Samstag, 13. Mai 2017

Mai Tai mit Duncan Taylor Monymusk 12 YO 2003

Liebe Rum- und Mai Tai Fans,

heute führe ich ein ganz eigenes, kleines Kapitel unmittelbar fort, welches ich im ersten MAI Tai 2013 begonnen habe: den Mai Tai mit Monymusk Jamaica Rum aus dem Jahr 2003. Ein noch recht junger Jahrgang, aus dem zwar schon das eine oder andere kam, der aber noch nicht so ganz unbedingt auf dem Zettel aller Connaisseure steht. 
2013, wie gesagt, hatte ich hier den 5 YO Renegade Rum aus Monymusk von 2003 im Test. Dieser schnitt unerwartet gut ab und kostete damals 35 Euro. Kein schlechter Preis für einen Single Cask Rum, aber für damalige Verhältnisse war das für einen 5 jährigen sogar noch recht teuer. Egal. Heute, im Mai 2017, habe ich aus dem gleichen Batch einen 12 jährigen Kandidaten am Start, der von Duncan Taylor abgefüllt wurde und ich bin sehr gespannt, wie er sich im Drink der Wahl machen wird. Pur haben sich aus meiner Sicht erstaunliche Parallelen gezeigt, mehr als ich vor der Verkostung für möglich hielt. Damals führte ich die sehr spezielle Note des Renegade vor allem auf das Tempranillo-Finish zurück, aber dieser 12 YO sagt mir, dass diese Note eine spezielle dieses Jahrgangs bzw. Batches sein muss. Ich habe mich damals also getäuscht. Nicht der Renegade, sondern der Monymusk Jahrgang 2003 ist einfach untypisch für diese Destillerie. Diese pur wahrgenommenen Ähnlichkeiten, so vermute ich, werden sich wahrscheinlich auch im Drink zeigen. Wir werden sehen!

Hier eine Kurzfassung mit den Randdaten zur Abfüllung:

Abfüller:                Duncan Taylor
Land/Region:       Jamaica
Destillerie:            Monymusk Estate
Alter:                        12 YO (2003 - 2015)
Alkoholgehalt:   51,8% vol.




Verkostung des Mai Tai mit Duncan Taylor Monymusk 12 YO Jamaica Rum 2003:

Sehr helle Farbe, zusammen mit dem CdI Long Pond Mai Tai einer der hellsten, die ich vermutlich je hatte. Liegt schlicht daran, dass der Rum selbst auch kaum Farbe hat, leicht golden daherkommt. Der Renegade Mai Tai damals war wesentlich dunkler, aber da zeigte sich dann wohl dieses Mal wirklich das Tempranillo-Finish in seiner ganzen Form.

Geschmacklich dann... RUMMS... zurück in 2013. Unglaublich starke Ähnlichkeit! Noch mehr als ich anfangs vermutete. Wieder ein sehr präsenter, wenn auch untypischer, Jamaica Rum im Vordergrund, der von seinen restlichen Zutaten in Form von Curacao, Orgeat, Zucker und Limettensaft sehr profitiert und eine funktionierende Einheit mit ihnen bildet. Der Rum drängt sich nicht auf, prägt den Drink in seinem Charakter aber enorm! Und obwohl diese Monymusk-Signature weit weg von den klassischen High Ester Vertretern im Drink ist, würde ich hier, anders als beim Cadenhead's Worthy Park, zwar auch von einem untypischen Mai Tai sprechen, aber doch von einem Mai Tai. Das hier ist "anders" anders. Der Drink wird stark interpretiert, bleibt in seinem Charakter aber erhalten.

Fazit: mir gefiel damals der Mai Tai mit Renegade und mir gefällt noch mehr heute der der Mai Tai mit dem Duncan Taylor! Nicht zuletzt liegt das auch daran, dass der Duncan Taylor hier knapp 10% vol. mehr in den Drink bringen kann als der Renegade. Das macht sich klar bemerkbar. Wermutstropfen: der Preis ist heute weit mehr eine Ansage als das damals beim kleinen Bruder der Fall war. Da muss man schon sehr stark drüber nachdenken. Mir wäre es das Geld auf jeden Fall nur dann wert, wenn mir der Rum nicht nur im Drink, sondern auch pur zusagt. Das tut er bei mir auf jeden Fall, aber Monymusk ist auch nicht jedermanns Fall. Ich empfehle daher zunächst ein Sample. Das hier ist nicht zuletzt auch etwas für Connaisseure, die glauben ansonsten schon alles probiert zu haben.

Morgen kommt dann hier wieder ein Sonntagsrum, das heißt eine pure Verkostung! Dabei wird es einmal mehr nach Jamaica gehen.

Bis dahin
Flo

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