Donnerstag, 4. Mai 2017

Mai Tai mit Bristol Long Pond 13 YO Jamaica Rum 1985

Liebe Rum- und Mai Tai Aficionados,

heute gibt's für euch und für mich ein echtes Museumsstück im Mai Tai: den, von mir auch hier bereits pur vorgestellten, Bristol Classic Rum Long Pond 13 YO Jamaica Rum 1985, abgefüllt im Jahre 1998. Das ist jetzt fast 20 Jahre her!

Warum ausgerechnet diesen? Weil ich mit dem Gedanken, diesen Rum im Mai Tai zu probieren schon früher häufig gespielt, mich damals aber nie getraut habe. Inzwischen bin ich da etwas nüchterner geworden und gerade Jamaicaner mit etwas grasigerem Profil, wie bspw. der Cadenhead's Cask Strenth IRW Long Pond 18 YO z.B. und mit ein wenig Abstrichen auch sein jüngerer, 15 jähriger Bruder in Trinkstärke fand ich großartig. 
Resultierend aus den Erfahrungen mit dem IRW 15 YO, der auch 46% vol. hatte, habe ich beim heutigen Mai Tai also den Rum etwas höher dosiert, so 0,5 bis 0,75 cl mehr werden es wohl gewesen sein, um die fehlenden Volumenprozente ein wenig auszugleichen. Und nun bin ich natürlich sehr, sehr gespannt, ob sich die 6-7 cl für den Mai Tai gelohnt haben. Das wichtigste gibt es aber, wie schon gestern, auch hier nochmal kurz und knackig.


Hier eine Kurzfassung mit den Randdaten zur Abfüllung:

Abfüller:                Bristol Spirits Ltd.
Land/Region:       Jamaica
Destillerie:            Long Pond Estate
Alter:                        13 YO (1985 - 1998)
Alkoholgehalt:   46,0% vol.



Verkostung des Mai Tai mit Bristol Spirits Long Pond Jamaica Rum 13 YO 1985:

Trotz dessen, dass ein gerade einmal 13 Jahre alter Rum verwendet wurde, deutlich goldener anmutend als der gestrige Mai Tai mit dem 17 jährigen Hampden. Typische Mai Tai Farbe. Sehr lecker anmutend!

Geschmacklich dann zunächst einmal, trotz der höheren Dosierung, weniger vom Rum im Drink als ich dachte. Der vergleichbar geringe Alkoholgehalt ist da natürlich ein Faktor, aber wie man in anderen Reviews gesehen hat, nicht unbedingt einer, der einen gelungenen Mai Tai unmöglich macht. 
Der Rum hat es schwer gegen die, zugegebenermaßen sehr starken, Partner im Drink, aber er geht nicht im klassischen Sinne unter, das wäre dann doch überzogen. Man spürt diese feine und diffizile Long Pond Note, aber man muss den Drink schon sehr bewusst genießen, um wirklich alle Komponenten des Drinks in hinreichender Weise auch würdigen zu können. Ein Long Pond Mai Tai für den lauen Sommertag, auch der Stärke wegen, nichts was anstrengt, nichts was polarisiert, einfach entspannt. Er trinkt sich so weg, ist total unkompliziert. Auch benötigt der Drink zwar einerseits wenig Schmelzwasser, kann die Verdünnung aber andererseits besser ab als andere Mai Tais mit Rums um 46% vol.: gefällt! Aber natürlich ganz anders als die High Ester Vertreter aus z.B. Hampden. 

Fazit: ich stecke bei meinem Fazit so ein wenig in einem Dilemma. Einerseits fand ich das Ergebnis ganz gut, andererseits kann ich natürlich auch nicht außer Acht lassen, dass da ein Stück Geschichte im Drink schlummerte. Und der Mai Tai mit diesem Rum bietet mir, dahingehend, dass der Rum ein seltenes Stück Historie ist, nicht genug, um dass ich wirklich empfehlen kann, ihn zu mixen. Trinkt den Rum lieber pur! 

Das ist es für heute dann auch schon wieder gewesen. Der morgige Tag steht dann unter dem Motto: auf ein neues! Ich werde wieder einen Long Pond im Mai Tai testen, dieses Mal allerdings einen aktuell käuflich zu erwerbenden mit ähnlichem Alkoholgehalt. Wird also auf einen direkten Vergleich hinauslaufen... 

Zu bedanken habe ich mich heute bei "Trelawny" aus dem Rum Club, der mir sowohl die Samples, als auch eine Flasche dieses Rums besorgen konnte. Vielen Dank! 

Bis morgen
Flo

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