zu Long Pond viele Marks bekannt sind, würde ich ihn blind vermutlich dem Mark TECA zuordnen.



Kirsch Caroni - Schnappschuss am Rande ;-)



Der reich gedeckte Gabentisch.



Ein Sample New Make aus der Vulcan Still (eine Art Hybrid aus Pot- und Column Still) von W.I.R.D. - der hat, laut einhelliger Meinung in der Runde, ganz viel Potenzial! Vielen Dank an den edlen Spender! :-)



Diese Miniatur eines Barbancourts aus den 1950er Jahren fand ich bei einem örtlichen Händler. Ein richtig guter Rum, wie ich finde, sehr viel besser als die heutigen Bottlings aus diesem Hause. Hier findet ihr mein Review dazu: click



St. Lucia, mon amour! Dass ich auf die wenigen Bottlings die es da gibt total stehe ist, glaube ich, bekannt. Der Jahrgang 1999 ragt für mich dabei heraus und der Blackadder ist daher auch, zusammen mit dem Cadenhead 9 YO, für mich so ziemlich das beste, was es von dort je zu probieren gab.



Ganz etwas außergewöhnliches! Ein auf Zuckerrohrsaft basierender Rum aus Israel mit 53% vol.. Nimrod Rosenblatt aus der israelischen Rum Gruppe stellt diesen selbst her und verwendet dafür Zuckerrohr, das er in seinem eigenen Garten anbaut. Ihn zu beschreiben fällt mir schwer, zumal wir einfach so vieles im Glas hatten an diesem Vormittag, aber er gefiel mir gut und das Label versprach nicht zu viel! Well done!



Ein alter Demerara Versailles 1988 von Moon Import. Der Rum war nicht so meines, aber ich wollte zumindest eine Abfüllung aus meinem Baujahr mit in den Rückblick aufnehmen. ;-)



Endlich kam ich dazu, ihn mal zu probieren: den Bristol Caroni 1995. Hat er mich geflasht? Nicht wirklich. Aber spannend ist er! Auf der einen Seite klar Heavy Type, aber auf der anderen Seite hat er, nach hinten raus, auch extrem spanische Züge. Das ist nicht schlecht, aber die aufgerufenen Summen für ihn verstehe ich nicht.



Ein Caroni Bottling aus aktiven Tagen der Destillerie. Aber um es ganz geradeaus zu sagen: ich bevorzuge sehr deutlich die späteren Abfüllungen. Immerhin: angenehmer zu trinken als der ungelagerte Stallion Puncheon von gestern. 😄



Ein alter Rhum aus Martinique aus den 1920er Jahren. Definitiv eine Empfehlung, sowas mal zu probieren wenn man kann!



Eine alte Flasche Captain Morgan Black Label nebst 1920er Martinique. Der Captain ist aber aus den 1980er Jahren und damit um viele Jahrzehnte jünger.


Nach diesem doch sehr gediegenen Tasting machten wir uns dann erneut auf zum Messegelände, wo ich es an diesem Tage dann aber etwas ruhiger angehen ließ und nicht mehr viel probierte. Zwei Ausnahmen machte ich dabei aber doch noch. Zum einen probierte ich im Dunstkreis des Kirsch Whisky Standes noch den neuen Hampden Great House Rum, allerdings in einer höherprozentigen Version. Das ist zwar vom Stil her Hampden Light (OWH), aber ey, das hat mir richtig gut gefallen! Ein Klasse unkomplizierter Hampden, den ich mir in der Form auf jeden Fall kaufen würde! Super Klasse! Leider habe ich es komplett versäumt, davon ein Bild zu machen. 🙈

Picture by S.K.
Und das Highlight des Messe-Tages, zumindest für mich war es das wohl auf jeden Fall, kam dann am Sonntag-Nachmittag noch von Organisator Dirk Becker selbst, als dieser nämlich eine Flasche des nagelneuen Velier Single Cask Caroni 1996 for Bar Lamp & Shinanoya in Japan öffnete und ausschenkte. Zwei Tage zuvor noch in Japan, und zur Messe dann bereits in Berlin. Ich habe selten, wenn überhaupt, je so schnell eine Menschentraube um eine Flasche Rum sich bilden sehen. Unglaublich. "Nur eine Flasche Rum", wie Dirk selbst mehrfach betonte, aber für so viele von uns, die Caroni hoffnungslos verfallen sind, eben doch mehr als das. Nichts desto weniger: die Einstellung dazu imponierte mir. Ich hab da noch lange drüber nachgedacht. Wenn man sich das noch komplett bewahren kann, in Zeiten dieses vollkommenen Preis-Wahnsinns, dann kann ich davor nur meinen Hut ziehen! Da ich an diesem Tage nicht mehr aufnahmefähig war, bekam ich meinen kleinen Schluck mit nach Hause, wo ich in Ruhe probieren konnte. Das habe ich getan und das Review dazu kommt dann morgen hier online! 😊👍 Vielen, vielen Dank, Dirk!

Glücklich gemachte Caroni-Lovers 😊😉:

Picture by S.K.
Picture by S.K.




















Das war es dann auch schon von mir zum German Rum Festival 2019 in Berlin! Ein geiles Fest war es, es war mir ein großes Vergnügen mal wieder Gast in Berlin gewesen sein zu dürfen und komme auch gern erneut wieder! Ein großes Dankeschön vor allem auch an meinen (und am heutigen Sonntag auch unserem) Gastgeber dieser Tage, bei dem ich unterkommen durfte. Vielen, vielen Dank! Ich würde mich freuen, mich dafür eines Tages hier bei uns im Norden revanchieren zu können. 😊

Bis morgen, zum Shinanoya Caroni Review!

Flo