Dienstag, 28. Mai 2013

Appleton Estate Jamaica Rum 21 YO

Liebe Rum Gemeinde,

der heutige Mai Tai ist angelehnt an die Mutter aller Mai Tais: dem Original mit Wray & Nephew 17 YO!

Wie auch der Rum von 1944, so stammt auch der Appleton 21 aus dem Hause Wray & Nephew/Appleton und ist dort das "Premium Produkt" der marktüblichen Range, bestehend aus Wray & Nephew White Overproof, Appleton White, Appleton Special Gold, Appleton Estate V/X, Appleton Reserve 8 YO, Appleton Extra 12 YO und eben Appleton Estate 21 YO.
Ebenfalls im Sortiment führt Appleton den Master Blenders Legacy, der aber nur auf dem US Markt erhältlich ist.
Preislich rangiert der Rum inzwischen bei mindestens 100 Euro, meist sogar schon 120 Euro. Bedenkt man, dass der Rum vor nicht einmal 10 Jahren noch bei 50 bis 60 Euro gelegen hat, so fällt es schwer, diesen Preisanstieg nachzuvollziehen. Im Jahr 2013 wechselte die Traditionsmarke seinen Vertrieb und wird nun von Campari angeboten. Damit einher ging leider ein erneuter Preisanstieg.
Geschmacklich ist der Rum der komplexeste der Range, mit 43% vol. hat er eine typischen Alkoholgehalt für die Rums von Wray & Nephew/Appleton.
Gegründet wurde Appleton im Jahr 1749. Damit ist die Brennerei die wohl älteste auf ganz Jamaica und somit auch die, die bereits am längsten in Betrieb ist. 1916 gingen Appleton und Wray & Nephew, welches 1825 als Spirituosenhandel gegründet wurde, zusammen und sind es noch heute. 1997 wurde Joy Spence Masterblenderin von Appleton Estate. Sie war die erste Frau in dieser Position überhaupt in einer Rumbrennerei.


Mai Tai mit Appleton 21 YO Jamaica Rum:

Mal wieder ein dunkler Mai Tai! Der tief bernsteinfarbene, braune Rum prägt den Drink in seiner Farbgebung erwartungsgemäß entscheidend. Das habe ich nicht mehr so oft, da die Rums mit denen ich mixe in der Regel aus Einzelfässer stammen und nicht gefärbt wurden. Dieser Rum ist ein gefärbter Blend und so bietet der Drink heute eine farbliche Abwechselung.

Mai Tai mit Appleton Estate Jamaica Rum 21 YO, 43% vol.
Geschmacklich kommt der Rum für seine 43% vol. erstaunlich gut durch! Eine wunderbare, aber alkoholisch überhaupt nicht schwerwiegende, Präsenz zeichnet diesen Rum im Mai Tai aus. Der Drink gefällt mir ausgesprochen gut. Die anderen Zutaten kommen natürlich gut gegen den Rum an, so dass der Mai Tai als Ganzes sehr gut funktioniert. Einen Agricole als Partner, mit dem 12 YO der Serie wird ein solcher ja gerne kombiniert, vermisse ich hier mitnichten. Mixen würde ich den Drink auf jeden Fall mit minimaler Verwässerung, zu viel davon schadet dem Mai Tai. Dafür hat der Rum dann doch zu wenig Power.

Fazit: ja, dieser Mai Tai ist dekadent! ;) Bei den heutigen Preisen des Appleton 21 ist dieser Mai Tai der pure Luxus. Ob der Drink dem Rum noch gerecht wird? Darüber kann man streiten. Oder es lassen. Natürlich schaffen es nicht mehr alle Aromen in Gänze in den Drink und sie kommen dort schon garnicht in einer Art und Weise zur Geltung, wie das in einem Nosing Glas der Fall wäre. Der (für mich) entscheidende Punkt ist aber: der Drink schmeckt mir! Und er schmeckt mir deutlich besser als der Mai Tai mit Appleton 12 YO, der mir im Mai Tai insgesamt zu langweilig ist. Zudem gefällt mir die Kombination mit Rhum Agricole persönlich überhaupt nicht. Daher mixe ich den Mai Tai, wenn auch nicht oft, auch gerne mit diesem Rum.
Allerdings: der Preis spielt neben dem Rum selbst natürlich auch noch mit hinein. Hier muss ich anmerken, dass ich den Rum deutlich günstiger erstanden habe, als er üblicherweise kostet. Für den derzeitigen Preis würde ich den Rum nicht mehr nachkaufen, weder für den puren Genuß noch für den Mai Tai. Der Preis ist für das Gebotene zu hoch. Bis zu 60-80 Euro wären fair und angemessen.

Bis Morgen,
Flo

1 Kommentar:

  1. Danke für diesen Artikel! Auch wenn der Rum in Anbetracht Deiner ansonsten verkosteten Range trotz des Preises doch eher komerzieller Natur ist, so ist er dennoch zumindest einer meiner heimlichen Lieblinge! Und ja, nur im ehrwürdigen Mai Tai!

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